Die Unterschiede zwischen WWE und UFC

Wrestlenomics veröffentlichte kürzlich einen ausführlichen Finanzbericht zu TKO und damit zu WWE sowie UFC. Insgesamt generierte TKO (WWE und UFC) im vergangenen Jahr einen Umsatz von etwa 2,8 Milliarden US-Dollar, wobei die Einnahmen in ungefähr gleichen Anteilen auf die beiden Firmen entfallen. Dem gegenüber stehen Ausgaben von etwa 2,5 Milliarden US-Dollar.

Die Rentabilität wurde dadurch beeinträchtigt, dass das Unternehmen 375 Millionen US-Dollar aufgrund von UFC-Kartellklagen zahlen musste. Der Nettogewinn liegt dennoch lediglich bei etwa 6,4 Millionen US-Dollar, da im Zuge der Fusion Schulden aufgenommen wurden, weswegen im vergangenen Jahr 249 Millionen US-Dollar zurückgezahlt werden mussten, wie aus den Unterlagen von TKO hervorgeht.

Wie bereits geschrieben, ist der Umsatz der beiden Einzelunternehmen etwa gleich hoch. WWE generierte 1,398 Milliarden US-Dollar, während UFC auf 1,406 Milliarden US-Dollar kommt. Beide Unternehmen kommen damit selbst inflationsbereinigt auf einen neuen Rekordumsatz.

Im Gegensatz zu bestimmten Kennzahlen wie Zuschauerzahlen und TV-Einschaltquoten sind die finanziellen Rekorde der WWE nicht in den Jahren ihrer höchsten kulturellen Relevanz in den späten 1990er- oder 1980er-Jahren angesiedelt, da die Medieneinnahmen in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert sind. Demnach war die (auch inflationsbereinigt) erfolgreichste Zeit des Unternehmens ohne jede Frage in den vergangenen Jahren.

Einnahmequellen der WWE

Von den 1,4 Milliarden $ entfallen etwa 865,5 Millionen US-Dollar auf die Vergabe von Medienrechten, was knapp 62 % des Gesamtumsatzes ausmacht. 2024 hielt NBCU die TV-Rechte an „Monday Night RAW“ und „NXT“. Im letzten Quartal kam noch „Friday Night SmackDown“ hinzu, da die Show in den ersten neun Monaten des Jahres bei Fox lief.

NBCU zahlte für das Paket ungefähr 519 Millionen US-Dollar, während Fox für die neun Monate der blauen Show etwa 165 Millionen US-Dollar zahlen musste. 181,5 Millionen US-Dollar kamen durch „andere WWE-Medien“ (Internationale TV-Rechte, weitere TV-Shows, YouTube etc.) hinzu.

Durch Sponsoren generierte der Marktführer 83 Millionen US-Dollar. Merchandise und die Vergabe von Lizenzen sorgten für weitere 111,1 Millionen US-Dollar. Der zweitgrößte Anteil an den Einnahmen machten aber die Live-Shows aus, wobei hierbei Ticketeinnahmen sowie Standortgebühren berücksichtigt wurden. Durch die Live-Shows kamen weitere Umsätze von 338,5 Millionen US-Dollar hinzu. Die PLEs in Saudi-Arabien sorgten allein für Umsätze in Höhe von 110 Millionen US-Dollar. WrestleMania generierte 36,1 Millionen US-Dollar, womit die beiden Anteile fast so groß sind wie fast alle anderen Shows des Jahres zusammen.

Die restlichen PLEs, Weeklys und Houseshows sorgten insgesamt für Einnahmen in Höhe 192,4 Millionen US-Dollar. Somit ist die Entscheidung, dass WWE 2025 kaum noch Houseshows veranstalten lässt, verständlich, da die Einnahmen im Vergleich zu den Medienrechten oder den Standortgebühren äußerst überschaubar sind.

Unterschiede in den Einnahmequellen

Der größte Unterschied bei den Einnahmen der beiden Unternehmen sind die Sponsorendeals. Während WWE „nur“ auf 83 Millionen US-Dollar kommt, konnte UFC in diesem Punkt 251,4 Millionen US-Dollar erzielen. Laut Wrestlenomics könnte dies daran liegen, dass die demografischen Einkommensverhältnisse und die Wahrnehmung des WWE-Publikums negativer seien als bei UFC. Einfach gesagt: Unternehmen sehen bei WWE im Vergleich zu UFC einen geringen Mehrwert im Sponsoring, weswegen sie nicht so viel zahlen möchten.

Dennoch ist davon auszugehen, dass WWE in diesem Aspekt größere Einnahmen generieren möchte. Seit diesem Jahr ist beispielsweise die Ringmatte bei „Monday Night RAW“ stets mit Sponsoren übersät. Doch nicht nur beim Sponsoring werden Rekordeinnahmen erwartet. Der Netflix-Deal soll WWE auf zehn Jahre bis zu 5 Milliarden US-Dollar einbringen (5 Jahre gesichert, mit Option auf weitere 5 Jahre), sodass das Wrestling-Unternehmen 500 Millionen US-Dollar im Jahr erhält. „Friday Night SmackDown“ läuft in den USA weiterhin auf NBCU und bringt etwa 280 Millionen US-Dollar pro Jahr ein. Durch „NXT“ kommen etwa 25 Millionen US-Dollar hinzu.

WWE und UFC unter einem Dach: TKO Group Holdings

Der UFC-Mutterkonzern Endeavor übernimmt den Wrestling-Vermarkter WWE. Damit entsteht in den USA ein riesiger Sport-Entertainment-Konzern. Die Kampfsportveranstalter Ultimate Fighting Championship (UFC) und World Wrestling Entertainment (WWE) tun sich zusammen.

Ab heute ist WWE offiziell ein Teil der neuen TKO-Gruppe. Endeavour hat aus diesem Anlass die TKO Group Holdings gegründet. Unter dem Kürzel „TKO“ (in Anlehnung an den Kampfsport-Begriff für technischen K.o.) wird das neue Unternehmen seit heute an der New Yorker Börse gehandelt.

Endeavor bringt UFC in die TKO-Gruppe ein und hält einen Mehrheitsanteil von 51 Prozent der Aktien. Die bisherigen WWE-Aktionäre sind wiederum mit 49 Prozent an dem neuen Unternehmen beteiligt. Vince McMahon, der bis zuletzt die Mehrheit der WWE-Aktien kontrollierte, hält rund 16 Prozent am neuen Unternehmen.

Führungsstruktur von TKO

Die Spitze von TKO setzt sich im Prinzip aus der Führungsriege von Endeavour zusammen:

  • Ariel Emanuel, Chief Executive Officer, der auch Chief Executive Officer von Endeavor bleibt
  • Mark Shapiro, President und Chief Operating Officer, der auch President und Chief Operating Officer von Endeavor bleibt
  • Andrew Schleimer, Chief Financial Officer
  • Seth Krauss, Chief Legal Officer, der auch Chief Legal Officer von Endeavor bleibt

Der Plan: UFC und WWE sollen mit dem etablierten Management und deren Expertise in ähnlicher Form unabhängig voneinander weiterlaufen. Dana White bleibt das Gesicht von UFC und ist nun Chief Executive Officer der Kampfsport-Liga. Lawrence Epstein bleibt Senior Executive Vince President und Chief Operating Officer der UFC. Der bisherige WWE-Präsident Nick Khan bleibt ebenfalls in seiner Rolle.

Sport vs. Entertainment

Klar, es sind unterschiedliche Unterhaltungsformen: Die WWE schickt athletische Wrestler in einen Ring und führt nach Skript Schaukämpfe durch, die wie in einer Seifenoper in eine bestimmte Storylinie verpackt sind. Dramen und Fehden werden mal eben im Ring geregelt. Die UFC dagegen lässt Mixed-Martial-Arts-Kämpfer in einem achteckigen Käfig aufeinander los. Es gibt Ringrichter, Punktrichter und ein detailliertes Regelwerk, aber dafür kein Skript. In diesem Sport kann tatsächlich alles passieren, von einem K.o. nach wenigen Sekunden bis hin zu blutigen Gefechten, die 15 oder 25 Minuten dauern.

Der Unterschied zwischen der UFC und der WWE ist, wenn man sich die WWE anschaut, erkennt man, dass sie einen hohen Unterhaltungswert haben, und sie haben diese Typen, die unglaubliche Athleten sind, die dort herausgehen und ihr Ding machen“, sagte White. Wenn man sich die UFC anschaut, ist sie so real, wie sie nur sein kann. Das ist sozusagen unser Slogan. Wir haben diese Kerle, die unglaubliche Athleten sind, die gut ausgebildet und all diese verschiedenen Aspekte des Kampfsports beherrschen müssen. Dann gibt es auch noch die Unterhaltungsseite, aber es ist ein echter Fight. Es ist echt. In der UFC gibt es keine vorherbestimmten Resultate.

Marketing und Vermarktung

Ähnlich sind sich die beiden Veranstalter dafür in der Vermarktung ihrer Kämpfe: Egal ob WWE oder UFC, beide lieben die große Show. Egal ob im Ring oder im Oktagon, Duelle werden über Wochen und Monate mit Eigenproduktionen auf den Social-Media-Kanälen angekündigt, gestützt von TV-Partnern oder unabhängigeren Medien. Dazu werden besondere Charaktere unter den Athletinnen und Athleten auch besonders gefördert. Wer als Typ polarisiert oder außerordentliches Talent hat, der wird schnell zum Star in einer der Organisationen und zum Gesicht der Unternehmen - die WWE hat John Cena, die UFC einen Conor McGregor.

Solche Namen sollen einen Hype kreieren und dafür sorgen, dass die Leute einschalten und im Bestfall - für die ganz großen Fights - die digitale Eintrittskarte, die Pay-Per-View (PPV), kaufen. Die Zahl der verkauften PPVs sind für beide Marken der Gradmesser für ihren Erfolg, in der Regel finden Veranstaltungen dieser Größenordnung aber nur einmal im Monat statt.

Drumherum stricken beide ein Netz aus Live-Events. Die WWE hat mit RAW und Smackdown wöchentlich zwei feste TV-Termine, bei denen sie wie ein großer Zirkus durch die Welt ziehen und große Hallen ausverkaufen. Dazu tritt ein kleinerer Tross aus Wrestlern in "House Shows" auf, die nicht medial aufbereitet werden und nur ganz selten Einfluss auf die Stories haben. Die UFC dagegen macht das lediglich einmal am Wochenende. Sie produziert eine Art Castingshow für Käfigkämpfer und hat wie die WWE auch einen eigenen Streamingdienst. Dort bekommen aber auch kleinere Organisationen eine Plattform, um MMA-Events zu zeigen.

Cross-Promotion

Die ganz große Welle wird aber Cross-Promotion schlagen. Bedeutet: Die Stars der WWE tauchen bei Veranstaltungen der UFC auf, die UFC-Fighter steigen wiederum mal bei den Show-Kämpfen in den Ring. Das gab es in der Vergangenheit bereits, allerdings mit gemischten Resultaten. Mit Brock Lesnar schaffte es eines der bekanntesten WWE-Gesichter sogar zum Schwergewichtschampion der UFC, der Wrestler CM Punk scheiterte dagegen kläglich beim Versuch im MMA-Bereich Fuß zu fassen und gilt seitdem als abschreckendes Beispiel. Der Wechsel aus dem Käfig in den WWE-Ring lief da schon vielversprechender. UFC-Stars wie Ken Shamrock, Ronda Rousey oder Matt Riddle haben diesen Schritt bereits in der Vergangenheit erfolgreich gewagt.

Finanzielle Eckdaten im Überblick

Die folgende Tabelle fasst einige der wichtigsten finanziellen Kennzahlen von WWE und UFC zusammen:

Kennzahl WWE UFC
Umsatz 1,398 Mrd. US-Dollar 1,406 Mrd. US-Dollar
Einnahmen aus Medienrechten (WWE) 865,5 Mio. US-Dollar (ca. 62% des Gesamtumsatzes) N/A
Einnahmen aus Sponsoring 83 Mio. US-Dollar 251,4 Mio. US-Dollar
Einnahmen aus Live-Shows 338,5 Mio. US-Dollar N/A