Hach, endlich mal wieder Luft machen können zu meiner belgischen Lieblingsbeule, wobei ich nicht glaube, dass es davon so viele gibt, aber das muss ja nichts über die Qualität aussagen.
Nachdem das letzte Mal der Quasi-He-Man 2, CYBORG, dran war, der ordentlich Asche in die Kassen spülte, wurde immer mehr klar, dass ein neuer Actionheld das Dojo verlassen hat.
Rückblickend muss ich sagen, dass KICKBOXER als nächstes Projekt schon eine komische Wahl war für Van Damme, da sein Artverwandter Durchbruch BLOODSPORT gerade mal 1-2 Jahre zurück lag und in vielen Punkten sehr ähnlich wirkt.
Nur verlief die Produktion diesmal wohl problemloser oder es wurde nichts überliefert. Anders als beim Vorgängerfilm haben wir auf dem Regiestuhl aber kein bekanntes Gesicht: Mark DiSalle hatte noch MIT STÄHLENDER FAUST produziert und das Drehbuch zu BLOODSPORT mitverfasst und ansonsten nur noch einen zweiten Film herausgebracht, wo er mit Jeff Speakman arbeitete.
Da man so ein Epos wie KICKBOXER aber nicht alleine stemmen kann hat David Worth auch die Regie übernommen, der immerhin 26 Filme als Regisseur auf der Kappe hat.
Lesen Sie auch: Der Kultfilm "Kickboxer"
Ganz so schlimm wird es hier aber nicht, selbst ohne Retrobrille, außer bei der Story. Hier herrschen die 80er Jahre, soll heißen dass sich der Held schnell die Frage stellen muss, was es für einen Grund geben könnte, dass er aus sich einen Meister auf allen Ebenen macht und das gute in der Welt wieder herstellt indem er ein paar Arschlöcher tötet…..naja oder wenigstens k.o.
Hier haben wir einen zum Krüppel geschlagenen Bruder von van Damme. Der nennt sich Eric Sloane, ist Kickbox-Champion und eine ziemliche Schmierlocke vor dem Herrn der mal schnell nach Thailand reißt und Tong Po herausfordern will.
Tja, dass der aber lieber böse guckt und Rückräder bricht weiß er dann auch sehr schnell und so landet er fein säuberlich im Rollstuhl und Bruder Kurt (Jean-Claude Van Damme) schwört auf Rache und begibt sich zu einem Großmeister.
Als erstes muss man sagen dass Tong Po schon eine mächtig fiese Sau ist. Physisch wie psychisch bekommt der schon ein Arschloch-Award. Brutaler Thaiboxer mit Spezialität für gebrochene Knochen, kleiner Warlord und Vergewaltiger, also der nimmt was er kriegen kann.
Man freut sich wie ein kleines Kind wenn der den Scheitel gezogen bekommt. Gespielt wird er von Michel Qissi, der ein Jugendfreund von van Damme ist und eigentlich technischer Choreograph war und nur davon hörte dass sie wen suchten der orientalisch aussah und Muay Thai beherrscht und er bekam auch die Rolle, im realen ist er Marrokaner.
Lesen Sie auch: Kampfsportfilm Klassiker
Der hat für mich bis heute immer noch eine der besten Masken der Filmgeschichte und das mein ich ernst. Dennis Alexio (van Dammes Bruder im Film) dagegen ist auf dem Bildschirm eher eine Luftpumpe, obwohl in echt der wohl bis heute angesehenste Kickboxchampion und da will ich ihn auch niemals schlecht machen.
Im Film macht er aber einfach keine gute Figur. Weiter braucht man eigentlich niemanden groß erwähnen: natürlich gibt es die Liebelei die NATÜRLICH die Tochter des Meisters ist und NATÜRLICH haben wir den lustigen schwarzen Sidekick.
Das was er eigenes mitbringt, ist dann auch leider meist ein Schuss in den Ofen des guten Geschmacks. Gerade die ersten Szenen mit dem Brüderpaar haben schon eine zu starke emotionale Richtung das es wunderbar nach billigem Gayporn wirkt, was andererseits natürlich wieder einfach nur lustig ist.
Gewisse andere vielleicht hinderlich inszenierte Sachen habe ich im Podcast besprochen und will ich hier nicht nochmal niederschreiben, das könnte nach hinten losgehen. Zwischendurch zerfährt sich das Ganze auch und es gibt peinliche Liebesbekundungen im Wald bei Gewitter, Schießereien im Lagerhaus und natürlich van Dammes berühmteste Tanzeinlage die jeder kennen sollte und die wirklich herrlisch scheiße ist wie im Grunde der ganze Film.
Die komischen Halluzinationen oder Manifestationen von alten Kriegern die Jean-Claude hat, vergessen wir mal ganz schnell. Beim Schlusskampf kommt allerdings Freude auf wenn die Fäuste rambomäßig in Glas gebettet werden und es recht blutig auf die Möhre gibt und da kommt das erste mal wirklich ernsthafte Qualität zum Tragen.
Lesen Sie auch: Kickboxer – Lohnt sich der Film?
Ich mein die Trainingseinheiten sind nett und alles ist wunderbar 80er, aber ohne Retrobrille mitlerweile doch schon nicht mehr so geil wie man es gerne hätte. Ein Hick-Hack gab es in deutschen Landen bei der Namensvergabe.
Der hieß nämlich bei uns auch ganz gerne KARATE TIGER 3 was natürlich völliger Schwachsinn ist. Karate Tiger hießen bei uns dann auch 5 Teile, was ein wenig hinderlich ist wenn der erste Teil im Original NO RETREAT NO SURRENDER heißt und selbst auch noch weitere Teile rausbrachte, achso und vom KICKBOXER gibt es auch richtige Sequels in welchen Tong Po und die Familie der Brüder irgendwie noch eine Rolle spielt.
Das Namenschaos versteht man trotzdem schwer. In der sechsten Ausgabe unseres Van Damme Specials steigen Tom und Tobi gemeinsam in den Ring, um sich den „Kickboxer“ zur Brust zu nehmen.
Einer meiner Lieblingsfilme von Van Damme! Ein solider 80er Material Art Film mit dem noch jungen Van Damme. Es gibt einige gute Kampfszenen zu sehen. Die Story läuft so nebenbei her.
Van Damme möchte seinen Bruder rächen, der von einen Kämpfer in den Rollstuhl geprügelt wurde. Mit der Zeit fällt erst auf, was für ein Totalausfall das eigentlich war. Furchtbare schauspielerische Darstellungen, flache Story.
Die paar guten Kampfszenen täuschen auch nicht mehr darüber hinweg. Man sagt Van-Damme kann nicht Schauspielern, "JA" das stimmt, das muss er auch nicht.
Van-Damme Spielt die Rolle so hervorragend als würde er im wahren Leben sich auf den großen Kampf vorbereiten. Hier leidet man die schmerzen echt mit, was man ja doch ziemlich selten in einem Film hat.
Genialer 80er Kampfsportfilm mit sehr guten Fights, schöner Musik, einer dämlichen Story und mit billigen Kulissen, die aber irgendwie genauso passen. Typischer kampfsportfilm, Rache an einem grossen Sportler nehmen, der ein Familienmitglied karankenhausreif prügelt.
Wenn man sich die alten Kampfsportfilme der Achtzigerjahre anschaut, dann trifft man eigentlich immer wieder auf die gleichen drei Storyelemente: hartes Training für den Helden, der finale Kampf und ein bisschen Story außen rum.
Auch „Kickboxer“, neben Bloodsport der große Durchbruchsfilm von Jean-Claude Van Damme weist diese Elemente auf, reiht die bekannten Versatzstücke dabei aber gekonnt aneinander und gilt daher zu Recht als einer der besten Filme des kleinen Belgiers.
Trotz der damals noch recht unerfahrenen Mark DiSalle und David Worth (Honor) hinter der Kamera gelingt nämlich ein zwar bisweilen ausgesprochen trashiges, aber überdurchschnittliches Filmvergnügen.
Kickbox-Weltmeister Eric Sloane (Dennis Alexio, der wirklich den Weltmeistergürtel trug) findet in den USA keine ernstzunehmenden Gegner mehr. Als man ihm erzählt, dass Thailand die Heimat des Sportes sei und es dort noch große Kämpfer gebe, reist er gemeinsam mit seinem Bruder Kurt (Jean-Claude Van Damme) nach Bangkok, um den thailändischen Champion Tong Po (Michel Qissi) herauszufordern.
Doch der entpuppt sich als knochenbrechendes Monster, das mit Eric kurzen Prozess macht und ihm das Rückgrat bricht. Nur dank der Hilfe des flippigen Ex-Soldaten Winston Taylor (Haskell V. Anderson III) kann Kurt seinen Bruder noch rechtzeitig ins Krankenhaus bringen, wo ihn allerdings die niederschmetternde Nachricht ereilt, dass Eric querschnittsgelähmt ist.
Kurt will Rache, doch dafür muss der hervorragende Kickboxer Muay Thai, die thailändische Variante des Sports lernen. Einen Lehrer findet er mit dem weisen Xian Chow (Dennis Chan), der abgelegen in einem Wald lebt und eigentlich seit Jahren niemanden mehr unterrichtet. Weitere Unterstützung liefert dessen schöne Nichte Mylee (Rochelle Ashana).
Doch Champion Tong Po ist nicht nur ein Kämpfer, sondern ein Mitglied der Bande des brutalen Schutzgelderpressers Freddy Lee (Steve Lee). Und die haben mehr zu verlieren als nur einen Kampf.
Die Geschichte, die ähnlich in Hunderten Kampfsportfilmen (und z.B. auch in Rocky IV) erzählt wurde, ist sicher nicht der Grund, weswegen man sich „Kickboxer“, der in Deutschland übrigens unsinnigerweise als „Karate Tiger III“ vermarktet wurde, anschauen wird. Es ist die Action.
Die ist vor allem im höchst brutalen Endkampf, der zu Beginn von „Hot Shots 2“ so wunderbar parodiert wird, auf hohem Niveau. Man sieht, dass hier wahre Könner ihres Faches am Werke waren.
Doch überraschenderweise kann gerade der Mittelteil, in den nur ein paar kleinere Kampfszenen eingestreut sind, um den Zuschauer dahingehend bei Laune zu halten, ebenfalls gefallen.
Der Trainingsplot folgt zwar dem in zahlreichen asiatischen Filmen entwickelten und spätestens seit „Karate Kid“ auch im Westen populären Prinzip der völlig ungewöhnlichen Methoden des schrulligen Meisters, doch das kann, wenn die Einfälle gut genug sind, jedes Mal wieder unterhalten.
Van Damme muss hier zwar nicht „auftragen und polieren“, doch er bekommt von seinem Lehrmeister andere skurrile Aufgaben. Highlight ist dabei ein gemeinsamer Barbesuch, bei dem Van Damme erst abgefüllt wird, dann sein Tanztalent zeigen darf (eine Szene zum Totlachen) und schließlich sein Lehrer die komplette Bar auf den völlig Betrunkenen hetzt: ein Trashfeuerwerk der guten Laune.
In dieser Szene wird, vor allem bei Van Dammes Tanz, zudem zum wiederholten Male ein leicht homoerotischer Unterton des Films auffällig, der ihn eigentlich neben Arnold Schwarzeneggers Das Phantom Kommando zum Kult-Achtzigerjahre-Streifen der Gay-Community qualifizieren würde.
Dabei gibt es einige Anspielungen, so zum Beispiel die sehr intensiv vorgetragene Bruderliebe und vor allem der Umgang mit Sex. Zwei Mal kommt Sex zur Sprache.
Das eine Mal erzählt Eric seinem Bruder nur widerwillig und sehr verstockt von einer Nummer mit einer Prostituierten und man wird den Eindruck nicht los, dass er es nicht geschafft hat, seinen Mann bei einer Frau zu stehen, weil er sich nach dem Bruder gesehnt hat.
Das andere Mal vergewaltigt Tong Po die schöne Mylee und braucht dazu zumindest die Hilfe von zwei Kumpanen. Dazu kommt natürlich der erwähnte Tanz im hautengen Muskelshirt.
Jean-Claude Van Damme (Until Death) hat sich bei dieser Produktion hauptsächlich mit Vertrauten umgeben. Die Regisseure haben zum Beispiel zuvor schon mit ihm zusammen gearbeitet und Bösewicht Tang Po wird von Michel Qissi gespielt.
Der ist ein langjähriger Freund und Trainingspartner, der mit Van Damme gemeinsam nach Hollywood ging, um eine Filmkarriere einzuschlagen. Ursprünglich sollte er nur als Action-Choreograph beteiligt sein, doch da man einen hünenhaften orientalischen Darsteller für die Antagonistenrolle suchte, sprang er kurzfristig ein.
Um ihn noch gefährlicher wirken zu lassen, wurde er etwas dunkler geschminkt und sein Mitwirken in den Credits verschleiert. Dort wird dem Zuschauer vorgegaukelt, dass es Tang Po wirklich gäbe. Von den restlichen Darstellern sind vor allem Dennis Chan als schön-schrulliger Miyagi-Verschnitt und Haskell V. Anderson III (This Christmas) erwähnenswert.
Der darf als Ex-Vietnam-Kämpfer und Lebemann in einer Art Buddy-Funktion coole Sprüche beisteuern und am Ende dann auch noch die große Wumme auspacken, um dem Kampfsportfilm auch eine schöne Explosion zu bescheren.
Ein wichtiger Hinweis zum Abschluss noch zu den Versionen des Films. In Deutschland gab es bis jetzt nur eine von der Laufzeit zwar längere, aber trotzdem gekürzte Fassung des Films.
Der Grund für diesen ungewöhnlichen Umstand: Der umtriebige Schweizer Filmproduzent und -verleiher Erwin C. Dietrich (Die Stewardessen) kaufte „Kickboxer“ recht früh für den deutschen Markt ein und bekam den Film in der noch nicht endgültigen Version geliefert, sondern in einem längeren Rohschnitt.
Um mit einer Freigabe ab 16 Jahren möglichst hohe Besucherzahlen zu erreichen, erleichterte er diese Version um ein paar Gewaltszenen und brachte ihn dann im April 1989 in die deutschen Kinos.
Die Produzenten kürzten derweil aber den Rohschnitt noch um einige Handlungsszenen, damit das Gesamtwerk schneller und actionreicher wirkt. Diese Version kam dann in die amerikanischen Kinos und erschien auch in der übrigen Welt.
Erst jetzt, im November 2007, nach zahlreichen TV-Aufführungen, Video- und DVD-Veröffentlichungen der berüchtigten „Erwin C. Dietrich-Version“ bringt das Label Splendid, das mittlerweile die Rechte hält, eine 2-Disc-Edition heraus, die auf der einen DVD die bisher bekannte Version bietet und auf der zweiten DVD als deutsche Erstveröffentlichung die sogenannten US-R-Rated-Fassung, also die eigentliche Version von „Kickboxer“ (siehe auch DVD-Kritik).
Einst gehörte „Kickboxer“ zum Kanon der früher bekannten wie beliebten „Karate Tiger“-Reihe - zumindest in Deutschland. Das ergab früher in so manchem Kinderzimmer, in dem die Filme heimlich geschaut und mit kindlicher Naivität besprochen wurde, hitzige Diskussion, schließlich spielte Jean-Claude Van Damme im ersten Teil der Reihe ja den fiesen Bösewicht, der mit einer legendären Spagat-Szene auf sich aufmerksam machte und sich damit die Reputation eines großen Kampfsportstars aufbaute, also jenen Ruf, den heute Stars des Genres wie Iko Uwais, Tony Jaa oder Scott Adkins genießen.
Von deren Durchschlagskraft und vor allem roher Brutalität war der Van Damme von einst aber weit entfernt. Gewaltfrei liefen seine Filme bei weitem nicht ab, aber vergleicht man die Action von „Kickboxer“ etwa mit der von „The Raid“ oder „Undisputed 3: Redemption“, wirkt sie fast schon etwas zahm.
„Kickboxer“ kommt aus der Zeit (1989), als Van Damme dabei war das Kino zu erobern. Mit „Bloodsport“ kam im gleichen Jahr der Film heraus, der ihn endgültig zum Actionstar machte. Schon damals war es aber vor allem seine Physis die überzeugte. Sein darstellerisches Talent konnte man eher als zweckmäßig bezeichnen.
