Gold wird seit Jahrtausenden für die Herstellung von Schmuck genutzt. Das funkelnde Material wird unter anderem wegen seiner Seltenheit, Beständigkeit und der einzigartigen Farbe sehr geschätzt. Gold ist das begehrteste aller Metalle. Es steht für Macht, Wohlstand, Schönheit und Luxus. Es gibt nur wenige natürliche Goldvorkommen auf der Erde. Deshalb wurde schon vor Jahrhunderten versucht, Gold künstlich herzustellen. Bis heute ohne Erfolg.
Im Gespräch mit meinen Kundinnen und Kunden stelle ich häufig fest, dass wenn es um Begriffe wie Karat, Legierungen, Feingehalt - oder ganz einfach um die Qualität und Edelmetallarten - geht, grosse Unklarheiten bestehen. Gerade, wenn man Angebote aus publikumswirksamen Medien vergleicht, wird man häufig mit grossen Worten und irgendwelchen Werten regelrecht geangelt. Gold ist nicht gleich Gold.
Welche chemischen Eigenschaften und Reaktionen machen Gold zu so einem besonderen Element? Gold ist ein chemisches Element und wird mit dem Symbol $\ce{Au}$ abgekürzt. Dieses Kürzel leitet sich von der lateinischen Bezeichnung für Gold ab: Aurum. Gold steht im Periodensystem der Elemente in der I. Nebengruppe und der 6. Periode. Es handelt sich um ein Edelmetall.
Eigenschaften von Feingold
Reines Gold (auch bezeichnet als «Feingold», «999,99», «24 Karat») findet in unseren Breitengraden bei der Schmuckherstellung meist keine Verwendung. Der Grund liegt in den physikalischen Eigenschaften von Gold. Reines Gold ist weich und daher empfindlich auf Einwirkungen durch Schläge und Druck. Als Edelmetall ist Gold reaktionsträge. Die Eigenschaften und der Atomaufbau von Gold führen dazu, dass es chemisch stabil ist. Es geht kaum Verbindungen mit anderen Elementen ein. Auch mit Luftsauerstoff reagiert Gold nicht, sodass es nicht korrodiert.
In Verbindungen besitzt Gold in der Regel die Oxidationszahl +I oder +III. 2,5; Gold ist ein sehr weiches und gut verformbares und dehnbares Metall. Goldverbindungen sind meist sehr instabil. Häufig sind freie Radikale erforderlich, damit Gold Reaktionen eingehen kann. Radikale sind Stoffe mit einem freien, ungepaarten Elektron und deshalb sehr reaktiv. Löslich ist Gold in Königswasser, einer Mischung aus Salpetersäure ($\ce{HNO3}$) und Salzsäure ($\ce{HCl}$), dabei entsteht Gold(III)-chlorid ($\ce{AuCl3}$). Mit anderen Metallen bildet Gold Legierungen.
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Legierungen und Karat
Um die Langlebigkeit und Robustheit eines Schmuckstückes zu erhöhen, verwenden wir im Goldschmiedehandwerk vor allem legiertes Gold. Beim Legieren werden mindestens zwei Metalle, eines davon Gold, zusammen verschmolzen. Gleichzeitig ermöglicht dieses Verfahren auch zahlreiche farbliche Nuancen. Wir haben also gelernt, dass bei legiertem Gold der Goldanteil nicht 100% ist.
Reines Gold (Feingold) wird für die Schmuckherstellung in der Regel mit Silber und Kupfer legiert (vermischt), sodass die Härte, Festigkeit und Polierbarkeit optimiert werden können, denn Feingold ist extrem weich und somit nicht sehr stabil und alltagstauglich. Die sogenannte «Legierung» wird dann z.B. als 18 Karat bzw. Die hochwertigste und beliebteste Legierung für Goldschmuck in der Schweiz ist 18 Karat (750), die auch wir nutzen. Eine 18 Karat (750er) Legierung besteht in der Regel aus Feingold, Silber und Kupfer. Die Anteile an Silber und Kupfer variieren wie erwähnt je nach gewünschter Goldfarbe. Bei Roségold wird etwas mehr Kupfer als Silber verwendet, sodass die Farbe etwas rötlicher wird als beispielsweise bei Gelbgold. 18 Karat Gelbgold hat durch den hohen Goldanteil (75 %) eine wunderschöne warme Gelbgoldfarbe.
Der Anteil des Feingolds an einer Goldlegierung wird in Karat angegeben. Karat ist ein Maßstab für den Feingehalt des Golds. Es ist daher vorgeschrieben, dass Schmuck aus Gold (und Silber) stets mit einer Feingehaltstempelung versehen wird. Selbst Goldbarren aus «reinem» Feingold enthalten geringe Fremdanteile, darum sind diese nicht mit dem Feingehalt «1000», sondern mit «999,99» gekennzeichnet. (Der Feingehalt gibt den Anteil des Edelmetalls in Promille an.)
In der Schweiz werden für Schmuck meistens Goldlegierungen mit einem Feingehalt von «750» verwendet. Im nahen Ausland hingegen werden häufig Metalle mit geringerem Feingehalt verwendet. Diese sind dadurch günstiger, aber auch weniger wertig. Sie erkennen diese an den Bezeichnungen wie «585» (früher 14 Karat), «375» (9 Karat), «333» (8 Karat). In Deutschland gibt es zudem noch 333er Gold. Die beigemischten Bestandteile sind wesentlich günstiger als Gold, weshalb der Preis mit sinkendem Goldgehalt tiefer wird. Optisch sind für Laien die unterschiedlichen Legierungen meist nur am Feingehaltsstempel erkennbar (z.B.
Verschiedene Goldlegierungen im Überblick:
- 24 Karat - Goldanteil 99.99%: Die Legierung, die man als Feingold oder reines Gold bezeichnet. Sie wird ausschliesslich für Gold-Barren und einige Münzen oder Medaillen verwendet.
- 22 Karat - 91.6%: Bei dieser Legierung sind 916/1000 Anteile reines Gold und der Rest sind Metalle wie Silber und Kupfer. 22 Karat wird vor allem im arabischen und asiatischen Raum für Schmuckstücke jeglicher Art verwendet und wird mit 916 gestempelt. Diese Legierung zeichnet sich aus durch ihre enorm gelbliche Goldfarbe, die man im Vergleich mit 18 Karat deutlich sieht.
- 900er Gold - 90%: 900er Gold oder auch Münzengold genannt. Wird für Goldmünzen, wie auch zum Beispiel das Schweizer Vreneli verwendet.
- 18 Karat - 75%: Die am häufigsten verwendete Goldlegierung für Schmuck und Uhren im europäischen Raum. Sie punktet in den Kategorien Farbe und Härte und ist daher die Grundlage für hochwertige Schmuckproduktion. Objekte aus diesem Gold sollten immer die Punzierung 750, 0.750 oder 18K gestempelt haben. In der Schweiz ist zudem eine Hersteller-Punze Vorschrift. Diese Punze befindet sich bei Schmuck meistens am Verschluss und bei Uhren auf dem Innendeckel. Eine solche Punze garantiert jedoch noch nicht die Echtheit beziehungsweise denn wirklichen Feingehalt, da dies mit wenig Aufwand nachgemacht werden kann.
- 14 Karat - Die farblich etwas hellere aber dafür günstigere Variante für die Herstellung von Schmuck. 14 Karat findet man häufig in Osteuropa, Deutschland und Österreich. Durch den geringeren Goldanteil als bei 18K ist diese Legierung kostengünstiger.
- Niederkarat - 9 Karat - 37.5% | 8 Karat - 33.3% | GAM - 25-33%: Als Niederkarat bezeichnet man alle Goldlegierungen mit geringem bis sehr geringem Goldgehalt. GAM, 8 und 9 Karat Goldlegierungen haben eine deutlich dunklere Farbe und werden nicht verwendet für hochwertigen Schmuck. GAM steht für Garantie-Metall.
Weissgold
Weissgold gibt es in dieser dunkelgrauen Farbe nicht in der Natur. Um der Legierung die gelbe Goldfarbe weitgehend zu entziehen, werden Edelmetalle wie z.B. Palladium, Platin oder Silber beigemischt. Um den Gelbstich noch weiter zu minimieren, wird Weissgoldschmuck am Schluss oftmals noch mit einer Schicht Rhodium überzogen.
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Gold erhält die für Weissgold typische Färbung durch eine Legierung, die neben Feingold entweder Silber- oder Palladium-Anteile, ein Edelmetall der Platingruppe, enthält. Die Ursprünge von Weissgold reichen bis ins 1912 zurück. Damals wurden in der deutschen Stadt Pforzheim erstmals Edelmetalle unter dem Namen Weissgold zur Herstellung von Schmuck verwendet. Im Aussehen erinnerte das Metall stark an Platin.
Damit Weissgold-Schmuckstücke möglichst lange in ursprünglicher Schönheit erstrahlen und vor äusseren Einwirkungen geschützt sind, erhalten sie eine zusätzliche Schutzschicht in Form einer Rhodinierung. Teuerstes und edelstes Weissgold.
Eigenschaften von Weissgold
- Palladium-Weißgold (750 / 18K) mit Rhodium: Strahlend weißer Look, nah an Platin-Optik. Muss regelmäßig nachplattiert werden.
- Nickel-Allergie: Nickelanteil kann auf der Haut allergische Reaktionen hervorrufen! Nickel wird oft verwendet weil es eine billige Variante ist Weissgold herzustellen.
- Leichter als Platin (z.B. Palladiumzusatz mit ca.
- Gießeigenschaften (höherer Schmelzpunkt und höhere Oberflächenspannung der Schmelze) unterscheiden sich auch vom nickelbasierten Pendant.
Goldketten
Goldketten sind beliebte Schmuckstücke. Gold an sich ist ein relativ weiches und empfindliches Metall. Damit Sie an den daraus gefertigten Schmuckstücken lange Freude haben, werden dem Material bei der Verarbeitung zu Ringen, Armbändern, Uhren, Ohrringen oder Halsschmuck weitere Metalle wie Silber, Nickel, Kupfer, Zink, Platin oder Titan beigemischt. Sie verleihen dem Schmuck mehr Stabilität und es entstehen die sogenannten Goldlegierungen, bei denen Gold jedoch der Hauptbestandteil bleibt.
Bei der Angabe des Goldanteils Ihres Schmuckstückes kommt es auf die Legierung an, die mit einer dreistelligen Zahl angegeben wird. Darüber informiert die sogenannte Punzierung, der Prägestempel über den jedes Schmuckstück aus Gold verfügt. Die Auskunft bezüglich des Goldanteils erfolgt in Tausendsteln. Alternativ finden Sie häufig auch eine Angabe in Karat. Je nach Herkunft und Alter Ihres Goldschmucks sind verschiedene Goldlegierungen gebräuchlich. In europäischen Breitengraden gelten bei der modernen Schmuckherstellung 585er Goldlegierungen mit 14 Karat und einem Goldanteil von 58,5% als üblich. Noch hochwertiger ist eine 750er Goldlegierung mit 18 Karat.
Wenn es um die Frage geht, welche Goldketten am wertigsten sind, sollten Sie auch die Legierung beachten. Das Abfärben von Goldschmuck auf der Haut ist im Übrigen nicht als mangelhaftes Qualitätsmerkmal zu werten. So kann es auch bei echten Goldketten vorkommen, dass der Schmuck anläuft und dabei einen dunklen Film auf der Haut hinterlässt. Dies lässt sich mit einer gewöhnlichen chemischen Reaktion erklären: Wenn der Schmuck mit dem Schwefel in der Luft reagiert, kann er durch die Oxidation, gerade in Verbindung mit Schweiß oder Wasser vom Händewaschen, abfärben. Um solch eine Verfärbung schnell zu entfernen, genügt es für gewöhnlich, das Schmuckstück abzulegen und die Haut gründlich mit Seife abzuwaschen.
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Verschiedene Arten von Goldketten:
- Schlangenketten aus Gold: Bei diesem Kettenmodell sind die einzelnen Glieder sehr dicht aufgereiht und vertikal miteinander verschlungen.
- Königsketten aus Gold: Sie wirken durch die Verarbeitung von zwei zusammenhängenden Stücken und der Verwendung zahlreicher Glieder zu einem Schmuckstück besonders massiv. Bei der Fertigung werden sie kunstvoll ineinander verflochten, eingehakt und fixiert.
- Colliers: Diese Kettenart zeichnet sich vor allem durch die kurze Länge aus, da sie sehr halsnah anliegt. Viele Modelle sind zudem etwas breiter gearbeitet und häufig mit fest angebrachten, schmückenden Edelsteinen oder Goldanhängern verziert.
- Figaroketten aus Gold: Für diese Kettenform ist die Anordnung verschiedenförmiger Glieder in einer bestimmten Reihenfolge charakteristisch.
- Ankerketten aus Gold: Sie sind der absolute Klassiker unter den Kettenarten und bestehen aus gleichförmigen, aneinander gereihten Gliedern.
- Venezianerketten: Bei diesen Modellen sind kantige Kettenglieder derartig ineinander verschlungen, dass die einzelnen Elemente kaum auszumachen sind.
- Singapurketten aus Gold: Diese Kettenart zeichnet sich durch die enge, verschlungene Verbindung der einzelnen feinen Glieder aus, die zu einer gedrehten Kette mit exklusiver Optik verknüpft werden.
Pflege von Goldschmuck
Die goldene Farbe trägt sich nicht ab, wie dies bei vergoldetem Schmuck im Laufe der Zeit unweigerlich geschieht. Die wunderschöne Goldfarbe bleibt ein Leben lang erhalten. Gold ist härter als Silber und somit insgesamt robuster und widerstandsfähiger. Feingold oxidiert nicht, d.h. es läuft nicht an. Mit «anlaufen» ist umgangssprachlich der bräunliche/schwarze Belag (Silbersulfid) gemeint, welcher sich bei Silber mit der Zeit an der Oberfläche bilden kann, da das Material unweigerlich mit Schwefelverbindungen in der Luft in Kontakt kommt und diese chemische Reaktion so ausgelöst wird.
Auch bei Goldschmuck mit niedrigem Feingehalt (z.B. Vor allem beim täglichen Tragen können sich darauf schnell Kosmetikreste oder Schweiß absetzen und Ihren Accessoires den Glanz nehmen. Um diesen Schutzablagerungen vorzubeugen, empfiehlt es sich, Ihre Goldketten mit speziellen Tüchern in regelmäßigen Abständen zu polieren. Diese leisten auch Abhilfe, falls sich Ihr Schmuck einmal verfärbt haben sollte. Zudem sollten Sie Ihre Accessoires nach Möglichkeit in einem luftdichten, vor Tageslicht geschützten Schmuckkästchen aufbewahren. So vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und schützen sie zusätzlich vor der Reaktion mit dem in der Luft enthaltenen Schwefel.
Goldankauf
Bestimmt haben Sie es in der Presse bereits gelesen: Der Goldpreis steigt und steigt und befindet sich im Moment auf einem historischen Höchststand. Je nach Umfang und Ausarbeitung eines Ringes ist der tagesaktuelle Goldkurs ein essentieller Anteil des Verkaufspreises. Es wäre nun aber ein Trugschluss, einen Ring auf die Waage legen zu wollen und so den Verkaufspreis bestimmen zu wollen.
Nach sorgfältiger Prüfung und (Aus-)Sortierung wird das Altgold mittels einer geeichten Wage gewogen und ein tagesaktueller Preis errechnet. Es muss mit Abzügen für Materialien wie Metallverschlüsse oder Edelsteine/Schmucksteine auf den Schmuckstücken gerechnet werden. Schmuckstücke die Wiederverkaufs-Potenzial haben können einen Preis erzielen, der über dem Materialwert liegt.
Wichtige Informationen für den Goldankauf:
- Ankäuferinnen und Ankäufer von Altedelmetallen müssen insbesondere den Verkäufer identifizieren, die rechtmässige Herkunft der Ware abklären und verdächtige Geschäfte anzeigen.
- Auch die Ausstellung eines Ankaufbeleges in Form einer Quittung ist wichtig. Bringen Sie einen gültigen amtlichen Ausweis mit. Eine Kopie Ihrer ID wird dem Ankaufbeleg beigelegt. Der Ankaufbeleg führt ausserdem alle Angaben wie Gewicht und Legierungen der Objekte auf.
- Sie haben bei uns die Option einer sofortigen Barauszahlung bei Beträgen bis zu 15'000 Schweizer Franken. Auf Wunsch oder bei höheren Beträgen wird die Auszahlung in Form einer Banküberweisung gemacht. Bei einer Überweisung erhalten Sie vorab eine Überweisungsbestätigung.
- Der Altgoldpreis hängt stark vom Börsenkurs des Goldes ab. Den Börsenkurs für Gold sowie alle anderen Edelmetallkurse sehen Sie hier. Der Goldkurs zeigt (je nach Grafik) den Preis pro Kilo Feingold, also Barrengold. Für den Altgoldpreis werden von diesem Preis jedoch im Normalfall noch mindestens 25 Prozent abgezogen, da Schmuckgold in der Schweiz in der Regel aus 18 Karat, also nur aus 75% reinem Gold besteht. Reines Gold (Feingold) ist 24 Karat, wird aber nicht für Schmuck verwendet.
- Schmelzkosten, Versicherung, Kursschwankungen, Werbung, Miete, Löhne, Strom und die Marge des Ankäufers. Es ist üblich, dass der Preis pro Gramm Gold bei grösseren Mengen (oftmals ab 100 Gramm oder mehr) etwas besser ausfällt, da der zeitliche und administrative Aufwand dadurch verringert wird.
