Schlimmste MMA Verletzungen: Ein Blick auf die Schattenseiten des Käfigkampfs

Mixed Martial Arts (MMA) ist ein Kampfsport, der ein hohes Maß an Geschicklichkeit und Ausdauer erfordert, aber auch erhebliche Verletzungsrisiken birgt. Blaue Flecken sind häufig, aber es gibt auch schwerwiegendere Verletzungen. BILD zeigte am Samstag ab 19 Uhr live und exklusiv "We Love MMA" aus München.

Verletzungen im MMA: Mehr als nur blaue Flecken

Dicke Augen, blutige Nasen: In Deutschlands härtester Liga geht es zur Sache. 20 Käfigkämpfer treten in München zum knallharten Spektakel „We Love MMA“ an. BILD überträgt die Show ab 19 Uhr exklusiv. … und ja - das tut richtig weh, wie uns sieben Käfigstars verraten.

Erfahrungen von MMA-Kämpfern mit Verletzungen

Viele MMA-Kämpfer haben im Laufe ihrer Karriere mit Verletzungen zu kämpfen. Hier sind einige Beispiele:

  • Dustin Stoltzfus (27): Die schwerste Verletzung: „Kurz vor meinem Debüt bei ‚We Love MMA‘ habe ich mir beim Kreuzheben einen Bandscheibenvorfall zugezogen. Zusätzlich habe ich mir einen Meniskusriss während des Sparrings zugezogen. Gegen den Bandscheibenvorfall habe ich Yoga gemacht, was auch super funktioniert hat. Die Knieverletzung habe ich erst einmal ignoriert und weiter trainiert, bis es beim Laufen einfach zu sehr wehgetan hat."
  • Kevin Hangs (34): Die schwerste Verletzung: „Meine schlimmste Verletzung war ein geplatztes Ringerohr. Zum Glück ist es von allein verheilt.“
  • Lukas Menzel (24): Die schwerste Verletzung: „Ich habe bisher noch keine ernst zu nehmenden Verletzungen in einem MMA-Kampf erlitten. Das Schlimmste war wohl das zugeschwollene Auge nach meinem Profi-Debüt. Nach zwei Wochen hat man davon nicht mehr gesehen. Die blöden Sprüche habe ich weggelächelt und mich selbst hat es nicht wirklich gestört.“
  • Filip Zadruzynski (30): Die schwerste Verletzung: „Das war ein Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule. Geduld und Disziplin waren wichtig. Ich habe jeden Tag Übungen gemacht. Vier Monate später war ich wieder im Training und sechs Monate später wieder im Käfig.“
  • Amin Cherkaoui (24): Die schwerste Verletzung: „Meine schlimmste Verletzung bisher waren meine zwei Mittelhandbrüche. Den letzten habe ich mir in Hamburg im Main-Event gegen Daniel Makin zugezogen. Eine so lange Zeit pausieren zu müssen, ist für einen echten Sportler schon schwer - körperlich und mental.“
  • Volcan Heptunali (35): Die schwerste Verletzung: „Ich habe mir komischerweise bis jetzt nur im Training Verletzungen zugezogen. Ich habe mir die Nase gebrochen und hatte einen Bandscheibenvorfall. Die Nase ist so verheilt und mit dem Bandscheibenvorfall war ich beim Arzt.“
  • Sead Becirovic (33): Die schwerste Verletzung: „Ich habe bis jetzt Glück gehabt und höchstens Cuts und leichte Prellungen aus dem Kampf davongetragen. Ich musste dafür nur ein bis zwei Wochen pausieren und alles verheilen lassen. Bepanthen und Voltaren habe ich auch benutzt.“

Wie sich der Körper nach einem Kampf anfühlt

Die Kämpfer beschreiben ihre Erfahrungen nach einem MMA-Kampf sehr unterschiedlich:

  • Dustin Stoltzfus: „Ich werde circa 30 Minuten nach dem Kampf auf einmal richtig müde. Egal wie einfach oder schwer der Kampf war. Nach einer Stunde fange ich auch an, alles zu spüren, was im Kampf war: Jede Prellung, alle Kratzer, die ich in der Stunde davor nicht gemerkt habe, spüre ich dann so richtig. Das kommt alles auf einmal, wie eine Welle. Und wenn der Kampf hart war, fangen die Muskeln an zu brennen und zu verkrampfen. Platzwunden und blaue Flecken gehören zu dem Sport dazu."
  • Kevin Hangs: „Danach fühle ich mich auf gut deutsch gesagt einfach scheiße. Ich habe brutalen Hunger und will einfach nur meine Ruhe. Platzwunden und blaue Flecken stören mich nicht. Das ist Teil des Sports.“
  • Lukas Menzel: „Wenn man im Kampf ein paar Treffer genommen hat, spürt man diese natürlich erst, wenn das Adrenalin zurückgeht. Aber im Großen und Ganzen fühle ich mich nach dem Kampf meist entspannt und erschöpft.“
  • Filip Zadruzynski: „Das kommt immer darauf an, ob es ein guter Kampf oder ein schlechter war. Normalerweise werde ich nach zwei bis drei Stunden müde - mehr aber auch nicht. Blaue Flecken und Platzwunden kommen und gehen, das hat mich nie gestört.“
  • Amin Cherkaoui: „Ich habe bisher so gut wie alle meine Kämpfe gewonnen und jedes Mal bin ich danach der glücklichste Mensch der Welt. Es gibt nichts, was mich mehr zum Strahlen bringt als ein Sieg. Kleine Spuren aus dem Training oder vom Kampf stören mich nicht besonders. Aber cool aussehen tun sie meiner Meinung nach auch nicht. Meine kleine Tochter mit einem blauen Auge aus der Kita abzuholen, ist nicht so cool."
  • Volcan Heptunali: „Nach meinem letzten Kampf in Stuttgart bin ich zwei Tage später nach Malle - also hatte ich keine Schmerzen. Mein Gegner müsste mich schon so fertig machen, dass ich liegen bleibe, was nicht passieren wird, da ich Eier aus Titan habe. Blaue Flecken stören mich nicht und sind mir nicht peinlich. Man muss ja auch in der Öffentlichkeit zeigen, dass man nicht nur gewinnen kann, sondern auch verlieren und Schläge einstecken. Das habe ich auch bei ‚We Love MMA 41‘ in Stuttgart bewiesen."
  • Sead Becirovic: „Ich fühle mich erschöpft, aber glücklich. Es ist einfach schon etwas Besonderes, einen Kampf im Cage zu bestreiten. Irgendwann beginnt man auch die ganzen Prellungen und Cuts zu spüren. Blaue Flecke stören mich, da ich auf der Arbeit eine Führungsposition einnehme."

Horror-Verletzungen: Wenn es zu weit geht

Manchmal kommt es im MMA zu Verletzungen, die weit über blaue Flecken und Platzwunden hinausgehen. Rong Zhu (24) erlitt bei „UFC Vegas 97“ mehrere Brüche der Augenhöhle durch einen Ellbogenschlag von Chris Padilla (28). Die Entscheidung des Arztes und des Schiedsrichters, den Kampf abzubrechen, war daher völlig in Ordnung.

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Auch Rafa Garcia erlitt in einem UFC-Kampf eine schwere Verletzung. Der Mexikaner besiegte Maheshate Hayisaer, obwohl er durch einen Ellbogenhieb eine Arterie verletzt hatte und etwa einen Liter Blut verlor. Die Ärzte brauchten zwei Stunden, um die Blutung zu stoppen und nähten die Wunde mit 15 Stichen.

Tragische Todesfälle im MMA

Leider gab es in der Geschichte des MMA auch tragische Todesfälle. Josh Samman starb im Alter von nur 28 Jahren. Autopsie und toxikologische Untersuchungen stehen zwar noch aus, doch gegenüber „TMZ.com“ gab Mallak an, dass Drogenmissbrauch sehr wahrscheinlich eine Rolle bei der Todesursache gespielt haben dürfte. Samman war am Donnerstag bewusstlos in seinem Apartment aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht worden.

Für seinen Mitbewohner Troy Kirkingburg kam jede Hilfe zu spät, er war bereits tot, als der Notarzt eintraf. Die Nachricht vom Tod des Ultimate Fighters hat die Mixed-Martial-Arts-Szene geschockt. Nicht nur weil Samman mit seiner sympathischen Art überaus beliebt war, auch weil er ungeheuer viele Talente besaß.

Auch der Tod seiner Freundin Hailey Bevis im Jahr 2013 und der spätere Tod seines Stiefvaters stürzten Samman in eine tiefe Krise. Er kämpfte mit Drogenproblemen, die letztendlich zu seinem Tod führten.

Sammans Schicksal ist auch deswegen so bedrückend, weil mit Box-Weltmeister Tyson Fury soeben ein weiterer Kampfsportler von schweren Depressionen und Drogenmissbrauch berichtete. Speziell für die MMA-Szene war 2016 bislang ein Horrorjahr. Samman ist schon der siebte prominente Todesfall. Jordan Parsons und Ryan Jimmo wurden von einem Auto überfahren, Kevin Randleman und Kimbo Slice erlitten einen Herzstillstand, Joao Carvalho starb im Ring, und Ivan Cole jagte sich beim russischen Roulette eine Kugel in den Kopf.

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Weitere mögliche Verletzungen im MMA

Neben den bereits genannten Verletzungen gibt es im MMA eine Vielzahl weiterer potenzieller Risiken:

  • Gesichtsfrakturen (Jochbein, Kiefer, Nase)
  • Traumatische Hirnverletzungen (TBI), Gehirnerschütterungen, Schädelbruch, Koma
  • Augenverletzungen, bis hin zur Erblindung
  • Rippenfrakturen
  • Handverletzungen (Brüche, Verstauchungen)
  • Knie- und Ellenbogenverletzungen
  • Eingedrückter Kehlkopf, Erstickungsgefahr
  • Verletzungen an inneren Organen
  • Arm-/Bein-/Fußbrüche durch Submissions

MMA: Ein Sport mit hohen Risiken

MMA ist zweifellos ein spannender und faszinierender Sport. Es ist jedoch wichtig, sich der erheblichen Verletzungsrisiken bewusst zu sein und die potenziellen Konsequenzen zu berücksichtigen. Blaue Flecken, Platzwunden und Prellungen sind im MMA an der Tagesordnung. Aber auch schwerwiegendere Verletzungen wie Knochenbrüche, Gehirnerschütterungen und sogar Todesfälle können vorkommen.

Die Kämpfer selbst gehen mit diesen Risiken unterschiedlich um. Einige sehen blaue Flecken und Platzwunden als Teil des Sports, während andere sie als Makel empfinden. Wichtig ist, dass sich die Athleten ihrer Verantwortung bewusst sind und die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen treffen, um Verletzungen zu vermeiden.

Tabelle: Verletzungen und Erfahrungen von MMA-Kämpfern

Kämpfer Schwerste Verletzung Gefühl nach dem Kampf
Dustin Stoltzfus Bandscheibenvorfall, Meniskusriss Müde, spürt Prellungen und Kratzer
Kevin Hangs Geplatztes Ringerohr Fühlt sich schlecht, hat Hunger
Lukas Menzel Zugeschwollenes Auge Entspannt und erschöpft
Filip Zadruzynski Bandscheibenvorfall Müde, blaue Flecken stören nicht
Amin Cherkaoui Mittelhandbrüche Glücklich, kleine Spuren stören nicht
Volcan Heptunali Nasenbruch, Bandscheibenvorfall (im Training) Keine Schmerzen, blaue Flecken nicht peinlich
Sead Becirovic Cuts und leichte Prellungen Erschöpft, glücklich, blaue Flecke stören