Die Welt des Wrestling ist nicht nur von sportlichen Höchstleistungen und spektakulären Kämpfen geprägt, sondern auch von Kontroversen und Skandalen. Einige WWE-Stars haben in der Vergangenheit durch ihr Verhalten außerhalb des Rings für Aufsehen gesorgt. Dieser Artikel wirft einen Blick auf einige dieser Fälle und beleuchtet die Hintergründe.
Randy Orton und seine "dunklen" Skandaljahre
Randy Orton, auch bekannt als "Legend Killer" und "The Viper", ist einer der bekanntesten Wrestler der WWE. Doch der 40-Jährige hat nicht nur gute Zeiten erlebt. In seinen ersten WWE-Jahren hatte er einen Ruf als Skandal-Wrestler. In der aktuellen Ausgabe der "Broken Skull Sessions" von WWE-Legende Stone Cold Steve Austin hat er über diese Zeit gesprochen und dabei besonderes Bedauern über einen Tiefpunkt ausgedrückt, den er erst vor einiger Zeit enthüllt hatte.
Verpasster Termin mit dem Undertaker nach Party-Nacht
Kurz vor einem seiner berühmtesten Kämpfe - dem Match gegen den Undertaker bei WrestleMania 21 im Jahr 2005 - hatte Orton die Nacht durchzecht und deswegen den Probelauf für den Fight verpasst. "Ich habe mit ein paar jungen Typen die Nacht durchgemacht und war deswegen nicht beim Rehearsal am Samstagmorgen um 9 Uhr", erinnerte sich Orton in der Talkshow auf dem WWE Network. Sie alle hätten ihn wortlos stehen lassen, die Enttäuschung in ihren Gesichtern berühre ihn aber noch heute peinlich.
Ein Grund, weswegen Orton sein Verhalten noch mehr leidtut: "In derselben Nacht habe ich meinen Vater in die Hall of Fame eingeführt. Auch da habe ich zwei Minuten ohne Vorbereitung geredet. Er hätte Besseres verdient gehabt." Randy Orton ist Wrestler in dritter Generation: Großvater Bob Orton Sr. war ebenso Showkämpfer wie Vater Bob Jr. und sein am vergangenen Freitag verstorbener Onkel Barry.
"Selbstzerstörung" zwischen 2005 und 2007
"2005 war der Beginn meiner Selbstzerstörung, die bis 2007 anhielt", erinnert sich Orton. In diesen Jahren schrieb der damalige Jungstar zahlreiche Negativschlagzeilen, wurde mehrfach suspendiert, unter anderem wegen Dopingverstößen, aber auch anderen Ärgernissen. Es gab Berichte über ein zu weit getriebenes Playboy-Leben, Einstellungsprobleme, Bullying von Kollegen und Kolleginnen und andere Eklats - unter anderem soll er auch bei einer Deutschlandtour ein Münchener Hotelzimmer verwüstet haben.
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Mysteriöser "dunkler" Vorfall um WrestleMania 2006
Auch im Umfeld von WrestleMania 22 im Jahr 2006 - als Orton einen der Hauptkämpfe gegen Kurt Angle und den damals zum World Champion aufgestiegenen Rey Mysterio verlor - kam es zu einem weiteren Vorfall, der ihm eine 60-tägige Sperre und ein Zwangsseminar für "Anger Management" (Wutbeherrschung) einbrachte. Das Insidermedium Wrestling Observer schrieb seinerzeit von einem "sehr schamlosen Verstoß gegen eine sehr bekannte Firmenrichtlinie".
Was damals passierte? Darüber möchte Orton bis heute nicht reden. "Es gibt keine familienfreundliche Version", sagte er auf Austins Nachfrage, was damals passiert sei, sei "dunkel, dunkel, dunkel" gewesen.
Orton gibt heute unumwunden zu, dass er von viel Wohlwollen der WWE-Entscheider begünstigt gewesen sei. Er hätte es der Promotion nicht übelnehmen können, wenn er gefeuert worden wäre. In besagtem Jahr gründete Orton eine Familie, heiratete seine erste Frau Samantha.
Mike Tyson: Vom Boxring in die WWE Hall of Fame
Einst war „Iron“ Mike für seine Knockout-Punches im Boxring gefürchtet. Jetzt hat der WWE Hall of Famer einen Fluggast mit seinen Treffern zum Schweigen gebracht! Der „Baddest Man on the Planet“ galt in den Achtzigern und Neunzigern über viele Jahre als der berühmteste Schwergewichtsboxer der Welt. In dieser Woche hat Mike Tyson wieder mit Faustschlägen für Schlagzeilen gesorgt! Allerdings langte „Iron“ Mike dieses Mal nicht zwischen den Seilen zu, sondern in einem Flugzeug.
TMZ hat ein Video veröffentlicht, das den WWE Hall of Famer zeigt, wie er sich gegen einen aufmüpfigen Mitreisenden zur Wehr setzte. Der Fluggast hampelte hinter Tysons Sitz immer wieder rum, knipste ein Selfie und ging „Iron“ Mike gehörig auf die Nerven. Tyson soll die Person erst gebeten haben, locker zu lassen. Als der laut Augenzeugen alkoholisierte Mann aber nicht von Tyson abließ, schlug der 55-jährige zu. Mitreisende filmten, wie Tyson den Provokateur zurück auf seinen Sitz prügelte. Das Opfer der Faustschlag-Attacke war hinterher eindeutig von Tysons Treffern gezeichnet.
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Die Polizei in San Francisco erklärte gegenüber TMZ, das Opfer habe keine lebensbedrohlichen Verletzungen davongetragen. Er habe zudem nur wenige Informationen zum Vorfall beitragen wollen und weigerte sich, die Polizei bei ihren Ermittlungen zu unterstützten. In den sozialen Medien erhielt Tyson - trotz seines gewalttätigen Übergriffs - viel Zustimmung.
Velveteen Dream: Entlassung aufgrund von Fehlverhalten
Patrick Clark, besser bekannt unter dem Namen Velveteen Dream, wurde kürzlich aus seinem WWE Vertrag entlassen. Dies soll Berichten von Bryan Alvarez zufolge auf sein Verhalten außerhalb des Rings zurückgehen. So sollen mehrere Mitglieder des NXT Rosters Probleme mit dem Benehmen Clark’s gehabt haben. Diese Probleme sollen auch der Grund für das häufige Fehlen Clarks im NXT Produkt gewesen sein. Erst kürzlich bezeichnete ihn der Künstler Rob Schamberger, der bereits mehrfach mit der WWE zusammenarbeitete, als unprofessionellste Person die er je im Wrestling Business getroffen habe.
Allerdings soll Clark eine enge Beziehung zu einigen Mitgliedern des NXT Managements gehabt haben, weswegen er bisher oft mit milden Strafen für sein Fehlverhalten davon kam. Im Bezug auf die Vorwürfe im Rahmen der Speaking Out Bewegung gingen die NXT Offiziellen bisher weiterhin von seiner Unschuld aus.
CM Punk vs. John Cena: Merchandise-Verkäufe als Politikum?
In der 168. Ausgabe des MLW Radio diskutierten Konnan, Court Bauer und MSL kürzlich auch über obskure Taktiken wie sie angeblich bei WWE gang und gäbe sein sollen. Thema waren die Merchandise-Verkäufe. Nachfolgend ein Zitat, welches man wohl durchaus als kontrovers bezeichnen darf:
„Als CM Punk so richtig heiß war und damit begann mehr Merchandise zu verkaufen als John Cena, ich kenne Leute die im Merchandise-Bereich der Company arbeiten, ich kenne Leute die in den Hallen arbeiten und das Merchandise verkaufen, und ich kann euch ganz genau sagen was WWE getan hat: Sofort als John Cena von CM Punk übertroffen wurde, kreierten sie drei neue zusätzliche John Cena Designs, sie weigerten sich aber ein zweites CM Punk Design zu kreieren und sie begannen damit absichtlich weniger CM Punk Merchandise zu produzieren. Auf jedes Punk-Shirt in den Hallen, kamen 3 Cena-Shirts, sie verdreifachten die Menge an Cena-Shirts und hatten dreimal so viele John Cena Designs. Wenn also 10 Shirts in der Halle angeboten wurden, waren davon neun von Cena und nur eines von Punk. Die Punk-Shirts waren natürlich umgehend ausverkauft da man nicht genug da hatte und am Ende des Abends konnten sie sagen „Oh, John Cena hat viermal so viel Merchandise verkauft wie CM Punk“. Natürlich hat er das. Weil ihr mit Absicht eine Situation geschaffen habt, die es CM Punk unmöglich machte mehr Merchandise zu verkaufen als John Cena.“
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Darby Allin über Jack Perry: "Er kann sein wahres Ich sein."
Jack Perry beeindruckte die Fans bei seinem Wechsel zu NJPW zunächst mit seinen Auftritten als „Scapegoat“ und seit seiner Rückkehr zu AEW hat sich Perrys Charakter weiterentwickelt und verändert. Seit der Gründung von AEW sind Darby Allin und Jack Perry als zwei der vier festen Säulen des Unternehmens bekannt. In einem Interview mit Justin Barrasso von Sports Illustrated verriet Darby Allin seine Gedanken zu Jack Perrys Rolle und bemerkte, dass Perrys aktueller Erfolg seine wahre Persönlichkeit widerspiegelt.
„Es ist ziemlich cool zu sehen, was Jack jetzt macht. Alle sagen immer, dass ein professioneller Wrestler am besten ist, wenn er sich selbst an die Spitze treibt. Im wirklichen Leben ist er ein Idiot. Er ist anspruchsvoll. Also kann er sein wahres Ich sein. Ich habe das Gefühl, dass er für sein schlechtes Benehmen (welche zu seiner Suspendierung führte) belohnt wurde.", so Allin.
Queen Aminata: Belästigung durch aufdringliche Fans
Nachdem in den vergangenen Monaten bereits mehrere weibliche Stars der WWE und AEW von aufdringlichen und belästigenden Fans berichteten, meldet sich nun auch AEW-Star Queen Aminata mit einer ähnlichen Erfahrung. Sie berichtet von einem Fan, dessen Verhalten weit über eine normale Fan interaktion hinaus ging. In einer auf Social Media geteilten Nachricht enthüllte Aminata, dass ein Fan während ihres Aufenthalts in New York eine schwerwiegende persönliche Grenze überschritten hatte. Die Person hatte auf unbekannte Weise ihre Hotelinformationen erlangt und es geschafft, Blumen direkt auf ihr Zimmer liefern zu lassen - versehen mit ihrem vollständigen Namen und ihrer Zimmernummer.
Der Vorfall wirft ernste Fragen bezüglich Privatsphäre und Sicherheit auf und veranlasste Aminata, sich öffentlich zu äußern. Sie erinnert Fans daran, dass bestimmte Grenzen niemals überschritten werden sollten.
„Seid Fans. „Ein Fan hat mir Blumen in mein Hotel in New York geschickt, inklusive meines Namens und meiner Zimmernummer.“ Aminata fügte hinzu: „Stellt euch vor, wie ich mich an diesem Tag und an den Tagen danach gefühlt habe… ihr müsst wirklich damit aufhören.“😡
Bryan Danielson und die "Yes"-Chants: Ein Konflikt mit der WWE?
Bryan Danielson gehört zu den beliebtesten und einflussreichsten Wrestlern seiner Generation. Der Mann, der einst mit seinen lauten „Yes“-Chants WWE-Arenen zum Beben brachte, hat nun bei AEW eine neue Heimat gefunden - doch selbst dort verfolgt ihn die Vergangenheit. Im Rahmen seines Auftritts beim Starrcast Texas 2025 teilte Danielson mit, dass ihn kürzlich eine Nachricht von WWE erreicht habe. Die Botschaft war nicht als explizite rechtliche Drohung formuliert, doch der Ton der Nachricht ließ darauf schließen, dass WWE mit der Situation unzufrieden sei.
Für Danielson war die Situation allerdings eher absurd. Er erklärte, dass es schlicht unmöglich sei, Fan-Chants zu kontrollieren - und stellte die rhetorische Frage, ob WWE ernsthaft plane, an Tausende Fans Unterlassungserklärungen zu verschicken. Dabei wurde auch die Diskussion über Gesten als geistiges Eigentum aufgegriffen.
Trotz der Kritik, die mitschwang, zeigte Danielson Verständnis für die Position von WWE. Er betonte, dass jeder seine eigenen Werte habe und diese eben nicht immer mit seinen übereinstimmen müssten. Seine Wertschätzung für die Zeit bei WWE sei dennoch ungebrochen. Interessanterweise verriet er, dass die WWE nie sein eigentliches Karriereziel gewesen sei. Als er mit dem Wrestling begann, wollte er vor allem in Japan arbeiten. Sein Idol war Dean Malenko und seine Vorstellungen einer Karriere orientierten sich eher an einer sportlich-technischen Laufbahn als an der showorientierten Präsentation von WWE.
Walter Hahn: Zwischen Titelverteidigung und SpeakingOut-Skandal
Er ist das Gesicht von der WWE-England-Liga NXT UK und seit über 500 Tagen WWE United Kingdom Champion - ein Ende ist nicht in Sicht. Der Wiener Walter Hahn hat sich in kürzester Zeit zu einem der besten Wrestler der Welt entwickelt. Dann kam Corona, legte die Liga lahm und stoppte seinen rasanten Aufstieg.
Über sechs Monate konnte er kein Match mehr absolvieren. In dieser Zeit erreichte auch der #SpeakingOut-Skandal die Liga und erschütterte sie in ihren Grundfesten. Die gesamte Zukunft von WWE NXT UK stand auf dem Spiel. Jetzt ist die Leidenszeit vorüber und die Wrestler steigen endlich wieder in den Ring. Alle mit nur einem Ziel: den 1,93 Meter und 135 Kilogramm schweren Walter vom Thron zu stoßen. Allen voran Ilja Draugunov, Titelanwärter Nummer eins.
Walter über den #SpeakingOut-Scandal: "Ich hatte damit ja gar nichts zu tun, auch in meinem engsten Kreis war niemand betroffen. Aber es war schon eine Überraschung, weil ich eigentlich alle immer für erwachsene Menschen halte, die sich zu benehmen wissen. Es ist aber gut, dass vieles angesprochen wurde und dadurch auch einiges entlarvt werden konnte. Mental hat mich das aber nicht beeinflusst."
Brock Lesnar: Ungeplanter Abgang bei Monday Night Raw
In den letzten Tagen wurde mehrfach über den ungeplanten Abgang von Brock Lesnar während der letzten Ausgabe von Monday Night Raw, und über die vermeintlichen geschäftlichen Differenzen zwischen dem amtierenden World Champion und WWE, die zu besagtem „Walkout” wesentlich beigetragen haben sollen, berichtet. Dave Meltzer, der die Geschichte von Lesnars Abgang als erster publik machte, bestätigte am Wochenende im Wrestling Observer Radio erneut, dass immer noch nicht zu 100% klar ist, was genau der Grund für Lesnars Verhalten bzw. den lautstarken Streit zwischen ihm und Vince McMahon war.
Es heißt nur, dass sich beide lautstark angeschrien haben sollen - und zwar so laut, dass einige vor dem Büro stehende Angestellte schon in Sorge geraten sein sollen, und zwar in allererster Linie in Sorge um Vince. Nach dem Vorfall fragten Mitarbeiter des Creative Teams bei Vince nach, ob sie Alternativpläne für Wrestlemania 31 ausarbeiten sollen. Vince soll geantwortet haben, dass man diese Pläne nicht brauchen werde, da sicher sei, dass Lesnar bei Wrestlemanian 31 antreten wird, denn er sei vertraglich dazu verpflichtet. Andernfalls werde man Lesnar verklagen. Vor diesem Hintergrund gehen nach wie vor die meisten Personen innerhalb von WWE davon aus, dass Lesnar bei Wrestlemania 31 antreten und sein Match worken wird.
