MMA Pro PME Definition: Projekte und Perspektiven

Marokko ist mit einem Dargebot an erneuerbaren Frischwasserressourcen von ca. 650 m³/Kopf/Jahr einem chronischen und sich ständig verschärfenden Frischwassermangel ausgesetzt und gilt somit als wasserarm. Dennoch wird in vielen Regionen Marokkos mit ca. 80-90% der überwiegende Anteil der verfügbaren Frischwasserressourcen für die landwirtschaftliche Bewässerung genutzt. Angesichts der daraus resultierenden kontinuierlichen Absenkung des Grundwasserspiegels, liegt die wesentliche Herausforderung im Bereich der landwirtschaftlichen Bewässerung in der Senkung des durch anhaltende dynamische sozioökonomische Entwicklungen beständig hohen Wasserverbrauchs.

Das Vorhaben setzt hier an und soll im Ergebnis durch eine Steigerung der Produktionsflächen und Erträge sowie unter Einsatz effizienter Bewässerungsmethoden eine Verbesserung der Mobilisierung und Verteilung des Wassers generieren. Die im Rahmen des Projektes vorgesehenen Rehabilitierungsmaßnahmen umfassen das gesamte Spektrum der hydraulischen Infrastruktur - von der Wasserfassung bis hin zur Wasserverteilung durch Primär- und Sekundärkanäle.

Zudem soll so ein Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen (u. a. Erhöhung der Einkommen) in der Projektregion Souss-Massa geleistet werden. Zielgruppe des Vorhabens sind die bäuerlichen Kleinbetriebe in der Projektregion, deren Lebensbedingungen durch geringe Einkommen und unzureichende Beschäftigungsmöglichkeiten gekennzeichnet sind (ca. 35.000 Menschen). Durch eine Verbesserung des Subsistenzniveaus hat das Programm direkte Wirkungen auf die arme ländliche Bevölkerung.

Zur Absicherung des Projekterfolges sollen die regionalen Projektträger durch eine Begleitmaßnahme und die Wassernutzergemeinschaften durch projektbezogene Aus- und Fortbildungsmaßnahmen unterstützt werden.

Beispiele für Projekte im Bereich Wasser und Abwasser

Es gibt verschiedene Projekte, die sich mit der Verbesserung der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in verschiedenen Regionen befassen.

Abwasserentsorgung Salfeet

Im Rahmen des Vorhabens soll in der Stadt Salfeet eine umwelt- und gesundheitsverträgliche Abwasserentsorgung sichergestellt werden. Die Projektmaßnahmen umfassen die Einrichtung einer Schmutzwasserkanalisation im verdichteten Stadtgebiet und im Quelleneinzugsgebiet Ain al Sika, den Bau einer Kläranlage mit einer Tageskapazität von 650 m³/d und Einrichtungen für die Abwasser- und Klärschlammabgabe zur landwirtschaftlichen Wiederverwertung, den Schutz der örtlichen Quellen sowie Consultingleistungen.

Über das Vorhaben wurde der Träger weiterhin im Betrieb und Wartung der Anlage geschult. Die Anlage ist vollständig implementiert und seit Februar 2022 offiziell an den Träger übergeben und wird von diesem betrieben. Die Tageskapazität der Anlage liegt bei bis zu 1.700 m3 / Tag. Da die Netzwerke im Vergleich zur ursprünglichen Prüfung noch einmal erweitert wurden, übertrifft dieser Wert die ursprünglich geplanten Zielwerte der Anlage.

Abwasserentsorgung Gaza-Mitte

Das Vorhaben umfasst nach der Änderungsprüfung 2009 zwei Investitionsphasen: In einer ersten Phase werden Rehabilitierungs- und Erweiterungsmaßnahmen an der vorhandenen Kläranlage Sheik Ejleen südlich von Gaza-Stadt sowie Rehabilitierungsmaßnahmen im Abwassersystem realisiert. Das Finanzierungsvolumen für diese Phase beträgt EUR 19,7 Mio. des ursprünglichen Finanzierungsvolumens von rund 70 Mio. EUR.

Die Errichtung der neuen Kläranlage aus den verbleibenden Mitteln ist in einer zweiten Phase geplant, sobald es die politische und Sicherheitssituation erlauben. Da die neue Kläranlage modular aufgebaut ist, kann dann zunächst ein Teilbereich errichtet und mit der jetzt zu rehabilitierenden bestehenden Kläranlage gekoppelt werden.

Eine personelle Unterstützung des Trägers durch Teilfinanzierung der Kosten einer Projektdurchführungseinheit ist im Rahmen einer Begleitmaßnahme vorgesehen, die sich auf das Projekt bezieht, den Investitionsmaßnahmen untergeordnet und in ihrer zeitlichen Durchführung begrenzt ist.

Ziel des Vorhabens ist die Gewährleistung einer umwelt- und gesundheitsverträglichen Abwasserreinigung im mittleren Gazastreifen. Hierdurch wird ein Beitrag zum Schutz der Wasserressourcen und zur Verminderung der Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung der Stadt Gaza geleistet (Oberziel).

Unmittelbare Zielgruppe des Vorhabens sind die Bewohner von Gaza Stadt (ca. 630 000) und die südlich angrenzenden Gemeinden, welche von einem ausgebauten, bzw. wiederhergestellten Abwasserentsorgungssystem profitieren. Mittelbare Zielgruppe ist die gesamte Bevölkerung der Region/des Gazastreifens, die von den positiven Gesundheits- und Umweltwirkungen des Programms profitieren.

Abwasserentsorgung Nablus-West

Im Rahmen des Vorhabens soll im Westteil der Stadt Nablus und im oberen Abschnitt des Wadi Zeimar eine umwelt- und gesundheitsverträgliche Abwasserentsorgung u. a. durch den Bau einer Kläranlage sichergestellt werden. Das Vorhaben wird in enger Zusammenarbeit mit der deutschen Technischen Zusammenarbeit (TZ) durchgeführt und ist ein wesentlicher Bestandteil der geplanten Aktivitäten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zur Verbesserung der Abwasserentsorgung im gesamten Einzugsgebiet des Wadi Zeimar (vgl. Tz. 3.01).

KV-Wasserverlustreduzierung nördliche Gouvernorate

Das Vorhaben umfasst Maßnahmen zur Reduzierung der technischen und administrativen Verluste in den Gouvernoraten Irbid, Jerash, Ajloun und Mafraq ("nördliche Gouvernorate"), insbesondere durch die Neustrukturierung des Verteilungsnetzes, die Rehabilitierung und ggf. Erweiterung der Leitungsnetze, den Austausch defekter Hausanschlüsse und Wasserzähler, die Lieferung von Ausrüstung zur Stärkung der Instandhaltungskapazitäten, Maßnahmen zu Erhöhung der Betriebseffizienz und zur Kostenreduzierung in der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie Consultingleistungen.

Das Programm ist eine Erweiterung des Vorhabens "Wasserverlustreduzierung Irbid/ Jerash" (BMZ-Nr. 2000 65 318). Die Programmregion ist in beiden Vorhaben gleich. Die Vorhaben unterscheiden sich in der Art der Implementierung. "WVR Irbid/ Jerash" wird als klassisch über größere Baulose durchgeführt, "WVR nördliche Gouvernorate" wird als offenes Programm über einen Dispositionsfonds durchgeführt (Repair and Rehabilitation Funds).

Die Begleitmaßnahme diente der Unterstützung des Projektträgers bei der Kommerzialisierung des Betriebs der Wasserver- und Abwasserentsorgung in den nördlichen Gouvernoraten (Northern Governorates Water Administration (NGWA)). Sie ist abgeschlossen und wird fortgesetzt durch die Begleitmaßnahme "Wasserressourcen Management Programm" (BMZ-Nr. 2008 70 287)

Weitere Projekte im Überblick

Neben den oben genannten Projekten gibt es noch weitere Initiativen, die sich mit der Verbesserung der Wasserressourcen und der landwirtschaftlichen Resilienz beschäftigen:

  • Integriertes Wasserressourcenmanagement zur Stärkung der landwirtschaftlichen Resilienz und Ernährungssicherheit
  • Kleine und mittlere Bewässerungsperimeter (PMH III)
  • Nationales Bewässerungsprogramm SIRIC II

Tabelle: Projektübersicht

Projekt Land Sektor BMZ-Nr. Finanzierung (EUR)
Abwasserentsorgung Salfeet Palästinensische Gebiete Wasser und Abfall 5060 19.215
Abwasserentsorgung Gaza-Mitte Palästinensische Gebiete Wasser und Abfall 15891 87.561
Abwasserentsorgung Nablus-West Palästinensische Gebiete - 16278 -
Kleine und mittlere Bewässerungsperimeter (PMH III) Marokko Ernährung und Landwirtschaft 16375 19.851
KV-Wasserverlustreduzierung nördliche Gouvernorate Jordanien Wasser und Abfall 18981 27.344
Nationales Bewässerungsprogramm SIRIC II Plurinationaler Staat Bolivien Ernährung und Landwirtschaft 18936 11.8
Integriertes Wasserressourcenmanagement zur Stärkung der landwirtschaftlichen Resilienz und Ernährungssicherheit Jemen Ernährung und Landwirtschaft 58377 15