Karat Konzert begeistert Görlitz

Der Open-Air-Sommer bei Landskron in Görlitz nimmt Fahrt auf. Im Juli folgen gleich drei Konzerte.

Auf ihrer Tour durch die Oberlausitz trat "Karat" nach Kamenz nun auf dem Hof der Landskron Brauerei in Görlitz auf. Rund 1.100 Fans verfolgten das Gastspiel am vergangenen Freitag. Die Band ist teils neu besetzt, aber neue wie alte Songs begeisterten die Anhänger.

Es war das zweite große Konzert-Ereignis nach der 90er-Jahre-Party Mitte Juni in diesem Open-Air-Sommer bei Landskron. Mit internationalen Stars geht es in diesem Sommer bei Landskron weiter - und mit viel Humor.

Am vergangenen Freitag gab die Ostrock-Legende ein Konzert auf dem Hof der Landskron Bau-Manufaktur. Es war das 33. im Rahmen der Jubiläumstour. Rund 1.300 Zuschauer hatten sich eingefunden.

Im Gepäck hatten die Musiker rund um Sänger Claudius Dreilich die extra fürs Jubiläumsjahr produzierte Platte „Hohe Himmel“ genau wie die altbekannten Hits. Die Band bot daraus einen Mix aus alten und neuen Liedern. Darunter waren Hits wie „Jede Stunde“, „Albatros“, „Schwanenkönig“ und natürlich „Über sieben Brücken musst du gehn“.

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Einen Teil des Konzerts bestimmten Lieder der neuen Platte. Sie wurde live in einem Studio in Erfurt eingespielt und kamen an beim Görlitzer Publikum. Wohl auch, weil musikalische Anspielungen auf die bekannten Werke zuweilen durchschimmerten. Görlitz, die Brau-Manufaktur war für Karat kein Neuland, schon mehrfach gastierte die Band hier.

Einen ruhigen Teil des Konzertes am Freitagabend absolvierte Bernd Römer mit einem Instrumentalstück. Nur mit der Gitarre präsentierte er das Werk „Musik zu einem nicht existierenden Film“. Es stammt aus dem Jahr 1979 und wurde von Ulrich „Ed“ Swillms komponiert.

Höhepunkt des Karat-Konzerts bildete der Song „König der Welt“. Bei den „Blumen aus Eis“ hielt es das Publikum zum ersten Mal nicht mehr auf den Sitzen. Aufstehen und Mitklatschen war angesagt. Die Musiker haben ihre Zeit an der Neiße offensichtlich genossen.

Nach 50 Jahren begeistert Karat immer noch die Fans. 45 JAHRE KARAT - Die Berliner Kultband feiert 2020 ein ganz besonderes Jubiläum.

Im Jahr 30 nach dem Mauerfall ist es ganz sicher kein Geheimnis mehr und breitet sich gar zunehmend in westelbischen Rezeptionsräumen aus: die Rockmusik aus dem Osten Deutschlands hat eine sehr große Anzahl Künstler und Lieder zu bieten, die fester Bestandteil des gesamtdeutschen Kulturerbes waren, sind und bleiben werden.

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Unter diesen ragt, bei aller Wertschätzung für die anderen, eine Band noch einmal ein ganzes, ein ganz besonderes Stück heraus: KARAT. Zu ihrem Jubiläum verzichten KARAT darauf, ein weiteres Best Of zu veröffentlichen, wohl aber nutzen sie das Jahr, um live ihre Stärken zu bündeln.

„KARAT 45“ umfasst so viele Konzerte wie die Band an Jahren hat, darunter ein Open Air-Konzert in der Heimatstadt Berlin - am 5. September 2020 auf der Parkbühne Wuhlheide.

Mit über 50 Konzertterminen machen KARAT deutlich, dass mit ihnen weiterhin zu rechnen ist, dass sie sich nie als Altherrenriege verstanden, die sich auf den großen Erfolgen vergangener Zeiten ausruht. Und sie steuern mit der aktuellen Tournee auf ein großes Bandjubiläum zu: KARAT werden 2025 50 Jahre jung.

Fünf Dekaden, in denen KARAT zu einem veritablen Stück deutscher Rockkultur avancierten, den Lebenssoundtrack gleich mehrerer Generationen lieferten. Das Besondere dabei: Die Karriere beschränkte sich nie nur auf den Osten Deutschlands, wo die Erfolgsgeschichte 1975 begann.

Bald 50 Jahre KARAT stehen für eine wechselvolle Laufbahn mit einigen Aufs und Abs - auch in der Personalie, wie bei fast jeder der wenigen Bands, die ein so außergewöhnliches Jubiläum feiern kann. Karat starteten im Gründungsjahr gar mit zwei Sängern, Musiker wie Henning Protzmann, Thomas Kurzhals oder Michael Schwandt - um nur einige zu nennen - prägten die Band.

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Unvergessen bleiben die Jahre mit dem Keyboarder Ed Swillms, aus dessen Feder die meisten Karat-Hits stammen. Seit bald 20 Jahren steht der Sänger Claudius Dreilich am Frontmikro.

Der tragische Krebstod seines Vaters Herbert Dreilich, der viel mehr als nur der Sänger dieser Band war, sondern ihr Gesicht und ihre Seele verkörperte, schien im Jahr 2004 das Ende von KARAT zu markieren. Aber am Ende ermöglichte er der Band - mit seinem Sohn Claudius als neuem Frontmann - wie der berühmte Phönix aus der Asche zu steigen.

Claudius Dreilich führt die bewährten Kontinuitätslinien nicht nur authentisch fort, er bereichert KARAT mit ganz eigenen Facetten. An seiner Seite die Urgesteine Bernd Römer (Gitarre, seit 1976 dabei) und Martin Becker (Keyboards, seit 1992) sowie erst seit diesem Jahr der Bassist Daniel Bätge und der Schlagzeuger Heiko Jung.

Beide sind in der Szene keine Unbekannten - schon Udo Lindenberg, Wolfgang Niedecken, Jan Josef Liefers und Clueso profitierten von ihrem musikalischen Können. Bei KARAT eröffnen sie den gestandenen Männern neue Perspektiven und pumpen frische Energie ins Unternehmen.

Es scheint müßig, weil hinreichend bekannt, auf die großen Klassiker wie „Über sieben Brücken“, „König der Welt“, „Der blaue Planet“, „Schwanenkönig“, „Albatros“, „Jede Stunde“ oder „Mich zwingt keiner auf die Knie“ zu verweisen. Auf die vielen KARAT-Coverversionen von Gregor Meyle, Heinz Rudolf Kunze, Peter Maffay, Helene Fischer, Chris de Burgh und Max Raabe, um nur einige zu nennen.

Auf die ausverkaufte Waldbühne ganz ohne DDR-Publikum, auf den Umstand, als erste und einzige Band des Ostens bei „Wetten dass...“ gewesen zu sein. Und auf über zwölf Millionen verkaufte Tonträger und mehrere Goldene Schallplatten.

Der Name KARAT steht nach wie vor für die seltene Symbiose aus mehrheitstauglichem Pop und emotionalen Tiefgang. Noch immer meidet die Band kreativen Stillstand. Längst wird zwischen den vielen Konzertterminen an neuen Songs gearbeitet, die im Jubiläumsjahr auf einem neuen Album erscheinen sollen.