Wrestling Moves lernen: Ein umfassender Leitfaden für Anfänger

Essen - Beim Wrestling ist ja eh alles nur Show! Wer das denkt, sollte mal bei einem Probetraining in einer Wrestling-Schule vorbeischauen.

Die Realität des Wrestling-Trainings

Es riecht nach Schweiß und harter Arbeit in der kleinen Trainingshalle der wXw Wrestling Academy. Ein Tisch samt ein paar Stühlen, diverse Fitnessgeräte, Hanteln, jede Menge riesige Poster, die imposante Wrestler und Tourdaten zieren, und natürlich der große Ring in der Mitte - so in etwa hatte ich mir eine Wrestlingschule auch vorgestellt.

Bei meiner Ankunft tummeln sich bereits knapp zehn Wrestlerinnen und Wrestler im hinteren Bereich der Halle, unter ihnen auch Julian Krücke. Der Coach der Gruppe begrüßt mich freundlich. „Na, dann zieh dich mal um“, sagt er mit einem Grinsen.

Die Bedeutung der Nackenmuskulatur

Fünf Minuten später stehe ich voller Tatendrang wieder vor ihm. Bevor es richtig losgeht, stehen erst einmal Aufwärmübungen auf dem Programm. „Die Nackenmuskulatur ist für Wrestler das A und O“, sagt Trainer Julian. Er weiß, wovon er spricht.

Als „Julian Pace“ steigt der Aachener, der 2015 mit dem Sport begann, mittlerweile auf der wXw Shotgun Tour regelmäßig vor mehreren Hundert Fans in den Ring.

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Zuschauer sind heute keine da. Das ist auch besser so, schließlich trainiert hier die Anfängergruppe der Essener Wrestling-Academy. Den Weg in den Ruhrpott müssen wir antreten, da es in Köln und Umgebung keinen Wrestlingverein gibt.

Keine ulkigen Outfits beim Training

Die Stunde Fahrzeit lässt sich aber gut nutzen, um noch einmal meine potenziellen Wrestling-Alter-Egos durchzuspielen. „The Cologne Hammer“ oder „The rude Dude“ klingen zwar furchteinflößend. Letztendlich entscheide ich mich dann aber doch dazu, mich mit meinem normalen Namen vorzustellen.

Zum Glück habe ich auch auf ein stereotypes Kostüm (Pharao war zuletzt mein Favorit gewesen) verzichtet, denn logischerweise ist hier beim Training keiner so gekleidet, wie man es von amerikanischen Veranstaltungen aus dem Fernsehen kennt. Blamage abgewendet!

Aufwärmen und Konditionierung

Das Aufwärmen hat es in sich. Ein paar Bahnen laufen, ein bisschen dehnen - so wie ich das vom Fußball kenne, läuft es hier nicht ab. Eine ganze Stunde dauert die Prozedur. Zunächst heißt es „sidesteppen“. Acht Minuten ohne Pause, die Hände müssen dabei am Hinterkopf angelegt sein.

Schnell wird mir klar, dass die Schulter- und Nackenpartie bei mir längst nicht so austrainiert ist, wie sie vermutlich sein sollte. Anschließend kündigt Julian ein „lustiges Kartenspiel“ an.

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Amüsant ist das allerdings nur für den „Drill Sergeant“ selbst. Er ordnet zu den verschiedenen Kartensymbolen entsprechende Übungen an und deckt gut gelaunt eine Karte nach der anderen auf. Eine gute halbe Stunde später haben wir alle je 95 Crunches, Jumping Jacks und Hindu-Push-ups sowie 190 Squats in den Knochen. Von den Sonderchallenges der beiden Joker gar nicht zu sprechen.

Obwohl ich noch keinen Fuß in den Ring gesetzt habe, könnte das Training für meinen Geschmack an dieser Stelle schon vorbei sein. Julian hingegen ist zum Scherzen aufgelegt: „Hast du geduscht?“, fragt er einen meiner Leidensgenossen in Anspielung auf sein schweißdurchtränktes T-Shirt.

Erste Schritte im Ring

Nach einer kurzen Trinkpause schnuppern wir das erste Mal Ringluft. Bevor es hier zur Sache geht, stehen einmal Trockenübungen an. Wir beginnen mit Fallübungen. Nach hinten, auf den Bauch bzw. das Gesicht, seitlich per Judorolle, aus dem Sprung - die Kunst des richtigen Fallens ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die Anfängern vermittelt werden. Nur so können die Athleten harte Aktionen ihrer Gegner kompensieren, ohne sich zu verletzen.

Die Kunst des Fallens

Stolze 45 Minuten verbringen meine Mitstreiter und ich damit, an unserer Falltechnik zu feilen. Ein Aspekt, der dabei auch wichtig ist: Je lauter der Knall beim Aufprall, desto spektakulärer.

Generell gilt es, alle Angriffe eines Gegners möglichst realistisch, effektiv und hart aussehen zu lassen. „Selling“ nennt sich das im Fachjargon und gehört zum Wrestling wie der Torjubel zum Fußball.

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Kommt man beispielsweise beim Aufprall recht gerade auf und schlägt zudem mit den offenen Handflächen auf den Ringboden, klingt das, als könnte der Gepeinigte danach nicht mehr aufstehen. In Wahrheit ist allerdings nicht die Härte der Kollision, sondern die Beschaffenheit des aus Holzplatten, Schaumbelag und Stoffbedeckung bestehenden Bodens ausschlaggebend für den mächtigen Lärm, der entsteht.

Grundlegende Wrestling-Moves

Nachdem das richtige Fallen (mehr oder weniger) gut funktioniert, steht endlich Fight-Action auf der Agenda. Nach ein paar Übungen zum Reinkommen fragt mich Julian Pace, welche Wrestling-Moves ich denn so kenne.

Zwar hat mein Wissen über Wrestling seit Ende der 1990er Jahre, als Shawn Michaels und Bret „The Hitman“ Hart die WWF aufmischten, kein Update mehr erfahren, die Kampftechniken allerdings haben sich seitdem kaum verändert.

Und so blamiere ich mich mit meiner Antwort „Clotheline“ zwar nicht, ernte allerdings einige böse Blicke von den restlichen Trainingsteilnehmern. Sie wissen längst, was ich mir hätte denken können. Immerhin haben sie das Vergnügen, mir als Erstes dabei zusehen zu können, wie ich vom Coach in die Seile geschickt und anschließend von seinem rechten Arm niedergestreckt werde.

Schmerz und Realität im Ring

Richtig ausgeführt, übersteht man die spektakulär aussehende Aktion tatsächlich vollkommen schmerzfrei. Das gilt auch für den Bodyslam, bei dem mich der Wrestling-Trainer im Anschluss in die Luft hebt und dann mit dem Rücken voran auf den Ringboden schleudert.

Deutlich mehr Schmerzen verursacht hingegen der sogenannte „Chop“, ein Schlag mit der flachen Hand auf die Brust des Gegners. „Selling“ ist hierbei nicht nötig, der rote Abdruck indiziert: Die Pein ist real.

Während Bon Jovis „It’s my life“ aus den Boxen des kleinen Trainingsraums dröhnt, geht es weiter mit einem Klassiker, dem „European Uppercut“. Aus Beobachtersicht rammt der Wrestler seinem Gegenüber hierbei den Ellbogen mit voller Wucht ans Kinn.

Da das allerdings einen Knock-out zur Folge haben könnte, tricksen die Athleten hierbei selbstverständlich auch. Die Kunst besteht darin, den Kontrahenten mit möglichst viel Armfläche knapp unterhalb des Kinns an der Brust zu treffen. Wird die Aktion mit Tempo durchgeführt, sieht das extrem spektakulär aus.

Die Dauer und das Engagement

Mittlerweile dauert das Training bereits zweieinhalb Stunden. Wie lange hier normalerweise trainiert werde, frage ich eine Mitstreiterinnen. „Drei Stunden sind Standard“, klärt sie mich auf.

Das liegt wohl auch daran, dass viele Schüler der wXw Wrestling Academy eine weite Reise in Kauf nehmen, um ihrem Hobby nachzugehen und sich diese dann auch lohnen soll.

Gelohnt hat sich das Training aus meiner Sicht auch nach zweieinhalb Stunden schon, doch an Aufgeben ist natürlich nicht zu denken - obwohl sich meine Kräfte langsam, aber sicher dem Ende zu neigen. Zum Schluss nutze ich dann noch die Gelegenheit, einen Wunsch loszuwerden.

Spektakuläre Moves vom Turnbuckle

Zu den waghalsigsten Aktionen im Wrestling gehören spektakuläre Moves vom dritten Seil oder dem Turnbuckle, der oberen Ringecke. „Crossed Hand of God“, „Flux Capacitator“ oder „Moonsault Elbow“ - die Namen der Tricks sind ebenso kreativ wie die Flugactions selber.

Wie meine Ausführung heißt, weiß ich nicht genau, aber einen ähnlich coolen Namen hat sie wohl nicht verdient. Immerhin springe ich aus knapp zwei Metern Höhe ab, vollführe in der Luft eine 270 Grad-Drehung und lande wie aufgetragen mit dem Rücken (auf einer Matte) in der Mitte des Rings. Das hat Spaß gemacht!

Coach Julian kann das natürlich nicht so stehen lassen und muss noch einen draufsetzen. Er weist mir einen Platz auf dem Ringboden zu und begibt sich in Position. Mir schwant nichts Gutes, auch meine Trainingspartner aus dem Anfängerkurs schauen gebannt zu - solche Aktionen stehen bei ihnen eigentlich noch nicht auf dem Plan.

Doch bevor ich Zeit habe, es mir anders zu überlegen, steht Julian schon mit ausgestrecktem Ellenbogen schräg in der Luft und stößt einen Schlachtruf aus. Momente später schlägt er ein. Damit ist auch die letzte Feuertaufe bestanden.

Julian hilft mir hoch, bis auf ein paar Kratzer habe ich das Training tatsächlich völlig schadlos überstanden. Ich glaube, das gilt auch für meine Mitstreiter, die ich mit meinen semiprofessionell ausgeführten Wrestling-Schlägen und Moves nicht verletzt habe.

Julian ist jedenfalls zufrieden mit meiner Performance. Für die wXw Shotgun Tour wäre ich zwar noch kein Kandidat, aber das war auch nicht wirklich mein Ziel.

Nach drei Stunden vollem Einsatz bin ich erst einmal froh, heil aus dem Ring zu steigen. Spaß gemacht hat der Ausflug zum Wrestling allemal. Ambitionen, der nächste Hulk Hogan zu werden, habe ich zugegebenermaßen allerdings nicht. Diese Rolle überlasse ich lieber Trainer Julian Pace, der mit seinen Kollegen noch das ganze Jahr auf Tour ist.

Die psychologischen Aspekte des Wrestling

Im Wrestling steht für alle Beteiligten - außer für das Publikum - fest, wer den jeweiligen Kampf gewinnt. Dies ermöglicht den beiden Wrestlern, eine Geschichte im Ring zu erzählen um den Kampf so spannend wie möglich zu gestalten.

Der Aufbau eines Matches

Eine Wrestlingshow besteht auch nicht nur aus einem solcher Kämpfe - meist sind es vier bis sieben, zwischen denen oft genug noch Interviews, Herausforderungen oder andere Showeinlagen stattfinden, in denen auch wieder Storys voran getrieben werden. Denn im Kern geht es beim Wrestling um Geschichten.

Als Wrestlingfan interessiert mich natürlich auch die Action im Ring. Aber es macht fast noch mehr Spaß zu sehen, wie sich Geschichten un Rivalitäten weiter entwickeln.

Wissen die Zuschauer vor Ort, dass es „nur Show“ ist?

Eines der ersten Matches, die ich gesehen habe, war zwischen einem Indianer namens Tatanka und einem Sumoringer namens Yokozuna. Im Match danach trat ein Clown namens Doink an. Ich hatte nie Zweifel daran, dass es eine Show ist. Ich vermute, dass auch 99,9% der Fans das wissen. Sie lassen sich aber auf das Schauspiel und auf die Geschichte ein, fiebern für die Charaktere mit, die sie mögen und haben Spaß daran, diejenigen auszubuhen, die sie nicht mögen.

Wenn man sich nicht darauf einlässt und die ganze Zeit nur sagt „Ach, die tun sich doch eh nicht wirklich weh“ (was falsch ist, doch dazu später mehr), dann wird man keinen Spaß haben.

Wer entscheidet über Sieg und Niederlage?

Im Prinzip kann jeder eine Wrestlingshow auf die Beine stellen, der über das nötige Kleingeld verfügt. Allein in Deutschland gibt es mehrere Dutzend Wrestlingpromotions, die regelmäßig Shows veranstalten. International sind das mehrere hundert. Und jede von ihnen ist wie eine eigene kleine Welt voller Geschichten.

Wrestler sind angeheuerte Schauspieler. Sie spielen ihre Rolle. Ob sie gewinnen oder verlieren ist nebensächlich. Welche Rolle sie spielen und wer in welchem Kampf letztendlich gewinnt oder verliert, entscheidet der Booker - also jener, der die Wrestler auch angeheuert hat.

Auch hier gibt es natürlich Ausnahmen: Der Marktführer WWE z.B. hat ein eigenes Kreativteam, bestehend aus ausgebildeten Drehbuchautoren, ehemaligen Wrestlern und Produzenten der Shows. Warum man sich für einen Wrestler als Gewinner entscheidet kann verschiedene Gründe haben: Mal hält ein Sieg eine Storyline am Leben, mal möchte man jemanden besonders stark darstellen, damit ein zukünftiger Titelgewinn in die Geschichte passt. Prinzipiell gewinnt derjenige, bei dem es in den Augen des Bookers am sinnvollsten ist.

Die Kunst des Storytellings im Ring

Wrestling ist in meinen Augen eine Kunstform. Ich kann dramaturgische Regeln, wie ich sie für alle anderen Formen des Storytelling benutze, auch hier anwenden. Die Kunst ist es, eine Geschichte im Ring zu erzählen, die das Publikum mit in seinen Bann zieht. Dies kann durch spektakuläre Moves passieren, durch überzogenes Drama, durch Interaktion mit dem Publikum, durch subtile und konsequente Aktionen (wie wenn z.B. der kleinere, schnellere Wrestler dem größeren, langsameren stets ausweicht und die Beine attackiert, damit dieser noch langsamer ist und ihn nicht zu packen kriegt) oder eben durch gute Rahmenstorylines. Jede Show baut auf die vorherigen Shows auf und führt die Handlung so weiter.

Tipps zur Verbesserung der Fähigkeiten

Das Kampfsystem von WWE 2K25 kann anfangs überwältigend wirken. Das Kontersystem basiert auf präzisem Timing. Übt das Drücken der Kontertaste (normalerweise Y/Dreieck), sobald der Gegner eine Aktion startet. Achtet auf eure Ausdauerleiste. Wenn sie leer ist, werden eure Aktionen langsamer und ihr seid anfälliger für Angriffe. Führt grundlegende Angriffe aus, um eure Spezialleiste zu füllen. Erst wenn diese voll ist, könnt ihr Finisher und andere starke Aktionen einsetzen, die Matches entscheiden können.

Defensive Techniken

Tut ihr euch schwer, in Matches die Oberhand zu gewinnen, solltet ihr an eurer Defensivarbeit arbeiten. Kontern ist die wichtigste Fähigkeit, um Angriffsketten zu unterbrechen. Setzt ein Gegner zu einem Griff oder Schlag an, blendet das Spiel kurz die Kontertaste (Dreieck/Y) ein. Dieser Moment variiert je nach Angriffsart. Erscheint die Einblendung nicht sofort, bleibt trotzdem wachsam. Es braucht etwas Erfahrung, um das richtige Timing zu antizipieren.

Schlagkombinationen könnt ihr auch mit Gegenangriffen kontern. Dazu müsst ihr genau in dem Moment, in dem euer Gegner zuschlägt, ebenfalls zuschlagen. Auch hier braucht es einiges an Übung. Verbringt am besten viel Zeit im Trainingsmodus, um das Timing für Konter zu üben.

Ausweichen als Alternative

Wenn ihr zu Beginn noch Probleme mit dem richtigen Timing beim Kontern habt, wird das Ausweichen euer bester Freund. Dazu drückt ihr die Kontertaste in Kombination mit einer Richtungstaste vom Gegner weg (Dreieck/Y+Richtungstaste), wenn dieser zum Schlag ansetzt.

Wenn ihr am Boden liegt, drückt nicht wild alle Tasten. Wartet den richtigen Moment ab und nutzt schnelles Aufstehen (R1) oder Konter (Dreieck) gezielt, um nicht in weitere Angriffe zu laufen. Setzt ihr eine der beiden Techniken mit dem richtigen Timing ein, gewinnt ihr wieder die Oberhand.

Weitere Tipps

  • Kombos lernen: Jeder Wrestler hat spezifische Kombos.
  • Umgebung nutzen: Nutzt die Ringseile, Eckpfosten und Gegenstände außerhalb des Rings zu eurem Vorteil.

Was ihr auf keinen Fall unterschätzen solltet, sind die verschiedenen Wrestler-Typen. Powerhouse-Wrestler: Nutzt Würfe und kraftvolle Angriffe.

Zu guter Letzt könnt ihr in den Einstellungen auch noch ein paar Regler verändern, falls ihr zu Beginn Schwierigkeiten mit dem Kampfsystem habt. Auto-Konter bei Bodenangriffen: Damit verteidigt sich euer Wrestler automatisch mit einem Gegenangriff, wenn ihr am Boden liegend einen Konter schafft.

Mit diesen Kampf-Tipps solltet ihr in WWE 2K25 bald erste Erfolge feiern können. Konzentriert euch zunächst auf die Verteidigung und fügt nach und nach offensive Elemente hinzu.

Grappling: Eine wichtige Ergänzung

Beim Grappling handelt es sich um eine effektive Kampfkunst, die überwiegend auf dem Boden stattfindet. Des Weiteren macht der Bodenkampf einen großen Teil von zahlreichen Kampfsportarten aus. Allerdings existiert Grappling auch als separate Kampfkunst.