Holpriger Start für UFC-Spiele von EA
Obwohl ich selbst ein begeisterter UFC-Fan bin, habe ich das letzte UFC-Videospiel, das ich als gut in Erinnerung habe, auf der Dreamcast gespielt. Seit 2014 ist EA für die UFC-Spiele verantwortlich und lässt diese im Zwei-Jahres-Takt erscheinen. Dass ein Sportspiele-Profi wie EA sich der UFC annimmt, wurde zuerst von Fans gefeiert. Die Ernüchterung war, dass sowohl der erste als auch zweite Teil so komplex aufgebaut waren, dass man schon ein UFC-Superfan, ein Videospiele-Veteran, äußert lernfähig und geduldig sein sowie ein hervorragendes Gedächtnis haben musste, um es genießen zu können.
Spielmodi im Überblick
UFC 3 bietet eine Vielzahl von Spielmodi, darunter:
- Jetzt kämpfen: Ein schneller Schaukampf gegen die KI oder einen Freund.
- Online-Matches: Schnelle Online-Kämpfe gegen andere Spieler.
- Knockout-Modus: Ein launiger Modus, in dem es darum geht, die meisten Knockouts zu sammeln.
- Submission-Showdown: Ein Modus, der sich ausschließlich auf den Bodenkampf konzentriert.
- Stand and Bang: Ein Modus, in dem nur im Stehen gekämpft wird.
- Eigene Turniere und Großveranstaltungen: Hier können Spieler eigene Turniere und Veranstaltungen erstellen und anpassen.
- Karrieremodus: Ein Modus, in dem man sich langsam zum Titelkampf hocharbeitet.
- Ultimate Team: Ein Modus, in dem man verschiedene Kartenpakete zieht, um Kämpfer, Boosts oder Aktionen zu erhalten.
- Trainingsmodus: Ein Modus, in dem man seine Fähigkeiten verbessern kann.
Der Karrieremodus im Detail
Der Karrieremodus in UFC 3 ist eines der Highlights des Spiels. Hier erstellt man seinen eigenen Kämpfer und versucht, der Beste aller Zeiten zu werden. Der erneuerte Karrieremodus ist jedenfalls jetzt schon sehr gut und wie das komplette Spiel hervorragend präsentiert. Immer wieder lockern coole Zwischensequenzen von Pressekonferenzen oder dem Wiegen den Spielverlauf auf und sogar kurze Filmclips gibt es zu sehen, die auf euren Karriereweg eingehen.
Trainingswochen und Gyms
Im Karrieremodus nimmt man anfangs ein Kampfangebot an und hat dann die Wahl, ins Training zu gehen. Je nachdem wie stark ihr euch seht, sind bis zu 4 Trainingswochen vor einem Fight einstellbar. Ihr könnt aber auch nur eine Woche trainieren, wenn ihr meint, dass euch das reicht. Beginnt ihr dann eine Trainingswoche vor dem Kampf, habt ihr im Gym einige Auswahlmöglichkeiten. Es gibt die Möglichkeit des einfachen Trainierens, des Lernens, der Eigenwerbung und des Sparrings.
Um einen Trainingsplan erstellen zu können, wählt ihr eines von vielen verschiedenen Gyms aus, die allesamt andere Fokuspunkte haben. Es da Gyms zu jedem Kampfstil wie zum Beispiel Ringen, Jiu-Jitsu oder Kickboxen. Je nachdem wie ihr euren Fighter ausbilden wollt, solltet ihr euch also für das passende Gym entscheiden, um die passenden Techniken zu erlernen.
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Aktivitäten im Gym
Das einfache Training, das im Vorgänger etwas eintönig und zäh war, hat man in UFC 3 abgeändert. Es gibt hier nun keine langweiligen, immer gleichen Minispiele, wo ihr auf einen Boxsack einprügelt, mehr, sondern dieses Training wird einfach simuliert. Ihr wählt beispielsweise im Gym das Training aus, selektiert dann Clinch-Befreiungen und mit einem Klick verbessern sich die entsprechenden Statistiken eures Fighters.
Beim Menüpunkt „Lernen“ könnt ihr neue Techniken für euren Fighter erlernen. Ihr steigt dabei mit einem Trainingspartner ins Octagon und müsst gewisse Vorgaben erfüllen. Im Menüpunkt „Eigenwerbung“ macht ihr das, was der Menüpunkt schon sagt: ihr werbt für euch selbst. Dadurch steigert sich der Hype eures Kampfes und je höher dieser Hype ist, desto höhere Chancen auf mehr Geld und mehr Fans habt ihr.
Last but not least gibt es den Menüpunkt „Sparring“. Dort steigt ihr mit einem Trainingspartner ins Octagon, der den Kampfstil eures kommenden Gegners simuliert, sodass ihr hier schon Taktiken für den Fight ausarbeiten könnt. Das wirkt sich auch auf eure Fitness aus. Kriegt ihr im Sparring nur auf die Mappe, sinkt diese, seid ihr im Sparring richtig gut, steigt diese an.
Social Media und Fan-Service
Neu ist der Fokus auf Social Media. Auf manche kann man mit einer von drei Reaktionen antworten, was sich auf die Zahl der Fans auswirken kann. Hype und Siege sind wichtig für die Langlebigkeitsanzeige. Sinkt diese, ist man unten durch bei den Fans, nicht mehr interessant und wird aus der UFC geschmissen. Eine dieser Fanaktivitäten ist das Erstellen eines Streaming-Accounts für Videospiele.
Kämpfe und Karrierefortschritt
Habt ihr die Trainingswochen absolviert, geht es zum Fight ins Octagon. Die Karriere wird diesmal wieder durch viel mehr Videosequenzen erzählt. Diese waren im Vorgänger ja Mangelware, daran hat man gearbeitet und man kriegt wieder mehr zu sehen. Das lockert das ganze Spielerlebnis auf und die Karriere wirkt nicht mehr so dröge. Uns fiel beim Testen auch auf, dass man nicht mehr so schnell zum Ende kommt, weil der Fighter nicht mehr kann. Die Karriere ist also deutlich länger und abwechslungsreicher als im Vorgänger.
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Gameplay-Verbesserungen
Was wirklich besser wurde: das Striking. Das Schlagen und Kicken im Stehen wurde grafisch und akustisch aufgewertet. Die Schläge wirken jetzt nicht mehr so als würden sie im Gesicht des Gegners verpuffen, sondern einen wirklichen Einfluss haben. Blut und Schwellungen an den Körpern der Kämpfer entstehen tatsächlich dort wo sie sollten.
Das im letzten Teil schon überzeugende Striking Game, so lange beide Fighter noch auf den Beinen stehen, ist sogar noch besser gelungen. Das Trefferfeedback war schon damals spektakulär und kraftvoll, aber nun ist es noch eine Ecke nachvollziehbarer, warum ein Schlag besonders hart landete. Die relativen Bewegungsrichtungen von Hand oder Fuß und dem Ziel des Schlages zueinander spielen eine größere Rolle. Zudem wurde das nicht ganz zum Sport passende Paradensystem abgeschafft. Das Stand-up Game ist noch eine Ecke kraftvoller und dynamischer.
Technische Aspekte
Überhaupt ist UFC 3 grafisch ein großer Fortschritt. Zwar kommt es noch immer vor, dass manche Schläge in der Zeitlupe ruckartig zu sein scheinen oder nicht da einschlagen, wo sie eigentlich sollten. Das passiert in 3 allerdings seltener als in 2.
Auf der PS4 Pro präsentiert sich EA Sports UFC 3 endlich in Schlagdistanz zur nächste Woche sechs Jahre alten Referenz UFC Undisputed 3.
Ultimate Team
Der Ultimate Team Modus ist auch dieses Jahr wieder an Bord und sollte wirklich isoliert zum restlichen Spiel betrachtet werden. Das Konzept ist bekannt und darauf wollen wir auch gar nicht weiter eingehen. Wir haben seit wir die Testversion bekommen haben auch nicht viel Zeit in den Modus investiert, stellten aber durchaus fest, dass er „verseucht“ mit dem Lootbox-Glückssystem ist und der Fortschritt nur sehr zäh ist. Es gibt zwar etliche Möglichkeiten, dort „Geld“ zu verdienen, aber wirklicher Spielspaß wollte da bei uns nicht aufkommen.
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Fazit
Mit UFC 3 ist EA Sports der bisher beste Teil der Serie gelungen. Das Ringen ist leider auch dieses Jahr viel zu undurchsichtig, was zu Frustmomenten führt. Grafik und Sound sind stabil, wobei die tollen Animationen hervorzuheben sind. Es gibt aktuell wenig Konkurrenz auf dem MMA Markt und auch kein Spiel, welches es dieser Zeit besser macht. Kampfsportfreunde haben sich den 2. Februar schon dick im Kalender angestrichen, denn dann erscheint mit UFC 3 EAs neueste Mixed-Martial-Arts-Simulation.
UFC 3 ist wie die echte UFC: Am Anfang sieht es wie stumpfsinniges Draufgehaue aus. Je länger man dabei bleibt, desto mehr Raffinesse, Taktik und Strategie erkennt man dahinter. Das Problem bei UFC 3 ist, dass man dieses MMA-Basiswissen bereits mit in den Ring nehmen muss und noch dazu eine fundierte Basis für Kampfspiele haben sollte.
