Die Wertschätzung eines 40 Karat Diamanten ist ein komplexer Prozess, der von einer Vielzahl von Faktoren abhängt. Da jeder Diamant ein Unikat ist, existieren keine einheitlichen Börsenkurse, und der Preis muss auf individueller Basis ermittelt werden.
Faktoren, die den Wert eines Diamanten bestimmen
Der Wert eines Diamanten wird hauptsächlich durch die sogenannten "4 C's" bestimmt:
- Carat (Karat): Das Gewicht des Diamanten. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm.
- Color (Farbe): Je farbloser ein Diamant ist, desto wertvoller ist er. Die höchste und seltenste Farbstufe ist die absolute Farblosigkeit (Farbstufe D).
- Clarity (Reinheit): Je weniger Einschlüsse ein Diamant hat, desto höher ist sein Wert. "Lupenrein" (FL) bedeutet, dass unter einer 10-fachen Speziallupe keine Einschlüsse erkennbar sind.
- Cut (Schliff): Der Schliff bestimmt die Brillanz und das Feuer eines Diamanten. Ein exzellenter Schliff maximiert die Lichtreflexion.
Neben den 4 C's spielen auch andere Qualitätsmerkmale eine Rolle, wie Symmetrie, Politur, Fluoreszenz und das Vorhandensein eines Zertifikats von einem unabhängigen Prüflabor.
Karat (Gewicht)
Das Gewicht eines Diamanten wird international in Karat angegeben. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm. Die übliche Abkürzung lautet „ct.“. Das Karatgewicht ist der wichtigste Preisfaktor. Das erklärt auch, warum nicht alle Diamanten perfekt geschliffen werden: Ein Einkaräter hat einen ganz anderen Karatpreis als ein Brillant von 0,95 Karat.
Bei Diamanten gibt es “magische Schwellen“, bei denen es zu Preissprüngen kommt. Ein 1 Karat Diamant etwa kostet deutlich mehr als ein 0,95 Karat Diamant, obwohl der Unterschied in der Größe kaum sichtbar ist.
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Farbe
Ein Diamant ist umso teurer je farbloser/weißer und damit seltener er ist. Die höchste und seltenste Farbstufe ist die absolute Farblosigkeit (Farbstufe D, früher River). Diamanten von R bis Z erscheinen uns als leicht gelblich.
Reinheit
Der wahrscheinlich jedem bekannte Begriff „lupenrein“ bedeutet, dass unter einer 10-fachen Speziallupe durch eine fachlich versierte Person keinerlei Einschlüsse zu erkennen sind. Die danach folgenden Reinheitsstufen werden ebenfalls unter Verwendung einer 10-fachen Lupe vorgenommen. Je weniger Einschlüsse ein Diamant hat, bzw. desto weniger Merkmale der Stein (innen und außen) hat, umso mehr Geld ist dafür zu bezahlen.
Schliff
Die Schliffqualität (nicht die Schliff-Form wie z.B. der Brillantschliff) ist auschlaggebend für die Brillanz und das Feuer eines Diamanten und machen aus ihm erst einen funkelnden und wertvollen, schönen Edelstein. Die Schliffqualität ergibt sich zum größten Teil aus den Proportionen des Diamanten. Hierbei ist das Verhältnis von Gesamthöhe bzw. Weiterhin sind die Winkel und die Gleichmäßigkeit der angelegten Facetten wichtig.
Alle diese Kritieren fließen in die Bewertung des Schliffs ein, welcher als Oberbegriff Cut (Schliff) noch um die beiden Unterkriterien Polish (Politur) und Symmetrie ergänzt wird.
Zertifikat
Als weiterer wichtiger Punkt der preisbildenden Kriterien ist das Zertifikat bzw. die Expertise des Diamanten zu nennen. Ein Zertifikat ist quasi der Pass des Diamanten. In ihm sind neben den genauen Maßen des Diamanten alle identitätsgebenden Merkmale enthalten, mit denen der Diamant zweifelsfrei identifiziert werden kann. Der Wert eines Zertifikates ist dabei nur so gut, wie der Ruf des ausstellenden Institutes. Da Diamanten weltweit gehandelt werden und ihre Preise ebenso weltweit entstehen, sind auch nur Zertifikate von Diamantinstituten zu empfehlen, welche weltweite Anerkennung geniessen.
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Diese sind das „GIA - Gemological Institute of America“, das „IGI - International Gemological Institute“ und der „HRD - Hoge Raad Voor Diamant“.
Einfluss von Schliff und Proportionen auf den Wert
Alte Diamanten wurden und werden damals wie heute auf Gewicht geschliffen. Das Karatgewicht ist der wichtigste Preisfaktor. Das erklärt auch, warum nicht alle Diamanten perfekt geschliffen werden: Ein Einkaräter hat einen ganz anderen Karatpreis als ein Brillant von 0,95 Karat.
Früher wurden große Hauptfacetten bei Brillanten (Tafel) positiv als „großes Gesicht“ beschrieben. Heute wird der Diamant in einen optischen Scanner gelegt und im selben Moment erhält man am Computer alle exakten Maße, Winkel und Proportionen.
Alte Diamanten und Mängel beim Schliff: Eine unrunde Form (siehe Maße), eine sehr dicke oder sehr dünne Rundiste (Gürtel) oder eine Kalette (nicht spitz zulaufend). Beim Modernisieren von Altschliff Diamanten beträgt der Gewichtsverlust meist ca.
Diamantenpreisliste der IDEX Diamantenbörse
Eine sehr gute Möglichkeit, sich über den aktuellen Marktpreis von Diamanten zu informieren, bieten wir Ihnen exklusiv hier mit der Diamantenpreisliste der IDEX (International Diamond Exchange) an. Sie soll Ihnen als erste grobe Orientierung für den angemessenen Preis von Diamanten dienen.
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Die IDEX (International Diamond Exchange) stellt die Preise für Diamanten im Brillantschliff in Ihrer Diamantenpreisliste in US-Dollar pro Karat und unterteilt den Diamantpreis bei gleicher Qualität (Farbe und Reinheit), in verschiedene Gewichtsklassen z.B. 1,00 ct. bis 1,24 ct. dann 1,25 ct. bis 1,49 ct. usw.
Beispiel zur Berechnung eines Einkaräter
Als Beispiel soll nun ein 1 Karat Diamant Preis ermittelt werden. Dieser Einkaräter-Diamant liegt in der Range 1,00ct. bis 1,24ct. (siehe rechte Diamantenpreisliste oben). Einkarat Diamanten dieser Größe/dieses Gewichts kosten in der höchsten Qualität der Farbe D und der Reinheit IF 27.130 USD pro Karat (siehe rote Markierung).
Dieser Diamant 1 Karat Preis ist bei einem Einkaräter mit bspw. 1,03 Karat dann mit dem Faktor 1,03 zu multiplizieren. Unser Beispiel 1 Karat Diamant Preis liegt somit für einen Einkaräter mit 1,03 Karat bei 27.943,90 USD oder anders formuliert, hat der 1 Karat Diamant einen Wert von 27.943,90 USD.
In Euro umgerechnet: Sollte der aktuelle Dollar-/Eurokurs bspw. bei 1,20 liegen, teilen Sie 27.943,90 USD durch 1,20 und erhalten mit 23.286,58 Euro den 1 Karat Diamant Wert für unseren Beispieldiamanten.
Nicht berücksichtigt sind hier die Mwst.
Der Diamantenpreis unterliegt keiner zentralen Preisfestsetzung
Der Diamantenpreis unterliegt keiner zentralen Preisfestsetzung, er ist somit ein echter „Marktpreis“, welcher sich aus Angebot und Nachfrage ergibt. Langfristig ist der Diamantenpreis immer gestiegen. Das liegt daran, dass die weltweite Diamantenproduktion, die Nachfrage nach Diamanten, welche zu Schmuck- und Anlagezwecken geeignet sind, meist nicht decken kann.
Der Diamantenpreis für einen Einkaräter-Diamant in der besten Qualität lag 1960 bei ca. 2.700 $ und kostete 2010 bereits ca. 25.000 $! Die Diamantenvorräte bzw. Diamantenvorkommen sind endlich (begrenzt).
Schätzung des Wertes eines 40 Karat Diamanten
Die Schätzung des Wertes eines 40 Karat Diamanten erfordert die Berücksichtigung aller genannten Faktoren sowie eine professionelle Begutachtung durch einen erfahrenen Gemmologen. Aufgrund der Seltenheit und des hohen Wertes solcher Diamanten ist es ratsam, mehrere unabhängige Expertenmeinungen einzuholen.
Diamanten als Wertanlage
Zur Vermögenssicherung geeignet sind Brillanten ab einem Halbkaräter (0.50 ct) aufwärts. Der Einkaräter gilt als die klassische Größe eines Diamanten. In Abhängigkeit von der Investitionssumme und der Strategie des Diamanten-Portfolios kann sich eine Mischung von unterschiedlichen Größen empfehlen.
Wichtig ist, dass die Diamantgewichte in den einzelnen Kategorien den gesuchten Größen des Diamantmarktes entsprechen. Diese sind z.B. bei einem Einkaräter von 1.01 - 1.03 ct. - nicht aber 1.00 ct oder 1.09 ct. Auch von Zwischengrößen wie z.B. 0.64 ct oder 1.31 ct ist abzuraten, weil diese die Wiederverkaufbarkeit einschränken.
Die "4 C" und das Zertifikat
Die “4 C“ bezeichnen die englischen Begriffe für die bei der Preisbildung von Diamanten relevanten Merkmale:
- „Carat“ (= Gewicht)
- „Colour“ (= Farbe)
- „Clarity“ (= Reinheit)
- „Cut“ (= Schliff)
Aufgrund der großen Bedeutung für die Feststellung der Identität und die Wertermittlung eines geschliffenen Diamanten gilt die Qualität der Zertifikats heute als das „5. C“ „Certificate“ (= Zertifikat).
Zusätzliche preisbestimmende Merkmale
Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Premium Value.
- Fluoreszenz („Fluorescence“) weist auf die Anwesenheit von Gasen bei der Entstehung von Diamanten hin. Perfekt ist hier die Beurteilung „None“, wohingegen bei „Strong“ Preisabschläge von mehr als 10 % erfolgen können.
- Unter „Comments“ sollten - außer bei lupenreinen Steinen „Minor details of polish are not shown“ - keine weiteren Einträge zu finden sein, wie z.B. „Surface graining“ etc.
- Das Ausstellungsdatum der Expertise sollte beim Kauf nicht älter als max. ein Jahr zurück liegen.
- Seit Frühjahr 2014 ist beim Kauf darauf zu achten, dass nur noch GIA-Zertifikate in dem neuen Design erworben werden.
- Zur Vermögenssicherung sollten nur Diamanten mit einer GIA-Expertise erworben werden, deren Nummer zusammen mit dem GIA-Logo per Laser hauchdünn auf dem Stein eingraviert ist.
Synthetische Diamanten
Synthetische Diamanten werden in Laboren erstellt und weisen auf den ersten Blick nahezu die gleichen Eigenschaften wie natürliche Diamanten aus. Dies erschwert es Laien, diese von echten Edelsteinen unterscheiden zu können. Die Prüfung des natürlichen Ursprungs dieses ca. zwei Milliarden Jahre alten Minerals und die Bestätigung von einem gemologischen Labor, dass es sich tatsächlich um einen natürlichen Diamanten handelt, ist daher umso wichtiger.
Synthetische, in Laboren gezüchtete Diamanten werden zu einem Preis, welcher mehr als 50% unter dem von natürlichen Diamanten liegt, angeboten. Da sie unbegrenzt reproduziert werden können, weisen synthetische Diamanten einen deutlich geringeren Wert auf. Es dauert Milliarden von Jahren, bis ein einzigartiger natürlicher Diamant entsteht. Exakt diese Seltenheit bestimmt maßgeblich seinen Preis.
Alte Diamanten und die Bewertung
Alte Diamanten und die Bewertung - die größten Unterschiede liegen beim Schliff. Proportionen, Winkel und Maße wurden im Laufe der Jahrzehnte immer weiter verfeinert. Bessere technische Möglichkeiten führten zu immer präziseren Ergebnissen.
Bei manchen alten Zertifikaten für Farbdiamanten fehlt die Angabe der Reinheit komplett. Die Lasergravur der Zertifikatsnummer sowie die Online Verifizierung waren in den 70er Jahren noch gar nicht denkbar.
Es macht durchaus Sinn, bei alten Zertifikaten genau hinzuschauen und diese im Zweifel durch ein neues zu ersetzen. Andere Maßstäbe, Standards in der Bewertung und andere technische Möglichkeiten ergeben - trotz Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen seinerzeit - meist ein etwas anderes Bild.
Diamanten verkaufen
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Tabelle: Einfluss von Farbe und Reinheit auf den Preis von Diamanten
Die folgende Aufstellung zeigt den Einfluss von Farbe und Reinheit auf den Preis von Diamanten und soll Ihnen als grober Leitfaden dienen. Maßstab bzw. Ausgangspunkt ist hier der Diamant mit den bestmöglichen Werten in Farbe (D) und Reinheit (IF) oben links mit 100%. Gemessen an seinem Wert/Preis werden für die anderen Diamant-Qualitäten entsprechende Abschläge vorgenommen.
| Farbe/Reinheit | IF | VVS1 | VVS2 | VS1 | VS2 | SI1 | SI2 | I1 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| D | 100% | 85% | 75% | 65% | 55% | 45% | 35% | 25% |
| E | 90% | 75% | 65% | 55% | 45% | 35% | 25% | 15% |
| F | 80% | 65% | 55% | 45% | 35% | 25% | 15% | 10% |
| G | 70% | 55% | 45% | 35% | 30% | 20% | 10% | 5% |
