Kickboxen ist eine Kampfsportart, bei der neben Boxtechniken auch Tritttechniken erlaubt sind. Kickboxen ist eine Weiterentwicklung von Karate und Taekwondo und wurde erfunden, um interdisziplinäre sportliche Wettkämpfe austragen zu können.
Im Regelwerk der einzelnen Kickboxverbände finden sich Unterschiede und Abweichungen zum Beispiel bei der erlaubten Trefferfläche oder ob der Gegner gehalten werden darf. Tiefschläge sind immer tabu, jedoch sind in manchen Verbänden Tritte auf die Oberschenkel (Lowkicks) wie beim Muay Thai oder Thaiboxen erlaubt. Verbandsabhängig unterschiedlich geregelt ist auch die Verwendung von Handdrehschlägen (Spinning back fist) und Fußfegern (Techniken, mit denen der Gegner aus dem Gleichgewicht gebracht wird).
Allen Verbänden gemeinsam ist das Verbot des Schlagens auf den Rücken und auf Gegner, die am Boden liegen, sowie das Werfen (Takedown) des Konkurrenten. Im Kickboxen wird unterschieden zwischen Semikontakt, Leichtkontakt und Vollkontakt.
Bekannte Namen im Kickboxen
Parallel zum Boxen startete Vitali Klitschko seine Karriere im Kickboxen. Michael Kuhr ist Deutschlands bekanntester Türsteher und Inhaber einer Security Firma in Berlin. Auch er startete seine Karriere als Kickboxer und wurde als Amateur zehnmal Deutscher Meister, viermal Europameister und 1985 Weltmeister der WAKO. Nach seinem Wechsel in das Profilager wurde er 1990 erster deutscher Profi Kickbox-Weltmeister. Michael Smolik gehört zu den bekanntesten deutschen Kickboxern der Gegenwart.
Pascal Schroth: Vom Kämpfer zum Weltmeister
Kickbox-Champion Pascal Schroth aus Bremerhaven ließ die Tristesse seiner Jugend hinter sich und fand sein Glück in Thailand. "Ohne Rücksicht auf Verluste", wie der 31-Jährige dem NDR erzählt. "Ich habe Ehrgeiz gehabt, Hartnäckigkeit, Durchsetzungsvermögen und einen starken Willen." Dass er Profi im Kickboxen werden wollte, hatten seine Freunde und Trainingspartner damals in der "Fight-Fabrik", in der er jeden Tag boxte und wohl auch vor der Realität flüchtete, lachend und mit abfälligen Sprüchen quittiert.
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Das "One-Way-Ticket" in eine neue Welt hat Schroth Glück gebracht. Voller Stolz blickt er auf das, was er geschafft hat: als zehnfacher Thaibox-Weltmeister und erster Deutscher, der den renommierten Kings Cup in Bangkok gewonnen hat, als liebevoller Vater und Ehemann und als Inhaber einer Kampfsportakademie. Die Akademie liegt nur ein paar Autominuten entfernt von seinem gemütlichen Zuhause, das er nach der Corona-Pandemie für die Familie eingerichtet hat.
Stück für Stück habe er sein Leben auf eine neue Stufe gehoben, sagt Schroth: "Ich war ein Kämpfer - alles andere habe ich erst sehr viel später in meinem Leben gelernt." Von Anfang an hingegen war sein Ego groß genug, um keine Zweifel an seinen ehrgeizigen Plänen aufkommen zu lassen: "Ich habe gefühlt, für was Größeres geschaffen zu sein.
Ein Genickbruch, den er denkbar knapp überlebte, änderte seine Sichtweise auf das Leben. Ein letztes Mal kämpfte "The German" am 5. April 2025 in der Münchner Rudi-Sedlmayer-Sporthalle. Das Sak-Yant-Tattoo auf seinem Nacken leuchtete im Scheinwerferlicht wie ein spirituelles Zeichen. Schroth hat es stechen lassen nach dem Drama im Oktober 2018, das fast seine junge Laufbahn und beinahe auch sein Leben beendet hätte.
Die schreckliche Szene, die sich in einem Ring nordwestlich von Shanghai vor laufenden Kameras ereignete, ist kaum zu ertragen. Mit einer verbotenen Technik - zynisch aufspießen genannt - rammt ihn sein chinesischer Gegner kopfüber auf den Ringboden. Als es deutlich hörbar knackt, scheint das Leben aus Pascal Schroths Körper zu schwinden. Das Genick ist gebrochen, der fünfte Halswirbel doppelt kaputt - Schroth schwebt zwischen Leben und Tod.
"Es war furchtbar", sagt seine Frau, die mitansehen musste, "wie der Mann, den ich liebe, so schrecklich verletzt wird". Aldis Athitaya Gisladottir wuchs in Island und Thailand auf, der Heimat ihrer Eltern. In einem Café in Phuket hatten sie sich kennengelernt. Seine Stärke, sein Optimismus gefielen ihr. "Plötzlich aber war er verletzlich, fast gebrochen", erzählte sie im Gespräch mit dem "Spiegel". Auf der anderen Seite sei es wiederum auch inspirierend gewesen, wie entschlossen er um seine Gesundheit gekämpft habe.
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Das Genick heilte, der Schatten auf seiner Seele verzog sich aber nur langsam. "Was soll nur aus mir werden?" Schroth ging in ein buddhistisches Kloster, meditierte, rasierte sich die Haare, trug ein orangefarbenes Mönchsgewand. Das Tattoo über dem damals gebrochenen Halswirbel steht für Heilung und Schutz. Früher habe er vieles auf später verschoben. Die schockierende Verletzung änderte seine Sichtweise. "Du weißt nie, was kommt.
Schroth will Vorbild sein für seine beiden Kinder, Lila (6) und Luca (3), die in wenigen Wochen noch ein Geschwisterchen bekommen. Seine Familie soll es besser haben als er. Alkohol und Gewalt hatten seine Kindheit bestimmt in Bremerhaven-Lehe, einem der ärmsten Stadtteile Deutschlands. "Als Kind sind mir viele Dinge widerfahren, was nicht hätte sein sollen", erzählt er und die paradiesische Kulisse auf Ko Pha-ngan mag so gar nicht zu dieser Geschichte passen. Es ist eine andere Welt, in der ihm seine Familie Kraft gibt. "Ich hätte niemals erwartet, dass ich eines Tages so viel Liebe empfinden kann", sagt er. "Als sei mir ein neues Herz gewachsen." Auch mit seiner Mutter Tanja, die regelmäßig nach Thailand kommt, ist alles gut.
Das größte Glück aber - sein Heimathafen sozusagen - ist Aldis. "Als ich in der Klinik lag, mit dem Gestell und allem Drum und Dran, hat mich meine Frau gefragt: 'Du willst dein altes Leben zurück? Wer soll es dir geben? Ein Jahr später kehrte er zurück in den Ring. Und die Ergebnisse überzeugten alle Skeptiker, die ihn für verrückt erklärt hatten oder aus Angst vor einer neuerlichen Verletzung nicht kämpfen lassen wollten.
Sein Ruf als K.o.-König hielt auch in seinem 80. und letzten Profikampf, den er mit seinem zehnten WM-Titel - diesmal im Weltergewicht bis 67 Kilo - krönte. Seiner Frau hatte er es schließlich versprochen. "Ich werde rausgehen und mir holen, was mir zusteht", hatte er getönt. Und erzählt, dass er seine Gegner schon vor dem Kampf in seinem Kopf besiege. Er wisse genau, wo er ihn erwischen, wann er den entscheidenden Treffer setzen muss. "Wichtig ist, dass man an sich glaubt.
Hall of Fame (Stekos Kampfsportzentrum)
In der Hall of Fame werden die Besten der Besten aufgelistet, die vom Stekos Kampfsportzentrum jemals trainiert wurden. Wir sind sehr stolz auf unsere außergewöhnlichen Sportler und bedanken uns für die langjährige Partnerschaft.
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Ausgewählte Sportler in der Hall of Fame
- Dr. mehrfache Deutsche und Int. mehrfacher Deutscher Meister
- Marie Lang: Profi WKU Weltmeisterin Lowkick 60 kg/ 62,5 kg/ 65 kg, WKU Weltmeisterin FC 60 kg/ 62,5 kg/ 65 kg, WKU Europameisterin 60kg, WKU-Europameisterin 62,5 kg
- Ana Budimir Bekan: Boxen 54 kg, Europameisterschaft 3. Platz ´22, Jugend Deutsche Meisterin ´19, Jugend Deutsche Meisterschaft´18 3. Platz
- Karl Proderutti (AUT): WKU Weltmeisterschaft Thaiboxen - 67 kg (gegen Pascal Schroth (GER))
- Flamur Mehmeti (GER): WKU Weltmeisterschaft Lowkick -90 kg (gegen Steavano Tuepke (GHA)), WKU Weltmeister, ICBO Weltmeister
- Dino Bilandzija (GER): WKU Weltmeisterschaft K1 -79 kg (gegen Paul Leipi (GER)), WKU Europameister, WKU Weltmeister
- Michaela Michl (GER): WKU Super Fight K1 - 65 kg (gegen Antonia Eggeling (GER)), WKU Weltmeisterin, WKU AM Weltmeisterin, IKBF Weltmeisterin
- Emmanuel Gavanas (GER): Super Fight K1 -67 kg (gegen Johannes Kurz (GER)), WKU Weltmeister, WKU Europameister
Erfolge bei Weltmeisterschaften
Kickboxen - Die Sportler aus dem Club „Fighters Corner“ in Hainstadt kehren mit drei Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaille von den Titelkämpfen in der Türkei zurück. Fünf Mal Edelmetall haben Kickboxer aus Buchen bei der WM geholt: Dreimal Gold durch Collin Klein, Denis Schneider und Jason Klein sowie Silber durch Constantin Schneider und Bronze durch Leopold Lobenstein.
