Tattoos sind längst kein reiner »Seemannsschmuck« mehr. Laut Statista sind etwa 27 Prozent der Deutschen tätowiert. Die Ästhetik ist dabei der häufigste Grund, warum sich Menschen tätowieren lassen, gefolgt von der Erinnerung an bestimmte Personen. Mittlerweile findest du sie in jeder Gesellschaftsschicht.
Der Einfluss von Tätowierungen auf den Körper
Wenn du dich für ein Tattoo entscheidest, ist es wichtig, zu verstehen, was dabei mit deiner Haut passiert. Die Haut ist dein größtes Organ und sie ist komplex. Bei einer Tätowierung dringt eine Nadel mehrmals pro Sekunde in die zweite Hautschicht, die Dermis, ein und injiziert Farbpigmente. Diese Pigmente bleiben dann in der Dermis verankert, was das permanente Bild deines Tattoos erzeugt. Es ist ein invasiver Prozess, der zu Hautirritationen und Entzündungen führt. Dein Körper reagiert darauf, indem er versucht, die Fremdkörper - in diesem Fall die Tinte - zu entfernen, was zu einer Schwellung und Rötung der Haut führt.
Heilungsprozess und Sportpause
In den ersten 24 Stunden nach dem Tätowieren setzt erst einmal die Wundheilung ein. In dieser Zeit tritt Wundsekret aus. Nach 24 Stunden hört das auf und erst dann lagert sich die Farbe richtig ein. Über das Tattoo bildet sich eine Art »Babyhaut« - es wird milchig und die Farbe erscheint erstmal in eher bläulich-gräulichen Farbtönen. Bis die Haut von innen heraus richtig ausgeheilt ist, dauert es bis zu vier Wochen. Die oberflächliche Heilung findet in den ersten eineinhalb Wochen nach dem Tätowieren statt. Man sollte aus diesem Grund und je nach Heilungsprozess mindestens ein bis zwei Wochen komplett auf jede Art von Sport verzichten.
Die Rolle der Sportart
Ob Kraftsport, Joggen oder andere Sportarten- ein Problem für das Tattoo ist die Kleidung, die auf der tätowierten Körperstelle reiben kann. Ein weiteres Problem ist der vermehrte Schweiß, der sich bei einer körperlichen Anstrengung wie Sport bildet und das Infektionsrisiko erhöht. Schweiß kann auch den Heilungsprozess der Tätowierung stören, indem er die empfindliche Haut aufweicht und reizt, die Farbheilung beeinträchtigt und die Tätowierung in manchen Fällen verblassen lässt. Die Sportart selbst spielt da erst mal keine Rolle. Speziell beim Kraftsport kommen Dehnungen der Haut hinzu, die zu einer Art Rissen im Tattoo führen können. Solche Probleme sehe ich bei Kraftsportlern und Bodybuildern häufig. Im Tattoo kann man dann Beschädigungen in Form von kleinen Streifen sehen.
Sport vor dem Tattoo
Ein Armtraining vor dem Tätowieren des Arms, weil man mit dem frischen Tattoo ja Pause machen muss, ist eine wirklich schlechte Idee. Der Arm ist nach dem Training »aufgepumpt«, die Durchblutung ganz anders. Das Schmerzempfinden verändert sich und ein wirkliches Entspannen, das dem entgegenwirken könnte, ist nicht möglich. Deshalb empfehle ich, auch vor dem Tattoo auf Sportarten zu verzichten, welche die jeweilige Körperregion belasten, die tätowiert werden soll.
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Empfehlungen für Sportler mit Tattoos
Es ist ratsam, in den ersten zwei Wochen nach der Tätowierung starke körperliche Aktivitäten und alles, was starkes Schwitzen verursachen könnte, zu vermeiden. Außerdem ist es wichtig, die Tätowierung sauber und trocken zu halten und den Anweisungen des Tätowierers zur Pflege des frischen Tattoos zu folgen.
Tipps zur Tattoo-Pflege
- Dein Tattoo wurde mit Frischhaltefolie versorgt, dann die Folie nach 3-4 Stunden entfernen und das Tattoo mit ph-neutraler Seife abwaschen.
- Für eine schnelle Heilung empfiehlt es sich, 2-3mal täglich, eine dünne Schicht Wund- und Heilsalbe aufzutragen.
- Wichtig ist es, das frische Tattoo immer vorher abzuwaschen und erst danach, eine neue dünne Schicht Creme aufzutragen.
- Nicht zu viel Creme benutzen, denn euer Tattoo soll noch atmen können.
- Nach ca. vierzehn Tagen, kann das neue Tattoo mit einer normalen Bodylotion eingecremt werden und nicht mehr mit einer Wund- und Heilsalbe.
- Im Sommer solltet ihr das neue Tattoo (nach Abheilung der Verletzung) mit einer Sonnencreme vom Lichtschutzfaktor 50 schützen.
- So gerne man sein neues Tattoo auch anfassen will - macht es bitte nicht. Auch wenn es jucken sollte, auf keinen Fall kratzen!
- Wenn ihr das Tattoo pflegt, dann wascht euch vorher gründlich die Hände. Ein frisches Tattoo ist eine Wunde und kann sich bei schlechter Pflege unter Umständen entzünden.
- Besuche im Solarium oder Sonnenbaden sind in den ersten 4 Wochen absolut tabu.
- Auf das Schwimmen (speziell im Chlorwasser) solltet ihr auch mindestens 2 Wochen verzichten.
Blaue Flecken und Tattoos
Beim Stechen dürfen keine Hämatome vorhanden sein, also ein paar Tage Kampf- und Sparringspause vor dem Stichtag, dann muss es vollständig verheilen, also mindestens 4 Wochen keinen Kampfsport. Aber dann ist es eigentlich sehr robust, ich mach zwar keinen Kampfsport, aber oft Mountainbiken und Klettern, Kratzer und Hämatome gehören da quasi zum Standardprogramm , kann nur Segler zustimmen, was keine Narben macht, schadet auch den Tattoos nicht. Aber nochmal, in der Abheilphase ist Schonung dringend angesagt.
Weitere wichtige Hinweise
- Vermeide viel Sonne vor dem Termin unbedingt, denn Hitze erweitert die Hautporen und fördert den Blutfluss.
- Du selbst solltest zum Termin vollkommen nüchtern erscheinen. Dies betrifft zumindest Alkohol.
- Auch Medikamente, die das Blut schlechter gerinnen lassen beziehungsweise verdünnen, wie beispielsweise ASS oder Aspirin sollten vermieden werden und eine mögliche Einnahme dem Tätowierer unbedingt mitgeteilt werden.
Tattoopflege: Produkte und Inhaltsstoffe
Alle Salben und Cremes sollten aber möglichst pH neutral sein und einen geringen Fettanteil besitzen. Zu viel Fett verstopft die Hautporen. Die Haut muss jedoch atmen können und das Tattoo darf nicht austrocknen. Auf keinen Fall sollte das Produkt aggressive Tenside oder Mineralölsubstanzen enthalten. Vermeide Vaseline oder Niveacreme, weil sie der Haut die Farbe wieder entziehen sollen, was selbstredend nur unerwünscht sein kann. In den allermeisten Produkten ist Panthenol enthalten. Es wirkt Reizungen entgegen, beruhigt die Haut und fördert ihren Regenerationsprozess.
Entgiftung nach dem Tätowieren
Mit den Farben gelangen unvermeidbar auch ein paar Sachen in die Haut und deinen Körper, die er schwer verarbeiten kann und die wieder raus sollten. Daher raten einige Tätowierer sogar zu einer Art Entschlackungskur, damit das schnell ausgespült wird. Aminosäuren sollen Entgiftungsvorgänge beschleunigen. Auch Chlorella, ein Produkt aus Algen, oder Heilerde binden Schadstoffe im Körper und verhindern Ablagerungen ungesunder Mittel irgendwo in deinem Organismus.
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