Kampfsportarten in Ried im Innkreis und Aktuelle Entwicklungen

Das vergangene Wochenende verging für die junge Anna Larissa Redinger wie im Flug - und war vollgestopft mit unglaublichen Highlights. Die Strecke in Mehrnbach/Ried im Innkreis war ein Traum, sehr flüssig aber aufgrund des vielen Regens in den vergangenen Tagen doch recht anspruchsvoll.

Um 9 Uhr fiel der Startschuss, Anna Larissa kam sofort gut weg und konnte gleich in der ersten Runde die Führung übernehmen - und schliesslich das Rennen gewinnen! Es sollte aber nicht bei diesem einzigen Highlight bleiben, beim European Cross Country Finale ging sie als einzige Österreicherin ins Rennen, bog schon als Zweite in die erste Kurve ein und übernahm nach kurzer Zeit sogar die Führung.

Nach einem unglaublichen Kampf mit der amtierenden deutschen Meisterin gewann sie letztendlich das Rennen und darf sich nun Europameisterin Cross Country nennen. Anna Larissa Redinger nach dem Rennen: " Es ist grossartig und ich kann es noch immer nicht ganz glauben! Ich konnte das Maximum an diesem Wochenende herausholen und beende meine Rennsaison 2016 mit zwei Titeln!

Rudi Anschober und sein Engagement in der österreichischen Politik

Rudi Anschober, 58 Jahre alt, Politiker der Grünen, ist in Österreich gerade so etwas wie eine Ein-Mann-Opposition gegen die rechte Regierung. Das liegt zum einen daran, dass die im Wiener Bundesparlament vertretenen Parteien von den Sozialdemokraten über die Neos bis zur vormaligen Liste Pilz, die nun «Jetzt» heisst, so sehr mit Führungswechseln, Positionswechseln und anderem beschäftigt sind, dass sie nicht auch noch dem Kanzler Sebastian Kurz, ÖVP, und seinem Vizekanzler Heinz-Christian Strache, FPÖ, Paroli bieten können.

Zum anderen liegt es an Anschober, der von der Provinz aus fast im Alleingang zeigt, dass man dem Populismus durchaus etwas entgegenhalten kann. Nämlich: Haltung. Haltung braucht man, wenn man der österreichischen Bundesregierung ausgerechnet in der Flüchtlingspolitik den Kampf ansagt.

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Und Durchhaltevermögen, denn die von Rudi Anschober angeschobene Bewegung begann, als eigentlich alles verloren war. Im Herbst 2017 gewannen ÖVP und FPÖ die Wahl mit Parolen gegen Migration und für Abschiebungen. Das kam gut an im Volk, im Wahlkampf hielten allenfalls noch die Grünen dagegen. Sie sind dann aus dem Parlament geflogen.

Anschober hat den Rechtsruck im Land mit Abstand beobachtet, von Linz aus. Dort regieren zwar auch ÖVP und FPÖ zusammen, aber das oberösterreichische Proporzsystem sichert ihm für die Grünen einen Ministerposten in der Landesregierung. Seine Zuständigkeit: Integrationspolitik. Und die nutzte er.

Während sich ÖVP und FPÖ an die Umsetzung ihrer Wahlversprechen machten, lud Anschober in Wien zur Vorstellung einer neuen Initiative: «Ausbildung statt Abschiebung». Junge Asylbewerber sollen Lehren in Berufen machen dürfen, in denen es an Nachwuchs fehlt. Zur ersten Pressekonferenz seien zwei Journalisten gekommen, sagt Anschober, «einer war von einer Hotelfachzeitung, den anderen weiss ich nicht mehr».

Anschober hat weitergemacht, wie immer. Trotz der Mühen. Als Volksschullehrer hat er angefangen, seit mehr als 30 Jahren ist er in der Politik. 1986 war er der erste Landeschef der Grünen Alternativen Liste in Oberösterreich, 1990 wurde er in den Wiener Nationalrat gewählt, 1997 wechselte er in den Linzer Landtag. Seit 15 Jahren ist er Landesrat, also Minister.

Anschober hat Politik gelernt, er ist gut vernetzt in fast allen Parteien, aus der Erfahrung hat er seine Strategie abgeleitet: «Bei dieser Bundesregierung ist es wichtig, dass es Druck von unten gibt», sagt er. Die Allianz, die er geschlossen hat, ist so ungewöhnlich wie schlagkräftig.

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Er hat Menschenrechtler und Unternehmer zusammengebracht und irgendwie auch ihre Interessen. Die einen wollen Flüchtlinge integrieren, die anderen suchen Arbeitskräfte. «Wir haben in ganz Österreich 15353 offene Lehrstellen», sagt Rudi Anschober. «Allein in Oberösterreich werden im Jahr 2030 rund 130000 Fachkräfte fehlen.»

Der Öko-Politiker als Ökonom, die Zahlen sind seine Waffen. Aber ausgerechnet die wirtschaftsnahe Regierung setzt andere Prioritäten. Sie will bei Lehrlingen keine Ausnahme bei der Abschiebung machen, und am 12. September 2018 kippte sie eine Regelung, die Asylbewerbern zumindest den Beginn einer Ausbildung erlaubt hatte.

Als Erstes hat er damals zum Telefon gegriffen, wie gesagt, er ist gut vernetzt. «Ich habe einen führenden ÖVP-Funktionär angerufen und ihn gefragt, ob er mir einen Tipp geben kann», sagt er. Der habe gesagt, wenn Kurz auf jemanden höre, dann sei es die Wirtschaft. Am Ende stand eine lange Liste von Unternehmen, die Anschobers Initiative unterstützen.

Er spricht von einem Aufstand. «Aufstand der Menschlichkeit», «Aufstand der Wirtschaft». Fast jeden Tag kommen neue Unterstützer dazu. Auf dem Laptop scrollt er die Liste der Prominenten herunter, er zeigt auf die Fotos, klickt Zitate an, dann sagt er Dinge wie «Den kenne ich schon ganz lang» oder «Der war ganz wichtig».

Doch gefährlicher für Kanzler Kurz sind die Einschläge im engsten Umfeld. Denn mittlerweile unterstützen selbst viele Politiker aus seiner eigenen Partei den Grünen Anschober. Othmar Karas zum Beispiel, ÖVP-Spitzenkandidat bei der Europawahl. Oder Reinhold Mitterlehner, Vorgänger von Kurz als Parteichef.

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Dann schlug sich auch noch Erwin Pröll auf die andere Seite, der langjährige Regierungschef von Niederösterreich, der als Entdecker und Förderer des jungen Kanzlers gilt. Pröll hat seine Unterstützung für die Flüchtlingsinitiative so erklärt: Nach einem Fahrradsturz wurde er in der Reha von einem jungen afghanischen Kellner bedient, der in der Ausbildung war und die Abschiebung fürchtete. «Der Erwin Pröll gilt ja nicht als hypersensibel, trotzdem hat ihn das bewegt», sagt Anschober.

Ausgerechnet in der Asylpolitik, dem Siegerthema der vergangenen Wahl, tut sich ein Riss auf in der Regierungspartei ÖVP - und der geht bis an die Basis, wo einer wie Michael Grossbötzl als ehrenamtlicher Gemeinderat aktiv ist.

Im Gewerbegebiet von Ried im Innkreis fällt der Schnee auf graue Lagerhallen, nur ein Haus ist bunt. «Malerei Grossbötzl. Der Oberflächenspezialist», steht auf der Fassade. Drinnen im Büro, das mit Aktenordnern vollgestellt ist, sitzt Michael Grossbötzl (52), der das Geschäft vom Vater übernommen hat, und der hatte es vom Grossvater. «Ich bin dunkelschwarz», sagt er gleich zur Begrüssung.

So viel zur politischen Ausrichtung des Malermeisters, der dann auch gleich noch sagt, dass er sicher kein Gutmensch sei. «Jeder, der sich nicht integrieren und nicht hackeln will, gehört heimgeschickt», sagt er. Hackeln heisst arbeiten, das ist es, was für ihn zählt. Nicht die Herkunft.

«Wir können es uns nicht leisten, die, die hier sind, nicht arbeiten zu lassen.» Die Abschiebung von Lehrlingen mitten in der Ausbildung nennt er «unmenschlich, unsozial, unchristlich und unwirtschaftlich».

Grossbötzl beschäftigt 24 Mitarbeiter in seinem Betrieb, einer von ihnen ist Ehsan Ibrahimi, ein 19-jähriger Afghane. Er ist im dritten Lehrjahr, und der Chef ist sehr zufrieden. «Der Ehsan ist sehr ehrgeizig, der will gleich alles können und machen.»

Für Ibrahimi läuft es gut in Österreich. «Passt schon», sagt er oft. Nur einmal passte es nicht. Er erzählt von einem Sonntag im Mai, als im Morgengrauen drei Polizeiwagen vor seinem Haus hielten, ihm Handschellen anlegten und ihn in eine Abschiebezelle nach Wien verfrachteten. Gemeinsam haben die beiden alles versucht, um Ehsan Ibrahimi vor der Abschiebung zu bewahren. Es war knapp, aber sie waren erfolgreich.

«Am Ende haben wir ihn aus dem Bus geholt, der ihn zum Flugzeug nach Kabul bringen sollte», sagt Grossbötzl.

In seinem Gemeinderat hat er inzwischen eine Resolution zur «Ausbildung statt Abschiebung» durchgesetzt. Ried im Innkreis ist damit eine von bislang 119 österreichischen Städten und Gemeinden, die sich der Initiative angeschlossen haben.

«Wir haben das zu einem zentralen innenpolitischen Thema gemacht», sagt Grossbötzl, «aber die Regierung verweigert sich dem Gespräch. Wenn ich an Kurz schreibe, verweist der auf Innenminister Kickl. Und Kickl antwortet nicht.»

Jetzt will Anschober die Regierung zu einer Antwort zwingen. In Wien hat er Anfang Februar, gut ein Jahr nach dem Start seiner Initiative, wieder zur Pressekonferenz geladen. Diesmal ist sogar ein Kamerateam gekommen. Er schimpft über die «blanke Unvernunft der Regierung in wirtschaftlicher Sicht», appelliert an deren «Hausverstand» und zitiert aus ein paar Schreiben, die er an den Bundeskanzler geschickt hat.

«Weil keine Antwort kommt, wollen wir nun den Druck erhöhen», kündigt er an. Dazu hat er einen offenen Brief aufgesetzt, Tausende Unterschriften sollen den Kanzler beeindrucken.

Der Rechtsstreit um Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn

Auch nach der Enteignung der Besitzerin des Hitler-Hauses ist die Zukunft des Gebäudes im österreichischen Braunau unklar. Demnächst wird ein Urteil zum Wert der Immobilie erwartet. Ein erster Schritt auf einem wohl noch längeren Weg.

Im Rechtsstreit um Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn strebt der Anwalt der ehemaligen Hausbesitzerin eine millionenschwere Entschädigung wegen der Enteignung an. «Ziel sind ganz klar 1,5 Millionen Euro», bekräftigte der Salzburger Rechtsanwalt Gerhard Lebitsch.

Ein Gutachter hatte beim Prozess vor dem Landesgericht Ried im Innkreis für die Immobilie eine Wertspanne von 810'000 Euro bis 1,5 Millionen Euro ermittelt. Ein Urteil wird laut Gerichtssprecher «wahrscheinlich im Januar» gefällt.

Die Republik Österreich hatte der Hausbesitzerin bisher 310'000 Euro für das zweistöckige Haus samt Garagen und Parkplatz bezahlt. Das sei viel zu wenig, meint der Anwalt. «Beim Parkplatz handelt es sich um die einzige nennenswert grosse innerstädtische Parkfläche», sagte Lebitsch der Deutschen Presse-Agentur.

Ausserdem berücksichtige die bisherige Entschädigung den besonderen Wert nicht, der sich aus der Höhe früherer Mietzahlungen und dem Charakter als historischer Ort ergebe. Lebitsch geht davon aus, dass der Rechtsstreit so oder so in die nächste Instanz geht.

Eine juristische Klärung ist nach bisherigen Angaben aus dem Innenministerium eine Voraussetzung zur Einleitung eines internationalen Architektenwettbewerbs. Dieser soll nach Empfehlung einer Historikerkommission eine «tiefgreifende Umgestaltung» des Gebäudes einleiten.

Die Republik will verhindern, dass das Geburtshaus des späteren Diktators zu einer Pilgerstätte für Neonazis werden könnte. Adolf Hitler (1889-1945) hatte seine ersten Lebensmonate in einer Wohnung des Hauses verbracht.

Die Ex-Eigentümerin des Geburtshauses von Hitler klagt darüber hinaus vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen die Enteignung. Eine entsprechende Klage sei seit Längerem eingebracht, sagte Lebitsch. Ob sich das Gericht überhaupt dieses Falls annehme, ist aber auch aus Sicht des Anwalts fraglich.

«Alle wären froh, wenn es endlich eine Entscheidung gäbe», sagt Florian Kotanko vom örtlichen Verein für Zeitgeschichte. Er wäre dafür, dem Rat der Historiker nicht zu folgen und auf die äussere Umgestaltung zu verzichten. «Jede Veränderung bringt in diesem Sinne nichts, weil sie die Geschichte nicht verändert», meint Kotanko.

Aus seiner Sicht wäre es gut, im Haus einen der Räume als Ort für mahnende Erinnerung einzurichten. «Das wäre eine Option.»

Hauptnutzer des Gebäudes könnte wieder die Lebenshilfe mit ihrer Behindertenwerkstätte werden. Die Werkstätte war jahrzehntelang in dem Hitler-Haus untergebracht. Im Streit über notwendige Sanierungen zog die Lebenshilfe aus. Seit 2011 steht das Gebäude in der 16'000-Einwohner-Stadt direkt an der Grenze zu Deutschland leer. Im Januar 2017 wurde die Alpenrepublik durch Enteignung neuer Besitzer der Immobilie.