WWE-Stars und Leukämie: Einblicke in die Kämpfe von Roman Reigns und Hulk Hogan

Die Welt des Wrestlings wurde in den letzten Jahren von Nachrichten über Leukämieerkrankungen einiger ihrer bekanntesten Stars erschüttert. Besonders die Fälle von Roman Reigns und Hulk Hogan rückten die Krankheit in den Fokus der Öffentlichkeit und warfen Fragen über die verschiedenen Formen, Behandlungsmethoden und den Umgang mit solchen Diagnosen auf.

Roman Reigns: Ein Kämpfer im und außerhalb des Rings

Im Oktober 2018 schockierte Roman Reigns die WWE-Fans mit der Nachricht, dass er an Blutkrebs erkrankt ist. Anfang der Woche hat Roman Reigns nun nach nur vier Monaten seine Rückkehr verkündet und eingeleitet.

„Mein echter Name ist Joe und ich kämpfe bereits seit elf Jahren gegen Leukämie", startete der Cousin von Dwayne "The Rock" Johnson (46, "Skyscraper") sein bewegendes Statement. Nun sei die Krankheit allerdings akut zurückgekehrt und er fühle sich deswegen derzeit außerstande, weiterhin als Profi-Sportler aktiv zu sein.

Er stelle seinen Titel deswegen zur Verfügung und werde nun nach Hause gehen, um sich dort besser auf seine Gesundheit und seine Behandlungen konzentrieren zu können. "Ich werde das besiegen, ich komme wieder und ihr werdet mich sehr, sehr bald wiedersehen", rief Reigns mit Tränen in den Augen seinen Fans zu. Für den US-Amerikaner, der bürgerlich Leati Joseph Anoa'i heißt, ist es bereits die zweite Leukämie-Erkrankung. Bereits mit 22 Jahren kämpfte er gegen den Krebs.

Reigns Leukämie-Diagnose im Jahr 2018 war also die Zweite, die bei ihm festgestellt wurde, nachdem die Krankheit zum ersten Mal im Alter von 22 Jahren aufgetreten war. Er hat bereits gesagt, dass sich seine erste Diagnose wie ein Todesurteil anfühlte, als er sich der NFL-Franchise der Minnesota Vikings für sein Rookie-Camp in der Free Agency anschloss.

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Reigns hat - wie er in einer von WWE produzierten Doku über seinen Weg zurück in den Ring bestätigte - chronische myeloische Leukämie (CML), eine nicht im eigentlichen Sinne heilbare, aber weniger aggressive Variante von Blutkrebs, die ihn bereits mit Anfang 20 erwischt hatte. Sie werde medikamentös behandelt.

Diese Bestätigung gab eine endgültige Antwort auf oft gestellte Fragen der Fans, wegen derer sich zuvor schon eine englische Krebshilfe-Organisation um Aufklärung bemüht hatte: CML erfordert keine Chemotherapie, weshalb Reigns weder seine Haare verlor noch seinen athletischen Körperbau.

Als Antwort weist die Stiftung zunächst dass Blutkrebs nicht gleich Blutkrebs ist: "Akute Leukämie ist aggressiv und muss aggressiv behandelt werden. Chronische Leukämie ist unheilbar, aber behandelbar."Vor diesem Hintergrund hält die Leukämie-Hilfe fest: "Keiner von uns ist in der Position, seine Behandlung und sein Aussehen zu beurteilen." Reigns' noch immer volles Haar? "Leukämie-Behandlung kann zum Ausfall der Haare führen, zum Ausdünnen, aber auch zu keinerlei Haarausfall." Sein Fitnesszustand? "Leukämie kann zu Gewichtsverlust führen. Leukämie kann aber auch zu Gewichtszunahme führen. Es gibt keine festgelegte Art und Weise, wie Leukämie auszusehen hat."

Auch ein WWE-Fan räumt mit Vorurteilen anDie Organisation verweist auch auf den Blog des WWE-Fans Kris Griffin, der selbst seit 11 Jahren am Blutkrebs-Typ CML (Chronische myeloische Leukämie) leidet und festhält: "Ich habe nie meine Haare verloren und nie eine traditionelle Chemotherapie gemacht."

Er wird medikamentös behandelt mit einem so genannten Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI), der im Jahr 2001 zugelassen wurde und als medizinische Revolution gilt, die die Lebensqualität von CML-Patienten stark verbessert hat. Griffin berichtet, dass seine Gesundheit natürlich trotzdem beeinträchtigt sei, dass er aber dennoch normal seinem Arbeitsleben nachgehe.

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Etwas Kritik an Reigns äußert er daran, dass dieser selbst seine Geschichte nicht detaillierter erzählt, was zur Aufklärung beitragen würde.

Reigns berichtete, dass die Erkrankung durch Bluttests der WWE-Ärzte festgestellt wurde, die einen verdächtig erhöhten Wert seiner weißen Blutkörperchen zeigten. Es war die Erklärung für die körperlichen Symptome, die Reigns bemerkt hatte, er berichtete von verstärkten Müdigkeitsgefühlen.

In einem Journalistengespräch am 7. März erklärte Reigns außerdem, dass aufgrund der Erkrankung seine Milz vergrößert war, was einen schwerwiegenden Ringunfall zur Folge hätte haben können: "Ein missglückter Schlag in meine Bauchgegend, eine falsche Landung darauf - man weiß nicht, was hätte passieren können. Ich danke Gott, dass er auf mich aufgepasst hat."

In der WWE-Doku berichtete der "Big Dog" außerdem, dass er als Nebenwirkung seiner Behandlung mit Arthritis zu rechnen hat.

"Ich habe einen etwas anderen Blick auf mich selbst", schilderte Roman Reigns im SPORT1-Interview im August 2019 sein persönliches Empfinden seit seiner Ring-Rückkehr: "Vorher ging es mir darum, so hart wie möglich zu arbeiten, dafür habe ich mein eigenes Wohl auch hinter meine Verantwortung für das große Ganze gestellt, für meine Kollegen, für meine Familie. Mein Gedanke war: Ich muss immer 100 Prozent geben, um dieser Verantwortung gerecht zu werden. Jetzt ist es etwas anders: Es geht nun darum, auf meinen Körper zu hören, auf meine Gesundheit zu achten, meine Ernährung."

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Reigns hatte sich nach seiner Diagnose zunächst weitgehend ins Private zurückgezogen, schon bald aber hatten sich die Nachrichten gemehrt, die nahelegten, dass er seine Krankheit gut meisterte. "Roman geht es hervorragend", berichtete sein Freund und WWE-Kollege Seth Rollins schon Ende Dezember bei einem Interview mit einem Lokalsender der Fox-Gruppe.

Im neuen Jahr offenbarte sich dann, dass Reigns Projekte außerhalb des Rings vorantrieb: Er feierte in "Hobbs and Shaw" sein Hollywood-Debüt an der Seite von Dwayne "The Rock" Johnson und spielte eine Gastrolle in der Kinderserie "Cousins for Life" bei Nickelodeon.

Sein Comeback-Match bestritt Reigns am 10. März 2019 bei der Großveranstaltung Fastlane. Zusammen mit Rollins und Dean Ambrose (kurz darauf als Jon Moxley zur Konkurrenzliga AEW gewechselt) formierte er nochmal die Gruppierung The Shield und besiegte Baron Corbin, Drew McIntyre und Bobby Lashley. Während des Main Event Matches bei WrestleMania am Samstag sagte Pat McAfee als Kommentator, dass Roman Reigns immer noch gegen Leukämie kämpfe.

„Ich nehme immer noch orale Chemotherapie, das ist ein Medikament, das ich wahrscheinlich mein ganzes Leben lang nehmen muss. Es ist nur ein Teil meines persönlichen Kampfes. Es beeinträchtigt mich nicht, Gott sei Dank, ich bin immer noch in der Lage zu kämpfen. Ich glaube, jeder in meiner Position würde sagen: Gesundheit ist Reichtum. Solange ich meine Leistung bringe. Uns geht es gut. Wir sind noch in Remission. Vor WrestleMania 36 war Roman Reigns für ein Match gegen Goldberg vorgesehen.

Roman Reigns ist seit etwas mehr als drei Jahren WWE Universal Champion und der absolute Topstar der Company.

Roman Reigns wird seinen Undisputed WWE Universal Champion Titel zum zweiten Mal in Folge gegen Cody Rhodes verteidigen. Unabhängig vom Ausgang seines Matches gegen Cody Rhodes bei WrestleMania XL am Sonntag wird der „Tribal Chief“ Berichten zufolge eine Auszeit beanspruchen.

Hulk Hogan: Eine Ikone, die im Stillen litt

Eine Woche nach dem plötzlichen Tod von Wrestling-Legende Hulk Hogan (†71) ist nun auch die offizielle Todesursache bekannt. Der US-Amerikaner ist im Alter von 71 Jahren verstorben. Inzwischen ist auch die offizielle Todesursache bekannt.

Wrestling-Ikone Hulk Hogan ist am Donnerstag in seiner Heimat Clearwater im Bundesstaat Florida verstorben. Dies bestätigte sein Manager Chris Volo dem TV-Sender "NBC". Der 71-Jährige verstarb nach einem "akuten Myokardinfarkt", besser bekannt als Herzstillstand. Die Todesursache wurde in einem Bericht des forensischen Wissenschaftszentrums von Pinellas Country offiziell bestätigt.

Wie aus Unterlagen der "New York Post" hervorgehen soll, litt Hogan schon länger an Vorhofflimmern, was oft zu einem unregelmäßigen und zu schnellen Herzschlag führt. Zudem soll bei ihm eine chronisch lymphatische Leukämie diagnostiziert worden sein. Dabei handelt es sich um eine Form von Blutkrebs, die weiße Blutkörperchen befällt.

Der US-Star hatte seine Krebserkrankung, die als mitursächlich für seinen Tod angegeben worden sein soll, nie öffentlich gemacht.

Laut "TMZ" war am Todestag von Hogan um zehn Uhr ein Notruf eingegangen. Rettungskräfte konnten jedoch nur noch den Tod des langjährigen Gesichts der Wrestling-Ligen WWE (früher noch WWF) und WCW feststellen.

Erst kurz vor seinem Tod dementierte Hogans Ehefrau, dass er nach mehreren Operationen im Koma gelegen hätte, sie versicherte, dass sein Herz "stark" sei.