Severin Lüthi: Vom Judo zum Tennis-Coach einer Legende

Seit 2007 war Severin Lüthi ununterbrochen an der Seite von Tennis-Star Roger Federer. Ob als alleiniger Coach oder als Co-Trainer, die beiden Schweizer gewannen viele Titel zusammen.

Emotionale Worte zum Karriereende Federers

Nach dem Karriereende von Federer äußerte sich Lüthi zunächst nicht zu seinem ehemaligen Schützling. Doch jetzt brach der EX-Coach auf Instagram sein Schweigen und richtete emotionale Worte an den 41-Jährigen.

"Es hat eine Weile gedauert, bis ich wusste, was ich sagen wollte... Die letzten Wochen waren sehr emotional", startete Lüthi seinen an Federer gerichteten Text, ehe er auf die schönsten Erlebnisse der beiden zurückblickte.

“Wenn ich mir mein iPhone-Album ansehe, erinnere ich mich an alles, was wir zusammen erlebt haben: die Grand-Slam-Siege, der Davis-Cup-Titel in Lille, der Gewinn bei den Olympischen Spielen in Peking, aber auch an all die besonderen Momente, die wir abseits des Tennisplatzes geteilt haben. Unsere Urlaube, die Hochzeiten, die Geburtstagsfeiern, die Streiche mit anderen Teammitgliedern auf mehreren Kontinenten."

Auch ein Stück Bewunderung für den 20-fachen Grand-Slam-Champion steckt in der Nachricht. "Es war bewundernswert zu sehen, wie du es geschafft hast, so viel auf einmal zu jonglieren: dein Tennis, deine Freunde, dein Geschäft, deine Familie, aber vor allem alles mit einem Lächeln im Gesicht. Mit deiner Leidenschaft für den Tennissport wirst du weiterhin eine Inspiration für viele sein."

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Zum Ende seines Posts richtete Lüthi dann noch einmal ganz persönliche Worte an seinen Ex-Schützling. "Ich werde mich immer daran erinnern, dass ich die ganzen Jahre mit dem nettesten, großzügigsten, positivsten und lustigsten Mann verbracht habe.

Kurzes Intermezzo mit Holger Rune

Holger Rune und Trainer Severin Lüthi haben ihre Zusammenarbeit nach nur einem Monat beendet.

Am Tag nach Bekanntgabe hat sich der Coach, der einst Roger Federer betreute, im "Blick" geäußert. "Lieber trennen wir uns bereits jetzt als erst in einem halben Jahr", sagte Lüthi. Er habe wie Runes Mutter und Managerin Aneke gemerkt, dass das "Timing" der Kooperation nicht gut gewesen sei.

Der Schweizer arbeitete 15 Jahre lang als Coach von Roger Federer, gilt als Schlüsselfigur für dessen Aufstieg zum globalen Superstar und 20-maligen Grand-Slam-Turniersieger. Nach Federer war Lüthi nicht mehr als Einzeltrainer im Einsatz - bis Rune anklopfte und den Berner als Trainer für sich gewinnen konnte.

Leicht habe er sich die Entscheidung damals nicht gemacht, so Lüthi. "Ich überlege mir solche Dinge gut, vielleicht manchmal zu gut", führte der 48-Jährige nun im Schweizer "Blick" und ließ damit Spielraum für Interpretationen.

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Insgesamt aber sei er "froh, diese Erfahrung gemacht" zu haben. Die Arbeit mit Rune sei "alles andere als ein Schnellschuss" gewesen. "Es war meine erste Aufgabe nach dem Rücktritt von Roger Federer. Das wird mich persönlich weiterbringen."

Team Rune auf der Suche nach Kontinuität

Runes Mutter Aneke, die dem 20-Jährigen als Managerin zur Seite steht, hatte gegenüber dem dänischen "Ekstra Bladet" erklärt, dass Lüthi zu wenig Zeit mit ihrem Sohn verbringen könne, "um die Kontinuität zu gewährleisten, die Holger braucht".

Eine Kontinuität, die dem Weltranglistensiebten seit Monaten abgeht. Ende 2022 begann Rune mit Star-Coach Patrick Mouratoglou zu arbeiten. Sechs Monate später trennten sich die Wege des Dänen und des Franzosen, der sich vor allem als Trainer von Serena Williams einen Namen gemacht hatte.

Nachdem das Toptalent in der Saison 2022 mit drei Titeln, darunter der Erfolg beim Masters in Paris-Bercy, aufhorchen ließ, stagnierte die Entwicklung.

Im vergangenen Jahr gelang immerhin noch ein Turniersieg auf Sand in München, bei den letzten beiden Grand-Slam-Wettbewerben aber gab es herbe Rückschläge.

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Knapp zwei Wochen später folgte nun die Trennung von Lüthi.