Judo bei Olympia: Regeln und Neuerungen

Judo hat eine lange Geschichte bei den Olympischen Sommerspielen. Judo war 1964 in Tokio mit vier Männer-Wettbewerben erstmals bei Olympia vertreten. Seit 1972 in München zählt die Sportart fest zum olympischen Programm. Erst 1992 wurden auch die Damenbewerbe eingeführt. Seither gibt es bei Frauen und Männer eine ganze Reihe an Gewichtsklassen und die Möglichkeit, um die Goldmedaille mitkämpfen zu dürfen, wobei die Gewichtsklassen natürlich auch nötig sind, um Gerechtigkeit zu ermöglichen.

Der Judosport unterscheidet sich von anderen olympischen Bewerben insofern, als es stets zwei Bronzemedaillengewinnerinnen oder Bronzemedaillengewinner gibt. Denn der Platz drei wird nicht ausgekämpft. Wer im Halbfinale verliert, hat seine Bronzemedaille sicher, die Gewinner kämpfen um den Titel und somit um die begehrte Goldmedaille.

Aktuell gibt es ganze 14 Gewichtsklassen im Judo, jeweils 7 Gewichtsklassen pro Frauen und Männer und damit viele Chancen auf eine Goldmedaille.

Der Mixed-Team-Wettbewerb

Seit Tokio 2021 gehört im Judo ein Mixed-Wettbewerb zum Olympia-Programm. Bei der Premiere in Tokio musste Olympia-Gastgeber Japan eine Schmach erdulden. Ausgerechnet im berühmten Kampfkunst-Tempel Nippon Budōkan entrissen die Franzosen mit ihrem Star Teddy Riner den Erfindern des Judo die Goldmedaille. Deutschland gewann Bronze.

Der Teamwettbewerb findet am Tag nach Abschluss der Einzel-Wettbewerbe statt, für die pro Land und Gewichtsklasse jeweils nur ein Athlet startberechtigt ist. Für das Mixed werden 16 Teams zugelassen. Dabei treten Männer und Frauen abwechselnd in insgesamt sechs Gewichtsklassen gegeneinander an. Es werden nicht zwangsläufig die jeweils schwersten Judoka auf die Matte geschickt.

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Jeder gewonnene Kampf bringt einen Punkt. Ziel ist es, so schnell wie möglich vier Punkte einzusammeln, damit ist die Runde gewonnen. Bei Olympia geht es nach einer Vorrunde mit Achtelfinale und Viertelfinale weiter. Neben den Halbfinals gibt es auch eine Hoffnungsrunde, deren Sieger gegen die beiden Halbfinal-Verlierer die Kämpfe um Bronze bestreiten. Endet ein Mixed nach den sechs vorgesehenen Kämpfen 3:3 unentschieden, wird ein Entscheidungskampf durchgeführt. Welche Gewichtsklasse noch einmal ran muss, wird jeweils per Los ermittelt. Genau wie im Einzel wird im Mixed jeweils maximal vier Minuten gekämpft. Ist bis dahin keine Entscheidung gefallen, geht es in den sogenannten Golden Score, in dem die nächste Wertung den Sieg bringt.

Das Wertungssystem im Judo

Das Wertungssystem wurde mehrfach überarbeitet. Ein Ippon - ein ganzer Punkt - bedeutet den sofortigen Sieg. Die Wertung wird vergeben, wenn der Gegner kontrolliert auf den Rücken geworfen wird. Ein Waza-ari steht für 70 Prozent von einem Punkt. Er wird beispielsweise vergeben, wenn der Rücken des Gegners nach einem Wurf nur teilweise die Matte berührt oder der Kontrahent mindestens 15 Sekunden gehalten wird. Gelingt ein zweiter Waza-ari, ergeben beide einen Ippon.

Regeländerungen im Judo

Nach den Olympischen Spielen ist gleich vor den Olympischen Spielen. In Auswertung des vergangenen Olympiazyklus gab die IJF neue Regeln für den Olympiazyklus bis 2028 bekannt. Am Dienstag, den 7.1.2025, wurden die neuen Regeln nach IJF am Bundesstützpunkt (BSP) Berlin vorgestellt. Das Thema mobilisierte zahlreiche Interessenten. Grundtenor der Regeländerungen ist, man möchte „Mehr Wertung, weniger Strafen!“. Der Referent erläuterte schwerpunktmäßig die verschiedenen Themenpunkten. Neben der reinen Erklärung einzelner Regeländerungen wurden Praxisbeispiele gezeigt. Mit Hilfe von Videos wurden diese weiter visualisiert und damit versucht sie verständlich zu machen.

Bis zu den Weltmeisterschaften im Juni werden diese Regeln getestet. Ippon bleibt unverändert. Waza-Ari umfasst Landungen auf der Seite mit Tendenz zur vollen Landung auf dem Rücken. Yuko wird wieder eingeführt. Er umfasst u.a. Landungen auf dem Gesäß oder auf der Seite mit abgestützten Ellenbogen sowie Haltezeiten von Osae-Komi-Waza von 5-9 Sekunden im Ne-Waza.

Alle Jackengriffe und das Greifen unter dem Gürtel auf Höhe der Hüfte/Leiste sind erlaubt, solange sie für eine positiven Fortschritt der Kampfentwicklung genutzt werden. Nach Einnahme des klassischen Griffs (Hikite und Tsurite) haben Judoka 30 Sekunden zur Angriffsvorbereitung. Bärenumarmung („Bear Hug“), ob mit oder ohne vorheriger Kumi-Kata, ist erlaubt. Es ist für den Angreifer nicht erlaubt, dass sich Hände und Arme auf dem Rücken des Gegners zum Kreis schließen. Einsatz des Kopfes zum Werfen und Verteidigen ist erlaubt - außer bei U18-Wettkämpfen, wo dies mit Shido bestraft wird. Das direkte Eintauchen mit dem Kopf (klassisches Diving) bleibt verboten und wird mit Hansoku-Make geahndet.

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Kansetsu-Waza (Hebelgriffe) in Kombination mit einer Wurftechnik mit geringem Verletzungsrisiko, wo der Angegriffene der Situation entgehen kann, werden mit Shido geahndet. Positive Aktivität in Ne-Waza wird berücksichtigt. Judoka gelten innerhalb der Fläche, solange einer die Kampffläche berührt. Unbeabsichtigtes Verlassen der Matte wird nicht geahndet.

Weitere Anmerkungen zu den Regeländerungen

Bei jeglichem Griff-Lösen muss der Griff zum Gegner, mit mindestens einer Hand gehalten werden, sonst wird mit Shido bestraft. Bear Hug ist erlaubt, wenn Tori vorher gegriffen hat. Wenn Tori den Griff mit 2 Händen löst, hat er in diesem Moment einen Griff. Wenn Uke reagieren MUSS, kann es sich eigentlich nicht mehr um einen Scheinangriff handeln. Das stimmt, es muss nur der Griff gehalten werden, wenn man mit zwei Händen löst. Der sofortige Angriff ist nur bei Bear Hug erforderlich, sonst wäre es ja auch nicht von sonstigem komplett Loslassen zu unterscheiden. Das Griff lösen, egal wie, ist aber nicht unendlich möglich, wenn dann keine Angriffe erfolgen.

Jugend trainiert

Neue Sonderregelung als Anpassung an die Veränderungen im DJB-Regelwerk: Startberechtigung ab dem Gelbgurt (neues Graduierungssystem) oder dem Weiß-gelbgurt (nach altem Prüfungssystem; Erkennbar an der Prüfungsmarke oder Prüfungsurkunde). Es gelten die neuen Wiegeregeln im Jugendbereich U15. Ab 2025 müssen sowohl Mädchen, wie Jungen eine lange Hose und ein T-Shirt tragen.

Termine Bundesfinalveranstaltungen 2025-2028

Termine der Bundesfinalveranstaltungen 2025-2028 von Jugend trainiert für die Sportart Judo:

  • 2025: Herbstfinale Berlin: 21.09. - 25.09. (Meldeschluss: 31.07.2025)
  • 2026: Herbstfinale Berlin: 15.09. - 19.09. (Meldeschluss: 31.07.2026)
  • 2027: Herbstfinale Berlin: 19.09. - 23.09. (Meldeschluss: 31.07.2027)
  • 2028: Herbstfinale Berlin: 12.09. - 16.09.

Hessen: JtfO Landesentscheid Judo (Schuljahr 2024 / 25)

Hessen: JtfO Landesentscheid Judo (Schuljahr 2024 / 25) U14 Mixed-Team

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  • Ort: Vellmar
  • Termin: 28.5. 2025
  • Meldeschluss: 16.4.2025
  • Mannschaftsgröße max.

JtfO 2025 Landesentscheid U16 w und m

  • Ort: Vellmar
  • Termin: 28.5. 2025
  • Meldeschluss: 16.4.2025
  • Mannschaftsgröße max.