Sappho Coban: Eine Judo-Kämpferin auf Erfolgskurs

Sappho Çoban ist eine bemerkenswerte Judo-Kämpferin, die bereits in jungen Jahren große Erfolge gefeiert hat. Im vergangenen Jahr wurde sie von der Deutschen Sporthilfe zur Juniorsportlerin des Jahres gekürt.

Frühe Anfänge und sportliche Erfolge

Schon im Alter von vier Jahren kam Sappho zum ersten Mal mit Judo in Kontakt. Meine Mutter ist in einem Sportverein, der auch Kindergartenkurse für Judo im Programm hatte. Da habe ich dann mitgemacht, weil sie meinte, ich hätte zu viel Energie. Und so habe ich mit Judo angefangen und bis heute nicht mehr damit aufgehört.

Sie hat 2014 im Judo in ihrer Gewichtsklasse den nationalen Titel bei den Frauen errungen. In Welt- und Europacups erreichte sie mehrere vordere Plätze.

Bei den European Open der Frauen in Warschau gewann Sappho Coban aus Karlsruhe die Silbermedaille in der Klasse bis 57 kg. Swantje Kaiser aus Köln belegte in der 57-kg-Klasse einen siebten Platz. Ebenfalls auf Rang sieben kam Kristin Büssow aus Frankfurt (Oder).

Ergebnisse der European Open der Frauen in Warschau

  • -48 kg: 1. Noa Minsker, ISR; 2. Melanie Clement, FRA; 3. Aurore Climence, FRA; 3. Laetitia Payet, FRA
  • -52 kg: 1. Tsolmon Adiyasambuu, MGL; 2. Oleksandra Starkova, UKR; 3. Bundmaa Munkhbaatar, MGL; 3. Luz Olvera, MEX
  • -57 kg: 1. Arleta Podolak, POL; 2. Sappho Coban, GER; 3. Anna Borowska, POL; 3. Tatiana Kazeniuk, RUS
  • -63 kg: 1. Mungunchimeg Baldorj, MGL; 2. Isabel Puche, ESP; 3. Marta Labazina, RUS; 3. Tserennadmid Tsend-ayush, MGL
  • -70 kg: 1. Katarzyna Klys, POL; 2. Naranjargal Tsend Ayush, MGL; 3. Valentina Maltseva, RUS; 3. Lola Mansour, BEL
  • -78 kg: 1. Beata Pacut, POL; 2. Karen Stevenson, NED; 3. Anastasiya Dmitrieva, RUS; 3. Laia Talarn, ESP
  • +78 kg: 1. Vanessa Zambotti, MEX; 2. Ksenia Chibisova, RUS; 3. Santa Pakenyte, LTU; 3. Maryna Slutskaya, BLR

Weitere Ergebnisse

Bei den European Open der Männer in Prag konnte Philipp Galandi aus Potsdam in der Klasse bis 100 kg einen siebten Platz erreichen.

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Juniorsportlerin des Jahres

Die Auszeichnung bedeutet mir also sehr viel, auch wenn es mir in Sachen Öffentlichkeit wenig gebracht hat. Das ist eine sehr große Ehre für mich. Noch nie ist jemand aus dem Judo dafür ausgewählt worden.

Vor rund 600 Gästen überreichten die Beachvolleyball-Olympiasieger von London, Julius Brink und Jonas Reckermann, Sappho Coban im Nicolaisaal in Potsdam die höchste Auszeichnung im deutschen Nachwuchssport.

In der Einzelwertung belegte Sappho Coban (Judo) den ersten Platz vor dem Bahnrad-Junioren-Weltmeister Maximilian Dörnbach und Lukas Baum, dem Junioren-Weltmeister und Junioren-Europameister mit dem Mountainbike.

Ausbildung und Trainingsprogramm

Sie hat 2012 in Karlsruhe Abitur gemacht und ist aktuell Polizeimeisteranwärterin bei der Bundespolizei Leistungssportfördergruppe Kienbaum.

Mein Trainingsprogramm sieht so aus, dass ich zwei bis drei Mal am Tag zwischen 90 Minuten und drei Stunden trainiere. Da mache ich dann das, woran mein Trainer mit mir arbeiten möchte. Also Krafttraining, Sprint, Ausdauer, aber auch die Technikeinheiten sind beim Judo ganz wichtig, also die Randori, die Trainingskämpfe.

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Wahrscheinlich sind die U-23-Europameisterschaften im November in Bratislava mein nächster großer Wettbewerb.

Engagement für den Sport

Du machst in Deiner Heimatstadt Karlsruhe Werbung für das Deutsche Sportabzeichen im Rahmen der „Europäischen Woche des Sports"? Warum ist Dir das wichtig? Sport verbindet und bringt Menschen näher zusammen. Wer im Alltag fit bleibt, ist unternehmungslustiger und hat dadurch auch mehr Lebensfreude. Das Deutsche Sportabzeichen setzt außerdem durch die Staffelung von Gold, Silber und Bronze Anreize, sich mit anderen zu messen und an der eigenen Leistung zu arbeiten.

Mit DOSB-Maskottchen Trimmy bist Du an den beiden Wochenenden vor dem Event am 13. September mit der Sportabzeichen-Schnupperstation in Karlsruhe unterwegs. Freust Du Dich darauf? Ja klar. Ich hoffe wir können möglichst viele Leute motivieren, am 13. September bei der Sportabzeichen-Challenge mitzumachen. Ich zeige ihnen auch gern, worauf sie beim Seilspringen, Standweitsprung oder Drehsprung achten müssen.

Ich kenne das Deutsche Sportabzeichen. Am meisten liegen mir Kraft und Schnelligkeit. Am wenigsten mag ich das Schwimmen - übrigens schwimmen viele Judoka nicht gern.

Ich persönlich kann mir gar nicht vorstellen, jemals mit dem Sport aufzuhören, auch wenn ich irgendwann meine Karriere in der Judo-Nationalmannschaft beende. Durch den Sport, das gemeinsame Training und die Wettkämpfe sind bei mir viele Freundschaften entstanden und gewachsen. Ich könnte in jeder größeren Stadt in Deutschland sofort bei jemandem übernachten und sogar im Ausland hätte ich die Möglichkeit dazu. Ohne den Sport wäre das nicht denkbar.

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Ich bin den ganzen Tag vor Ort und bringe zur Veranstaltung rund ums Karlsruher Schloss wahrscheinlich meine Mutter und meine Oma mit. Beide sind sportlich und meine Oma läuft mit 71 Jahren noch jeden Tag. Sie hat auch schon mal das Sportabzeichen gemacht. Leider ist meine Schwester mit der Judo-Junioren-Nationalmannschaft unterwegs und kann wahrscheinlich nicht dabei sein.

Comeback nach Verletzung

Nach eineinhalb Jahren Pause wegen eines Kreuzbandrisses musste sich Judoka Sappho Coban vom BC Karlsruhe bei ihrem Weltcup-Comeback früh geschlagen geben. Ihr Fazit nach ihrem Kampf in der höheren Gewichtsklasse fällt gemischt aus.

Nach einem Freilos beim Grand Slam in Taschkent musste sich die 26-Jährige in der zweiten Runde der Klasse bis 63 Kilogramm der Britin Lubjana Piovesana nach drei Shidos geschlagen geben.

Eher, dass ich so lange nicht gekämpft habe. Das macht schon eine ganze Menge aus. Den Gewichtsunterschied habe ich gar nicht gemerkt.

Auf jeden Fall. Durch die Reha habe ich nämlich ganz schön viel an Muskulatur aufgebaut, deshalb bin ich auch schwerer geworden. Es wäre einfach sinnlos, die Muskeln wieder abzubauen. Die Verletzung ist nun aber komplett auskuriert.

Nach wie vor beim Griffkampf. Das ist das Nächste, woran ich und mein Trainer arbeiten werden.

Es ist schwierig. Es sollen in diesem Jahr auf jeden Fall deutsche Meisterschaften stattfinden, die habe ich mir ganz klar als Ziel gesetzt.

Ich habe gehört, dass der für den 24. April geplante Saisonstart erst mal wieder verschoben wurde, ich weiß aber nicht, auf wann. Aber wenn sie stattfindet, dann trete ich natürlich für den BCK an. Man muss in diesen Tagen ja alles nutzen, was angeboten wird.