Kampfsport ist bei vielen Sportlern sehr beliebt. Es gibt unterschiedliche Disziplinen mit jeweils ganz eigenen Regeln. Der folgende Ratgeber beschäftigt sich mit Boxen und Mixed Martial Arts (MMA) und erläutert, wie sich diese beiden Sportarten unterscheiden. Denn neben einigen Gemeinsamkeiten gibt es auch viele Unterschiede.
Schon 3.000 vor Christus hat man in Ägypten geboxt. Damals noch mit bandagierten Fäusten, gingen die Kämpfer aufeinander los und versuchten den Gegner auszuknocken. Mit den Jahrhunderten hat sich der Sport nicht nur auf dem Planeten ausgebreitet, sondern sich auch verändert. Seit den 1950er Jahren haben sich vier Boxarten entwickelt, die ihre Unterschiede haben sowie Gemeinsamkeiten aufweisen: Boxen, Kickboxen, Muay Thai sowie Mixed Martial Arts - kurz: MMA.
Es sind rundenbasierte Kämpfe, die im Zweikampf ausgetragen werden, wobei der Kampf im definierten Bereich stattfindet und von einem Schiedsrichter überwacht wird. Aber worin unterschieden sich die Sportarten?
Die Unterschiede im Detail
Zunächst einmal sei gesagt, dass MMA viele unterschiedliche Kampfsportarten miteinander kombiniert. Daher finden sich auch Elemente aus dem Boxsport wieder. Dennoch unterscheiden sich die beiden Sportarten in vielen Punkten.
Regeln und Techniken
Im Boxsport gehen die Angriffe immer nur von den Händen aus. Beim MMA können dagegen auch die Beine für den Angriff genutzt werden. Zudem sind auch Takedowns erlaubt. All das müssen die Kämpfer beachten und sich so aufstellen, dass sie dem Gegner eine möglichst geringe Angriffsfläche bieten. Aus diesem Grund sieht man auch nur sehr selten einen MMA-Kämpfer, der seine Deckung durchgehend oben hat.
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Darüber hinaus stehen die Beine auch anders bei Boxern. Aufgrund der Takedowns und der Kicks können MMA-Kämpfer gar nicht so leichtfüßig arbeiten. Dennoch haben diese einen Vorteil, wenn sie möglichst gute Boxfähigkeiten haben, auch wenn sie eigentlich eher aus anderen Sportarten stammen.
Im Mixed Martial Arts sind zumeist diejenigen erfolgreich, die sehr vielseitig ausgebildet sind. Viele Sportler stammen ursprünglich aus dem Taekwondo, Jiu-Jitsu, Kickboxen oder auch aus dem Muay Thai.
Ein weiterer großer Unterschied zwischen dem Boxsport und MMA sind die Regeln. In Letzterem sind deutlich mehr Dinge erlaubt. So sind zum Beispiel Angriffe auf den Genitalbereich oder das Beißen des Gegners verboten. Im Boxsport gibt es dagegen deutlich mehr Regeln. Zum Beispiel darf nicht getreten werden und Takedows werden unterbrochen. Beides kann sogar einen Punktabzug zur Folge haben.
Handschuhe und Ausrüstung
Im Boxsport tragen die Sportler deutlich größere Handschuhe. Dadurch können sie die Haltung so auslegen, dass sie sich sozusagen hinter diesen verstecken. Im MMA ist das so nicht möglich. Daher muss eine andere Haltung eingenommen werden.
Bei MMA gibt es keine klassischen Handschuhe - diese erinnern mehr an stark gepolsterte Fahrradhandschuhe. Des Weiteren gibt es sonst keinen Körperschutz.
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Man sollte auch bedenken, dass man im MMA 4 oz Handschuhe hat und keine 10er. Jop das ist echt krass, was für einen Unterschied das macht. Die Deckungsarbeit muss man schon ordentlich umstellen.
Clinchen
Viele Boxer clinchen, wenn sie nicht mehr weiter wissen. Ein sehr gutes Beispiel dafür sind die Klitschko-Brüder. Aufgrund ihrer hohen Reichweite hielten sie sich immer wieder an ihren Gegnern fest, wenn der ihnen zu nah kam. Was nicht besonders fair war, wurde zumindest meistens von den Ringrichtern erlaubt. Im MMA ist das ganz anders. Denn dort unterbricht der Referee eine solche Situation nicht. So sind in einer Situation auch Schläge und Tritte erlaubt. Das Clinchen ist daher im MMA kein Vorteil.
Austragungsort
Wesentlicher Unterschied: MMA meistens im Octagon. Boxen immer im Boxring.
Die verschiedenen Kampfsportarten im Überblick
Seit den 1950er Jahren haben sich vier Boxarten entwickelt, die ihre Unterschiede haben sowie Gemeinsamkeiten aufweisen:
- Boxen
- Kickboxen
- Muay Thai
- Mixed Martial Arts (MMA)
Boxen
Der Boxer darf nur mit geschlossenen Fäusten Schläge platzieren. Tritte, Beißen oder auch Kniestöße sind verboten. Des Weiteren sind nur Schläge über der Gürtellinie erlaubt. Die Boxhandschuhe müssen den Normen des Dachverbandes entsprechen. Zu den Besonderheiten gehören die dicke Polsterung des Handrückens sowie der angenähte Daumen. Aufgrund der Tatsache, dass beim klassischen Boxsport keine Tritte erlaubt sind, muss man im Zuge des Trainings keinen langen Boxsack verwenden. Hier reichen, abhängig von der eigenen Körpergröße, 120 cm hohe Boxsäcke völlig aus.
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Kickboxen
So darf man beim Kickboxen, wie das der Name bereits vermuten lässt, auch mit den Füßen arbeiten und sodann Tritte platzieren. Schläge unter der Gürtellinie sind aber verboten, wobei Tritte auf Wade und Oberschenkel erlaubt sind. Zu beachten ist, dass der Kickboxer spezielle Handschuhe trägt, die flexibler sind und ein geringeres Gewicht als normale Boxhandschuhe haben. Des Weiteren sind die Innenseiten der Handschuhe stärker gepolstert, damit man die Tritte des Gegners mit der Handinnenseite abwehren kann.
Muay Thai bzw. Thaiboxen
Hier sind Schlag- sowie Tritttechniken erlaubt. So darf man etwa den Gegner mit dem Ellenbogen schlagen, aber auch den Gegner umklammern bzw. Kniestöße platzieren. Die Handschuhe sind, wie das auch bei dem Kickboxen der Fall ist, flexibler sowie am Handrücken dünner als die Handschuhe, die beim Boxen getragen werden. Zudem gibt es, da hier Tritte unter der Gürtellinie erlaubt sind, auch einen Tiefschutz, der den Genitalbereich schützen soll.
Des Weiteren gibt es bei Muay Thai auch Schienbeinschoner, einen Bauschutz sowie Fußbandagen. Derartige Schutzmaßnahmen gibt es nur bei Muay Thai, da hier keine Körperpartien ausgenommen sind - man darf sozusagen „überall hinschlagen“.
Mixed Martial Arts - MMA
MMA zeichnet sich dadurch aus, dass es auch nur wenige Regeln gibt - letztlich darf man etwa keine Tritte oder Schläge verabreichen, wenn der Gegner am Boden liegt, zudem ist das Beißen verboten bzw. sind auch Angriffe auf den Genitalbereich untersagt.
Wer schon einmal eine Wette bei einem UFC Buchmacher aufgegeben und sich sodann einen Kampf angesehen hat, der wird schnell zu dem Ergebnis gekommen sein, dass derartige Kämpfe brutal sind - auch deshalb, weil sie in einem Oktagon stattfinden. Doch die Athleten sind keine wildgewordenen Schläger, sondern trainierte Kampfsportler, die unterschiedliche Techniken anwenden, um den Gegner zu besiegen.
MMA: Ursprung und Entwicklung
Generell entwickelten sich über die Jahrhunderte hinweg die verschiedensten Kampfstile wie Judo, Karate, Jiu-Jitsu und viele andere. Bei sogenannten Vale-Tudo-Kampfsportveranstaltungen Ende des 20. Jahrhunderts sollte ermittelt werden, welche Kampfsportart die beste ist. Nach zahlreichen solcher Vergleichskämpfe, meist zwischen Ringern und Boxern, entwickelte sich das „Shooto“ in Japan. Davon inspiriert wurde 1993 die Ultimate Fighting Championship (UFC) in den USA gegründet. Diese ist bis heute die größte Veranstaltungsreihe im MMA und prägte die Sportart maßgeblich.
In Deutschland kam der Vollkontaktsport ein Jahr später an, als der neu gegründete MMA-Verband Free Fight Association (FFA) die ersten Veranstaltungen initiierte. Auch wenn der Sport seitdem an Popularität gewonnen hat und es auch bekannte deutsche Größen wie Nick Hein (34) gibt, gilt MMA in Europa noch als relativ junge Sportart.
MMA Regeln und Vorurteile
Die Kämpfer werden bei der UFC in zehn verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt. Die Frauen kämpfen vom Strohgewicht bis zum Federgewicht, während die Männer vom Fliegengewicht bis zum Schwergewicht aktiv sind. Ein Kampf besteht aus drei Runden, die jeweils fünf Minuten dauern. Zwischen jeder Runde gibt es zudem eine Pause von einer Minute. Titelkämpfe werden in fünf Runden ausgetragen.
Ziel ist es, seinen Gegner zum Aufgeben zu zwingen, ihn k.o. zu schlagen oder so zu in die Mangel zu nehmen, dass sich der Schiedsrichter gezwungen sieht, den Kampf abzubrechen. Ein Sieg nach Punkten ist ebenso möglich wie ein Unentschieden.
Dass bei einem MMA-Kampf alles erlaubt sei, ist ein Vorurteil. So ist es beispielsweise verboten, den Gegner im Genitalbereich zu attackieren, zu beißen, an Nase und Ohr zu reißen oder in die Augen zu stechen. Insgesamt gibt es 31 Fouls, die zur Strafe oder dem Punktabzug bis hin zur Disqualifikation führen können.
Wenn das Thema MMA angesprochen wird, fallen oft Wörter wie brutal, unmenschlich oder gewaltverherrlichend. Der ehemalige Bundesinnenminister Thomas de Maiziere betitelte den Sport einst als „abscheuliche Form der Menschendarstellung“. Nicht zuletzt aufgrund von Negativschlagzeilen wurde 2010 ein Sendeverbot von Profikämpfen im deutschen Fernsehen verhängt. Dies wurde jedoch 2014 wieder aufgehoben, nachdem das Verwaltungsgericht München das Verbot für rechtswidrig erklärte.
Oft kommt das Argument auf, dass man auf wehrlos am Boden liegende Kämpfer einschlägt. Allerdings ist der Bodenkampf Teil des Sports. Auch, dass das Boxen sicherer als MMA sein soll, kann man nicht verallgemeinern. Laut einer Studie der John Hopkins University School of Medicine ist die Wahrscheinlichkeit eines Knockouts beim MMA geringer, während die Belastung für den Kopf beim Boxkampf höher ist.
MMA: Taktik und Quereinsteiger
Zudem ist auch die richtige Taktik entscheidend. Brutalität allein reicht nicht, den Gegner zu besiegen. In vielen Fällen sind MMA-Kämpfer Quereinsteiger. Sie bringen meist Vorerfahrungen aus anderen Kampfsportarten mit, beispielsweise Judo oder Kickboxen.
Kampfsportarten und Kampfkünste
Obwohl die Begriffe Kampfkunst und Kampfsport häufig synonym verwendet werden, handelt es sich um zwei unterschiedliche Ansätze für die körperlichen Aktivitäten des Kampfes und der Selbstverteidigung. Das Hauptziel der Kampfkünste ist die Entwicklung von Selbstverteidigungsfähigkeiten, eines Kriegergeistes, einer Lebensphilosophie und der Harmonie zwischen Körper und Geist. Sie sind oft mit kulturellen und historischen Traditionen verbunden, und einige haben auch spirituelle und ethische Aspekte. Viele traditionelle Kampfsportarten wie Judo, Kung-Fu oder Aikido betonen die Entwicklung des Charakters, den Respekt vor anderen und die Selbstbeherrschung.
Bei Kampfsportarten hingegen stehen der Wettbewerb und die Anwendung bestimmter Regeln zur Ermittlung des Siegers im Vordergrund. Die Wettkämpfer kämpfen gegeneinander, um zu punkten, durch technischen K.o. zu gewinnen oder den Gegner zur Aufgabe zu zwingen, je nach den Regeln der Sportart. Kampfsportarten werden von Sportverbänden streng reguliert, die die Kampfregeln, die Gewichtsklassen, die erlaubten Schlagarten, den Schutz der Wettkämpfer usw. Es ist erwähnenswert, dass einige Kampfsportarten auch Kampfsportarten sind, wie z. B. Judo, Taekwondo, Muay Thai oder brasilianisches Jiu-Jitsu.
Weitere Kampfsportarten im Überblick
- Boxen: Eine Disziplin, bei der sich zwei Wettkämpfer in einem Ring gegenüberstehen und nur mit ihren Fäusten kämpfen.
- Kickboxen: Eine Kampfsportart, bei der Boxtechniken mit den für traditionelle Kampfsportarten charakteristischen Tritten kombiniert werden.
- Wrestling: Eine der ältesten Kampfsportarten der Welt, die Körperkraft, Ausdauer, Beweglichkeit und taktische Fähigkeiten erfordert.
- Judo: Eine japanische Kampfsportart, die sich auf den Einsatz von Wurf-, Fall-, Würge- und Hebeltechniken konzentriert.
- Karate: Eine japanische Kampfsportart, die sich auf Schläge, Tritte, Blöcke und Ausweichen konzentriert.
- MMA (Gemischte Kampfsportarten): Eine Kampfsportart, bei der eine Vielzahl von Techniken und Elementen aus anderen Kampfkünsten und -sportarten verwendet werden.
- Thai-Boxen (Muay Thai): Eine dynamische und herausfordernde Disziplin, die aus Thailand stammt und bei der Faustschläge, Tritte, Ellbogen und Knie eingesetzt werden.
- Brasilianisches Jiu-Jitsu: Eine Kampfkunst und ein effektives Selbstverteidigungssystem, das sich auf den Bodenkampf konzentriert.
- Taekwondo: Eine aus Korea stammende Kampfsportart, die für ihre dynamischen Tritte, Handschläge, Blöcke und Bodentechniken bekannt ist.
- Capoeira: Eine einzigartige, aus Brasilien stammende Kampfkunst, die eine Kombination aus Tanz, Akrobatik und Musik ist.
- Kung-Fu (Wushu): Eine aus China stammende traditionelle Kampfkunst, die ein breites Spektrum an Stilen, Techniken und Philosophien umfasst.
- Krav Maga: Eine israelische Selbstverteidigungsmethode, die sich auf die Wirksamkeit und Einfachheit der Techniken konzentriert.
- Kendo: Eine aus Japan stammende Kampfsportart, bei der Bambusschwerter (Shinai) in simulierten Zweikämpfen eingesetzt werden.
Vorteile von Sport und Kampfsport
Die Ausübung von Sport oder Kampfsportarten hat viele Vorteile für die körperliche und geistige Gesundheit, angefangen bei der Verbesserung der körperlichen Fitness, der Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstdisziplin bis hin zur Entwicklung zwischenmenschlicher Fähigkeiten. Beim Sport- und Kampfsporttraining wird der gesamte Körper beansprucht, so dass Sie Ihre Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und motorische Koordination verbessern können. Durch regelmäßiges Training erlernen Sie Selbstverteidigungstechniken, die Sie selbstbewusster machen und Ihnen die Möglichkeit geben, in bedrohlichen Situationen zu reagieren. Durch die Ausschüttung von Endorphinen (den so genannten Glückshormonen) tragen sie zum Stressabbau bei und verbessern Ihre Stimmung. Disziplin und hartes Training entwickeln Entschlossenheit, Ausdauer und die Fähigkeit, Schwierigkeiten zu überwinden, und die Notwendigkeit, sich auf Ihre Bewegungen, Techniken und Taktiken zu konzentrieren, trägt zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten bei.
Da das Training im Sport und in der Kampfkunst Regelmäßigkeit, Selbstdisziplin und Motivation erfordert, kann sich dies auch auf andere Lebensbereiche übertragen. Im Training arbeitet man oft mit Partnern/Trainern/Lehrern zusammen, was dazu führt, dass man Vertrauen und Respekt für andere aufbaut sowie kommunikative und soziale Fähigkeiten entwickelt. Darüber hinaus kann die Ausübung von Sport und Kampfsport Sie in eine Gemeinschaft von Menschen mit ähnlichen Interessen, Zielen oder Lebensphilosophien einführen, wodurch sich Möglichkeiten für neue Freundschaften und Beziehungen ergeben.
Die Wahl der richtigen Kampfsportart
Bevor Sie sich für eine bestimmte Kampfkunst oder einen bestimmten Sport entscheiden, sollten Sie Ihre Ziele (Selbstverteidigung, Gesundheit, spirituelle Entwicklung oder sportlicher Wettkampf), Ihre Vorlieben und Ihr Maß an körperlicher Aktivität berücksichtigen. Einige Disziplinen konzentrieren sich stärker auf Schlag- und Tritttechniken, andere auf Würfe und Bodenarbeit und wieder andere auf die Harmonie zwischen Körper und Geist. Wollen Sie sich messen und nach sportlichen Trophäen greifen? Entscheiden Sie sich für Boxen, Ringen oder Thaiboxen. Sie legen Wert auf Abwechslung und Vielseitigkeit? Versuchen Sie MMA. Möchten Sie sich selbst weiterentwickeln, Ihre Fitness verbessern, Ihre körperliche Leistungsfähigkeit ausbauen oder an Ihrem Charakter arbeiten? Testen Sie sich in Kampfsportarten wie Karate, Judo oder Taekwondo. Möchten Sie Selbstverteidigungstechniken erlernen?
Es ist hervorzuheben, dass jedes Training in Faustkampf, Karate, MMA oder Judo Regelmäßigkeit, Engagement und Kampfgeist erfordert, aber auch viel Befriedigung und Vorteile für den Ausübenden bietet, einschließlich der Entwicklung körperlicher und ...
