Die Geschichte der Deutschen Taekwondo Meisterschaft

Taekwondo, oft als "Koreas Geschenk an die Welt" bezeichnet, gilt heute als die populärste Kampfsportart weltweit. Die Wurzeln des Taekwondo liegen im mystischen Dunkel.

Die alten Kriegskünste ohne Waffen, wie sie seit Jahrhunderten in Asien gelehrt wurden, entwickelten in jedem Land einen besonderen eigenen Stil. In China das Kung-Fu, in Japan das Karate und in Korea das Taekwon-Do. Einfach übersetzt heißt Taekwon-Do, springen, stoßen, schlagen mit den Füßen - verschiedene Handtechniken mit der Faust - sowie der geistige Weg wie die Konzentration, Selbstbeherrschung und Geisteskraft.

Schon Wandgemälde aus der Koguryo-Dynastie, dem etwa um 37 v. Chr. gegründeten koreanischen Königreich, zeigen Kämpfer beim Ausführen von Kampftechniken, die noch heute im Taekwondo gebräuchlich sind. Während seiner langen Geschichte nahm die Sportart verschiedene Elemente der koreanischen Kultur auf. Vor allem Einflüsse aus dem Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus und sind bis heute wirksam: geistige Konzentration, Meditation, Respekt vor dem Meister oder älteren Schülern.

Taekwondo blieb von den Wechselfällen der Geschichte nicht verschont und wurde unter der japanischen Besatzung Koreas in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts sogar verboten. Viele Koreaner trainierten deshalb heimlich und Taekwondo wurde zum wichtigen Bestandteil der koreanischen Identität.

Die Anfänge in Deutschland

Das Taekwondo wurde durch in Deutschland stationierte Amerikaner „importiert“ und fand auch schnell eine kleine Anhängerschaft. Somit konnte schon 1964 die erste Taekwondo-Abteilung beim TV Garmisch, dem Traditionsverein aus Garmisch-Partenkirchen, durch Hans Vierthaler und den US-Amerikaner Mike Anderson gegründet werden.

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1965 tourte ein koreanisches Demoteam unter der Leitung des späteren ITF-Gründers Choi Hong-Hi durch Afrika, den Nahen Osten und Europa. In Deutschland waren Frankfurt und München die Stationen. Ein Jahr später besuchte eine koreanische Taekwondo-Delegation einige deutsche Städte und demonstrierte ihre Kampfsportart. Dies war der Anfang einer zögernden Integrierung des Taekwondo in Deutschland.

Es dauerte nicht lange, bis sich die ersten deutschen Taekwondo-Sportler zusammenfanden. Trainiert wurde zunächst oft in spärlichen Räumlichkeiten, Enthusiasten nahmen weite Wege in Kauf, um zum nächsten Taekwondo-Verein zu gelangen. Doch mit deutscher Gründlichkeit begannen sich die Kampfsportler zu organisieren.

Jedoch konnte sich diese Kampfkunst so etablieren, dass sie im September 1968 beim Deutschen Judo Bund (DJB) als eine Sektion aufgenommen wurde. Bereits 1968 gab es die erste deutsche Meisterschaft.

Etablierung und Wachstum

Bereits 1968 wurde die Sektion Taekwondo im Deutschen Judo Bund - die Vorgängerin der Deutschen Taekwondo Union (DTU) - gegründet, im selben Jahr fand in München die erste Deutsche Meisterschaft statt. Auch an der ersten Weltmeisterschaft 1973 in Seoul nahm ein deutsches Team teil. Damit machten die deutschen Taekwondoka vom ersten Augenblick an klar, dass sie die Entwicklung des internationalen Taekwondo-Sports nicht ohne sie stattfinden sollte.

Eine deutsche Damenmannschaft gibt es seit 1975.

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Nachdem die Deutsche Taekwondo Union e.V. (DTU) am 20.06.1981 gegründet wurde, erfolgte ein bis heut anhaltender Mitgliederanstieg.

1981 wurde die Deutsche Taekwondo Union (DTU) gegründet. Heute umfasst sie 18 Landesverbände mit rund 60.000 Mitgliedern.

Wichtige Ereignisse in der Geschichte des Taekwondo in Deutschland:

  • 1964: Gründung der ersten Taekwondo-Abteilung beim TV Garmisch.
  • 1965: Erste Taekwondo Demonstration koreanischer Großmeister in Deutschland.
  • 1968: Erste deutsche Meisterschaft.
  • 1973: Teilnahme eines deutschen Teams an der ersten Taekwondo-Weltmeisterschaft in Seoul.
  • 1979: Austragung der ersten Weltmeisterschaft in Deutschland (Sindelfingen).
  • 1981: Gründung der Deutschen Taekwondo Union e.V. (DTU).

Internationale Erfolge

Die erste Weltmeisterschaft in Deutschland wurde in Sindelfingen im Jahr 1979 ausgetragen, bei der wir mit Rainer Müller den ersten deutschen Weltmeister begrüßen konnten. 1979 wurde die erste Weltmeisterschaft auf deutschem Boden in Sindelfingen ausgetragen. Damals wurde Rainer Müller der erste deutsche Weltmeister.

Immer wieder bewährt sich die DTU aus Ausrichterin internationaler Turniere. Europameisterschaft 2006 fanden in Deutschland statt. Auch mit den German Open konnte sich die DTU einen guten Namen machen.

Taekwondo als olympische Disziplin

1981 wurde Taekwondo als olympische Disziplin anerkannt. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona war es als Demonstrationssportart dabei. Bei der IOC-Sitzung 1994 in Paris wurde Taekwondo zur vollwertigen Olympischen Sportart erklärt - und endlich war es so weit: Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney erlebte Taekwondo seine olympische Premiere.

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Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney erlebte Taekwondo seine olympische Premiere. Auch bei diesem denkwürdigen Ereignis wird ein Team der DTU dabei sein: auch drei Deutsche haben sich qualifiziert: Fadime Helvacioglu, Aziz Acharki und Faissal Ebnoutalib. Faissal Ebnoutalib konnte sich die Silbermedaille erkämpfen.

Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney erlebte Taekwondo seine olympische Premiere. Mit dabei waren drei Sportler aus Deutschland: Fadime Helvacioglu, Aziz Acharki und Faissal Ebnoutalib.

Das International Paralympic Committee (IPC) nahm Taekwondo im Frühjahr 2015 unter die paralympischen Disziplinen auf. Die ersten paralympischen Taekwondowettbewerbe wird es 2020 in Tokio geben.

Taekwondo heute

Taekwondo ist ein traditioneller koreanischer Kampfsport und zugleich eine moderne olympische Disziplin, seit Anfang 2015 auch paralympische Disziplin. Dementsprechend groß ist die Bandbreite des Taekwondo: Sie reicht von der Kampfkunst mit tiefen Wurzeln in der koreanischen Philosophie bis zum attraktiven, dynamischen Wettkampfsport. Der koreanische Nationalsport wird heute in weit über 200 Nationen organisiert betrieben, die Deutsche Taekwondo Union vertritt rund 60.000 Sportler.

Die DTU wird alles daran setzen, dort wieder vertreten zu sein.

Von den in vielen Völkern entstandenen, sehr unterschiedlichen Kampfkünsten kann das in Korea entwickelte Taekwondo geschichtlich wohl am weitesten zurückverfolgt werden:Die Wurzeln des Taekwondo reichen über 2000 Jahre zurück.

Das „Do“ in Taekwondo bedeutet „Weg“ - und weist auf die mentale Seite der Sportart hin. Im Laufe seiner Entwicklung nahm das Taekwondo verschiedene Einflüsse aus Religion und Philosophie auf. So kann die Sportart auch als Bewegungsmeditation und Weg zur Selbsterkenntnis verstanden werden - ein Erbe des Buddhismus. Der Respekt vor dem Meister, dem Älteren und ganz allgemein dem Gegenüber stammt aus dem Konfuzianismus. Der koreanische Begriff „Do“ ist gleichbedeutend mit dem chinesischen „Dao“.