Diamanten faszinieren Menschen seit Jahrhunderten und gelten als Inbegriff von Luxus, Schönheit und Beständigkeit. Doch der wahre Wert eines Diamanten lässt sich nicht allein durch seine funkelnde Optik bestimmen.
Um den Wert eines Diamanten genau zu bewerten, spielen vier wesentliche Kriterien eine Rolle: die sogenannten 4 Cs. Diese umfassen das Gewicht (Carat), den Schliff (Cut), die Farbe (Color) und die Reinheit (Clarity). Der Wert eines Diamanten hängt von vielen Faktoren ab - allen voran den 4 Cs.
Die 4 Cs im Detail
1. Karat (Gewicht)
Karat ist die Maßeinheit für Diamanten. Daher ist das Karat-Gewicht eines Diamanten eines der entscheidenden Merkmale, die seinen Preis bestimmen. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm. Je größer ein Diamant ist, desto seltener und wertvoller ist er.
Das Karat-Gewicht allein sagt aber noch nicht alles über den Wert aus. Das Karat-Gewicht gibt nicht, wie vielfach angenommen, unmittelbare Auskunft über die Größe eines Diamanten.
Zwei Diamanten mit dem gleichen Karat-Gewicht können unterschiedlich groß erscheinen. Das Karat-Gewicht ist das Kriterium welches den Wert eines Diamanten am stärksten beeinflusst.
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Umso schwerer ein Diamant, also umso mehr Karat, desto höher der Preis. Größere Diamanten sind seltener und gefragter als kleine Diamanten. Der Diamantenpreis steigt daher nicht proportional mit seinem Gewicht, sondern exponentiell.
Das bedeutet, dass ein Einkaräter nicht doppelt so viel wie ein Halbkaräter, sondern ein Vielfaches davon kostet (bei ansonsten gleicher Qualität). Demzufolge ist der Preis eines großen Diamanten nicht nur aufgrund des höheren Gewichtes, sondern auch durch einen höheren Preis pro Karat, teurer.
Bei Diamanten gibt es “magische Schwellen“, bei denen es zu Preissprüngen kommt. Ein 1 Karat Diamant etwa kostet deutlich mehr als ein 0,95 Karat Diamant, obwohl der Unterschied in der Größe kaum sichtbar ist. So kann man teilweise bares Geld sparen, indem man einen Diamanten mit einem nur geringfügig geringeren Gewicht kauft.
2. Farbe (Color)
Diamanten gibt es in einer Vielzahl von Farben. Die meisten der natürlichen Schmuck-Diamanten werden in der Farbreihe farblos-gelb gefunden. Die Farbpalette des Diamanten ist fantasievoll, sie reicht von Rosé, Rot, Blau, Grün, Gelb und Braun bis hin zum schwarzen Diamanten.
Ein perfekter Diamant ist vollkommen farblos. Auf einer Farbskala von GIA (Gemological Institute of America) reicht die Bewertung von D (völlig farblos) bis Z (sichtbare Gelb- oder Brauntöne).
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Farblosere Diamanten (Kategorie D-F) sind besonders selten und daher besonders wertvoll. Neben diesen werden auch die farblosen Diamanten in verschiedene Farben unterteilt. Hierbei ist der Stein am wertvollsten, der die reinste, weiße Farbe hat.
Der Diamant sollte keine leichten Verfärbungen oder Tönungen aufweisen. Je weißer ein Diamant ist, desto seltener ist er und umso höher liegt sein Preis.
Die fünf höchsten Qualitätsstufen der weißen Diamanten sind nach dem Farb-Code von GIA von „Hochfeines Weiss+“ (D) bis „Weiss“ (H) gestaffelt. Diese besten Farbgrade sind die am höchsten bewerteten. Ausgenommen davon sind Raritäten in intensiven natürlichen Farben.
Nicht zu verwechseln mit der Reinheit eines Diamanten ist die Farbe des Steines. Farbige Diamanten, sogenannte “Fancy Diamonds”, sind zwar in einem Ton gehalten, ihre innere Struktur kann trotzdem absolut rein, also flawless sein. Reine, farbige Diamanten gehören zu den begehrtesten Steinen.
3. Reinheit (Clarity)
Jeder natürliche Diamant weist als Erzeugnis der Natur individuelle Wachstumsspuren auf. Der Reinheitsgrad spielt bei der Graduierung von Diamanten eine bedeutende Rolle.
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Die Reinheit eines Diamanten bezieht sich auf die Anzahl und Art von Einschlüssen (Unreinheiten) im Inneren oder auf der Oberfläche des Steins. Diese Einschüsse können die Brillanz des Diamanten beeinträchtigen, sind jedoch oft mit bloßem Auge nicht sichtbar.
Ein Diamant darf nur dann als lupenrein bezeichnet werden, wenn er sich bei 10-facher Vergrößerung einer achromatischen oder aplanatischen Lupe bei normalem Licht für den geübten Fachmann als absolut transparent und frei von Einschlüssen erweist.
Die Reinheitsskala reicht von IF (internally flawless, also lupenrein) bis I3 (deutliche Einschlüsse sichtbar). Je weniger Unreinheiten ein Diamant aufweist, desto wertvoller ist er.
Lupenrein (Internally Flawless und Flawless) ist natürlich das Maß der Dinge. Darunter staffeln sich mit zunehmender Größe der Einschlüsse die weiteren Reinheitskriterien.
4. Schliff (Cut)
Jede Form eines Diamanten ist unabhängig von der Bewertung der Kategorie Schliff. Der Schliff eines Diamanten bezieht sich darauf, wie präzise und kunstvoll der Diamant geschliffen wurde, um das Licht zu reflektieren.
Ein gut geschliffener Diamant kann das Licht optimal einfangen und zurückwerfen, was sein Funkeln und seine Brillanz verstärkt. Der Schliff ist daher ein entscheidender Faktor für die optische Wirkung und den Marktwert eines Diamanten.
Ein ideal geschliffener Diamant hat eine bessere Lichtreflexion als ein Diamant mit schlechterem Schliff, selbst wenn die anderen Merkmale vergleichbar sind. Der Schliff eines Diamanten umfasst die Anpassung seiner Proportionen, Symmetrie und Polierung.
Die Schliffqualität eines Diamanten ist heute genauso wichtig wie seine Farbe und Reinheit. Im Fall der Vermögenssicherung sollten hier keinerlei Kompromisse gemacht werden.
So müssen alle drei Schliffkriterien jeweils die Beurteilung „Excellent“ aufweisen. Das gilt insgesamt für die Schliffqualität („Cut Grade“), genauso wie für die handwerkliche Ausführung („Polish“) wie auch für die Proportionen des Diamanten („Symmetry“). „Very Good“ oder gar „Good“ ist nicht gut genug.
Zusätzliche Faktoren, die den Wert beeinflussen
Neben den 4 Cs gibt es weitere Faktoren, die den Wert eines Diamanten beeinflussen:
- Zertifikate: Ein Zertifikat von einem renommierten Labor wie dem GIA (Gemological Institute of America) oder HRD (Hoge Raad voor Diamant) kann die Bewertung vereinfachen.
- Marktanalyse: Schließlich wird der aktuelle Marktpreis (Rapaport) für Diamanten hinzugezogen, um den genauen Wert zu ermitteln.
- Fluoreszenz: Fluoreszenz weist auf die Anwesenheit von Gasen bei der Entstehung von Diamanten hin. Perfekt ist hier die Beurteilung „None“, wohingegen bei „Strong“ Preisabschläge von mehr als 10 % erfolgen können.
Bewertungsprozess
Beim Verkauf eines Diamanten ist es entscheidend, eine realistische Bewertung zu erhalten.
- Farbe und Reinheit bewerten: Mit speziellen Lupen oder Mikroskopen wird die Farbe und Reinheit des Diamanten bewertet.
- Schliff und Proportionen analysieren: Ein Fachmann wird den Schliff und die Symmetrie des Steins untersuchen.
- Marktanalyse: Schließlich wird der aktuelle Marktpreis (Rapaport) für Diamanten hinzugezogen, um den genauen Wert zu ermitteln.
- Zertifikate vorlegen: Ein Zertifikat von einem renommierten Labor wie dem GIA (Gemological Institute of America) oder HRD (Hoge Raad voor Diamant) kann die Bewertung vereinfachen.
Synthetische Diamanten
Synthetische Diamanten werden in Laboren erstellt und weisen auf den ersten Blick nahezu die gleichen Eigenschaften wie natürliche Diamanten aus. Dies erschwert es Laien, diese von echten Edelsteinen unterscheiden zu können. Da sie unbegrenzt reproduziert werden können, weisen synthetische Diamanten einen deutlich geringeren Wert auf.
Diamanten als Wertanlage
Zur Vermögenssicherung geeignet sind Brillanten ab einem Halbkaräter (0.50 ct) aufwärts. Der Einkaräter gilt als die klassische Größe eines Diamanten.
Zu jedem Diamanten ist ein unabhängiges Zertifikat („Certificate“) ein absolutes Muss. Es ist quasi der Pass eines Diamanten. Zur Vermögenssicherung geeignete Brillanten müssen über ein seriöses und international akzeptiertes Zertifikat verfügen, auf dem die preisbestimmenden Merkmale des Steins und seine Identität dokumentiert sind.
Tabelle: Reinheitsgrad von Diamanten
| Reinheitsgrad | Beschreibung |
|---|---|
| IF | Internally Flawless (lupenrein) |
| VVS1/VVS2 | Very, Very Slightly Included (sehr, sehr kleine Einschlüsse) |
| VS1/VS2 | Very Slightly Included (sehr kleine Einschlüsse) |
| SI1/SI2 | Slightly Included (kleine Einschlüsse) |
| I1/I2/I3 | Included (deutliche Einschlüsse) |
