Taekwondo ist eine koreanische Kampfkunst, deren Geschichte sich über viele Jahrhunderte hinweg entwickelt hat. Das Wort Taekwondo (oder Tae Kwon Do) bedeutet „der Weg des Fußes und der Hand“ und kommt ursprünglich aus Korea. Taekwondo ist also nicht nur eine Sportart, sondern vor allem eine Form der Charakterbildung. Taekwondo ist sowohl eine uralte koreanische Kampfkunst der waffenlosen Selbstverteidigung als auch ein relativ neues modernes Kampfsystem.
Die Wurzeln des Taekwondo in der koreanischen Geschichte
Um die Entstehung des Taekwondo zu verstehen, müssen wir uns die Geschichte Koreas des 13. Jahrhunderts ansehen. Damals war das Land in 3 Königreiche unterteilt: Norden, Südwesten und Südosten. Damals war das Land in 3 Königreiche unterteilt: Koguryo, Paekche und Silla. Zwischen 206 v. Chr. - 220 n. Chr. entstanden in Korea drei Königreiche: Koguryo, Paekche und Silla. Der nördliche Teil des Königreiches war den anderen Teilen flächenmäßig überlegen und somit eine Bedrohung, sowohl militärisch als auch wirtschaftlich.
Im Sinne der geistigen Stärke wurden mehrere Kampfsysteme zur Verteidigung und zum Schutz des jeweiligen Königreichs entwickelt. Somit waren die Kampfkunstarten Taek Kyon (Fußkampf) und Soo Bak Gi (Faustkampf) geboren und wurden zur nationalen Kriegskunst erklärt. Um den besten Kämpfer zu ermitteln fand jährlich ein Wettkampf statt. In der folgenden Silla-Dynastie wurde Soo Bak Gi und Taek Kyon zur nationalen Kriegskunst erklärt, in der jährlich Wettkämpfe ausgetragen wurden, um den besten Kämpfer zu ermitteln.
Wandmalereien in Gräbern im Norden Koreas (ca. aus dem Jahre 37 v.Chr.) zeigen heute noch übliche Taekwondo Techniken und dokumentieren, daß zumindest Taekwondo-ähnliche Kampfpraktiken bereits vor über 2000 Jahren in Korea bekannt waren. Man geht jedoch davon aus, daß es Taekwondo (wenn auch nicht in der Form wie wir es heute kennen) bereits seit der Gründung Koreas im Jahre 2333 v.Chr. gibt.
Auch während der Koryo-Dynastie (918 - 1392 n. Chr.) erfreuten sich die kriegerischen Künste großer Beliebtheit. Zu diesem Zweck wurde unter anderem im 6. Jahrhundert n. Chr. Dieses Ideengut wendete man auf verschiedene Künste, Wissenschaften und die Selbstverteidigung an.
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In den letzten Jahren der Dynastie, als Schießpulver und neue Waffentypen verfügbar wurden, ging die Unterstützung für das Training der Kampfkünste jedoch zurück, und das Training der Kampfkünste für Soldaten war minimal. Ein hohes Niveau der Ausbildung war den persönlichen Truppen der Feudalherren vorbehalten.
Zu Beginn der folgenden Joseon-Dynastie (1393 - 1910 n. Chr.) gerieten diese Kampfkünste vor allem in der westlichen Welt in Vergessenheit. Als im 14. Im Jahr 1910 erfolgte die Besetzung Koreas durch Japan und Taekyon wurde in seiner öffentlichen Ausübung verboten.
Als die japanischen Truppen in Korea einmarschierten, herrschte ein absolutes Verbot des Taek Kyon. Im Untergrund aber führten die besten Meister diese Kampkunst weiter und trainierten auch einige wenige Schüler.
Die Wiedergeburt des Taekwondo im 20. Jahrhundert
Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende der japanischen Besatzung erlebte Korea eine Phase der kulturellen Wiederbelebung. Während dieses Prozesses erlebten die Kampfkünste, die von den Besatzungsmächten verboten worden waren, einen neuen Aufschwung.
1955 führte General Choi Hong-hi im Auftrag der südkoreanischen Regierung Taekwando als Nationalsport ein. 1955 wurde der Name Taekwondo von führenden Persönlichkeiten Koreas akzeptiert, gleichzeitig bekam General Choi Hong Hi eine endgültige Genehmigung, Taekwondo zu veröffentlichen.
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Laut Choi Hong Hi besteht Taekwondo aus 5 „physikalischen Gesetzen“: Konzentration, Reaktionskraft, Gleichgewicht, Atmung und die Schnelligkeit. Obwohl Faustschläge gelegentlich mit einfließen, beruht Taekwondo fast ausschließlich auf dem kraftvollsten Treffer den es gibt, dem Fußtritt. Deshalb dominieren hauptsächlich Fußtechniken einen Wettkampf.
Neu systematisiert und unter dem Namen Taekwondo vorgestellt wurde es allerdings erst 1955 von dem koreanischen Generalmajor a.D. Choi Hong Hi. Choi Hong Hi (heute Träger des 9. Dan und Präsident der ITF) entwickelte die Hyongs, die heute noch praktiziert werden.
General Choi setzte sich am 11. April 1955 mit dem Namen Taekwondo als neue Stilbezeichnung für die verschiedenen karatebasierten Kampfkunststile durch. Nachdem anfänglich noch das Formensystem des Karate Verwendung fand (sog. Kata), entwickelte General Choi zusammen mit einigen fähigen Assistenten schließlich in den Jahren 1955 bis 1964 ein System von mit zwanzig Übungsformen (die sogenannten Chang-Hon Hyong).
Vor 1955 praktizierte man in Korea unter den koreanischen Bezeichnungen Tang Soo Do (übers.: China-Hand) und Kong Soo Do (übers. leere Hand) verschiedene Karatestile japanischer Herkunft. Diese Sportarten fanden in der Zeit der Besatzung von Korea durch die Japaner (1910-1945) viele Anhänger.
General Choi wollte nach dem Abzug der Besatzungsmacht Japan nach 1945 nun aber eine verbesserte Form des japanischen Karate erschaffen und Korea so zu einer eigenen, innovativen Kampfsportart zu verhelfen. Dazu ergänzte er die Bewegungen des japanischen Karate um beliebte koreanische Bewegungselemente, beispielsweise aus dem Taekkyon, einer Art Volkstanz.
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Die geradlinigen und eher statischen Techniken des Karate wurden so wesentlich flüssiger und dynamischer. Viele Dreh-, Sprung- und Beintechniken wurden in der Folge entwickelt. Anfangs bezeichnete man diese neu entwickelte Kampfkunst aufgrund seiner nicht zu leugnenden japanischen Wurzeln noch als koreanisches Karate.
Durch die den neuartigen, teils sehr spektakulären Sprung- und Beintechniken wurde das Taekwondo dann aber schließlich immer weniger mit dem japanischen Karate in Verbindung gebracht und erwarb seinen eigenen Platz in der Welt der Kampfkünste.
Die Verbreitung des Taekwondo in der Welt
Seit dieser Zeit wird diese koreanische Kampfkunst auch in Europa unterrichtet. Mit zahlreichen Demoteams wurde die Sportart in den folgenden Jahren international bekannt gemacht. Als wichtigste Vorführungsreise gilt die von der südkoreanischen Regierung gesponsorte Good-Will-Tour, die Meister Kwon, Jae-Hwa zusammen mit drei anderen äußerst talentierten Meistern (Han Cha-Kyo, Park Jong-Soo, Kim Joong-Geun) und General Choi, Hong-Hi 1965 nach Mitteleuropa führte.
Der erste Auftritt des Teams fand am 18. Oktober 1965 in Frankfurt statt und gilt als Grundsteinlegung für das Taekwon-Do in Deutschland. Ein Jahr danach folgte Kwon, Jae-Hwa dem Ruf der Oh-Do-Kwan Kampfsportschule von Carl Wiedmeier nach München, der ihm eine Anstellunge als Cheftrainer für Taekwondo bot.
Die WTF wurde 1973 als Reaktion auf die Emigration von General Choi Hong-Hi und die parallel stattfindende Verlegung der ITF-Zentrale nach Kanada gegründet. Das Hauptquartier der World Taekwondo Federation ist das Kukkiwon in Seoul (Südkorea). Im Kukkiwon, der internationalen Zentrale des Taekwondo, dreht sich alles um den Kampfsport und seine Geschichte. Das Kukkiwon wurde 1972 fertig gestellt und seit 1973 befindet sich dort das Sekretariat und der Hauptsitz des WTF.
Heutiger Präsident des WTF ist Dr. Als Meilenstein der Taekwondo Geschichte in Deutschland wurde 1981 in Frankfurt die DTU - Deutsche Taekwondo Union gegründet. Die Bayerische Taekwondo Union hat in ihrer über 20 jährigen Geschichte einen rasanten Mitgliederzuwachs verzeichnet und umfasst heute 180 Vereine mit ca. 1994 gründete Josef Fichtner in Miesbach die Jiu-Jitsu und Taekwondo Schule Fichtner. Im September 2003 fand die 16. Der amerikanische Athlet Steven Lopez ist bislang der einzige Doppel-Olympiasieger in der Taekwondo Geschichte.
WTF ist dabei das olympische Taekwondo-System, d.h. Taekwondo ist nicht nur eine Sportart, sondern vielmehr eine Tradition, vor allem in ihrem Geburtsland Korea. Obwohl Taekwondo zu den jüngsten Kampfkünsten gehört, wird sie von sehr vielen Menschen auf der ganzen Welt praktiziert.
Verschiedene Aspekte des Taekwondo
Heute unterteilt sich Taekwondo in verschiedene Disziplinen, die als Schwerpunkt im Training vorkommen.
- Selbstverteidigung: Hierbei wird ohne Regeln gekämpft, Ziel ist es, sich zu verteidigen.
- Freikampf: Kampf nach Taekwondo-Regeln mit dem Trainingspartner.
Die beiden wichtigsten Bereiche des Taekwondo sind der Wettkampf und der Formenlauf. Der Formenlauf (Poomse) umfasst verschiedene, von der Gürtelgraduierung abhängige Formen, die jeweils eine bestimmte Bedeutung haben (z.B.
Durch interne Verbandsstreitigkeiten wurden unterschiedliche Stillrichtungen von Taekwondo entwickelt und geschult. Während die ITF die traditionelle Art von Taekwondo lehrt, wird bei der WTF die moderne Form unterrichtet.
Taekwondo ist eine Kampfkunst für alle Altersklassen. Ehrgeizige Menschen mit Leistungssport-Ambitionen sollten wie in jeder Sportart bereits im jungen Alter beginnen. Die Grundlagen der Beweglichkeit können in dieser Zeit besonders gut gelegt werden. Wer eine Kampfkunst zum Zweck der Selbstverteidigung sucht, ist hier richtig. Die Kombination aus Kraft und diszipliniertem Denken hilft bei der Entwicklung der eigenen Selbstsicherheit. Diese wiederum bildet die Basis für die die erforderliche Gelassenheit zur Selbstverteidigung.
