Schwingen: Der Schweizer Nationalsport im Blickpunkt

Das Schwingen, eine Spielart des Ringens, ist ein Schweizer Nationalsport. Dabei weiß außerhalb der Schweiz kaum jemand über das Schwingen Bescheid, diesen sehr schweizerischen Sport. Die Wettkämpfe sind bedeutende gesellschaftliche Ereignisse, 420.000 Besucher kamen im vergangenen Jahr zum wichtigsten Turnier, dem "Eidgenössischen", nach Zug.

In Mollis fand das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest statt, zu dem 500.000 Menschen erwartet wurden und der SRF 20 Stunden übertrug. Alle drei Jahre kürt die Schweiz auf dem "Eidgenössischen", wie das Volksfest kurz genannt wird, den sogenannten Schwingerkönig.

Was ist Schwingen?

Das Schwingen wird auch als "Alpen-Sumo" oder "Helvetisches Wrestling" bezeichnet. "Es ist ein Kleiderringen und als solches schon eine Schweizer Spezialität. Alles passiert im Sägemehlkreis, Mann gegen Mann. Leger, mit Hemd und langer Stoffhose bekleidet, schlüpfen die Kontrahenten in die typischen kurzen Hosen aus reißfestem Zwilchstoff mit Ledergurt. Das fürs Schwingen extra hergestellte Kleidungsstück muss schon einiges aushalten können.

Beim Schwingen halten sich die Gegner gegenseitig an der Hose fest und probieren den Kontrahenten aufs Kreuz zu legen. Wer mit den Schulterblättern oder dem Rücken den Boden berührt, liegt platt und hat verloren.

Gewichtsklassen gibt es nicht. Anstelle von Runden gibt es Gänge. Normalerweise sechs, das große "Eidgenössische" jedoch geht über acht Gänge. Über 300 verschiedene Schwünge listet der ESV, der Eidgenössische Schwingerverband, auf: Kurz, Hüfter, Brienzer, Päckli, Bur, Knietätsch, Wyberhaken und wie sie alle heißen.

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Der Schwingersport ist nicht ganz ungefährlich. Regelmäßig kommt es zu Verletzungen.

Geschichte und Tradition

Schon im Mittelalter sollen Hirten und Bergbauern wild geschwungen haben. Immer wieder hagelte es Verbote seitens der Obrigkeit. Am 11. März 1895 gründete sich schließlich der Eidgenössische Schwingerverband ESV.

"Er war früher deutlich konservativ konnotiert, auch die Obmänner, das sind die Chefs dieses Schwingerverbandes, waren klar Konservative. Die haben auch konservativen Politikern eine große Bühne geboten. Jetzt ist der Schwingerverband sehr vorsichtig, er ist offiziell politisch neutral, ich denke, es hat auch viel mit den Sponsoren zu tun, die eine wichtige Rolle spielen.

Kommerzialisierung und Popularität

Seit Jahren schreitet die Kommerzialisierung voran. Ein Schwingerkönig soll jährlich mit aller Sponsorenunterstützung bis zu einer Million Franken verdienen können. Die Fernsehübertragungen seit 1995 steigerten die Popularität. "Das schließt mittlerweile alle Milieus ein. Auch aus den Städten geht man an dieses ‚Eidgenössische‘, weil man da auch Konzerte von sehr bekannten Popgruppen verfolgen kann.

Seit 1980 kämpfen auch Frauen im Sägemehl. Sie werden geduldet, vom Eidgenössischen Schwingerverband jedoch strikt ignoriert. 1992 haben sie sich im eigenen Verband organisiert und krönen auch regelmäßig ihre Königin.

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Eidgenössisches Schwingfest 2013: Ein Rückblick

Am 24. August 2013 wurde Orlik Armon Schwingerkönig. Die Innerschweizer hatten imo seit Harry Knüsel keinen Schwingerkönig mehr. Das war vielleicht ein krasser Schlussgang. Relativ! Endlich wieder ein Schwingerkönig aus der Innerschweiz.

Die Faszination des Schwingens

Beim Schwingen trifft archaische Urkraft auf die Moderne. Das Schwägalp-Schwinget in der Ostschweiz gilt als eines der atmosphärischsten Feste seiner Art. 80 Schwinger kämpfen hier um die begehrten Schwägalpkränze.

Bekannte Schwinger und Überraschungen

Stucki Christian wird am eidg. Schwingfest definitiv antreten. Die Besten nach dem 1. Gang waren Schlegel Werner. Wicki , Orlik, Giger, dürfen sich wohl keinen Gestellten oder eine Niederlage mehr leisten, sonst dürfte es mit dem Schlussgang nichts werden. Was für eine Sensation. Orlik it is! Was für eine Sensation. Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Hoppla. Orlik Armon also der neue König. Sympathischer, guter Schwinger.

Der 16- jährige Sinisha Lüscher schaffte im 2. Gang seinen 1. Sensation: Lüscher Sinisha. Kann man kaum glauben, dass ein 16-jähriger so weit vorne klassiert ist. Die grosse Enttäuschung: Kronfavorit Giger verlor schon und 1 Gestellter (ein Unentschieden ist fast so schlimm wie verloren).

Im 5. Gang gewann Reichmuth wieder und setzte sich ab. Leader Odermatt wurde am Boden von Wicki besiegt. Orlik Armon stellte gegen Ex- Schwingerkönig Wenger Kilian. Leader Reichmuth verlor gegen Staudenmann. Giger schafft es, alle 4 Gänge heute zu gewinnen und stösst auf den 3. Platz vor.

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Termine und Veranstaltungen

Freunde des Schwingens, Steinstossens, Fahnenschwingens und Alphornblasens dürfen sich auf die Darbietungen ihrer Helden freuen.

  • Freitag, 29.: Kämpfe zum Anschwingen
  • Samstag, 30. 08:30 Uhr - Anschwingen (1. und 2. Gang)
  • Samstag, 30. 13:30 Uhr - Ausschwingen (3. und 4. Gang)
  • Sonntag, 31. 07:45 Uhr - Ausstich (5. Gang)
  • Sonntag, 31. 10:30 Uhr - Ausstich (6. Gang)
  • Sonntag, 31. 13:30 Uhr - Kranzausstich (7. Gang)
  • Sonntag, 31. 15:15 Uhr - Kranzausstich (8. Gang)