Randy Orton: Aufstieg zum WWE-Champion und Karrierehöhepunkte im Jahr 2009

Randall Keith Orton, besser bekannt als Randy Orton, wurde am 1. April 1980 in St. Louis, Missouri, geboren. Bereits sein Großvater und Vater waren Wrestler, wobei sein Vater, Cowboy Bob Orton, in der WWF tätig war.

Die Anfänge

Randy Orton begann früh mit dem Wrestling und wurde professionell trainiert. Er lernte von Wrestlern wie Ron Powers, Gary Jackson und Mark Bland. 1999 trat er dem South Broadway Athletic Club bei und wrestlete in St. Louis unter der Führung seines Vaters. Hier zeigte die WWE erstmals Interesse.

Im Jahr 2001 bestritt er sein erstes Match für die WWE gegen Billy Gunn. Orton musste zunächst in der OVW wrestlen, wo er unter anderem von seinem Vater Bob Orton, Danny Davis, Doug Basham und Nick Dinsmore (Eugene) trainiert wurde. Sein Debüt feierte er am 25. April.

Aufstieg zum Legend Killer

Orton fehdete bei SmackDown! sofort gegen den Undertaker und baute sich mit dieser Fehde seinen Ruf als Legendkiller auf. Er besiegte den Undertaker beim SummerSlam 2005 und bei No Mercy 2005. Der Taker gewann unter anderem ein Hell in a Cell Match und bei WrestleMania 22. Nachdem die Fehde beendet war, wurde er zu Raw gedraftet.

2003 trat er dem Stable „Evolution“ bei, das von Triple H geleitet wurde. Die anderen Mitglieder waren Ric Flair und später auch Batista. Beim SummerSlam gewann er den World Heavyweight Title von Chris Benoit. Randy Orton musste anschließend die Evolution verlassen, weil Triple H ihn verraten hat. Nach einem Monat verlor Orton den World Heavyweight Title an Triple H.

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Fehde mit John Cena und WWE Championship Siege

Randy Orton fehdete Mitte des Jahres 2007 mit John Cena. Bei Unforgiven 2007 gewann Orton durch DQ, wodurch John Cena weiterhin WWE Champion blieb. Bei No Mercy 2007 sollten die beiden in einem Last Man Standing Match aufeinandertreffen. Aufgrund einer Brustmuskelverletzung Cenas eine Woche zuvor bei Raw kam es jedoch nicht zu diesem Match.

Randy Orton wurde der WWE Champion Titel zugesprochen, da dieser für vakant erklärt wurde. Triple H kam jedoch heraus und forderte ein Titelmatch, das er gewann. Noch am selben Abend musste Triple H gegen Umaga um den Titel antreten, was er ebenfalls gewann. Orton forderte am selben Abend einen Rückkampf und bekam ihn von Mr. McMahon zugesprochen. Orton gewann in einem Last Man Standing Match und wurde somit zwei Mal an einem Abend WWE Champion.

Einen Tag später bei Raw sollten alle Superstars Orton die Hand schütteln. Shawn Michaels kam jedoch heraus und verpasste Randy Orton eine Sweet Chin Music. Beim Cyber Sunday 2007 verlor er ein Titelmatch gegen Shawn Michaels, behielt den WWE Champion Titel aber aufgrund einer Disqualifikation. Bei der Survivor Series 2007 verteidigte er seinen Titel gegen Michaels durch Pin. Bei Armageddon 2007 verteidigte er den Titel gegen Chris Jericho mit Hilfe von JBL.

Rivalität mit Jeff Hardy und John Cena

Orton fehdete nun gegen Jeff Hardy. Sie lieferten sich bei Raw atemberaubende Matches mit waghalsigen Wrestling Moves. Beim Royal Rumble konnte er seinen Titel gegen Jeff Hardy verteidigen. Nach der überraschenden Rückkehr von John Cena fehdete er nun gegen ihn. Orton verlor das Match bei No Way Out, indem er sich disqualifizieren ließ. Er gab dem Ringrichter eine Backpfeife. Weil Orton sich disqualifizieren ließ, bekam John Cena einen Rückkampf bei WrestleMania. Allerdings wurde dies ein Triple Threat Match, da sich Triple H bei No Way Out 2008 im Raw Elimination Chamber für den WWE Titelkampf qualifizierte. Bei WrestleMania 24 konnte er den Titel gegen Cena und Triple H verteidigen.

Bei Backlash 2008 traf Randy Orton in einem Fatal Four Way Match auf JBL, John Cena und Triple H. Er verlor den Titel an Triple H nach einem Pedigree. Anschließend löste Orton seine Rückmatchklausel für den Judgment Day 2008 ein. Dort kam es zu einem Steel Cage Match gegen Triple H, das Triple H erneut gewann. Auch bei WWE One Night Stand verlor er ein Last Man Standing Match gegen HHH. Dabei zog sich Orton einen Schlüsselbeinbruch in der linken Schulter zu und fiel 4-5 Monate aus.

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In der Zwischenzeit gab er bei Raw mehrere Promos und es deutete sich kurz nach dem SummerSlam eine Fehde mit CM Punk an. Bei Unforgiven kickte Randy Orton Backstage CM Punk gegen den Kopf und sorgte somit für den Titelverlust des Mannes aus Chicago. Sein PPV Comeback feierte er dann bei der Survivor Series in einem 5 on 5 Survivor Series Elimination Tag Team Match, wo er zusammen mit Cody Rhodes, Shelton Benjamin, Mark Henry und William Regal das Team von Batista, Matt Hardy, Kofi Kingston, CM Punk und R-Truth besiegte.

Gründung von The Legacy

In dieser Zeit gründete Randy Orton dann auch ein Stable mit dem Namen „The Legacy“. Anfangs waren nur Manu und Cody Rhodes mit ihm im Stable, etwas später kam auch noch Sim Snuka für eine kurze Zeit dazu. Inzwischen verlor er bei WWE Armageddon 2008 ein Einzelmatch gegen Batista, welchen Orton bei der Raw Ausgabe dann ins Krankenhaus kickte. Danach folgte der Rausschmiss von Sim Snuka und Manu und Ted DiBiase wurde das 3. und bisher letzte Mitglied der Legacy.

Royal Rumble Sieg und Fehde mit den McMahons

Eine Woche vor dem Royal Rumble kickte der Legend Killer Vince McMahon ins Spital und eine Fehde mit den McMahons begann. Beim Royal Rumble 2009 konnte Randy Orton zum ersten Mal in seiner Karriere die Battle Royal für sich entscheiden, indem er Triple H als letztes eliminierte.

Nach dem Royal Rumble legte sich Shane McMahon mit Randy Orton an und es folgte ein Match der beiden bei WWE No Way Out 2009. Randy Orton konnte das Match nach einem RKO aus dem Nichts gewinnen und einen Tag später kickte Randy Orton auch Shane McMahon ins Krankenhaus und verpasste Stephanie McMahon-Levesque einen RKO. Das wurde Triple H dann zu viel und eine erneute Fehde der ehemaligen Freunde begann. In dieser Fehde wurde es sehr persönlich und es gab vor allem einen Einbruch von Hunter in das Haus von Randy Orton. Zwei Wochen später verpasste Randy Orton der Frau von Triple H einen DDT und küsste sie danach vor den Augen von Levesque.

Bei WrestleMania verlor Randy Orton einen sehr enttäuschenden Main Event gegen Triple H. Die Fehde ging allerdings weiter und nur einen Tag nach WM25 wurde Orton von Batista attackiert, der seine Rückkehr feierte. Danach gab es eine Fehde zusammen mit der Legacy gegen Batista, Triple H und Shane McMahon. WWE Backlash 2009 war der PPV, bei dem sich Randy Orton zum 3. Mal die WWE Championship sicherte und somit seinen 4. World Titel errang. Nach dem Match wurde Triple H ins Krankenhaus geliefert und Randy Orton hat somit die ganze McMahon Familie ins Krankenhaus gekickt.

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Weitere Titelverteidigungen und Fehden

Nach dem PPV gab es eine Fehde mit Batista, welche beim PPV WWE Judgment Day 2009 ihren Höhepunkt fand. Randy Orton musste seinen Titel gegen The Animal verteidigen. Er schaffte es zwar, aber nur durch DQ. Danach kam es zum Comeback vom Nature Boy Ric Flair welcher Orton attackierte.

Bei WWE Extreme Rules trafen die beiden ehemaligen Evolution Mitglieder erneut aufeinander. Diesmal wurde die WWE Championship in einem Steel Cage Match ausgefochten. Randy Orton verlor dieses Match nach zirka 8 Minuten, konnte sich jedoch bereits 1 Woche später den Titel bei Monday Night Raw wieder holen. Am 22. Juni verteidigte Randy Orton seinen Titel gegen Triple H in einem Last Man Standing Match und bei The Bash bezwang er Hunter in einem 3 Stages of Hell Match.

Beim nächsten PPV der WWE, Night of Champions, musste er seinen Titel in einem Triple Threat Match gegen John Cena und Triple H aufs Spiel setzen, konnte ihn aber trotzdem erfolgreich durch die Hilfe der Legacy verteidigen. Der zweitgrößte PPV der WWE, SummerSlam, stand an. Randy Orton gewann nach 4 Jahren wieder ein SummerSlam Match. Er konnte seinen Titel gegen John Cena nach mehreren Restarts erfolgreich verteidigen. Ein weiteres Match der beiden wird es bei Breaking Point 2009 geben. Dieses Mal treffen die beiden in einem I Quit Match aufeinander.

Verlust und Rückgewinnung der WWE Championship

Bei WWE Breaking Point 2009 musste sich Randy Orton in einem „I quit“ Match um die WWE Championship John Cena geschlagen geben. Nach Fortlauf der Fehde gelang es dem Legend Killer allerdings, sich das Gold bei Hell in a Cell 2009 zurückzuholen. Weiterhin behauptete sich Cena als Hauptherausforderer und konnte Randy Orton dann in einem 60 Minuten Iron Man Match besiegen und somit erneut WWE Champion werden.

Die heftigsten Highlights der „Viper“

Seit mehr als zwei Jahrzehnten prägt Randy Orton das Geschehen in der WWE wie kaum ein anderer: mal gnadenloser Gegner, mal verbündeter Psychospieler, aber immer unberechenbar wie eine gezischte Schlange kurz vor dem Angriff.

Legacy: Vom Lehrling zum Meister

Als Teil der Evolution war er einst selbst zum Topstar gereift, nun hatte Orton seine eigene Gruppe. Zur Legacy gehörten Cody Rhodes und Ted DiBiase jr. Die Kandidaten Sim Snuka und Manu hatten sich als ungeeignet erwiesen. Aber auch ein Trio reichte aus, um für Furore zu sorgen.

Das Meisterstück der Legacy war der Sieg der „Viper“ im Royal Rumble Match am 25. Januar 2009. Die letzten vier verbliebenen Männer hießen ausgerechnet DiBiase, Rhodes, Orton und Triple H. Zwar hatte „The Game“ keine Probleme, die beiden unerfahrenen Legacy-Mitglieder aus dem Weg zu räumen. Doch die „Viper“ nutzte die Gunst der Stunde und warf ihren einstigen Ziehvater hinterrücks über das oberste Seil. Echte Teamarbeit also.

Ein langes Leben war der Legacy allerdings nicht vergönnt, nach nicht einmal eineinhalb Jahren folgte schon wieder die Trennung.

Der beste RKO aller Zeiten

Der RKO - ein Wortspiel mit den Initialen von Randall Keith Orton - ist zweifellos einer der beliebtesten Finisher aller Zeiten. Der Move kann zu jeder Zeit, aus fast jeder Position und gegen jeden erdenklichen Gegner ausgeführt werden. Das macht ihn besonders effektiv.

In den letzten 20 Jahren haben wir Hunderte von RKOs gesehen, von denen viele unvergesslich geblieben sind. Doch am 12. Juli 2010 übertraf sich die „Viper“ selbst und zeigte den vielleicht stärksten RKO aller Zeiten bei Raw. Evan Bourne setzte gerade zu seiner Shooting Star Press an, als Orton blitzschnell reagierte und den heranfliegenden Gegner, der sich genau in diesem Moment rückwärts um die eigene Achse drehte, punktgenau mit einem RKO empfing. Weltklasse!

Undisputed WWE-Champion: Ein Wiedersehen mit John Cena

Was niemand mehr zu glauben wagte, geschah im Sommer 2013: Randy Orton kehrte zu Triple H zurück. Beim SummerSlam am 18. August 2013 löste er seinen Money-in-the-Bank-Koffer ein und entthronte WWE-Champion Daniel Bryan. Dieser Titelgewinn führte zu einem Tables, Ladder and Chairs Match gegen John Cena bei der gleichnamigen Großveranstaltung am 14. Dezember 2013.

Das Besondere: Nicht nur die WWE Championship von Randy Orton stand auf dem Spiel, sondern auch der World Heavyweight Title des „Chain Gang Commander“. Die Rivalen lieferten sich einen großen Kampf, der erst nach 25 Minuten entschieden war. „Das war sicherlich eines der größten Matches meiner Karriere“, verriet der Sieger. „Ich habe mir alle Zeit der Welt genommen, um diesen Moment zu genießen.“

Randy Orton hatte es geschafft: Im Alter von 33 Jahren war er nun einstimmiger und unangefochtener WWE World Heavyweight Champion.

Mit dem Teufel getanzt: Randy Orton in der Wyatt Family

Die Vendetta mit Bray Wyatt gehört wohl zu den ungewöhnlichsten Geschichten in der langen WWE-Karriere von Randy Orton. Schließlich musste er sich zeitweise selbst der Wyatt-Familie anschließen.

Offiziell wurde der Beitritt durch die Hilfe von Luke Harper und Bray Wyatt bei einem Match Ortons gegen Kane bei SmackDown am 1. November 2016. Bei TLC vier Wochen später gewannen die „Viper“ und der „Cult Leader“ sogar die SmackDown Tag Team Titles von Heath Slater und Rhyno.

Trotzdem kaufte ihm kaum jemand seine Hingabe zur Wyatt Family ab. Dazu hätte er zumindest sein Ring-Outfit anpassen müssen. Vielmehr schien er nur mit Bray Wyatt zu spielen und auf den richtigen Moment zu warten. Insofern spannend, als sich Wyatt selbst bis dahin als Meister der Kopfspiele erwiesen hatte. Zum Bruch sollte es dann wenige Monate später kommen, nachdem Orton zum zweiten Mal den Royal Rumble gewonnen hatte.

Das alles führte dann zu zwei recht kuriosen Matches.

Randy Orton über das Jahr 2009

Randy Orton blickt auf eine über zwanzigjährige Karriere in der WWE zurück, doch wenn er heute auf seine Laufbahn zurückschaut, gibt es ein Jahr, das sich für ihn besonders eingebrannt hat: 2009. In einem aktuellen Interview mit Billboard sprach Orton darüber, wie sich in diesem Jahr für ihn alles veränderte, insbesondere seine Einstellung zum eigenen Charakter. Er erinnerte sich daran, dass es damals zum ersten Mal bei ihm „Klick“ gemacht habe. Die Art, wie er sich bewegte, sprach, dachte - alles wurde verändert, um eine neue, unberechenbare Persona zu erschaffen. „Ich habe einfach losgelassen und mich ein bisschen verrückter verhalten“, erklärte er rückblickend.

Was diese Version von Orton jedoch besonders prägte, war seine brutale und gnadenlose Auseinandersetzung mit der Familie McMahon. In einem legendären Segment fesselte er Triple H mit Handschellen an die Ringseile und attackierte vor dessen Augen Stephanie McMahon. Vince McMahon verpasste er einen verheerenden Punt Kick, auch Shane McMahon wurde attackiert - kein Familienmitglied blieb verschont. „Ich glaube, es ging darum, dass man mir ’2009 eine Chance gegeben hat - und ich habe einen Homerun damit geschlagen“, so Orton. Das Segment mit Stephanie bezeichnete er sogar als einen der stärksten Momente seiner Karriere.

Diese Darstellung von Orton als kaltblütiger Psychopath mit sadistischen Zügen hat sich tief ins kollektive Gedächtnis der Wrestling-Community eingebrannt. Viele Fans bezeichnen den Orton von 2009 noch heute als eine der furchteinflößendsten Figuren in der Geschichte des Pro-Wrestlings. Seine düstere Aura war so überzeugend, dass sie weit über den Sport hinaus wirkte. In den sozialen Medien ist die Figur zu einem Meme geworden - mit Fans, die scherzhaft behaupten, sie würden sich sogar dem Orton von 2009 stellen, nur um Telefonnummern potenzieller Partner zu bekommen.

Entrance Theme „Voices“

Neben der Reflektion seiner 2009er Heel-Rolle sprach Orton im selben Interview auch über eine andere Konstante seiner Karriere: sein Entrance Theme „Voices“ von Rev Theory. Nach seiner schweren Rückenverletzung und der monatelangen Pause im Jahr 2023 stand Orton kurz davor, einen musikalischen Neuanfang zu wagen. WWE plante ursprünglich, ihm eine neue Musik zu geben, insbesondere wenn es zu einem großen Storywechsel oder einem Heel Turn kommen sollte.

„Ich wollte meine Musik ändern“, gab Orton offen zu. „Es war nie mein absolutes Lieblingslied. Doch dann geschah etwas, das seine Meinung änderte. Auf einer WWE-Tour in Frankreich, genauer gesagt in Lyon sang die gesamte Arena das Lied von Anfang bis Ende mit. „Der ganze Ort sang meinen Song Wort für Wort, und von da an sang die Menge an jedem Ort, bei jeder Show, egal wo wir waren, mehr oder weniger meinen Song oder versuchte zumindest, ihn zu singen.“ Dieser Moment war für Orton so kraftvoll, dass er seine Entscheidung revidierte. Er räumte ein, dass er den Song nie so sehr geliebt habe wie andere Stars ihre Themes, aber der emotionale Wert, den er mittlerweile für die Fans habe, sei nicht zu ersetzen.

„Rev Theory ist großartig. Mein Song ist großartig. Viele Leute mögen es. Ich habe es aber nie wirklich geliebt“, erklärte Orton. Die Entscheidung, „Voices“ beizubehalten, ist nicht nur ein Zeichen von Respekt gegenüber den Fans, sondern auch ein Ausdruck dessen, wie sehr sich Orton mit seinem Vermächtnis inzwischen identifiziert.

Konflikt mit Kofi Kingston

Hinter dem WWE-Titelfehde zwischen Kofi Kingston und Randy Orton steckt die Geschichte eines realen Zoffs - der Kofi lange ausbremste. Ein Ruf, der Kofi Kingston jahrelang durch den Kopf gegangen sein muss. Ein Ruf, der seine Karriere langfristig behindern sollte. Ein Ruf, der der aktuellen WWE-Fehde gegen Randy Orton reale Brisanz verleiht.

Die Geschichte begann im Herbst 2009, als Randy Orton der absolute Fokuspunkt von WWE war. Als Champion und "Top Heel", als Erzbösewicht, prägte er die Liga und sollte in dieser Rolle auch der Karriere des jungen Kingston auf die Sprünge helfen. Kingston war damals 27 Jahre alt und eines der heißesten Talente der Liga, Ende 2009 wurde er als Widerpart Ortons in Szene gesetzt: Nach dem Titelverlust der "Viper" gegen John Cena machte Orton Kingston dafür verantwortlich. Kingston hatte während des Matches Ortons Schergen Cody Rhodes und Ted DiBiase (Jr.) vom Ring vertrieben.

Kingston schien auf der Schwelle zum Main Event, zu den Hauptkämpfen zu stehen, zusammen mit Orton lieferte er einen der denkwürdigsten Momente der damaligen Ära: Bei einer RAW-Ausgabe im New Yorker Madison Square Garden am 16. November 2009 rettete er die Legende "Rowdy" Roddy Piper vor Ortons gefürchtetem Punt Kick - es folgte eine Prügelei durch die komplette Arena, unter tosenden Jubel der Fans sprang er am Ende mit einem Boom Drop von einem Geländer und ließ Orton durch einen Produktionstisch krachen.

Als Schlüsselmoment gilt ein Match gegen Orton und John Cena im Januar 2010. Orton ärgerte sich darin über einige Fehler Kingstons, einen an entscheidender Stelle: Kingston stand kurz vor dem Matchende zu früh auf, als Orton ihm seinen RKO-Finisher verpassen sollte und verpatzte damit Ortons übliche, dramatische Inszenierung des Moves.

Offensichtlich war die Viper äußerst aufgebracht über Kofis "Botch": Er schrie zweimal deutlich hörbar "Stupid!" und richtete die Worte "You fucked up!" an seinen Kontrahenten. Kingston war vor der Fan-Community zusätzlich blamiert.

Gerüchten zufolge sprach Orton sich dann persönlich dafür aus, Kingstons Push an die Spitze zu beenden. Für Kingston ein herber Rückschlag, denn auch wenn Orton selbst einige Skandale auf dem Kerbholz hatte, wegen seiner unbestrittenen Klasse im Ring hat sein Wort seit langer Zeit Gewicht hinter den WWE-Kulissen.

Kingston blieb dann tatsächlich in der so genannten "Midcard" stecken, das Money-in-the-Bank-Match gewann stattdessen Jack Swagger. Kofi Kingston erlebte in diesem Jahr bekanntermaßen seinen märchenhaften zweiten Frühling, den er mit dem Gewinn des WWE-Titels gegen Daniel Bryan bei WrestleMania 35 krönte.

Wie viel Ortons Ärger wirklich mit Kingstons Karriere-Knick zu tun hatte, ist fraglich: Die Euphorie um Kingston hatte schon vorher nachgelassen, wohl auch deshalb, weil Kingston von WWE letztlich doch nicht auf Augenhöhe mit Orton präsentiert wurde.

Dass Kingston Orton den Ausbruch noch nachträgt, scheint aber zu stimmen: Schon im Februar fiel aufmerksamen Fans auf, dass Kingston Orton während eines Matches an passender Stelle den Ruf "Stupid! Stupid!" zurückgab.

Durch die Wiederaufnahme der Fehde zwischen Kingston und Orton (in der ihr realer Konflikt von damals mehrfach angedeutet wurde) schließt sich nun, nach fast 10 Jahren, der Kreis endgültig: Es geht in der Rivalität nicht nur um den WWE-Titel, sondern auch um symbolische Vergeltung, um die Beseitigung eines Makels, der Kingston fast zehn Jahre verfolgt hat.

Titel und Erfolge

  • 5 x WWE Champion
  • 1 x World Heavyweight Champion
  • 1 x World Tag Team Championship (mit Edge)
  • 1 x WWE Intercontinental Champion
  • 2 x OVW Hardcore Champion
  • Royal Rumble Sieger