UFC Frauen Geschichte: Pioniere und Ikonen des MMA

Die Geschichte der UFC Frauen ist ein Zeugnis von Durchbruch, Talent und wachsender Popularität. Was einst als undenkbar galt, hat sich zu einem festen Bestandteil der Mixed Martial Arts (MMA) Szene entwickelt, mit Athletinnen, die im Octagon Geschichte schreiben und weltweit Fans begeistern.

Die Anfänge: Ronda Rousey und UFC 157

„Heute wird Geschichte geschrieben“, verkündete der Hallensprecher im kalifornischen Anaheim. Zum ersten Mal standen sich zwei Frauen zum Ultimate Fighting gegenüber. Im Octagon, dem achteckigen Maschendrahtkäfig, kämpfte Ronda Rousey gegen Liz Carmouche. Am Samstag wurde Geschichte geschrieben, denn die von Strikeforce übernommene UFC-Weltmeisterin im Bantamgewicht, "Rowdy" Ronda Rousey, verteidigte im Hauptkampf von UFC 157 ihren Titel gegen Liz Carmouche.

Rousey, Gewinnerin einer Judo-Bronzemedaille 2008 in Peking, hatte sich den ersten Titel für eine Frau in der Ultimate Fighting Championship (UFC) mit sechs Siegen in sechs Profikämpfen beim Kickboxen erworben. Ihre Gegnerin, „Girlrilla“ Carmouche, war eine ehemalige US Marine mit einer beeindruckenden Bilanz von sieben Kickbox-Kämpfen.

Ultimate Fighting ist die Etablierung der wüsten Kneipenschlägerei als Sportart. Veranstalter UFC ist der Tycoon auf dem Gebiet der „gemischten Kampfkunst“ (Mixed Martial Arts). Erlaubt ist im brutalen Kräftemessen nicht alles, aber doch das meiste. Die Gewalt ist echt. Nichts ist abgesprochen, nichts wird vorgetäuscht. Das einzige Showelement sind die Mädels in den knappen Bikinis, die wie beim Boxen die Tafeln mit der Rundennummer in den Unterbrechungen um den Käfig tragen.

Rousey griff sofort an, boxte, trat und versuchte, ihre Gegnerin in die Enge zu treiben. Doch Rousey konnte Carmouche abschütteln, nahm sie in den einfachen Nelson, lag dann über ihr, hielt sie im Schwitzkasten. Und trommelte ihr mit der Faust ins Gesicht, wieder, immer wieder. Rousey ließ die Gegnerin nicht mehr los, presste sie in der Spinnennetz-Position nieder, weichte den tretenden Beinen aus, bekam dann einen Arm von Carmouche zu fassen, kugelte ihn mit dem Armhebelgriff nahezu aus - da entschied der Ringrichter auf Sieg für Rousey. Nach drei Minuten in der ersten Runde.

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Jubel in der Arena! Die Titelverteidigerin hatte gewonnen. Zum! ersten! Mal! standen sich im achteckigen Ultimate-Fighting-Käfig zwei Frauen gegenüber. Weitere Kämpfe werden folgen, bei den Frauen wie bei den Männern.

Ronda Rousey: Eine Pionierin des Frauen-MMA

Ronda Rousey (31) ist nicht nur die erste Frau, die von der UFC unter Vertrag genommen wurde, sondern seit Juli 2018 auch die erste Kämpferin, die in die Hall of Fame der Ultimate Fighting Championship aufgenommen wurde. Rousey gelang es, den Gürtel im Bantamgewicht über drei Jahre zu halten und sechsmal zu verteidigen. Ihre ersten zwölf Profi-Käfigkämpfe, sechs davon bei der UFC, konnte sie für sich entscheiden, neun davon gewann sie sogar in unter einer Minute.

Die Amerikanerin hat die Tür für weitere Athletinnen weit aufgestoßen. Ob junge Frauen wie Paige VanZant oder Quereinsteigerinnen aus dem Boxen, Judo oder Kickboxen, immer mehr Frauen finden Dank Rousey den Weg zum MMA.

Ihre Kombination aus Können, Aussehen und Charisma überzeugte White davon, den Frauen eine Chance in der UFC zu geben. Die beste Entscheidung, die er je traf, wie er zwei Jahre später in einem Interview erklärte. Heute ist Ronda Rousey einer der größten Stars der UFC-Geschichte, spielt in Hollywood-Filmen mit, blickt die Fans vom Cover des letzten UFC-Videospiels an und ist ständiger Gast in den beliebtesten Talk-Shows der USA.

Die „Four Horsewomen of MMA“

Die „Four Horsewomen of MMA“ sind eine Gruppierung von vier weiblichen MMA-Kämpferinnen, die zusammen eine der einflussreichsten und erfolgreichsten Gruppierungen in der Geschichte des MMA bilden. Die Gruppe besteht aus Ronda Rousey, Shayna Baszler, Jessamyn Duke und Marina Shafir.

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Die Gründung der Four Horsewomen of MMA geht auf die gemeinsame Trainingszeit von Rousey, Baszler, Duke und Shafir zurück, als sie alle zusammen in MMA-Trainingscamps trainierten. Die Gruppe war bekannt für ihre starke Bindung und ihre Fähigkeit, sich gegenseitig zu unterstützen und zu motivieren. Rousey, die als die erfolgreichste und bekannteste Kämpferin der Gruppe gilt, war auch der Auslöser für den Namen „Four Horsewomen“, da sie sich von den Four Horsemen des Wrestlings inspirieren ließ.

Die Four Horsewomen of MMA waren bekannt für ihre Dominanz im Käfig, ihre Technik und ihre Fähigkeit, ihre Gegnerinnen schnell zu besiegen. Die Gruppierung war auch ein wichtiger Teil der Entwicklung des Frauen-MMA-Sports und hat dazu beigetragen, die Popularität des Sports zu steigern und das Bewusstsein für die Leistung von Frauen im MMA zu schärfen.

Rousey war die erste UFC Women’s Bantamweight Champion und dominierte ihre Konkurrentinnen in der UFC, bevor sie sich aus dem Sport zurückzog und zum Wrestling-Marktführer wechselte. Shayna Baszler war ebenfalls ein erfolgreiches Mitglied der Gruppierung und hat ebenfalls bei der UFC Karriere gemacht, ehe auch sie zu World Wrestling Entertainment ging. Jessamyn Duke und Marina Shafir folgten ihren Kolleginnen in den Wrestlingsport und debütierten an der Seite von Baszler bei WWE NXT.

Weitere Stars und die Entwicklung der UFC Frauen

Seit Rouseys Durchbruch haben zahlreiche weitere talentierte Kämpferinnen die UFC-Bühne betreten und den Sport geprägt. Heute stehen sie in den Main-Events der größten Veranstaltungen und im Februar wird die dritte Frauen-Gewichtsklasse mit einem Titelkampf eröffnet.

Einige der bemerkenswertesten UFC-Fighterinnen sind:

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  • Amanda Nunes: Die Brasilianerin ist die erste Frau, die UFC-Champion in zwei Divisionen (Bantam- und Federgewicht) wurde. Nunes gilt somit für viele als die beste MMA-Fighterin aller Zeiten.
  • Valentina Shevchenko: Die aus Kirgistan stammende Russin holte sich im Dezember 2018 den Goldgürtel im Fliegengewicht und hat diesen danach 7 Mal verteidigt.
  • Holly Holm: Holm zählt zu den besten Boxerinnen aller Zeiten und sorgte 2015 für eine der größten Überraschungen in der UFC-Geschichte, als sie Ronda Rousey besiegte.
  • Rose Namajunas: Die aktuelle Weltmeisterin im Strohgewicht der UFC ist bekannt für ihren starken Bodenkampf.

Von 2012 bis 2017 kamen die Frauen in die UFC. Beginnend mit dem Bantamgewicht folgten in den nächsten Jahren auch noch Strohgewicht, Federgewicht und zuletzt das Frauen-Fliegengewicht. Wer in welcher Division antritt, hängt vom Gewicht der Kämpferinnen ab. In diesen vier Gewichtsklassen werden auch die Ranglisten für die UFC-Fighterinnen geführt.

Die UFC-Fighterinnen werden deutlich schlechter bezahlt als die Männer. Dennoch dürfen sich Nunes, Holm & Co. nicht beschweren. So hat Amanda Nunes einen Vertrag mit der UFC, der ihr pro Kampf satte 450.000 US Dollar einbringt - plus 100.000 Bonus für den Falle es eines Sieges. Valentina Shevchenko, Herrscherin über das Fliegengewicht, kommt als Zweite auf etwa 250.000 Dollar pro Kampf.

Historische Kämpfe im Frauen-MMA

Einige Kämpfe haben sich aufgrund ihrer Bedeutung, Spannung oder der beteiligten Athletinnen einen besonderen Platz in der Geschichte des Frauen-MMA gesichert:

  • Ronda Rousey vs. Liz Carmouche: Das Debüt der Frauen in der UFC, das den Weg für die Zukunft des Frauen-MMA ebnete.
  • Amanda Nunes vs. Cris Cyborg: Ein Kampf der Titanen, in dem Nunes Cyborg in nur 51 Sekunden besiegte.
  • Rose Namajunas vs. Joanna Jedrzejczyk: Namajunas' überraschender Sieg über die bis dahin unangefochtene Nummer eins.
UFC Frauen: Titelträgerinnen
Gewichtsklasse Aktuelle Titelträgerin
Strohgewicht Rose Namajunas
Fliegengewicht Alexa Grasso
Bantamgewicht Amanda Nunes
Federgewicht Amanda Nunes