Die Geschichte des Judo im Glaspalast Sindelfingen

Die Geschichte des Judo in Deutschland ist eng mit den Anfängen des Jiu-Jitsu verbunden. Otto Schmelzeisen gründete den Jiu-Jitsu-Club Wiesbaden und kam mit Alfred Rhode in Kontakt, der in Frankfurt den ersten deutschen Jiu-Jitsu-Club ins Leben gerufen hatte.

Erst 1926 "erlebten" die Jiu-Jitsuka bei dem großen Städtekampf Wiesbaden-Frankfurt gegen London Judo als Kampfsport, nämlich das Gentle-Judo des japanischen Meisters und Professors am Budokwai, Mister Koizumi. Diese Begegnung ist von großer Bedeutung, da die deutschen Kämpfer erstmalig mit dem Begriff "Judo" in Theorie und Praxis vertraut gemacht werden.

1930 kämpften deutsche Judoka aus Wiesbaden und Frankfurt erstmalig in England. Eine kombinierte Mannschaft aus Wiesbaden und Frankfurt kämpfte 1937 mit großem Erfolg in London. Das war die erste Niederlage der bis dahin ungeschlagenen Judo-Metropole Europas. Im gleichen Jahr fand der Rückkampf gegen die Engländer in Wiesbaden statt.

Nachdem die Ausübung des Judosportes wieder erlaubt war, wurde Otto Schmelzeisen 1948 als einer der Ersten aktiv tätig. Der Judo-Club Wiesbaden musste wieder ganz von vorne beginnen. Ein Höhepunkt war der Besuch des späteren Präsidenten der internationalen Judo-Federation, Risei Kano (Sohn von Professor Jigoro Kano; Begründer des modernen Judo).

Die Stadt Wiesbaden stellte dem JCW in der Riederbergschule einen Übungsraum mit fest verlegten Matten zur Verfügung, in dem täglich ab 15 Uhr trainiert werden konnte. Die Mitgliederzahl des Vereins erreichte die Traumgrenze von 1000.

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Im Hessischen Judoverband haben jahrelange Initiativen des JCW zum Erfolg geführt: Die Budosektionen sind jetzt - wie im JCW bereits seit 1966 - mit Sitz und Stimme im HJV-Vorstand vertreten.

Im Sommer zog der JCW in die neue Großsporthalle am Konrad-Adenauer-Ring ein. Ein großes Dojo, Kraft-, Massage- sowie ein Wärmeraum bieten optimale Trainingsbedingungen.

Der Württembergische Judo-Verband trauerte um seinen Ehrenpräsidenten Paul Ulbrich. Recht schnell gelang es ihm, den Verband in ruhigere Fahrwasser zu führen. Von dem, was er in dieser Zeit in die Wege leitete, profitiert der Verband noch heute. Unter seiner Leitung wurde der Bundesstützpunkt in Sindelfingen ausgebaut und zusammen mit dem Badischen Judo-Verband die sehr erfolgreiche ARGE BW gegründet.

Sogar auf finanziellem Gebiet agierte der Präsident vorausschauend. Das Gebäude in Waiblingen, in dem sich die WJV-Geschäftsstelle befindet, wurde vom Verband erworben. Unter seiner Regie wurden zudem zahlreiche große Meisterschaften in Württemberg ausgerichtet, unter anderem die Ü30-Europameisterschaften 2007 und die Ü30-Weltmeisterschaften 2009 im Sindelfinger Glaspalast.

Judo ist in Sindelfingen eine Erfolgsgeschichte. Wir haben das große Glück gehabt, dass wir viele große und erfolgreiche Kämpfer aus unserer Abteilung hervorgebracht haben. Wir haben sehr früh in die Kinder investiert. So arbeiten wir mit den Kindertagesstätten rund um den Glaspalast herum zusammen. In dieser Altersklasse haben wir 150 bis 200 Mitglieder. Wer dann am Ball bleibt, hat die Chance auf Leistungssport bis hin zur Bundesliga.

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Das Zentrum Ihrer Abteilung ist dabei der Glaspalast - warum ausgerechnet diese Sportstätte? Dort dürfen wir beispielsweise unsere Matten dauerhaft liegen lassen bis auf wenige Veranstaltungen wie den Mercedes-Benz-Cup. Wir haben dort unsere Wohlfühloase, wir haben eine Sauna und einen Kraftraum. Im Glaspalast können wir von früh bis spät trainieren. Zudem haben wir das Glück, den Olympia-Stützpunkt hier zu haben. Da kommen dienstags und donnerstags bis zu 150 Kämpferinnen und Kämpfer auf der Matte, die sich miteinander messen.

Ein internationales Turnier im Glaspalast steigt. Stavros Giogiakas, Vorstandsmitglied der Judoka im VfL Sindelfingen, stellt diese international bedeutsame Veranstaltung im Stadtgespräch Böblingen bei Regio TV vor und spricht über die Besonderheiten dieser japanischen Kampfsportart.

Was erwartet die Sportler und Zuschauer beim 23. Internationalen Turnier am 5. und 6. Juli?Stavros Giogiakas: „Das größte Judo-Turnier in Europa. Wir haben zuletzt über 1 800 Teilnehmende aus aller Welt bei uns begrüßt in allen Altersklassen. Wir haben hier bei freiem Eintritt ein Familien-Event aufgebaut. Hier trifft sich die Judo-Familie. Viele Spitzenathleten bereiten sich bei uns auf Top-Events vor. So gibt es eine Woche später in Düsseldorf das Grand-Slam-Turnier, bei dem es um Punkte in der Weltrangliste geht.“

Für wen ist Judo geeignet? Für alle, man kann Judo auf Wettkampfebene bis hin zur Bundesliga betreiben. Ich kann aber auch in Richtung Breitensport gehen. Auch dafür haben wir Platz in unserer Abteilung. Dieser Sport trainiert den ganzen Körper. Wir vermitteln aber auch die traditionellen japanischen Werte wie Respekt, Hilfsbereitschaft, füreinander einstehen, sich gegenseitig unterstützen. Das leben wir nicht nur den Kindern vor.

Der Glaspalast und die (kleineren) Bäder werden von kreativen, verantwortungsbewußten und erfolgreichen Trägervereinen betrieben, wodurch die kommunalen Zuschüsse in allen Fällen deutlich reduziert wurden.

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Im Jahr 2012 feierte der VfL Sindelfingen das 150-jährige Jubiläum. Für die geplante Feier (12. bis 15. Juli, Glaspalast-Parkplatz) hatten wir im Vorstand erste Überlegungen angestellt.

Die Sportwelt ist zu einem Erfolgsmodell geworden und hat den Verein zukunftssicher und solide aufgestellt. Es ist uns allen gelungen, damit ein Stück Vereinsgeschichte zu schreiben.

Gemeinsam mit unseren Architekten blieben wir im Zeit- und Kostenrahmen und somit auch in der Vorgabe der Delegiertenversammlung. Nach allem was wir heute wissen findet der Neubau Akzeptanz am Markt, ist überzeugend platziert und wird von unseren Mitgliedern und der Sindelfinger Bevölkerung angenommen.

Der vereinbarte und gekürzte (15%) Zuschuss der Stadt Sindelfingen wurde nicht ausgeschöpft und Spielräume für investive Massnahmen damit eröffnet.

Beim 1. INTERSPORT Masters um den Kempa-Cup tritt der Glaspalastverein erstmals als Veranstalter und nicht nur als Vermieter der Räumlichkeiten auf.

Durch die Bauarbeiten zur Erweiterung des Judodojos am Olympiastützpunkt und bei der Erstellung der neuen Fußballumkleideräume macht der Glaspalast einen weiteren Schritt in Richtung Konkurrenzfähigkeit und Zukunftssicherung.

Der VfL Sindelfingen bildet mit seinen Abteilungen die mit Abstand größte Bürgerinitiative dieser Stadt und ist im Sinne seiner sozialen Wertschöpfung, seiner gesundheitlichen Effekte und seiner pädagogischen Wirkungen im Netzwerk der Stadt unverzichtbar.

Schwerpunkte waren im infrastrukturellen Bereich des Glaspalastes und hinsichtlich des Baus neuer Fußballplätze sowie die erste Betriebsprüfung in der Geschichte des Vereins und der hieraus erwachsenden Konsequenzen und Neuerungen.

Mitgliedsbeiträge: In Abstimmung mit der Delegiertenversammlung wurden im vergangenen Jahr nach 11 Jahren die Beiträge erhöht. Sportliche Höhepunkte: Eine Reihe von hochkarätigen Veranstaltungen wurden nach Sindelfingen geholt: Seniorenweltmeisterschaft der Leichathletik (März), Basketballbundesliga mit der EnBW Ludwigsburg, DaimlerChrysler-Juniorcup, Parkpokal im Taekwondo, Internationales Schwimmfest im Badezentrum.