Die Geschichte des Fliegengewichts der Frauen in der UFC

Nur wenige Frauen können behaupten, Männern körperlich als Vorbild zu dienen, Joanna Jedrzejczyk kann es.

Joanna Jedrzejczyk: Eine Pionierin im Strohgewicht

Keine Europäerin kämpft wie die Polin Joanna Jedrzejczyk. Sieben Jahre schon misst sich Jedrzejczyk im MMA-Käfig, dem Octagon, mit den besten Kampfsportlerinnen der Welt. Als erste Frau aus Europa konnte sie im UFC einen Gürtel gewinnen. In der tieferen Gewichtsklasse, dem «Strohgewicht», dominierte Jedrzejczyk alle. Fünfmal hintereinander konnte sie diesen Titel verteidigen.

Und nun bekommt sie sogar ihren eigenen Film: Der polnisch-schweizerische Regisseur Tom Kolinski hat Jedrzejczyk zwei Jahre lang für den amerikanischen Sender HBO begleitet, ihren Ehrgeiz dokumentiert, der an Verbissenheit grenzt.

Für ihren Erfolg ging sie immer an ihre Grenzen, sie erklärt es mit Werten, die ihr ihre Eltern mitgeben hätten. Aufgewachsen ist sie in Olsztyn, Polen, die Familie führte ein Lebensmittelgeschäft, in dem sie oft aushalf. Sie sei ein aufmüpfiges Kind gewesen, erzählt Joanna, das sich nichts gefallen liess. Früh sehnte sie sich nach Unabhängigkeit. Als Mädchen stand sie um 4 Uhr auf, radelte fünf Kilometer weit, um Zeitungen zu verkaufen. Umgerechnet zwei Franken pro Einsatz soll sie für ihre Mühe bekommen haben. Der Vater wollte ihr den Betrag zahlen, um ihr den Weg zu ersparen, aber sie habe ihm damals geantwortet: «Ich muss mich nach oben kämpfen, mir mein Geld erarbeiten.»

Jedrzejczyk begann mit 16 Jahren zu boxen. Sie verliebte sich sofort in die Disziplin Muay Thai und mass sich von Beginn an mit Männern, zumal es in den Kursen nur wenige Frauen gab. Bis heute ringt sie gerne mit Männern, weil diese sie mehr forderten. Ihr Haupttrainer im American Top Team, Mike Brown, paart sie beim Schlag- und Tritttraining dann auch nicht mit Frauen. «Sie geht so hart rein, die Männer können das besser aushalten», sagt Brown.

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Beigebracht hat ihr diese Körperkontrolle die Kampfsportlegende Ernesto Hoost. Um von ihm in einem kleinen Team trainiert zu werden, ging Jedrzejczyk nach ihrer Ausbildung zur Sportlehrerin nach Amsterdam. «Manchmal hatte ich dort nur fünf Euro im Sack und war nicht sicher, ob ich das Geld fürs Training oder für Brot ausgeben soll», erinnert sie sich. Doch wieder: Sie wollte es aus eigener Kraft schaffen. Mit Hoost als Trainer wurde sie mehrmals Europa- und Weltmeisterin im Muay Thai. Irgendwann gingen ihr die Gegnerinnen aus. Und sie wusste: Im UFCzahlen die Leute, um Frauen kämpfen zu sehen. Also wechselte sie vom Muay Thai zum weltweit härtesten Kampfsport, den MMA. «Bei meinem Debüt im UFC habe ich den Leuten gezeigt, was diese Frau aus Polen kann», sagt sie. Seither kennt man sie auch in den USA.

Für ihre Gewichtsklasse muss sie auf 52 Kilogramm abmagern. In drei Monaten verliert Jedrzejczyk jeweils bis zu neun Kilogramm - viel Muskelmasse. Um die letzten paar Kilos zu verlieren, wird ihr in heissen Salzbädern Wasser entzogen. Diese Tortur ist notwendig, will man dabei sein, aber für den Körper «schlecht», wie Coach Brown sagt: «Es kann traumatisch sein.» Einmal erholte sie sich nicht davon, in der Garderobe schliefen zeitweise ihre Beine ein. Sie ging trotzdem ins Octagon.

Im Gespräch erfährt man dann noch, dass Jedrzejczyk doch nicht nur auf die eigene Kraft vertraut auf dem Weg nach oben. Ihr katholischer Glaube helfe ihr dabei: «Wenn Gott will, dass ich einen Kampf verliere, dann muss das so sein», sagt sie.

UFC und MMA: Eine Einführung

UFC ist der grösste Veranstalter von MMA, das die Disziplinen Boxen, Kickboxen / Muay Thai, Judo, Ju-Jutsuund Ringen vereint. MMA oder Mixed Martial Arts ist eine Kampfsportart, bei der Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten angewendet werden. Die Kämpfer bedienen sich sowohl der Schlag- und Tritttechniken des Boxens, Kickboxens, Taekwondo, Muay Thai und Karate als auch der Bodenkampf- und Ringtechniken des Jiu-Jitsu, Ringens, Judo und Sambo. Im Gegensatz zu anderen Kampfsportarten, darf bei MMA auch im Bodenkampf geschlagen und getreten werden.

Die Ultimate Fighting Championship (UFC) ist eine Mixed-Martial-Arts-Organisation aus den USA. Sie ist weltweit der grösste Veranstalter von MMA-Events. Gekämpft wird in der UFC in neun verschiedenen Gewichtsklassen:

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  • Strawweight: (Stroh- oder Strohhalmgewicht) bis 115 lb (52,15 kg)
  • Flyweight (Fliegengewicht): 125 und weniger lb (57 und weniger kg)
  • Bantamweight (Bantamgewicht): 126 bis 135 lb (57 bis 61 kg)
  • Featherweight (Federgewicht): 136 bis 145 lb (61 bis 66 kg)
  • Lightweight (Leichtgewicht): 145 bis 155 lb (66 bis 70 kg)
  • Welterweight (Weltergewicht): 155 bis 170 lb (70 bis 77 kg)
  • Middleweight (Mittelgewicht): 170 bis 185 lb (77 bis 84 kg)
  • Light Heavyweight (Halbschwergewicht): 185 bis 205 lb (84 bis 93 kg)
  • Heavyweight (Schwergewicht): 205 bis 265 lb (93 bis 120 kg)

Die Kämpfe gehen über drei oder fünf Runden, die je fünf Minuten dauern. Gekämpft wird in einem achteckigen Ring mit einem Durchmesser von 9,75 Metern. Anstelle von Ringseilen wird die Kampffläche durch einen Maschendrahtzaun begrenzt. Es wird mit dünnen, an den Fingern offenen Handschuhen gekämpft. Sie dienen dazu, die Hände zu schützen und Platzwunden zu vermeiden, bieten jedoch kaum Dämpfung.

Ein MMA-Kampf kann auf vier verschiedene Arten beendet, respektive gewonnen werden:

  1. Aufgabe (auch Submission oder Tap-Out genannt): Ein Kämpfer klatscht mehrmals mit der flachen Hand auf die Matte, tippt mehrmals seinen Gegner an oder gibt verbal auf.
  2. Knockout: Ein Kämpfer wird von einem erlaubten Schlag oder Tritt getroffen und wird entweder ohnmächtig oder ist nicht in der Lage, den Kampf weiterzuführen.
  3. Technischer Knockout: Es gibt grundsätzlich drei mögliche Wege, die zu einem TKO führen können. Zum einen ein «Referee Stoppage», in dem der Ringrichter den Kampf abbricht, weil einer der Kämpfer nicht mehr in der Lage ist sich «intelligent zu verteidigen». Ausserdem kann der Ringarzt einen Kampf abbrechen, wenn eine Verletzung einen Kämpfer zu stark hindert oder die Blutung aus einer Platzwunde nicht gestillt werden kann. Schliesslich kann das eigene Team eine Aufgabe signalisieren.
  4. Kampfrichterentscheidung: Nachdem es nach 3 beziehungsweise 5 Runden keinen Sieger gibt, liegt die Entscheidung bei den 3 Kampfrichtern. Es gilt ein „10-Punkte-System“, in dem der Gewinner einer Runde 10 Punkte bekommt und der Verlierer 9 oder weniger.

VeChain Partnerschaft mit UFC

UFC®, die weltweit führende Mixed Martial Arts-Organisation, und VeChain, die weltweit führende, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Blockchain-Stiftung, gaben heute eine einzigartige langfristige Partnerschaft bekannt, die für beide Marken neue Wege im Marketing eröffnet. VeChain wird der erste offizielle Layer-1-Blockchain-Partnerder UFC. Damit erhält die Stiftung ein noch nie dagewesenes Maß an Integration in die wichtigsten UFC-Assets, von Live-Events, einschließlich Sendebeiträgen und In-Arena-Promotion, bis hin zu Originalinhalten, die über die beliebten digitalen und sozialen Kanäle der UFC verbreitet werden.

Durch die weitreichende globale Präsenz der UFC wird VeChain in schätzungsweise 900 Millionen TV-Haushalten in 175 Ländern, die die UFC-Übertragungen empfangen, eine bedeutende Markensichtbarkeit haben.

Volkan Oezdemir: Ein Schweizer Aufsteiger in der MMA-Szene

Der Schweizer Volkan Oezdemir überzeugt bei seinem ersten Auftritt auf der grösstmöglichen Bühne. Er ist der Sohn einer Schweizerin und eines Türken. Er ist der Sohn einer Schweizerin und eines Türken. Seinen ersten professionellen MMA-Kampf absolvierte er 2010. Erst seit diesem Jahr kämpft er im Rahmen der Ultimate Fighting Championship (UFC). Oezdemir kämpft in der zweithöchsten Gewichtsklasse, den Halbschwergewichten.

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Volkan Oezdemir in Zahlen:

  • Alter: 27
  • Grösse: 185,42 cm
  • Gewicht: 92,99kg
  • Kampfbilanz: 15 Siege (11 k.o., 1 Aufgabe, 3 Entscheidungen), 1 Niederlage (Aufgabe)

Zu seiner Kämpfer-Karriere inspiriert wurde er nach eigenen Angaben von Kung-Fu-Filmen mit Jackie Chan oder Bruce Lee.