Die Anfänge meiner fesselnden Reise durch die Klanglandschaften reichen bis zu den ersten zarten Tönen, die meine Ohren erreichten. Schon im zarten Alter von 7 Jahren erwarb ich mein erstes Prodigy Album, das den Grundstein für meine Begeisterung für Musik legte. Diese fesselnde Beziehung zum Klang wurde von einem vertrauten Begleiter vertieft: eine Stereoanlage, die seit meiner Geburt in unserem Kinderzimmer stand. Vorher für das musikalische Vergnügen meines Vaters vorgesehen, wurde sie zu einem Portal in eine verzauberte Welt der Klänge und Schwingungen.
Der Beginn meiner 20er Jahre markierte den nächsten Wendepunkt. Die Canton RCL Lautsprecher wurden meine ersten eigenen Lautsprecher, die meine Ohren in eine neue Dimension des Klangs führten. In Kombination mit dem kraftvollen Yamaha AX 1070, den ich erwarb, um die Lautsprecher zu begleiten, formten sie meine erste Anlage. Dieses Zusammenspiel brachte mich regelrecht zum Staunen. Für gerade einmal 500€ eröffnete sich mir eine Klangqualität und Stärke, die ich nie für möglich gehalten hätte. In diesem Moment erwachte meine innige Begeisterung für Lautsprecher, die Elektronik und alles was noch dazu gehört, um diese Reise zu ermöglichen. Als hochsensibler Mensch suchte ich nach einem konstruktiven Ausweg, um meine Emotionen umzulenken - von Liebeskummer zu etwas Produktivem, das mich erfüllt und begeistert. Die Welt der Klänge wurde mein Zufluchtsort, eine Oase der Ruhe inmitten des Alltagssturms. Sie schuf Raum für tiefgreifende Beschäftigung und entführte mich auf eine Reise voller Entdeckungen und Emotionen.
Ich war neugierig und überzeugt, dass es mit Sicherheit etwas in meinem Budget gibt, dass noch präziser, plastischer und losgelöster klingt. Da reizte mich das erste Mal T+A und die Verstärkereihe PA 15xx. Kurze Zeit später war der Nachfolger des Yamaha gefunden. Der T+A R1520R. Er war an den Canton RC-L wirklich eine ganz andere Welt, wie der Yamaha. Der Yamaha hatte schon auf 9.30 Stellung eine Lautstärke erzeugt, welche beim T+A erst deutlicher später erreicht wurde. Ab 11.30 öffnete der T+A eine Bühne die unvergleichbar war mit allem was ich vorher gehört hatte. Es schien wirklich von einem auf den anderen Moment, als würde aus etwas recht Zweidimensionalen mit einer sichtbaren Bühne, eine räumlich erfahrbare Erfahrung. Mit den T+A Helios Midi 1e Lautsprechern erweiterte sich mein Verständnis für Kompakte erneut.
Im Zuge dieser Entdeckungen begann ich, mich intensiv in das Thema zu vertiefen. Eine gute Freundin hatte den Wunsch sich etwas schickes für ihr Wohnzimmer zu kaufen und ich bat Sie mir die Chance zu geben, dieses System zusammenzustellen. Unsere Reise führte uns nach Esslingen, wo wir einen Musikfreund trafen, der die "T+A AKTIV MONITOR 2" anbot, da er sich die Avantgarde Acoustic Duo Grosso zugelegt hatte. Der Klang, der aus diesen Lautsprechern strömte, ließ meine Begeisterung neu entfachen. Bis ich das System vollständig hatte, stellte ich die Lautsprecher in meinen Räumen auf und speißte sie über den Oppo 105bdp... Sie enthüllten eine Klangqualität und vor allem Fülle, welche die Standlautsprecher nicht erreichen konnten. So begab ich mich gleichzeitig auf eine neue Etappe meiner Klangreise - in die Welt der passiven und aktiven Kompakt und Standlautsprecher.
Und so setzte sich meine Reise fort, auf der ich Erfahrung sammelte und nach und nach die meisten Modelle aus bestimmten Modellreihen von T+A und anderen in gutem Zustand suchte und erwarb. Aber auch die Elektronik erweiterte sich und bestand schnell aus einigen Vor und Endstufen von Rotel aus der 9xx Serie. Da wir eine sehr offenherzige WG waren und viel Musik hörten und auflegten, hatten wir auch sehr viel Besuch von Freunden, welche oft beeindruckt waren und festellen konnten, dass Musik in dieser Wiedergabequalität noch viel ergreifender und fesselnder sein kann. Dies führte natürlich irgendwann zu Gesprächen über den Anschaffungspreis der Komponenten, was in den meisten Fällen ein zweites Staunen erzeugte und irgendwann darin mündete, dass ich "gefühlt" meinen gesamten Freundeskreises mit Anlagen ausstatteten durfte Das schaffte Platz für Neues und lief so bis Ende meines Studiums zum Produktgestalter/Industriedesigner 2021. Der Stellenwert dieser Passion lässt sich ganz gut an der Sammlung erkennen, denke ich.
Lesen Sie auch: Karat 795 DC – Der ausführliche Test
Jedoch muss ich mir eingestehen, dass ich nicht all diese Lautsprecher hören kann und beginne die Sammlung aufzulösen, um mich auf meine wirklichen Lieblinge zu konzentrieren und diese zu überholen soweit nötig und mir möglich.
Die Ikone kehrt zurück: Canton Karat GS Edition
Zum 50-jährigen Bestehen legt Canton eine limitierte Jubiläums-Edition der legendären Karat auf, die in puncto Formgebung und Popularität Maßstäbe gesetzt hat. Optisch feiert die Karat GS Edition das Original-Design - und sorgt zugleich für eine dicke Überraschung. Karat - bei der Nennung dieses Lautsprecher-Namens bekommen HiFi-Hörer glänzende Augen: Die Karat-Reihe war extrem populär und viele Jahre ein Bestseller im Canton-Portfolio. Mit den Standlautsprechern der Serie setzte Canton Anfang des aktuellen Jahrtausends sogar einen Trend: Das auf den Bauhaus-Stil verweisende, klar-reduzierte Gehäusedesign mit der schlanken Front und dem tiefen Korpus erhob die Schallwandler zur Stil-Ikonen. So feiert Canton mit der Karat GS Edition eigentlich ein Doppel-Jubiläum: Die Weilroder starteten 1972 den Lautsprecherbau - dieses Datum erklärt auch die Limitierung des Sondermodells auf 1.972 Paar. Die ikonische Formgebung wiederum prägte die Standlautsprecher ab 2002 - hier zelebriert Canton mit der Karat GS Edition also den zwanzigsten Geburtstag.
Mit dem Jubiläumsmodell hat Canton aber keine reines Revival im Sinn, sondern setzt bei der Neuauflage die aktuellste Schallwandler-Technologie der Reference K-Serie ein - also der High End-Flaggschiff-Reihe. Allerdings hat Canton hier eine exklusive Veredelung betrieben. Das Gehäuse folgt mit seiner kantigen, klar-reduzierten Formgebung dem Bauhaus-Stil. Die erste Überraschung bietet die Karat GS Edition mit ihrem Wow-Auftritt - und der sorgt in unserer Redaktion auch gleich für eine Spontan-Versammlung: Unser Testmodell ist in einem wunderschönen, lichten, modernen Grün gehalten. „Dusty Green“ nennt Canton dieses attraktive Finish, das ausschließlich der Karat GS Edition vorbehalten ist. Diese semi-matte Lackierung verführt zum Darüberstreichen. So lernen wir auch haptisch kennen, was uns bereits optisch beeindruckt hat: Das Coating ist makellos ausgeführt. Es unterstreicht auch den monolithischen Charakter der Karat GS Edition, denn der Korpus ist als purer Quader konzipiert.
Das cleane und klare Design leitet sich aus dem Bauhaus-Stil ab. Im Verbund mit der ungewöhnlich schmalen Schallwand und dem langgestreckten Korpus ergibt sich die charakteristisch Formgebung, die für die Karat prägend ist - und fortan geradezu Mode in der gesamten HiFi-Branche wurde. Alternativ zum „Dusty Green“-Finish wird die Karat GS Edition in seidenmattem Weiß oder Schwarz angeboten - und gerade in der dunklen Ausführung ist die cleane Optik und die Reduktion aufs Wesentliche perfekt: Nun tritt dieser Lautsprecher durchweg als monochromer Monolith auf, denn alle sichtbaren Features sind bei diesem Jubiläums-Modell durchweg in Schwarz realisiert. Das beginnt beim Karat-typischen Sockel, der dem schlanken Standlautsprecher sicheren Stand verleiht und über die eingeschraubten Spikes für eine definierte Ankopplung an den Boden sorgt. Es setzt sich fort bei der großen, kreisrunden Stoffabdeckung des ebenso Karat-charakteristischen seitlichen Bass-Lautsprecher, dessen laterale Positionierung eine schlanke Formgebung ohne Bass-Einbußen überhaupt erst möglich macht. Es geht weiter bei den ringförmigen Einfassungen der Front-Chassis: Sie tragen zum durchgängig cleanen Look der Karat GS Edition bei, weil so keine Befestigungen der Treiber sichtbar sind und diese nahtlos in die Schallwand integriert sind. Der Karat-typische Sockel mit den höhenverstellbaren Spikes sorgt dafür, dass der schlanke Lautsprecher einen sicheren, kippelfreien Stand und eine definierte Ankopplung an den Boden besitzt.
Canton verspricht, dass die Karat GS Edition von den Erfahrungen aus fünfzig Jahren Entwicklungsarbeit profitiert. Die Weilroder halten Wort: Abgesehen vom effektiv verstrebten und gedämmten Gehäuse, das auch mithilfe des firmeneigenen Labors resonanzoptimiert wurde, bietet dieser Lautsprecher die technisch avanciertesten Chassis aus der Reference K-Serie - also jener High End-Reihe, in der Canton die neuesten Entwicklungen präsentiert. So agieren auch bei der Karat GS Edition im Mittelton Konus-Treiber mit Keramik-Wolfram-Membranen - allerdings in einer Spezialversion. Die in der Herstellung extrem aufwändigen Membranen durchlaufen einen Brennprozess, in dem das Aluminium keramisiert und anschließend mit Wolfram veredelt wird. Für die GS Edition wird der Aufenthalt im Keramikbad verlängert und dadurch ein größerer Alu-Anteil in eine keramische Struktur überführt. Das verbessert abermals das Steifigkeits-Gewichts-Verhältnis bei nach wie vor hoher innerer Dämpfung. Zudem färbt ein neu entwickelter Materialzusatz die Membranen schwarz.
Lesen Sie auch: Nutzererfahrungen mit der Canton Karat M80 DC
Exklusive „Black Edition“-Mitteltöner:
Die Chassis entstammen, wie der Hochtöner, Cantons Reference K-Serie. Für die Karat GS Edition sind ihre Membranen jedoch erneut veredelt worden. Natürlich sind diese Mittelton-Chassis auch ansonsten mit Cantons Top-Technologien ausgestattet. So ist die Membran als „Triple Curved Cone“ realisiert: Die Schwingfläche weist drei unterschiedliche Radien auf. Diese Formung erhöht die Stabilität, verbessert die Abstrahlcharakteristik und verringert Verzerrungen. Auch die Membran-Einfassung ist eine Canton-Innovation: die „Wave-Sicke“. Diese komplexe Aufhängung reduziert durch mehrfache Wölbungen unerwünschte Teilschwingungen der Membran. Zudem ermöglicht diese Sicke einen größeren Hub, also eine weitere Auslenkung der Membran. Damit ist das Chassis für hohe dynamische Anforderungen gewappnet. In der Karat GS Edition arbeiten gleich zwei dieser Top-Treiber. Sie sind als 15-Zentimeter-Chassis dimensioniert und schallwandeln im Teamwork eineinhalb Wege. Das eine Chassis deckt den weiten Bereich zwischen 130 Hertz und 3.100 Hertz ab, das andere hingegen klinkt sich bei 500 Hertz aus. Zudem arbeiten die beiden Mitteltöner in einem großzügig bemessenen, eigenen Gehäuseabteil. Dieses Volumen trägt ebenfalls zu einer kraftvoll-dynamischen Wiedergabe bis runter zu den tiefen Mitten bei und ermöglicht damit ebenso eine tiefe Übergabefrequenz hin zum Bass-Chassis.
Das wiederum erlaubt den Einsatz eines großen Tieftöners: In der Karat GS Edition arbeitet ein Zehn-Zoll-Woofer, der sich allein auf die Bässe ab 130 Hertz abwärts konzentrieren kann und hier mit seiner Zellulose-Graphit-Membran runter bis zu abgrundtiefen 20 Hertz schallwandelt. Dieser Woofer sitzt, verkleidet durch eine Stoffblende, auf der Innenwange der Karat GS Edition. Auch diese seitliche Woofer-Positionierung ist ein Karat-Charakteristikum: Erst hierdurch ist die damals ungewöhnlich schlanke Front möglich geworden. Trotzdem bietet die Karat durch ihre ebenso außerordentliche Korpustiefe dem Woofer ein großes Gehäusevolumen. Dies bürgt ebenfalls für einen kraftvollen Bass mit enormem Tiefgang. Der seitliche Woofer ist ein Karat-Charakteristikum: Erst die laterale Positionierung des Tieftöners ermöglicht die schlanke Front dieses Lautsprechers.
Karat-typisch ist außerdem die Chassis-Anordnung auf der Schallwand. Deshalb rahmen auch bei der GS Edition die beiden Mitteltöner den Tweeter. Den Hochton liefert eine 25-Millimeter-Kalotte, die ebenfalls der Reference K-Serie entstammt. Ihre Membran ist aus Aluminiumoxid-Keramik gefertigt. Hier kommt also ebenfalls keramisiertes Alu zum Zuge, das eine höhere Festigkeit besitzt, was die Impulstreue steigert. Gut so, denn dieser Tweeter wandelt bis hin zu ungemein hohen 40.000 Hertz. Der Hochtöner sitzt hinter einem Metallgitter. Es bietet einerseits Schutz, dient aber anderseits auch als Träger für die Schall-Linse, die zentral vor der Kalotte sitzt. Sie sorgt für eine homogenere Abstrahlung - im Verbund mit der Transmission Front Plate: Diese computeroptimierte, hornartig gestaltete Schallführung bewirkt ein verbessertes Rundstrahlverhalten des Hochtöners. Zugleich soll sie den Wirkungsgrad hin zu den tieferen Frequenzen erhöhen, also dem bei 3.100 Hertz liegenden Übernahmebereich hin zum Tiefmitteltöner. Der 25 Millimeter durchmessende Hochtöner schallwandelt mit einer Kalotte aus Aluminium-Oxyd-Keramik.
Bringen wir die Karat GS Edition endlich in den Hörraum. Hier stellen wir die beiden Lautsprecher mit den Woofern nach innen weisend auf. So war es schon bei der ursprünglichen Karat, und so ist es auch bei der Jubiläums-Hommage. Dementsprechend sind die beiden Schallwandler rückseitig auf den Typenschildern sowie auf den Jubiläums-Editions-Plaketten mit „Left“ und „Right“ gekennzeichnet. Das ist natürlich kein Muss: Wem die Basskraft der Karat GS Edition zu groß ist, stellt sie mit nach außen gerichteten Woofern auf. So oder so sollte der Abstand der Lautsprecher zur Rückwand zwanzig Zentimeter betragen. Die Distanz zwischen den Lautsprechern und dem Hörplatz sollte gleich groß sein. Bei uns sind es rund 2,20 Meter. Bei der Einwinklung hin zum Sofa genügen wenige Grad. Hier ist die Karat GS Edition so aufgestellt, wie Canton es empfiehlt: Mit den Woofern nach innen weisend. Wir schließen für den Test die Lautsprecher ganz klassische über jeweils ein Kabel an unseren Hegel H360 an. Als Zuspieler dient der SACD-Player Oppo UDP-203.
Hier legen wir nun „Beat Hotel“ von Allan Taylor auf - und diese top produzierte Nummer lässt uns ab der ersten Sekunde aufhorchen: Taylor beginnt auf seiner Westerngitarre, die rechts zu hören ist - was für ein crisper, klarer Ton! Wir können förmlich das Metall der Saiten sehen, so strahlend und brillant ist der Klang. Wir können ebenso das Holz des Gitarrenkorpus spüren, der durch das Vibrieren seiner Decke und dem Resonieren des Hohlkörpers diese Saiten überhaupt erst richtig zum Klingen bringt. Dann setzt von links hinten Percussionist Beo Brockhausen ein: Er vollführt mit Filzklöppeln sich stetig intensivierende Schläge auf dem Crash-Becken - ein toller Effekt, der ebenso für eine geheimnisvolle Atmosphäre sorgt wie die nun im Raum wandernden Rasselgeräusche. Canton liefert die Karat GS Edition mit Frontblende. Durch diese Chassis-Abdeckung wird der cleane Look des Lautsprechers perfekt. Sie harmoniert auch perfekt mit der seitlichen Blende für den Woofer. Die Abdeckung haftet magnetisch.
Lesen Sie auch: Canton Karat 930 im Test: Was taugen sie wirklich?
… und mündet in Verblüffung, denn nun steigt der Bass ein. Hans-Jörg Maucksch spielt auf seinem Fünfsaiter gerade mal zwei Töne - aber die haben es in sich: Der Auftakt und der Liegeton besitzen ein Wahnsinns-Volumen, gerade das fast zwei Takte ausgehaltene tiefe E steht förmlich in unserem Raum. Der Ton hat eine immense Fülle, zugleich aber eine tolle Anstrengungslosigkeit und Gelassenheit. Wir schauen erstaunt die Karat an - unglaublich, was dieser schlanke Lautsprecher für einen souveränen Bass bietet! Dabei bleibt er das, was er sein soll: ein Ton-Fundament, auf dem sich alle anderen Instrumente frei entfalten können. Das tun sie auch: Für die Intensivierung der geheimnisvollen Stimmung sorgen eine zweite Akustikgitarre, die von rechts feine Verzierungen einstreut, wehmütige, aus der Ferne herüberwehende Saxophon-Töne und in Halbdistanz eingestreute Rimshot-Schläge auf den Rand einer Trommel, die uns unwillkürlich zusammenzucken lassen. Das Terminal der Karat GS Edition: Das Anschlussfeld ist mit vier vorzüglichen nextgen-Klemmen von WBT ausgerüstet. Diese Klemmen sind mit geringstmöglichem Metalleinsatz realisiert, um Massespeicher-Effekte und Wirbelströme zu minimieren. Wer Kabel mit Schuhen anklemmt, wird den integrierten Drehmoment-Indikator schätzen: Er zeigt durch ein Ratschengeräusch an, dass ein ausreichend hoher Anpressdruck erreicht ist.
Diese Darstellungsbreite und -tiefe sowie die Offenheit der Abbildung tragen wesentlich zu der Wirkkraft der Musik bei - wie auch die Plastizität der Musiker. Diese Greifbarkeit gipfelt in der Wiedergabe von Allan Taylors Stimme: Der Mann sitzt urplötzlich direkt vor uns und erzählt uns die Geschichte vom legendären Beat Hotel - jenem Pariser Etablissement, das zu Beginn der 1960er ein Treffpunkt für die Größen der Beat-Generation war. Mysteriöses muss damals geschehen sein, denn Taylor erzählt mit dunkler, raunender, teilweise schon fast bedrohlich klingender Stimme: „Welcome To Nirvana … At The Beat Hotel“. Dabei hat Taylor eine derartige Präsens, das wir fast nach ihm greifen möchten. So liefert die Karat GS Edition uns die geheimnisvolle Story als packendes musikalisches Erlebnis.
… und präsentiert uns damit zugleich sein superbes Set: Wer hören möchte, wie man ein Schlagzeug stimmt, so dass es im Zusammenspiel klingt, die Resonanzfelle und die Kessel im Verbund harmonisch reagieren, wird bei dieser Aufnahmen fündig - und die Karat GS Edition arbeitet dies von der Snare bis zur Bassdrum en détail heraus. Auf diesem Drumset bewegt sich Antolini nun mit Vitesse und Eleganz, er arbeitet mit vielen feinen Intensitätsabstufungen, plötzlichen derben Beckenschlägen, einzelnen Tom-Hieben. Unterstützung erfährt er durch den kongenialen Percussionisten Nippy Noya, der auf verschiedenstem Instrumentarium das Drumming zum Schlagwerk-Feuerwerk macht. Trotzdem bleibt die Karat GS Edition gelassen und entspannt, während wir regelmäßig zusammenzucken. Diese Anstrengungslosigkeit bleibt auch bei extrem hohen Pegeln erhalten, die jenseits jeglicher vernünftiger Lautstärke liefen. Die rückseitige Plakette weist diesen Lautsprecher als Modell der GS Edition aus. GS sind die Initialen des Canton-Mitbegründers Günter Seitz. Diese Karat-Edition ist also auch eine Hommage an den langjährigen Mitinhaber und Geschäftsführer des mittlerweile in zweiter Generation familiengeführten Unternehmens.
Trotz des immensen Schalldrucks und des wuchtigen Basses wird nichts verdeckt. Das perfekt gestimmte Drumset, das tolle Zusammenspiel von Antolini und Noya - alles bleibt klar und sauber. Diese Durchhörbarkeit gelingt der Karat GS Edition vorzüglich. All ihre Abbildungsqualitäten zeigt sie schließlich auch auf großer Bühne. Das erleben wir mit Emma Bell und dem Scottish Chamber Orchestra bei der Händel-Arie „Orrida a gl’occhi miei“: Durch die ausgezeichnete Auflösungsqualität der Lautsprecher können wir schon anhand des kurzen Grundrauschens der Aufnahme vor dem Einsatz der Musik einen größeren Konzertsaal als Aufnahmeort erkennen. Es ist die Usher Hall in Edinburgh. Auch auf der Bühne passt alles: Vorne beeindruckt Emma Bell mit der tollen Gegenwärtigkeit ihrer superben Sopranstimme. Die Karat GS Edition im Hörraum. Die Rückkehr des Klassikers ist rundherum gelungen: Die Canton Karat GS Edition zeigt optisch mit ihrer attraktiven, schlanken Formgebung im Bauhaus-Stil, wie zeitlos-modern dieses charakteristische Design auch heute ist. Das exklusive Dusty-Green-Finish der limitierten Jubiläums-Edition sorgt dabei für einen besonderen Wow-Effekt. Auch akustisch löst diese Schallwandler-Hommage ein, wofür die Karat schon früher stand: Sie liefert mit dem seitlichen Tieftöner, der die schmale Frontgestaltung erst möglich macht, einen Bass, der mit seinem Volumen, seiner Vehemenz und seinem souveränen Tiefgang regelrecht verblüfft. Für sauberste Auflösung, ausgezeichnete Transparenz,...
Weitere Modelle und Serien von Canton
- Canton A35 Standlautsprecher: Ein schlanker Dreiwege-Standlautsprecher mit Aluminium-Keramik-Wolframmembranen aus der Reference-Serie.
- Canton GLE 100: Ein 3-Wege-Standlautsprecher mit Titanium-Membranen für tiefen, präzisen Bass und exzellente Auflösung.
- Canton GLE 90: Ein 3-Wege-Standlautsprecher, der durch modernes Design und Titanium-Membranen überzeugt.
- Canton Reference 3: Ein Standlautsprecher mit geschwungenen Gehäuserundungen und BCT-Membranen für eine authentische Raumabbildung.
- Canton Reference 5: Ein High-End-Standlautsprecher mit runden Schallwänden und BCT-Tieftönern für mittelgroße Wohnräume.
- Canton Reference 7: Ein schlanker Standlautsprecher mit BC- und BCT-Chassis für tiefe Basswiedergabe und hohe Dynamik.
- Canton Ergo 690 DC: Ein Standlautsprecher mit Echtholz-Gehäuse und klassischer Chassis-Anordnung.
- Canton Vento Serie: Eine Serie mit Stand- und Kompaktlautsprechern, die sich durch eine elegante Formgebung und hochwertige Treiber auszeichnen.
- Canton Chrono SLS-Serie: Eine Serie, die als Nachfolger der Karat-Serie angetreten ist und durch dezentes Design und innovative Technik überzeugt.
Canton Vento Serie im Detail
Die Canton Vento Serie bietet eine breite Palette an Lautsprechern in einem attraktiven Preisbereich. Die Gehäuse zeichnen sich durch eine elegant geschwungene Formgebung und eine nahezu perfekte Lack-Oberfläche aus. Die Sicken der Tief- und Mitteltöner sind dreifach gefaltet, was die Linearität des Hubs erhöht. Die Bassreflex-Ports sind bei den Standboxen auf der Unterseite angeordnet (Downfire), was jedoch die Aufstellung etwas komplizierter gestalten kann. Die Serie umfasst verschiedene Modelle mit unterschiedlicher Treiber-Bestückung, wobei der Hochtöner mit 25 Millimeter Keramikkalotte in allen Modellen zum Einsatz kommt.
Die Membranen sind aus einem Komposit aus Aluminium und Titan gefertigt. Canton legt Wert auf eine größtmögliche klangliche Familienähnlichkeit zwischen den Modellen. Die Standboxen verfügen über eine DC Hochpassfilterung, die für eine höhere Betriebssicherheit und einen glatteren Impedanzverlauf sorgt.
Übersicht Standboxen Vento:
| Modell | Vento 896 | Vento 886 | Vento 876 |
|---|---|---|---|
| Prinzip | 3-Wege Bassreflex | 3-Wege Bassreflex | 3-Wege Bassreflex |
| Treiberbestückung | 2 x 20 cm TT, 1 x 18 cm MT, 1 x 2,5 cm HT | 2 x 18 cm TT, 1 x 18 cm MT, 1 x 2,5 cm HT | 1 x 16 cm TT, 1 x 16 cm MT, 1 x 2,5 cm HT |
| Empf. Mindestraumgröße | 25 Quadratmeter | 20 Quadratmeter | 16 Quadratmeter |
| Abmessungen (B x H x T) | 28,5 x 110 x 37 cm | 25 x 102,5 x 33 cm | 22,5 x 95 x 30 cm |
| Gewicht | 28,6 Kilo | 18,0 Kilo | 15,0 Kilo |
Übersicht Kompaktboxen Vento:
| Modell | Vento 836 | Vento 826 | Vento 816 |
|---|---|---|---|
| Prinzip | 2-Wege Bassreflex | 2-Wege Bassreflex | 2-Wege geschlossen |
| Treiberbestückung | 1 x 18 cm TMT, 1 x 2,5 cm HT | 1 x 16 cm TMT, 1 x 2,5 cm HT | 1 x 16 cm TMT, 1 x 2,5 cm HT |
| Empf. Mindestraumgröße | 18 Quadratmeter | 12 Quadratmeter | 10 Quadratmeter |
| Abmessungen (B x H x T) | 22 x 36 x 30 cm | 19,5 x 30 x 30 cm | 19,5 x 30 x 9 cm |
| Gewicht | 8,7 Kilo | 6,0 Kilo | 4,5 Kilo |
Canton Chrono SLS-Serie
Die Chrono SLS-Serie ist der Nachfolger der legendären Karat-Serie. Ein auffälliger Unterschied zum Vorgängermodell ist der Wegfall des seitlichen Tieftöners, der jetzt durch ein drittes Chassis in der Front ersetzt wird. Die Bassreflexöffnung befindet sich auf der Unterseite des Lautsprechers. Die Serie umfasst Standlautsprecher, Centerlautsprecher und Regallautsprecher. Der Subwoofer verfügt über eine 180-mm-Alu-Membran auf der Front und eine unten liegende Passivmembran. Die Gehäuse sind aus massivem MDF gefertigt und an besonders belasteten Stellen verstärkt. Der Hochtöner hat eine Membran aus einer Aluminium-Oxyd-Keramik, die leichter und gleichzeitig härter ist als die alte Membran. Die Tieftöner sind mit der sogenannten „Wave-Sicke“ ausgestattet. Die „Displacement Control“-Schaltung (DC) soll die Tieftonwiedergabe verbessern.
