Annett Böhm: Eine Judo-Karriere voller Erfolge

Annett Böhm, geboren am 8. Januar 1980 in Meerane, ist eine ehemalige deutsche Judoka, die zahlreiche Erfolge feierte. Bundestrainer Norbert Littkopf erkannte schon früh ihr Talent und ihren Ehrgeiz. Er sagte über die damals 17-Jährige: "Sie ist talentiert und trainiert fleißig. Zwei Eigenschaften, die nur sehr selten zusammen auftreten".

Ihre Karriere begann im zarten Alter von sieben Jahren, als sie 1987 in ihrer Heimatstadt Glauchau mit dem Judo begann. Eine Schülerin ihrer Mutter, einer Gymnasiallehrerin, brachte sie zu diesem Sport. Annett Böhm gefiel der Kampfsport auf Anhieb: "Das war genau mein Ding".

Sportliche Erfolge

Annett Böhm konnte im Laufe ihrer Karriere beachtliche Erfolge erzielen:

  • Junioren-Europameisterin 1997
  • WM-Dritte 2003
  • Olympiadritte 2004 im Mittelgewicht

Bei den Olympischen Spielen in Athen gewann Mittelgewichtlerin Annett Böhm die Bronzemedaille. Sie besiegte im Halbfinale die Belgierin Catherine Jacques mit einem Ausheber. "Ich wollte diese Medaille unbedingt haben. Die ganze Arbeit hat sich gelohnt", sagte Böhm nach dem Kampf.

Im Halbfinale war Annett Böhm noch an der späteren Silbermedaillengewinnerin Edith Bosch aus den Niederlanden gescheitert. "Da bin ich dumm rein gelaufen und habe dann den Faden verloren", so Böhm.

Lesen Sie auch: Mandy Böhm über MMA und Frauenrechte

Zwei Tage nach dem Olympiasieg von Yvonne Bönisch aus Potsdam in der Klasse bis 57 Kilogramm und dem Bronze-Coup von Extraleichtgewichtlerin Julia Matijass, war Böhm bereits die dritte Kämpferin des Deutschen Judo-Bundes, die mit Edelmetall in die Heimat zurückkehrte. Dies war zudem die 30. deutsche Judo-Medaille.

Gold holte sich die Japanerin Masae Ueno im Endkampf gegen Böhms Halbfinal-Bezwingerin Edith Bosch aus den Niederlanden.

Rücktritt vom Leistungssport

Judoka Annett Böhm hat ihren Rücktritt vom Leistungssport erklärt. "Ich werde meine Karriere mit dem heutigen Tag beenden", sagte die Olympia-Dritte von 2004 bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Leipzig und begründete den Schritt mit ihrem Verletzungspech der vergangenen Jahre und einer beruflichen Neuorientierung.

Die Olympia-Dritte von 2004 begründete dies mit Verletzungspech und einer beruflichen Neuorientierung. "Ich stehe kurz vor dem Abschluss meines Journalistik-Studiums und möchte gerne in die Medienbranche", sagte die 29-Jährige, die bei den Olympischen Spielen in Peking vor einem Jahr als Fünfte eine Medaille in der 70-kg-Klasse nur knapp verpasst hatte.

Sie gehe mit viel Wehmut, sagte die Leipzigerin: "Ich schaue mit Stolz auf viele schöne Ereignisse zurück".

Lesen Sie auch: Böhms Karrierewechsel: UFC zu Boxen

Tätigkeit als Sportkommentatorin

Aus einer neuen Perspektive erlebt Annett Böhm die Olympischen Spiele. Nachdem sie 2004 in Athen und 2008 in Peking als Judoka selbst auf der Tatami stand, versorgt sie die Sportfans aktuell mit vielen Informationen. Die 44-Jährige, die aus Glauchau stammt, kommentiert für die ARD die Judo- und die Taekwondo-Entscheidungen. Aufregung und Vorbereitungsaufwand gestalten sich fast wie in der aktiven Zeit als Leistungssportlerin.

Lesen Sie auch: „Monster“ Böhm: Eine Kämpferin erobert das Boxen