Karate Kollegium Prüfungsordnung

Karate ist eine Kampfkunst, welche ihren Ursprung in Okinawa, Japan, hat. Es ist eine Disziplin, die sich auf die Entwicklung von körperlicher und geistiger Stärke konzentriert und Techniken wie Schläge, Tritte, Stöße und Blocks verwendet, um sich gegen einen Gegner zu verteidigen. Die Geschichte von Karate reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert, als es auf Okinawa als Selbstverteidigungssystem entwickelt wurde. Die genaue Entstehung von Karate ist jedoch schwer zu verfolgen, da viele der frühen Techniken mündlich überliefert wurden und es keine schriftlichen Aufzeichnungen gibt.

In Japan verbreitete sich das Karate schnell als eine Disziplin für Selbstverteidigung, Körperbeherrschung und Charakterbildung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Karate auch international bekannt und viele verschiedene Karate-Stile wurden entwickelt.

Das Graduierungssystem im Karate

Im Karate wird der persönliche Fortschrittsgrad durch die Graduierung festgehalten. Diese ist erkennbar an der Farbe des Gürtels. Anfänger beginnen immer mit dem weißen Gurt. Dann werden verschiedene Farben in den Kyu Stufen durchlaufen, während der Kyu-Grad bis zum 1. Kyu heruntergezählt wird. Danach kann der 1. Dan, die Meisterstufe, erreicht werden. Auch hier gibt es nochmals mehrere Ränge, nun wird aber vom 1.

Von dem Graduierungssystem wurde erstmal in Japan im 17. Jahrhundert im Spiel [1] Gebrauch gemacht, mit dem Spiel, das Können der Spieler zu ermitteln. Im 19. Jahrhundert übertrug Kano Jigoro, der Begründer des Judos, das Kyu/Dan System in das Budo. Um einen Kyu oder Dan Grad zu erreichen, muss normalerweise eine Prüfung abgelegt werden.

Es gibt in der Welt Kampfkünste verschiedene Verfahren und Richtlinien. Wir halten es als Stiloffener Verband offen je nach Kultur, Tradition und Ausrichtung der jeweiligen Kampfkünste, sowie der regionsüblichen Gebräuche in dem die Graduierungen, Verleihungen, Ehrungen und Ernennungen erfolgen. Es obliegt den Prüfern, Großmeistern und Funktionären in ihrer eigenen Verantwortung entsprechend der Vorausetzungen und Qualifikationen des zu Ehrenden bzw. zu Graduierenden Person, zu ehren, zu graduieren bzw. zu ernennen. Die Ethik und der Wahlspruch „Ehre wem Ehre gebührt“ sollen dabei als Leitbild dienen.

Lesen Sie auch: Mehr über Karate

Je nach Herkunftsland, Stil und Meister gibt es verschiedene Graduierungs- und Rangsysteme. Diese repektieren wir als Stiloffener Verband. Im folgendenden beschreiben wir als Beispiel das Graduierungssystem im japanischen Budo. Dieses zeigt bereits verschiedene Ansätze so das die Vielfalt in chinesischen, koreanischen, Thailändischen, Südostasiatischen, indischen, westlichen, afrikanischen, etc.

Geschichtlicher Überblick zum Graduierungssystem im Budo

Es gibt in der Welt der Kampfkünste die unterschiedlichsten Auffassungen und Aussagen darüber, wer das Graduierungssystem geschaffen bzw. wo es seinen Ursprung hat. Bei meinen Recherchen hielt ich mich an das Wissen vieler internationaler und Renommierter Personen aus den Kampfkünsten. Dabei stieß ich auf Texte von Nienhaus. Ein renommierter Lehrer für Kampfkünste, der eine direkte Einsicht in die Aufzeichnungen von Kano, dem Begründer des Judo hatte.

Es ist also davon auszugehen, dass folgende Resultate recht nah an der Wahrheit liegen und das obwohl der Begriff Wahrheit schon relativ ist. Bevor es zu den Graduierungen kam, so wie wir sie heute kennen (Kyu und Dan), gab es schon in der Edo - Zeit (1600 - 1868) eine Form der Kategorisierung vom Anfänger bis zum Meister. Dieses Einstufungssystem wurde so ziemlich in fast allen Ryuha (traditionelle Kampfkunstlinien, Schulen, Systeme) des alten Japan verwendet. In Japan wird in einigen Ryuha auch heute noch dieses System angewendet.

Zunächst gab es das Shoden, welches die Einweihung in die Tradition eines Ryu bestätigte. Darauf folgte das Chuden, die sogenannte mittlere Einweihung. Im Anschluss wurde der Schüler auf das Okuden erhoben wobei er sich im Herzen der Kampfkunst befand und das Mokuroku (Verzeichnis) erhielt. Die beiden letzten Stufen Menkyo und Kaiden umfassten die vollständige Einweihung in alle Geheimnisse der Ryu.

Bei der Vergabe der jeweiligen Stufen, gab es keinerlei Maßstäbe oder Prüfungsordnung so wie wir es heute kennen. Der Sensei selbst entschied allein, wann ein Schüler die nächste Stufe erreichte. Von Ryu zu Ryu war dies also unterschiedlich. Einheitlich war nur die Verbindung von technischen, mentalen, philosophischen und sozialen Elementen. Vorkenntnisse oder vorherige Graduierungen hatten somit keinerlei Einfluss auf den „ist Zustand“ des Schülers. Nur der Wissensdurst und die Bereitschaft zum Lernen, ermöglichte die Teilnahme an diesem Erlebnis. Diejenigen die die Erlaubnis erhielten zur Teilnahme, waren somit auch Verpflichtet bis zum Schluss dabei zu bleiben. Ein plötzliches dessinteresse hatte meist den Ausschluss aus dem System bzw. der Ryu zu folge. Wer das MenkyoKaiden komplett erlangt hatte, war vom Sensei befreit, durfte sich selbst zu Ausdruck bringen und ihm so weiterhin treu bleiben oder sein eigenes System schaffen.

Lesen Sie auch: Rapserdflöhe bekämpfen mit Karate Zeon

Nach der Meiji-Restauration (1868) begannen westliche Kulturen die japanische zu beeinflussen. In diesem Zusammenhang wurde erstmals in der Schwertkunst (Kenjutsu), ein Graduierungssystem mit acht Rängen (Kyu) eingeführt. Es war somit die Grundlage für unser heutiges Graduierungsverständnis.

Im Jahre 1882 begründete Kano das Judo in Tokio. Ein Jahr darauf führte er „erstmals“ das Graduierungssystem mit fünf Kyu Grade ein unter der Verwendung von verschieden farbigen Gürteln, was zur Motivation und dem Lernanreiz dienen sollte. Somit war Kano im Ursprung der Begründer des Gurt-Rang-System, wobei er anfangs nur die Farben Weiß, braun und schwarz verwendete. Erst ab dem 01.07.1923 änderten sich wieder die Farben. Kano beeinflusste somit auch die Kampfkünste Kendo, Kyudo, Aikido und Karate bis in die heutige Zeit in ihrem Graduierungssystem. Erst im Jahre 1935 führte der Japaner MikinosukeKawaishi die heutigen Farben Weiß, Gelb, Orange, Grün, Blau, Braun in Europa, um genau zu sagen in Frankreich ein.

Sakizuke

Traditionsgemäß gab es in den traditionellen Schulen nur drei Lehrstufen. Shoden, Chuden und Okuden. Dennoch basiert das Graduierungssystem in Japan auf dem Prinzip von Sakizuke. Was letztendlich bedeutet, man erhält eine Graduierung bevor man das Können und Verständnis von diesem Level erreicht hat. Für uns in der Westlichen Welt ist dies kaum vorstellbar. Und dennoch sollten wir unsere Gedanken daran haften lassen.

Eine Graduierung oder ein Titel, muss nicht zwangsläufig bedeuten das man Perfekt in etwas ist. Dies jedoch mit Leben zu erfüllen ist das wesentliche Ziel. Zu zeigen das man es würdig ist. Das heißt die Graduierung ist als mögliches Ziel (Anreiz) zu verstehen, welches in der Verantwortung des Graduierten liegt. Dieser soll sich zu bemühen, der entsprechenden Graduierung gerecht zu werden. Man ist sich in diesem Fall bewusst, dass nicht jeder dieses Konzept versteht und die Graduierung keine Auszeichnung ist, sondern eine Bürde und Verantwortung, dieser Graduierung gerecht zu werden.

Ränge und Graduierungen in den Kampfkünsten, stehen letztendlich symbolisch auch für Herz und Charakter des Budoka, der zeigt, dass er lernfähig ist. Schüler mit diesem Herz akzeptieren den Rang von ihrem Lehrer ohne dies zu hinterfragen.

Lesen Sie auch: Die Lehre im Karate Dojo

Die Schüler die sich mit ihrer Graduierung unwohl und dieser „nicht würdig“ fühlen, sollen hart trainieren um dieser Gerecht zu werden. Nach welchen Kriterien die Grade verliehen werden, regelt jede Kampfkunst oder gar Verband für sich selbst, so dass Graduierungen nicht vergleichbar sind. Höhere Dangrade werden fast ausschließlich ehrenhalber vergeben. Dadurch haben auch die Lehrer die Verantwortung, für die Graduierungen ihrer Schüler.

Manche richten sich nach Erfahrungen und Vorgaben ihrer eigenen Lehrer, andere haben vielleicht ihr eigenes Vorgehen mehr oder weniger selbst festgelegt. Wichtig ist dabei nur, dass sich der Lehrer seiner Verantwortung, seiner Kampfkunst und seinen Schülern gegenüber bewusst ist. Natürlich streichelt eine hohe Graduierung das Ego und es ist schön eine dekorative Urkunde in seinem Dojooder in der Wohnung aufzuhängen. Aber wenn der Graduierung keine Anstrengung folgt, um sein Wissen und Können im Budo zu vertiefen, so ist diese Graduierung nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben ist. Budo ist ein Weg sich Schritt für Schritt zu verbessern.

Prüfungsorganisation

Prüfungen nach DIN 31061 erfolgen nach ganz bestimmten Kreterien. Dabei besteht die Prüfungsleistung aus folgenden Elementen: - Form und Technik, - Selbstschutz/ Selbstverteidigung, - Partnerübungen.

A.1 Tätigkeiten vor der Veranstaltung

Folgende Tätigkeiten sollten in angemessener Zeit vor der Veranstaltung getätigt werden:

  • Termin festlegen
  • Zeit bzw. Zeitrahmen bestimmen
  • den Veranstaltungsort reservieren (unter Angabe der vollständigen Adresse)
  • Prüfungsgremium einladen und bestätigen
  • Informationen der Punkte a) bis d) öffentlich kommunizieren
  • Urkunden, Pässe und gegebenenfalls Gürtel/Schärpen bestellen

A.2 Tätigkeiten unmittelbar vor der Veranstaltung

Folgende Tätigkeiten sollten kurz vor der Veranstaltung (beispielsweise 2 Tage) ausgeführt werden:

  • Raum überprüfen (sauber, beheizt, zugänglich, ausgeschildert)
  • Tisch und Stühle für Prüfer bereitstellen
  • Ausstattung (Matten, Waffen, Schlagpolster) kontrollieren
  • Schreibgeräte zur Verfügung stellen
  • Prüfungsordnung zur Verfügung stellen
  • Stoppuhr zur Verfügung stellen
  • Dokumentationsunterlagen zur Verfügung stellen
  • Musikanlage zur Verfügung stellen
  • Urkunden kontrollieren
  • Pässe vorbereiten
  • Stempel zur Verfügung stellen
  • evtl. Gürtel/Schärpen zur Verfügung stellen
  • Zahlungseingang überprüfen (ggf. anhand von Banknachweisen) oder den Geldbetrag kassieren und mittels Quittungsblock quittieren

A.3 Tätigkeiten nach der Veranstaltung

Folgenden Tätigkeiten sollten nach der Veranstaltung (beispielsweise am Tag der Prüfung oder am Folgetag) getätigt werden:

  • Urkunden, Pässe und evtl.

Das Karate Kollegium

Das Karate Kollegium ist ein Zusammenschluss von Karate-Dojos und -Vereinen in Deutschland, die unabhängig vom DKV organisiert sind und sich dem traditionellen Karate verschrieben haben.

Wir sind mehr als nur ein Verband - wir sind eine Gemeinschaft von Kampfkunstlehrern, die ihre Leidenschaft für die Kampfkunst leben. Wir glauben fest daran, dass wir alle auf der Matte zu Hause sind und dass unser Leben durch die Prinzipien und Werte der Kampfkunst bereichert wird.

Unsere Mission ist es, Dir dabei zu helfen, Deine Schule oder Deinen Verein auf das nächste Level zu bringen. Deshalb bieten wir exklusive Ressourcen wie unser bahnbrechendes Samurai Kids Programm, wöchentliche Zoom Meetings, regelmäßige Fortbildungen und sogar ein jährliches SommerTreffen an, um Dir dabei zu helfen, Deine Fähigkeiten zu verbessern und Deine Schüler zu begeistern.

Im Kampfkunst Kollegium sind wir stolz darauf, unabhängig zu sein, aber gemeinsam stark. Unsere Vision für die nächsten fünf Jahre ist es, neue Maßstäbe in der Kampfkunstwelt zu setzen und unsere Mitglieder dabei zu unterstützen, ihre Ziele zu erreichen.

Wir laden Dich ein, Teil unserer Gemeinschaft zu werden und mit uns gemeinsam die Welt der Kampfkunst zu prägen.