Die Welt des Mixed Martial Arts (MMA) ist bekannt für ihre intensiven Kämpfe und disziplinierten Athleten. Doch auch hier gibt es Fälle, in denen UFC-Kämpfer mit dem Gesetz in Konflikt geraten und sogar Gefängnisstrafen verbüßen müssen. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser Fälle und die Hintergründe der jeweiligen Vergehen.
Cain Velasquez: Vom Champion zum Angeklagten
Einer der prominentesten Fälle ist der von Cain Velasquez. Der in Kalifornien geborene Velasquez war zwischen 2006 und 2019 als MMA-Kämpfer aktiv, seine größten Erfolge waren zwei Regentschaften als UFC-Schwergewichts-Champion. 2019 kam der frühere UFC-Kämpfer Cain Velasquez zu WWE, doch es kam nur zu einem Match. Bei „WWE Crown Jewel 2019“ verlor der US-Amerikaner in unter drei Minuten gegen Brock Lesnar. 2020 wurde er von WWE wieder entlassen. Die Abwärtsspirale ging danach für mittlerweile 42-Jährigen weiter.
Im Februar 2022 war er in eine Schießerei verwickelt, nachdem ein Mann seinen Sohn belästigt haben soll. Velasquez wurde daraufhin aufgrund von versuchtem Mord, Körperverletzung und mehrerer waffenrechtlicher Vorwürfe angeklagt. Daraufhin ging er in Untersuchungshaft, doch gestern kam es zum offiziellen Urteil. Der ehemalige MMA-Kämpfer muss insgesamt eine fünfjährige Gefängnisstrafe absitzen, wovon er aber bereits dreieinhalb Jahre verbüßt hat. Davon war er acht Monate tatsächlich im Gefängnis und trug daraufhin eine Fußfessel. Es wird davon ausgegangen, dass er von den restlichen 18 Monaten noch etwa ein Jahr im Gefängnis verbringen wird.
Nach übereinstimmenden US-Medienberichten hatte der zweifache Familienvater Velasquez versucht, einen Mann zu töten, der anscheinend eine mit ihm „eng verwandte“ Person sexuell belästigt haben soll. Die Person ist unter zehn Jahre alt, wie es inzwischen heißt, genauere Details werden bewusst zurückgehalten.
Verdächtig sei in dem Belästigungsfall ist ein 43 Jahre alter Mann, der in einem Haus lebe, in dem dessen Mutter eine Kindertagesstätte leite. Der Mann sei am vergangenen Freitag angeklagt, aber dann unter behördlicher Aufsicht auf freien Fuß gelassen worden.
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Wie inzwischen bekannt geworden ist, ging dem Schuss mit einer Handfeuerwaffe eine 18 Kilometer lange „Highspeed-Verfolgungsjagd“ voraus. Bei der Attacke auf das Auto wurde nicht der unter Belästigungsverdacht stehende Mann getroffen, sondern dessen 63 Jahre alter Stiefvater. In dem Auto hätte sich zudem mindestens noch eine weitere Person befunden.
„Die traurige Tragödie ist, dass Herr Velasquez das Recht in die eigenen Hände nehmen wollte und damit die öffentliche Sicherheit und jeden in dem Truck gefährdet hat“, kommentierte der zuständige Staatsanwalt Jeff Rosen den Fall: „Diese Gewalttat wird den Schmerz und das Leid auch für seine Familie vergrößern.“
Cain Velasquez, ehemaliger UFC-Champion, wurde eine Kaution in Höhe von einer Million US-Dollar gewährt. Velasquez, der seit dem 28. Februar im Gefängnis saß, wurde nach einer Anhörung vor der Verhandlung von Richter Arthur Bocanegra gegen Kaution freigelassen. Vor Dienstag war Velasquez jedoch bereits viermal von Richterin Shelyna Brown gegen Kaution abgelehnt worden.
Velasquez, 40, sieht sich einer Anklage wegen versuchten Mordes an Harry Goularte und mehreren weiteren Anklagen gegenüber, die einen Fall des Schießens auf ein Kraftfahrzeug oder ein Flugzeug, drei Fälle von Angriff mit einer Feuerwaffe, drei Fälle von Angriff mit einer tödlichen Waffe, einen Fall des vorsätzlichen Abfeuerns einer Feuerwaffe aus einem Fahrzeug und einen Fall des Tragens einer geladenen Feuerwaffe in der Absicht, ein Verbrechen zu begehen, umfassen.
In einer Zivilklage, die im Juni im Namen von Velasquez eingereicht wurde, wird Goularte beschuldigt, den 4-jährigen Sohn von Velasquez sexuell belästigt zu haben. Velasquez wird vorgeworfen, Goularte in seinem Auto verfolgt und mit einer 40-Kaliber-Handfeuerwaffe mehrere Schüsse in Goulartes Lastwagen abgegeben zu haben. Zum Zeitpunkt der Schießerei befanden sich Goularte, Goulartes Stiefvater Paul Bender und Goulartes Mutter Patricia in dem Wagen, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, die der "Denver Post" im August vorlagen.
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Conor McGregor: Zwischen Ruhm und Vergehen
Auch Conor McGregor, ein weiterer bekannter Name in der UFC-Szene, ist nicht frei von Kontroversen und rechtlichen Problemen. UFC-Kämpfer Conor McGregor wurde Berichten zufolge am Dienstag in Dublin wegen gefährlichen Fahrens festgenommen, das berichtet "The Irish Independent". Dem "The Irish Independent" zufolge hat Conor McGregor in seiner Heimat gegen verschiedene Straßenverkehrsgesetze verstoßen. Diese Verstöße wurden nicht näher erläutert.
McGregor’s Sprecherin Karen Kessler erklärte gegenüber ESPN: "Mr. McGregor war auf dem Weg zum Fitnessstudio, als er von der [irischen Polizei] wegen angeblicher Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung angehalten wurde. McGregor muss im April vor dem Bezirksgericht in Blanchardstown erscheinen. Es wäre allerdings nicht das erste Mal, dass der UFC-Kämpfer vor Gericht steht.
Dieser Verstoß wird McGregor jedoch höchstwahrscheinlich mehr kosten als seine vorherige Strafe. Ein Bußgeld wegen gefährlichen Fahrens kann bis zu 5.000 Euro kosten. Außerdem könnte McGregor eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten erhalten.
Der Ire hatte im April in einer Gruppe von rund 20 Personen nach einer Pressekonferenz einen Shuttlebus mit MMA-Kämpfern attackiert. Auf Aufnahmen ist zu sehen, wie er den Bus mit Stühlen, Mülleimern und anderen Gegenständen bewirft. Bei der Auseinandersetzung erlitten einige Personen Schnittwunden und andere Verletzungen.
Das Gericht honorierte McGregors Geständnis und verhängte lediglich einen fünftägigen Sozialdienst gegen ihn. Durch diesen Deal mit der Staatsanwaltschaft entgeht der 30-Jährige einer Gefängnisstrafe. Im schlimmsten Fall hätten ihm sieben Jahre Haft gedroht. McGregor, der 2017 gegen den früheren Box-Weltmeister Floyd Mayweather in einem aufsehenerregenden Boxkampf verloren hatte, dankte dem Richter für den milden Urteilsspruch und dafür, dass "er mir erlaubt hat, meinen Weg fortzusetzen", betonte der Ire.
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Der irische Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Conor McGregor muss aufgrund eines sexuellen Übergriffs auf eine Frau fast 250.000 Euro Schadensersatz zahlen. Das entschied eine Jury in Dublin, wo sich der Vorfall im Jahr 2018 ereignet haben soll.
McGregor war zwischen 2008 und 2021 als Profikämpfer aktiv und wurde zu einem Superstar seines Sports. Als erster Kämpfer errang er zwei Gürtel der Ultimate Fighting Championship (UFC) gleichzeitig, das war 2016. Für Schlagzeilen hatte auch sein Kampf gegen Boxstar Floyd Mayweather Jr.
Die Klägerin Nikita Hand hatte behauptet, dass McGregor sie am 9. Dezember 2018 sexuell missbraucht habe. Hand sagte, dass sie und eine Freundin nach einer Weihnachtsfeier am Arbeitsplatz Kontakt zu McGregor aufnahmen, den sie bereits kannte. Demnach fuhren sie gemeinsam zu einer Party in einem Penthouse-Zimmer eines Hotels in Süd-Dublin. Dort seien Drogen und Alkohol konsumiert worden. McGregor habe sie dann in ein Schlafzimmer gebracht und sie dort missbraucht, er habe sie außerdem mehrfach in einen Würgegriff genommen. Sie habe schwere Blutergüsse erlitten und leide unter einer posttraumatischen Belastungsstörung.
Die Jury kam zu einem anderen Schluss. Zuvor hatte Hands Anwalt gesagt, dass seine Mandantin am Tag nach dem Vorfall in einer Einrichtung zur Behandlung sexueller Übergriffe gewesen sei. Dort seien ihre Verletzungen dokumentiert worden. Hand habe nie so getan, als sei sie eine Heilige, und sie sei ausgegangen, um sich zu amüsieren, sagte der Anwalt. Während ihrer eigenen Aussage musste Nikita Hand mehrere Pausen einlegen.
McGregor habe ihr während der Begegnung gedroht, sie zu töten. »Jetzt weißt du, wie ich mich im Octagon gefühlt habe«, habe McGregor gesagt, als er sie würgte.
McGregor sagte, die beiden hätten Sex gehabt, der sportlich und kraftvoll, aber nicht gewalttätig gewesen sei. Hand habe nie »nein« oder »aufhören« gesagt. Hands Anwalt sagte, dass seine Klientin an jenem Abend Antidepressiva genommen hatte und »voll mit Drogen« war.
Über McGregor sagte der Anwalt zur Jury: »Er ist kein Mann, er ist ein Feigling.
Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Conor McGregor hat nach Vergewaltigungsvorwürfen in einem Zivilprozess eine juristische Niederlage hinnehmen müssen. Ein Gericht in Dublin gab der Schadensersatzklage einer Frau gegen den Iren statt, McGregor muss der Betroffenen 248.603 Euro zahlen. Die Geschädigte behauptet, McGregor habe sie "brutal vergewaltigt und misshandelt".
Conor McGregor weist Vergewaltigungsvorwürfe zurück. McGregor schüttelte bei der Urteilsverkündung der Geschworenen vor dem High Court den Kopf. Der 36-Jährige erklärte, er habe mit der Frau einvernehmlichen Sex gehabt.
Die Tat soll sich 2018 in einem Hotel in der irischen Hauptstadt abgespielt haben. Die Frau gab an, dass sie schwere Prellungen erlitten und unter einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten habe.
Sie behauptete zudem, McGregor habe ihr gedroht, sie zu töten. McGregor soll sie mehrfach gewürgt haben. Der Anwalt der Frau warf McGregor vor, wütend wegen eines verlorenen Kampfs gewesen zu sein und dies an der Frau ausgelassen zu haben. McGregor bestritt die Vorwürfe.
Ian Heinisch: Vom Drogendealer zum UFC-Kämpfer
Ein weiterer Fall ist der von Ian Heinisch. Ian Heinisch wird zum Drogendealer, nachdem sein ADHS mit Medikamenten beruhigt wird. Dann landet er im Gefängnis und flieht. Heute ist er einer der besten UFC-Kämpfer. Aber er will vor allem einen Gegner besiegen: Das System, das ihn fast getötet hätte.
Um 6 Uhr morgens schließen sie die Zellen auf in Rikers Island, New Yorks härtestem Knast. Die ganze Nacht trainiert Heinisch Boxkombinationen und bastelt provisorisches Rüstzeug, während nebenan seine Mörder schlafen. Gestern war er mit einem Mithäftling aneinandergeraten, der Streit hatte mit seiner Faust in dessen Gesicht geendet. Danach hatte die Gang des Gedemütigten entschieden, dass Heinisch sterben muss.
Um 4 Uhr, zwei Stunden früher als sonst, öffnen Justiz-Beamte seine Zelle. „Du wirst verlegt“, sagt einer. Er ist knapp davongekommen.
Weitere Vorfälle und Konsequenzen
Diese Fälle sind nur einige Beispiele dafür, wie das Leben von UFC-Kämpfern durch kriminelle Handlungen beeinflusst werden kann. Die Konsequenzen reichen von Geldstrafen und Sozialdiensten bis hin zu langen Gefängnisstrafen. Es zeigt, dass auch im Rampenlicht stehende Sportler nicht vor Fehltritten gefeit sind und für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden.
