Jugend trainiert für Olympia: Judo-Regeln und Perspektiven

Judo ist bereits seit vielen Jahren Bestandteil der schulsportlichen Landschaft und kann somit zum erzieherischen Konzept der Schulen beitragen und die sportliche Landschaft bereichern.

Dies beginnt bei der Kooperation zwischen Schule und Verein im AG-Angebot vom Ganztagsbetrieb, über die Teilnahme beim Bundeswettbewerb der Schulen „Jugend trainiert“ bis zur Verankerung im Rahmen des Ringen, Rangeln, Raufens oder Kämpfens“ als Bestandteil der Kerncurricula des Sportunterrichts in vielen Bundesländern.

Der seit 1961 existierende Bundeswettbewerb der Schulen „Jugend trainiert für Olympia“ ist mit ca. 800.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der weltgrößte Schulsportwettbewerb.

Seit dem Schuljahr 1999/2000 ist Judo Bestandteil dieses Wettbewerbs.

Im Jahr 2013 wurde Judo dem Herbstfinale in Berlin angegliedert. Die Schirmherrschaft hat seither der amtierende Bundespräsident.

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Zahlreiche Spitzensportler/-innen, wie z.B. Ole Bischof, Luise Malzahn und Alexander Wieczerzak sind bereits Teilnehmer dieses Wettbewerbs gewesen.

Dieser Wettbewerb bietet Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten, bereits im schulischen Rahmen Wettkampferfahrung zu sammeln.

Wettbewerbe beim Bundesfinale

Aktuelle Informationen zum Wettbewerb:

  • Jungen: Jahrgänge 2010 - 2013 (U16)
  • Mädchen: Jahrgänge 2010 - 2013 (U16)

Gewichtsklassen

  • Weiblich: -40, -48, -57, -63, +63 kg
  • Männlich: -40, -46, -55, -66, +66 kg

Mixed-Team-Wettbewerb

  • Männlich: -46; -55; +55 kg
  • Weiblich: -48; -57; +57 kg

Neue Sonderregelung

Neue Sonderregelung als Anpassung an die Veränderungen im DJB-Regelwerk:

Startberechtigung ab dem Gelbgurt (neues Graduierungssystem) oder dem Weiß-gelbgurt (nach altem Prüfungssystem; Erkennbar an der Prüfungsmarke oder Prüfungsurkunde)

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Es gelten die neuen Wiegeregeln im Jugendbereich U15. Diese sind für „Jugend trainiert“ im Wortlaut wie folgt angepasst: „[…] müssen sowohl Mädchen, wie Jungen eine [lange Hose] und ein T-Shirt tragen. Hierfür wird eine Gewichtstoleranz von 500g bei Jungen und […] Mädchen zugelassen. […]“

Hinweis: Die Waage wird ab 2025 nur noch am Bahnhof (Akkreditierungsbereich ohne Umkleiden) und morgens in der Halle stattfinden.

Termine der Bundesfinalveranstaltungen

Hier findet ihr die Termine der Bundesfinalveranstaltungen 2025-2028 von Jugend trainiert für die Sportart Judo:

  • 2025: Herbstfinale Berlin: 21.09. - 25.09. (Meldeschluss: 31.07.2025)
  • 2026: Herbstfinale Berlin: 15.09. - 19.09. (Meldeschluss: 31.07.2026)
  • 2027: Herbstfinale Berlin: 19.09. - 23.09. (Meldeschluss: 31.07.2027)
  • 2028: Herbstfinale Berlin: 12.09. - 16.09. (Meldeschluss: 28.07.2028)

Die Ergebnisse können ab sofort hier abgerufen werden.

Judo bietet eine Vielzahl an neuen Aspekten gegenüber anderen Sportarten, wenn es um die (sport-)-soziologischen Perspektiven geht.

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Nach Dipl. soz. päd. Olaf Zajonc suchen immer mehr Kinder und Jugendliche nach Grenzerfahrungen, die sie, bezüglich des Risikos, in schwer kalkulierbare Extremerfahrungen führt oder Situationen auftreten, in denen sie über körperliche Ausschreitungen, in einer Welt, die die Körperlichkeit und die damit verbundene Ausdrucksweise hinten anstellt, Kontakt aufzunehmen versuchen.

Judo findet in einem durch Rituale und Regeln geschütztem Handlungsraum statt, der es zulässt das Kämpfen zu ritualisieren und in einvernehmlichem spielerischen Zweikampf umzusetzen.

Ein professionelles „Training“ geleitet von den vom Deutschen Judo-Bund e.V. festgeschriebenen Judo-Werten, wie Mut, Hilfsbereitschaft, Respekt, Rücksichtnahme und Verantwortung, tragen dazu bei.

Hierdurch wird ein kontrolliertes Ausleben und „[…] Erleben von Gefühlen wie Angst, Unsicherheit, Wut, Aggression [ermöglicht] und dem Erproben neuer Verhaltensweisen [Raum gegeben].“1

Dies trägt zur Entwicklung von sozialer Kompetenz und einer Stärkung des Selbstbewusstseins sowie der Wertschätzung seiner selbst und anderer gegenüber bei.

Dies bewegt uns, Schülerinnen und Schüler mit der Sportart Judo vertraut zu machen und zu animieren mit Spaß ein Leben lang Sport zu betreiben.

Die Hoffnung besteht darüber hinaus den Sportverkehr trotz des demographischen Wandels neu zu beleben und langfristig Kooperationen von Schule und Verein sowie die sportlichen Wettbewerbe zu sichern.