Bei Diamanten bestimmt die Qualität den Wert - und dabei machen kleine Nuancen große Unterschiede im Preis.
Faktoren, die den Diamantpreis beeinflussen
Der Diamantenpreis unterliegt keiner zentralen Preisfestsetzung, er ist somit ein echter „Marktpreis“, welcher sich aus Angebot und Nachfrage ergibt.
Neben der Größe/dem Gewicht ist das mit Abstand wichtigste Kriterium für den Preis eines Diamanten dessen Qualität.
Jeder kennt im Zusammenhang mit einem Diamanten oder Brillanten den Begriff „Lupenrein“. Einigen wird auch der Begriff der „4C“ im Zusammenhang mit Diamanten geläufig sein.
„4C“ ist die Abkürzung für die vier englischen Begriffe Carat (Gewicht), Color (Farbe), Clarity (Reinheit) und Cut (Schliff).
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Zusätzlich gibt es noch einige weitere Qualitätsmerkmale. Diese sind z.B. Politur und Symmetrie, Zertifikat (von welchem Institut stammt das Diamantzertifikat/die Diamantexpertise) und Fluoreszenz (bei vorhandener Fluoreszenz kann der Diamant unter UV-Licht leicht schimmern/leuchten).
Karat (Gewicht)
Das Gewicht eines Diamanten wird international in Carat (englisch) oder Karat (deutsch) angegeben. Die übliche Abkürzung lautet „ct.“.
Ein Karat entspricht 0,2 Gramm. Carat oder Karat ist die Gewichtseinheit für Diamanten-Brillanten.
Farbe
Ein Diamant ist umso teurer je farbloser/weißer und damit seltener er ist. Die höchste und seltenste Farbstufe ist die absolute Farblosigkeit (Farbstufe D, früher River).
Reinheit
Der wahrscheinlich jedem bekannte Begriff „lupenrein“ bedeutet, dass unter einer 10-fachen Speziallupe durch eine fachlich versierte Person keinerlei Einschlüsse zu erkennen sind.
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Die danach folgenden Reinheitsstufen werden ebenfalls unter Verwendung einer 10-fachen Lupe vorgenommen. Je weniger Einschlüsse ein Diamant hat, bzw.
Ab I1 können Einschlüsse meistens mit dem bloßen Auge erkannt werden (je nach Größe des Diamanten, der Art und Lage der Einschlüsse und deren Farbe für ein geübtes Auge manchmal auch schon ab SI1).
Schliff
Die Schliffqualität (nicht die Schliff-Form wie z.B. der Brillantschliff) ist auschlaggebend für die Brillanz und das Feuer eines Diamanten und machen aus ihm erst einen funkelnden und wertvollen, schönen Edelstein.
Wir gehen hier nur auf die mit Abstand häufigste Schliff-Form, die des Brillanten/Brillanten, ein.
Die Schliffqualität ergibt sich zum größten Teil aus den Proportionen des Diamanten. Hierbei ist das Verhältnis von Gesamthöhe bzw. Weiterhin sind die Winkel und die Gleichmäßigkeit der angelegten Facetten wichtig.
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Alle diese Kritieren fließen in die Bewertung des Schliffs ein, welcher als Oberbegriff Cut (Schliff) noch um die beiden Unterkriterien Polish (Politur) und Symmetrie ergänzt wird.
Die drei Teilbereiche werden nach folgendem Schema bewertet:
- Excellent = Exzellent
- Very Good = Sehr Gut
- Good = Gut
- Fair = Mittel
- Poor = Gering
Die bestmögliche Graduierung bei Schliff, Politur und Symmetrie ist beim GIA und HRD somit 3x Exzellent.
Zertifizierung
Als weiterer wichtiger Punkt der preisbildenden Kriterien ist das Zertifikat bzw. die Expertise des Diamanten zu nennen.
Ein Zertifikat ist quasi der Pass des Diamanten. In ihm sind neben den genauen Maßen des Diamanten alle identitätsgebenden Merkmale enthalten, mit denen der Diamant zweifelsfrei identifiziert werden kann.
Der Wert eines Zertifikates ist dabei nur so gut, wie der Ruf des ausstellenden Institutes.
Da Diamanten weltweit gehandelt werden und ihre Preise ebenso weltweit entstehen, sind auch nur Zertifikate von Diamantinstituten zu empfehlen, welche weltweite Anerkennung geniessen.
Diese sind das „GIA - Gemological Institute of America“, das „IGI - International Gemological Institute“ und der „HRD - Hoge Raad Voor Diamant“.
Diese drei Institute sind weltweit anerkannt und ihre Zertifikate geniessen eine sehr hohe Wertschätzung in der Branche.
Diamantpreise im Vergleich
Diamanten unterschiedlicher Form lassen sich am besten über den Karatpreis vergleichen. Dabei fällt auf, dass Brillanten am begehrtesten und teuersten sind.
Die meisten Diamanten werden rund - im Brillantschliff - geschliffen (ca. 7 von 10 Diamanten). Entsprechend wird jeder Rohdiamant, wenn möglich rund geschliffen.
Wenn der Rohdiamant eine ungünstige Form hat (länglich) oder gravierende Einschlüsse an der falschen Stelle hat, kann durch eine andere Schliffform oft ein höherer Diamantpreis (pro Karat) erzielt werden.
Eben haben wir festgestellt, dass Brillanten teurer sind als beispielsweise Baguette- oder Princess Diamanten.
Synthetische Diamanten
Interessant ist auch die Mode von im Labor gezüchteten, synthetischen Diamanten als Diamant-Ersatz. Hier spielen gleich mehrere Faktoren eine Rolle.
Zum einen sind sie beliebt bei Juwelieren: Wenig finanzielles Risiko im Vergleich zu natürlichen Diamanten bei atemberaubenden Margen.
Hinzu kommt oft Unwissenheit über das neue Produkt als Schmuckstein: Viele kaufen die Synthesen mit dem Eindruck, nicht nur etwas Schönes, sondern auch etwas Werthaltiges zu kaufen.
De facto gibt es aber keinen Zweitmarkt für Labordiamanten, deren Preise derzeit bei ca. 1-10% von natürlichen Diamanten liegen - Tendenz weiter rasant fallend.
Es wird geschätzt, dass die Preise von Synthesen sogar unter deren Produktionskosten fallen werden.
So könnte der scheinbare Vorteil des günstigen Preises die Wahrnehmung von Synthesen ähnlich wie Zirkonia als Modeschmuck zementieren.
Diamanten als Wertanlage
Wer einen Diamanten als Wertsicherung kauft, erwirbt ihn körperlich. Somit kann der Diamant als beweglichster Sachwert, welcher einen hohen Wert auf kleinstem Raum vereint, angesehen werden.
Nach Aussagen unserer Kunden, sichern diese ca. 5 % ihres gesamten Vermögens durch den Kauf von Diamanten. Oft soll noch für die nächsten Generationen diese Investition als langfristiger Vermögensschutz dienen.
Zurückblickend auf das letzte Vierteljahrhundert, haben sich die Preise für Diamanten positiv entwickelt.
Die ansteigende Nachfrage von Kaufinteressenten aus Asien und die stagnierenden Mengen, welche aus den Minen gefördert werden können, lassen mit Blick auf die Zukunft auf steigende Preise von Diamanten schließen.
Die Rapaport Diamant Preisliste
Die Rapaport Diamant Preisliste ist eine von Martin Rapaport 1978 ins Leben gerufene wöchtentlich erscheinende Preisliste für Diamanten.
Sie ist reserviert für Händler und Juweliere und hilft ihnen weltweit bei der Preisgestaltung von Diamanten für den Verbraucher.
Die darin gelisteten Preise (in USD) dienen nur als Orientierungshilfe für Preisveränderungen. Sie sind keine festgelegten Preise.
Anlagediamanten und US-Dollar
Ähnlich wie Gold und andere Rohstoffe werden auch Anlagediamanten auf den internationalen Märkten in US-Dollar (USD) gehandelt.
Bei einem solchen weltweiten Handel ist daher aus europäischer Sicht die Parität der Währungen EURO/USD zu berücksichtigen.
Ausschlaggebend für die erstellte Rechnung in Euro ist der gültige USD-Kurs zum Zeitpunkt der Bestellung.
Wichtige Hinweise
Da bereits winzigste, mit dem bloßen Augen kaum zu erkennende Feinheiten einen beträchtlichen Einfluss auf den Wert eines Diamanten haben können, ist für den Kauf insbesondere von Anlagediamanten, großes Fachwissen und eine langjährige Erfahrung in der Welt der Diamanten notwendig.
Wie bei allen Sachwerten, ist es auch bei Anlagediamanten ratsam, sich nur auf allerhöchste Qualität zu verlassen.
Berücksichtigen Sie bei eventuellen Preisvergleichen für Diamanten bitte, dass der billigste Diamant (mit oftmals nur auf den ersten Blick gleichen Eigenschaften) selten der beste Diamant ist!
Dies gilt ganz besonders bei Diamanten zur Wertanlage, wo jedes Detail zählt!
Diamantenpreisliste der IDEX Diamantenbörse
Eine sehr gute Möglichkeit, sich über den aktuellen Marktpreis von Diamanten zu informieren, bieten wir Ihnen exklusiv hier mit der Diamantenpreisliste der IDEX (International Diamond Exchange) an.
Sie soll Ihnen als erste grobe Orientierung für den angemessenen Preis von Diamanten dienen.
Als eine international sehr bedeutende Diamantenbörse, führt die IDEX Angebot und Nachfrage der Diamantenhändler zusammen und sammelt jeden Monat die aktuellen Diamantenverkaufspreise.
