UFC 5 Steuerung: Ein umfassender Überblick

EA Sports ist bekannt dafür, regelmäßig ein Spiel zu den beliebtesten Sportarten herauszubringen. Dazu gehört auch die UFC-Serie, die euch mit ins Oktagon nimmt und mit der ihr in die Rolle eines MMA-Kämpfers schlüpfen und eurem Gegenüber so richtig einschenken könnt.

Spielmodi und Karriere

Im Spiel selbst findet ihr die üblichen Spiel-Modi: Einen spontanen Kampf, Online-Modi und die Karriere, die mich am meisten auf dem Sofa festgehalten hat. Ihr erstellt euch anfangs einen Spieler nach eurem Gusto und dann geht es auch schon los.

Der Coach Davis führt euch durch das Tutorial, indem ihr die verschiedenen Kicks und Schläge ausprobiert. Dazu lernt man außerdem alle Techniken im Clinch und am Boden inklusive Submissions etc. relativ schnell. Die Steuerung ist dabei meiner Meinung nach in Ordnung und man muss sich nicht allzu viel Kombinationen merken, um halbwegs professionell im Oktagon bestehen zu können.

Die Boden-Kontrolle ist auch in Ordnung, auch wenn es hier auf schnelle Kniffe mit den Sticks ankommt. Immerhin muss man nicht wie bei Fight-Night Hooks etc. über Bewegungen am Stick ausführen.

Karriere-Modus im Detail

Die Karriere hat relativ wenig Story-Elemente. Zwar werdet ihr dort ein wenig mit Social-Media-Postings etc. konfrontiert, doch im Prinzip besteht das ganze aus der sich wiederholenden Abfolge von Sparring, PR, Techniken erlernen - gewissermaßen die Vorbereitung - und dem Kampf selbst.

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Die Vorbereitung kann dabei bis zu sechs Wochen dauern und man kann sich über Einladungen andere Kämpfer einladen, um neue Kicks oder Schläge zu erlernen. Beim Sparring hat man die Auswahl zwischen Boxen, Muay Thai, BJJ und Ringen. Je nachdem müsst ihr verschiedene Aufgaben mit Button-Kombis erfüllen und könnt somit Entwicklungspunkte verdienen.

Diese setzt ihr ein, um Attribute wie Cut-Resistenz, Ausdauer, Kick-/Schlag-Geschwindigkeit oder -Härte etc. zu verbessern. Je öfter ihr im Training oder im Kampf eine bestimmte Technik / Schlag / Kick einsetzt, desto besser werden diese auch. Nutzt ihr dabei regelmäßig Dinge, werden diese relativ schnell wirklich gut und helfen euch beim zügigen Abschließen des Kampfes.

Das Ziel der Karriere ist jedoch der GOAT zu werden und je nachdem wie viel Zeit ihr in die Vorbereitung investiert, werdet ihr das schneller oder langsamer. Man kann also allein in der Karriere etliche Stunden verpulvern. Leider stellt sich dann irgendwann eine gewisse Sättigung der Wiederholungen ein und man vermisst mehr »Geschichte« oder Abwechslung.

Präsentation und Grafik

Die Präsentation des Spiels ist EA-Sport-typisch ausgezeichnet und die Frostbite-Engine macht teilweise einen wirklich guten Job. Die Charakter-Modelle sind außerdem extrem detailliert und lebensecht.

Sie haben jedoch ein Problem: Sie wirken hölzern, da die Gesichtsausdrücke meist leblos oder nicht vorhanden sind. Das ist vorwiegend bei den Slow-Mos nicht immer schön anzusehen. Apropos Slow-Mo: Hier recycelt EA die Finisher-Slow-Mo aus Fight Night. Haut ihr einen Gegner K.O., dann wird euch die Szene noch mal dramatisch verändert aus verschiedenen Szenen in Slow Motion gezeigt.

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Hier sieht man wie die Wangen durch die Gegend fliegen und die Gegner in sich zusammenfallen. Generell spart EA dabei nicht mit Blut.

Online-Modi und Fight Week

Aber natürlich gibt es bei UFC 5 nicht nur Offline-Optionen, auch online kann man sich ins Octagon wagen und versuchen, Spieler aus aller Welt herauszufordern. Zum einen hat man die Möglichkeit, eine Online-Karriere zu absolvieren, die weitaus abwechslungsreicher erscheint als die Offline-Variante.

Dies liegt wohl in den meisten Fällen daran, dass man gegen echte Mitspieler kämpft und sich jeder Kampf intensiver und emotionaler anfühlt als in der Offline-Karriere. Neben der Karriere gibt es noch den Fight Week Modus. Dieser ist an die echte UFC angelehnt.

Hier werden aktuelle Kämpfe nachgespielt und man muss entsprechende Challenges bestreiten. In diesen sind bestimmte Dinge vorgegeben, die den Kampf erschweren oder euch vor neue Herausforderungen stellen. Wenn ihr diese Herausforderung gemeistert habt, erhaltet ihr entsprechende Belohnungen.

Diese Challenges werden regelmäßig aktualisiert, sodass es nie langweilig wird. Abwechslung ist also vollends garantiert. Wie alle großen Titel von EA profitiert auch EA SPORTS UFC 5 von der bewährten Frostbite-Engine.

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Das Spiel sieht richtig gut aus und die Kämpfe wirken sehr realistisch. Tolle Lichteffekte, authentische Einzüge und emotionale Kommentatoren bilden die Basis der neuen UFC. Leider gab es manchmal ein paar lustige Grafikfehler, die sehr komische Verrenkungen der Kämpfer zeigten.

Auch kleinere Bugs und gelegentliche Clippingfehler waren in der Testsession vorhanden. Besonders beeindruckend sind die Verletzungen, die sich die Kämpfer in den Matches zuziehen oder direkt während der Kämpfe erleiden.

Trifft man bestimmte Stellen mehrmals oder mit einem heftigen Schlag, entstehen sofort Platzwunden und der Boden unter den Charakteren verfärbt sich mit der Zeit durch das aus den Wunden austretende Blut. Auch Schwellungen oder blaue Flecken sind gut zu erkennen.

Komplexität und Steuerung

Die Steuerung ist wie schon im Vorgänger sehr komplex und reicht vom normalen Standkampf bis hin zu intensiven Bodenkämpfen. An dieser Stelle sollte man sich auf jeden Fall das Tutorial ansehen und nutzen, da man sonst schnell den Überblick verliert.

Gerade neue Spieler fühlen sich am Anfang mit der Steuerung überfordert. In diesem Fall hilft jedoch leider nur üben, üben und nochmals üben. Der Roster von EA SPORTS UFC 5 ist sehr umfangreich und man kann aus vielen bekannten Kämpfern seinen Favoriten auswählen.

Dabei sind männliche und weibliche Stars, wie unter anderem Holly Holm, Miesha Tate, Colby Covington, Jamahal Hill, Sean Strickland, Jon Jones und viel andere mehr verfügbar. Neben den bekannten Kämpfern aus der UFC, die in verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt sind, kann man sich auch einen Charakter aus den sogenannten Legenden aussuchen.

Hier sind sogar bekannte Kämpfer wie Mike Tyson oder Muhammad Ali mit von der Partie.

Frostbite Engine und Gameplay

Die Frostbite Engine wurde in den Vordergrund der Promotion für das Spiel gestellt und natürlich erwarteten wir da dann auch grafische Sprünge nach vorne - wobei man anmerken muss, dass UFC 4 auch heute noch gut aussieht.

Letztlich stellte sich hier auch schnell etwas Ernüchterung ein. Die meisten Fighter sehen ihren Ebenbildern natürlich wie aus dem Gesicht geschnitten aus, doch sobald die Einzüge vorbei sind, bei denen die Frostbite Engine wirklich die Muskeln spielen lässt, sind die Unterschiede zu UFC 4 wirklich marginal.

Die Visualisierungen bzw. das Treffer-Feedback hat man in UFC 5 auf jeden Fall verbessert. Schläge haben - wenn sie denn voll treffen - richtigen Impact und werden mit leichten Bildschirmeffekten sehr gut in Szene gesetzt.

Diese wirken auch keineswegs aufdringlich oder störend, sondern fügen sich gut ins Gesamtbild ein. Die imposanten Knockout-Kameras im Kinostil setzen der Präsentation dann wirklich die Krone auf - so macht es Spaß, das Finish des Matches noch einmal präsentiert zu bekommen. Einzig die Soundeffekte dabei empfand ich im Test als etwas drüber.

Karrieremodus: Ein genauerer Blick

Auch in UFC 5 darf ein Karrieremodus natürlich nicht fehlen. Entweder ihr importiert euch einen bereits vorhandenen Fighter oder ihr erstellt jemand neues, mit dem ihr dann eure Reise beginnt. Die Karriere kann sowohl mit männlichen als auch mit weiblichen Kämpfern gespielt werden.

Zu Beginn werdet ihr zur Social Media Sensation, da ihr einen imposanten Sieg in einem Hinterhof-Kampf einfahrt. Ab diesem Punkt hat sich die Karriere nicht grundlegend verändert und gerade zu Beginn durchlauft ihr viele, viele Trainings, die euch als Tutorial dienen, um die verschiedenen Gameplay-Aspekte des Spiels kennenzulernen.

Diese Trainings könnt ihr auch überspringen, wenn ihr bereits firm mit dem Spiel seid. Für Neulinge sicherlich ganz interessant. Wir müssen aber zugeben, dass es doch ziemlich zäh wirkte und man letztlich an der Karriere nur marginale Änderungen vorgenommen hat.

Fazit

Alles in allem ist UFC 5 aber der neue König unter den MMA Spielen von EA SPORTS. Entsprechend werten wir es gegenüber dem Vorgänger auch leicht auf. Gespannt sind wir jetzt, wie das Spiel in den nächsten Wochen und Monaten von EA SPORTS versorgt wird.

Bis dato hat die UFC Serie immer wieder Verbesserungen basierend auf Community-Feedback erhalten und bekam sogar kostenlose DLC Fighter. UFC 5 bietet ein mehr als ordentliches Paket für Kampfsportfans und überzeugt dabei nicht nur mit einer kleinen aber feinen Auswahl an Spielmodi.

Gerade auch die sichtbar aufpolierte Präsentation im Ring, die in Sachen Brutalität, Intensität und Atmosphäre wahrlich kein Blatt vor den Mund nimmt, kann rundum überzeugen und liefert spannende und eindringliche Kampfevents, sowohl in großen Arenen als auch im Backyard nebenan.

Die Steuerung findet, auch dank verschiedener optionaler Hilfestellungen und Vereinfachungsoptionen, die richtige Balance zwischen Arcade und Simulation und lässt Anfänger und Veteranen gleichermaßen Spaß an den Kämpfen haben.

Das Herzstück, die Karriere, ist zwar solide inszeniert und mit zahlreichen Zwischensequenzen hübsch in Szene gesetzt, für den ganz großen Wow-Moment fehlt es dann aber doch ein wenig an Spektakel und auch an Tiefgang, denn letztlich hetzen wir mehr oder weniger von Training zu Event.

Sehr gut gefallen haben uns dagegen die umfassenden Möglichkeiten im Hinblick auf das Erstellen von Charakteren und Turnieren, wo wir uns kreativ austoben und ein Spielerlebnis nach unseren Wünschen schaffen dürfen.

Online-Modus

Der Online Modus ist in einem eigenen Untermenü separiert. Dort gibt es:

  • Online Karriere: Erstelle einen eigenen Charakter, gehe mit diesem in den Ring und verdiene Evolution Points wie im normalen Karriere Modus… Aber im Turbo, da es keine Nebenaktivitäten gibt.
  • Online Ranking: Kämpfe gegen andere Spieler mit bestehenden UFC Kämpfern in zufallsbedingten Gewichtsklassen.
  • Blitzkampf: Kämpfe gegen andere unter zufallsbedingten Regeln.
  • Einladung: Lade andere Spieler zum Sparring ein.

Nach eigener Erfahrung gab es keine Schwierigkeiten, andere Spieler zu finden. Allerdings ist es extrem wichtig, sich mit allen Mechaniken auszukennen. Wer kein Grappling kann, der könnte einen fast sicheren Sieg auf einen Schlag verlieren. Das ist nicht unfair, sondern einfach Teil des Sports.

Bewertung der DLCs

Insgesamt gibt es zwei erwähnenswerte DLCs. Weiterhin gibt es auch noch sogenannte Alter Egos von bereits bestehenden Kämpfern wie Israel Adesanya in ihrer anfänglichen Entwicklungsstufe in den Octagon steigen. Im Deluxe Paket wiederum sind bereits die Alter Egos inklusive, weshalb dadurch nur das Premium Bundle für €19,99 für das „Vervollständigen“ der Kämpfer fehlt.

Und dann gibt es noch ein Kosmetik- und Mikrotransaktionsbundle mit 2800 UFC Punkte für das 30. Jubiläum von der UFC zum gleichen Preis von €24,99 wie das normale 2800 UFC Punkte Paket.

Grob gesehen finde ich die Preise etwas happig, doch sie sind nicht unbedingt nötig, sie sind auch keine Spaßbremse.

Inhaltsstoffe und Jubiläum

An sich sind die Inhalte etwas unbalanciert ausgefallen. Der Karrieremodus sollte wohl den Hunger für den Einzelspieler sättigen, doch leider fehlt es da ein wenig an Substanz, um das Interesse zu halten. Der simple Spielfluss vom wöchentlichen Training zum Kampf wird recht schnell ausgereizt. Dazwischen gibt es bedauerlicherweise auch keine Story.

Die UFC feiert ihr 30. Jubiläum und dahinter steckt reichlich viel Geschichte. Einerseits haben sich die Regeln seit der ersten UFC stark geändert und zum anderen hat die UFC auch sehr viele andere Promotions unter sich vereint.

Aber dafür muss man UFC 5 dem Kumite-Reglement zugute heißen, das ebenfalls eine komplett neue Kampfarena und Regeln bietet. Es erinnert stark an den letzten Kampf von Van Dammes Kickboxer.

Gameplay und Steuerung

Hier liegt das Hauptaugenmerk des Spiels. Technisch gesehen liegt es im Genre zwischen Arcade und Simulation, vor allem weil Letzteres durch die Komplexität der nahezu unendlich vielen Variablen gar nicht möglich ist.

Somit liegt eine Vereinfachung vor, die dem Spiel ein Gefühl von Arcade verleiht. Trotzdem ist UFC 5 nicht zu unterschätzen, denn es gibt eine ganze Reihe von Angriffen, die sich jeweils für die eine oder andere Situation besser eignen.

Das Gameplay im Groben

Im Gegensatz zu den traditionellen Kampfspielen gibt es eine ganze Reihe von zusätzlichen Variablen, wenn es um den Sieg geht. Beispielsweise gibt es mehrere Arten zu gewinnen, wie z.B. den K.O., den T.K.O. vom Schiedsrichter, den T.K.O. vom Arzt bei einer zu heftigen Schnittwunde (NEU in UFC 5!) oder eine Aufgabe.

Der klassische K.O. gilt üblicherweise, wenn der Kämpfer sich überhaupt nicht mehr wehren kann. Ein T.K.O. wird aufgerufen, wenn der Gegner zu stark überwältigt wird.

Hier noch ein paar weitere Details zum Kampfsystem:

  • Die Ausdauer
  • Jeder Kämpfer hat eine Ausdaueranzeige, die sich auf zwei Arten entleert: temporär und permanent.
  • Das permanente Reduziert sich langsam über die gesamte Runde mit jeder Aktion. Nach einer Runde lädt es sich ein wenig wieder auf. Gleichzeitig stellt sie auch das Maximum der temporären Ausdauer dar.
  • Die bunte, temporäre Ausdauer, die am oberen Rand des Bildschirms zu sehen ist, verbraucht sich schlagartig nach jeder Aktion. Je niedriger sie ist, desto langsamer werden die Bewegungen bis hin zur vollen Erschöpfung. Deswegen ist es wichtig, kurze Pausen einzulegen, damit sie sich relativ schnell wieder erholen.
  • Bei den Griffen ist das Ausdauermanagement ebenfalls extrem wichtig, denn es entscheidet darüber, wie viel Zeit man hat, sich gegen die Transitionen zwischen den Griffen zu wehren.
  • Angriffe mit niedriger temporärer Ausdauer verbrauchen mehr von der permanenten Ausdauer, mit Ausnahme von Combo-Sequenzen. Dort wird nur der erste Angriff davon betroffen.

Combos

Bei den Combos handelt es sich nicht um welche im traditionellen Sinne, sondern um Angriffsequenzen, die dazu gedacht sind, die Verteidigung des Gegners zu knacken.

Dabei wird aus der Offensive bzw. Defensive ein mehrstufiges Gedankenspiel. Kommt nach dem Jab ein unterer Tritt? Ein Knie? Ein Überkopf-Schlag? Jeder einzelne Angriff bringt solche Entscheidungen mit sich, wobei die meisten Combos mit drei oder vier Angriffen aufhören und den Verteidiger nach einer erfolgreichen Abwehr im Vorteil hinterlassen.

Vier Lebensanzeigen

Warum vier?! Das liegt einfach daran, dass jeder wichtige Körperteil eine eigene Lebensanzeige besitzt: Kopf, Körper, linker und rechter Fuß.