Die Bedeutung des schwarzen Anzugs im Taekwondo

Der Taekwondo-Anzug, auf Koreanisch "Dobok" genannt, ist die traditionelle Kleidung, die beim Ausüben der koreanischen Kampfkunst Taekwondo getragen wird. Er besteht in der Regel aus einer Jacke (Sang-i), einer Hose (Ha-i) und einem Gürtel (Tti), der den Rang des Trägers kennzeichnet.

Ursprung und Bedeutung des Dobok

Der Dobok hat eine tief verwurzelte Bedeutung in der koreanischen Kultur. Das Wort selbst setzt sich aus „Do“ (Weg), „Bo“ (Kleidung) und „K“ (Kunst) zusammen - sinngemäß: Kleidung für den Weg der Kunst. Er steht für Respekt, Disziplin und Einheit unter den Trainierenden.

Farben und ihre Bedeutung

Die Farbe des Dobok ist grundsätzlich weiß. Das hat symbolischen Charakter. Die weiße Farbe symbolisiert den Frieden, die Reinheit und den Ursprung aller Farben. Der weiße Dobok wirkt wie ein unbeschriebenes Blatt, völlig leer. Es liegt in der Hand des Sportlers, wie es beschrieben wird. Der Dobok symbolisiert die Gleichheit aller Anwesenden beim Training, den Zusammenhalt untereinander und das gemeinsame Streben nach Verbesserung.

Der schwarze Anzug und seine Bedeutung

Im traditionellen Taekwon-Do gibt es Jacken beim Anzug/Dobok mit schwarzem Saum an der unteren Kante. Diese sind Danträgern vom 1. bis 3. Dan vorbehalten. Mit zusätzlichen Streifen an Ärmeln und seitlich an den Hosenbeinen für Danträger ab dem 4. Dan.

Ab dem 1. Dan-Grad darf man ein schwarzes, Poom-Träger analog ein rot-schwarzes Revers, am Dobok tragen. Der Meister hat mehr Erfahrung als der Schüler, was durch das schwarze Dobok-Revers angedeutet wird.

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Der schwarze Kragen bzw. das schwarze Revers ist Danträgern vorbehalten. Es ist üblicherweise nicht statthaft und in den Verbandsstandards nicht möglich, solche Anzüge als niedriger graduierter Schüler zu tragen.

Schülergrade und Gürtelfarben

Im Tae-Kwon-Do gibt es zehn Schülergrade, Kup genannt, die anhand der Farben ihrer Gürtel unterschieden werden. Schüler beginnen mit dem weißen Gürtel und müssen zum Erreichen eines höheren Schülergrades jeweils eine Prüfung ablegen. Die Farben bzw. die dadurch repräsentierten Grade dienen dem Schüler als Ansporn, den nächsten Grad zu erreichen.

Die Prüfungen zum Erreichen des nächst höheren Schülergrades können erst nach Ablauf eines bestimmten Zeitraumes abgelegt werden. Mindestanzahl an Trainingsbesuchen Vorraussetzung sowie die körperliche und geistige Eignung des Schülers.

Hier eine Übersicht der Gürtelfarben und ihrer Bedeutung:

  • Weiß: Der weiße Gürtel ist wie ein unbeschriebenes Blatt. Es ist leer und wartet mit Wissen gefüllt zu werden.
  • Gelb: Gelb stellt die Farbe des Erdbodens dar. Es ist die Grundlage allen Wachstums. Zudem ist es die Farbe, des ersten Lichtstrahls, der den Schüler erreicht und der ihn motivieren soll weiter Richtung Himmel zu wachsen.
  • Grün: Grün wie das Grün einer Pflanze. Es ist etwas auf dem Boden gewachsen, erste Fähigkeiten sind entwickelt, erste Erkenntnisse sind gewonnen worden. Es ist ein erstes Zeichen dafür, dass sich das Training gelohnt hat und etwas im Schüler heranreift.
  • Blau: Blau ist die Farbe des Himmels. Das Wachstum setzt sich fort und aus dem kleinen Pflänzchen, ist etwas geworden, dass Richtung Himmel wächst. Der Himmel steht sinnbildlich für eine Grenze.
  • Rot: Die rote Farbe ist eine Signalfarbe, einerseits für den Lehrer, die andeutet, dass sich etwas anbahnt und in der Lage ist, ein Meister zu werden. Andrerseits soll sie die gleiche Wirkung auf den Schüler haben, denn er hat sich bereits umfangreiche Kenntnisse angeeignet und bis zu einem gewissen Punkt eine körperliche Beherrschung erreicht, die ihm eine Überlegenheit gegenüber nicht trainierten Personen garantiert.
  • Schwarz: Schwarz und damit der Schwarzgurt ist die Farbe der Meister.

Meistergrade (Dan)

Schwarz als stärkste alle Farben vereinigt alle anderen Farben in sich und ist deshalb nur den Meistergraden vorbehalten. Das Erreichen des 1. Dan wird eigentlich als der Anfang bezeichnet. Wer die Philosophie von Tae-Kwon-Do richtig verstanden hat, betreibt den Sport bzw.

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Dan-Träger der Stufen 1 bis 3 werden mit (Tae-Kwon-Do-Trainer) angeredet, vom 4. bis 6. (Tae-Kwon-Do-Lehrer). Ab dem 7.

Den 10. Dan wird nicht durch eine höhere Meister erworben, sondern vom jeweiligen Verband verliehen, dem man angehört. Voraussetzung dafür ist z. B. Funktionär, oder die jahrelange erfolgreiche Teilnahme bei Wettkämpfen usw.

Dobok Varianten und ihre Träger

Es gibt verschiedene Dobok-Varianten, die von unterschiedlichen Graduierungen getragen werden können:

  • Weiße Jacke: Für Schüler mit dem 10. bis 1. Kup.
  • Dobok mit schwarzem Revers: Für Meisterschüler (1. - 3. Dan) und Meister (ab dem 4. Dan).

Großmeister ab dem 5. Dan dürfen einen karierten Dobok tragen. Wie bei den vorherigen Doboks auch gilt immer, sie dürfen müssen, aber nicht. Die schwarz karierte Jacke ist das Vorgängermodell von der gelb karierten Jacke. Großmeister, die eine gelb karierte Jacke tragen, tragen einfach nur das neuere Model der alten, schwarz karierten Jacke. In beiden Fällen muss der Dan-Träger mindestens den 5. Dan haben.

Im Gegensatz zu den beiden anderen Großmeister-Doboks dürfen diese Variante nur Dan-Träger ab dem 7. Dan tragen.

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Doboks bei Wettkämpfen

Bei offiziellen Turnieren der WTF dürfen nur von dem Verband genormte und abgenommene Doboks getragen werden. Auf den Poomsae-Turnieren der WTF werden die Jacken für Meister getragen, wobei auch hier die Unterscheidung gemacht wird, ob der Teilnehmer minder- oder volljährig ist. Kinder tragen dann ihre Poom Jacken. Zudem wird in Abhängigkeit vom Geschlecht zwischen verschiedenen Hosenfarben unterscheiden. Erwachsene Turnierteilnehmer tragen im Vergleich zu den Kindern ihre Meister-Doboks. Bei den Hosen wird aber auch bei den erwachsenen unterschieden.

Großmeister tragen auf Poomsae-Turnieren eine gelbe Jacke mit schwarzer Hose. Diese dürfen hier antreten, da das Limit Turniere zu bestreiten, nur für den Kampfbereich gilt (an Kampfturnieren darf man nur bis zum 4. Dan teilnehmen).

Unterschiede zwischen WTF und ITF Doboks

Doboks der ITF unterscheiden sich nicht grundsätzlich von denen der WTF, jedoch ist hier das Tragen eines Sang ui, der übereinandergeschlagen wird weit häufiger verbreitet als das Tragen einer "Schlupfjacke". Der markanteste Unterschied bei Danträgern ist hier, dass nicht das Revers verziert, sondern der Saum der Jacke schwarz gehalten wird.

Die Wahl des richtigen Dobok

Häufig fragen sich Anfänger, welche die ersten ein, zwei Trainingsstunden absolviert haben, welchen Dobok sie sich nun kaufen sollten. Im Grunde ist es egal, welches Material, Hersteller oder Schnitt der Anzug hat. Die Doboks selber könnt ihr entweder direkt in der Körperwerkstatt an der Theke bestellen oder ihr macht euch selber auf, einen passenden Dobok zu finden.

Im Grunde ist es egal, welches Material, Hersteller oder Schnitt der Anzug hat. Die Doboks selber könnt ihr entweder direkt in der Körperwerkstatt an der Theke bestellen oder ihr macht euch selber auf, einen passenden Dobok zu finden.

Ein qualitativ hochwertiger Taekwondo Anzug vereint Tragekomfort, Langlebigkeit und Bewegungsfreiheit. Die Materialwahl hängt stark vom persönlichen Bedürfnis und dem Trainingsziel ab. Marken wie Adidas, Kwon oder Mooto bieten oft spezielle Passformen (z. B.

Empfehlungen für Anfänger

Gerade Einsteiger sind oft überfordert beim ersten Kauf. Anfänger benötigen keine Profi-Ausrüstung. Ein guter Anfänger-Dobok kostet etwa 25-45 Euro.

Weitere Funktionen des Gürtels

Neben der Anzeige der Graduierung erfüllt der Gürtel noch eine Vielzahl weiterer Funktionen. Zudem ist die Höhe, auf der der Gürtel liegt kein Zufall. Der Gürtel wird nun zwei mal um den Bauch gewickelt. Nun muss nur noch der Knoten gemacht werden. An der richtigen Stelle und mit richtigem Druck gebunden ermöglicht es der Gürtel, nahezu den gesamten Körper blitzartig anzuspannen, um zum Beispiel einen Tritt gezielt auszuführen oder um einen Treffer „einzustecken“.

Entwicklung der Gürtelsysteme

Die Graduierungs- beziehungsweise Gürtelsysteme der Kampfsportarten sind erst im 19. Jahrhundert entstanden und wurden erstmals vom Kanō Jigorō, dem Begründer des Judo eingeführt. Zu Beginn des modernen Taekwondo gab es nur vier Gürtelfarben: weiß, blau, rot und schwarz, die Farben der Koreanischen Flagge. Diese wurden mittlerweile ergänzt durch gelb, grün und braun. Das moderne Graduierungssystem dient vor allem dazu, den Trainings- und Wissensstand zu repräsentieren. Die Gürtelgrade sind unterteilt in Schülerklasse (Kup, Zählung abwärts) und Meisterklasse (Dan oder Poom (WTF; nur 1.-3.) bei unter 15-jährigen, Zählung aufwärts).