Judo Gürtel Reihenfolge: Ein umfassender Leitfaden

Im Judo gibt die Gürtelfarbe Aufschluss über die Fertigkeiten des Trägers. Die Judogürtel werden dabei in einer bestimmten Reihenfolge vergeben. Wir zeigen Ihnen, welche Gürtel es gibt und welche Kompetenzen mit einem bestimmten Gürtel einhergehen.

Die Schülergrade (KYU)

Es gibt neun Farbgürtel auch Schülergurte genannt! Dabei ist die Reihenfolge immer gleich und zwar ist weiß, weiß-gelb, gelb, gelb-orange, orange, orange-grün, grün, blau und braun.

Als Faustregel für die Schülergerade gilt: Je dunkler der Gürtel, desto ausgeprägter die Kompetenzen des Trägers. Die Grade werden als Kyū bezeichnet. Ergänzt wird diese Einteilung um eine Abstufung mit Ordnungszahlen, beginnend mit der neun.

Los geht es mit dem weißen Gürtel (9. Kyū). Dieser stellt keine weiteren Anforderungen an das Alter und wird an Anfänger vergeben.

Früher gab es weniger Lernstufen bzw. KYU-Grade bei den Farbgurten. In den letzten Jahren wurden weitere Stufen hinzu genommen, um gerade Kindern und Jugendlichen mit kleineren Lernerfolge zu motivitieren.

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Die Schülergrade im Überblick:

Grad Gürtelfarbe Mindestalter Anforderungen
9. Kyu Weiß - Zwei Falltechniken, zwei Wurftechniken und zwei Bodentechniken beherrschen. Rückwärts und seitlich fallen können.
8. Kyu Weiß-Gelb vollendetes 7. Lebensjahr Rückwärts und seitlich fallen können. Außerdem werden 2 Wurf- und 2 Bodentechniken verlangt und 2 bis 3 Einheiten Randori von je einer Minute durchgeführt
7. Kyu Gelb 8. Lebensjahr (Jahrgang) Eine Judorolle vorwärts beherrschen, je 2 zusätzliche Wurf- und Bodentechniken und 3 bis 4 Einheiten Randori zu je einer Minute demonstrieren.
6. Kyu Gelb-Orange 9. Lebensjahr (Jahrgang) Die Judorolle beidseitig beherrschen. Außerdem erlernt Ihr 5 neue Wurftechniken, bekommt unfangreichere Anwendungsaufgaben und müsst 3 bis 5 Randori-Einheiten zu je 2 Minuten durchhalten.
5. Kyu Orange 10. Lebensjahr (Jahrgang) Die Judorolle über ein Hindernis vorführen und erlernt neue Wurftechniken, welche auf einem Bein ausgeführt werden, sowie Hebeltechniken am Boden. Randori bleibt wie beim 6. Kyū.
4. Kyu Orange-Grün 11. Lebensjahr (Jahrgang) Fortgeschrittene Falltechnik „freier Fall“ demonstrieren. Zu den neuen Wurftechniken zählt der aus Filmen bekannte Tomoe-Nage.
3. Kyu Grün 12. Lebensjahr (Jahrgang) Die erste Kata erlernen. Beim Randori existieren weniger Vorgaben, damit ein ungezwungener Übungskampf stattfinden kann. Weitere Wurf- und Bodentechniken runden die Prüfung ab.
2. Kyu Blau 13. Lebensjahr (Jahrgang) Erste Würgetechniken beherrschen und Euch in 3 Einheiten Randori zu je 3 Minuten gegen einen Gegner behaupten, welcher extreme Körperhaltungen einnimmt. Außerdem wird eine neue Kata gelehrt.
1. Kyu Braun 14. Lebensjahr (Jahrgang) Höchste Präzision und Flexibilität, denn hier werden keine Fehler mehr geduldet. Die Würfe und Hebel müssen aus verschiedenen Situationen heraus sicher angewandt werden, beim Randori werden 3 verschiedene Übungspartner ausgewählt und die dritte Kata muss zu beiden Seiten ausgeführt werden.

Bei der Vergabe des gelb-orangenen Gürtels (6. Kyū) werden Lernende einer Anwendungsprüfung unterzogen.

Der orange-grüne Gürtel (4. Kyū) wird vergeben, sobald der "freie Fall" beherrscht wird. Weiterhin sind neue Wurftechniken Pflicht.

Der grüne Gürtel (3. Kyū) verlangt den Judoschülern fortgeschrittene Boden- und Wurftechniken ab.

Der blaue Gürtel (2. Kyū) ist ein Indikator dafür, dass Würgetechniken beherrscht werden.

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Der braune Gürtel (1. Kyū) wird nach einer erweiterten Anwendungsprüfung verliehen. Bei dieser wird nach besonders strengen Maßstäben bewertet.

Die Meistergrade (DAN)

Beim Judo gibt es Meistergrade, auch DAN genannt. Der 1.-10 Dan ermächtigen zum Tragen eines Schwarzgurtes.

Die Prüfungsprogramme zu den Meistergraden 1. bis 10. Dan, allesamt Schwarzgurte (oder ab dem 6. Dan rot-weiß oder komplett rot), sind noch deutlich umfangreicher und umfassen neben neuen Techniken auch eine ständige Wiederholung des Gelernten. Ab der 3. Dan-Prüfung kann der Prüfling den Großteil der Techniken frei wählen.

Die Meistergrade im Überblick:

Grad Bezeichnung Gürtelfarbe
1. Dan Sho-Dan Schwarz
2. Dan Ni-Dan Schwarz
3. Dan San-Dan Schwarz
4. Dan Yo-Dan Schwarz
5. Dan Go-Dan Schwarz
6. Dan Roku-Dan Rot-Weiß
7. Dan Nana-Dan Rot-Weiß
8. Dan Hachi-Dan Rot-Weiß
9. Dan Ku-Dan Rot
10. Dan Ju-Dan Rot

Die Bedeutung der Farben

Im Judo gibt es sechs Hauptfarben für den Gürtel, die jeweils einen bestimmten Rang oder Grad darstellen. Die Reihenfolge der Farben ist in der Regel wie folgt: Weiß, Gelb, Orange, Grün, Blau, Braun und Schwarz.

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  • Weiß: Symbolisiert Reinheit und Unschuld, getragen von Anfängern.
  • Gelb: Steht für die Erde, die Grundlage des Judo.
  • Orange: Repräsentiert die aufgehende Sonne.
  • Grün: Symbolisiert das Wachstum des Schülers im Judo.
  • Blau: Ein Zeichen dafür, dass der Judoka ein sehr hohes Niveau im Judo erreicht hat. Er hat gezeigt, dass er ein hohes Maß an Technik, Wissen und Erfahrung besitzt.
  • Braun: Ab dem 1. Kyu, dem braunen Gürtel, wird der Schüler als fortgeschritten angesehen und nähert sich dem Schwarzgurt.
  • Schwarz: Ein schwarzer Gürtel im Judo zeigt, dass der Träger ein Meister seines Handwerks ist und eine tiefe Verbindung zur Philosophie des Judo hat.

Die richtige Gürtellänge

Grundsätzlich ist es als Einsteiger hilfrich sich an den Judo-Gürteln der anderen Schüler oder der Meister zu orientieren. Hier kann man einfach mal verschiedene Längen ausprobieren und binden.

Zur Orientierung dient folgende Tabelle:

Körpergröße Gürtellänge
ca. 1,50 m etwa 2,30 m bis 2,50 m
1,50 m bis 1,75 m ca. 2,50 m bis 2,70 m
1,75 m bis 1,90 m etwa 2,70 m bis 3,00 m
Über 1,90 m etwa 3,00 m bis 3,30 m

Generell wird die Länge, wie bei Jacke und Hose, nach der Körpergröße bestimmt, denn aufgrund der Bindetechnik reicht es hier nicht aus, einfach, wie bei einer Jeans, den Hüftumfang zu messen. Der Gürtel wird schließlich zweifach um die Hüften geschlungen und vor dem Bauch speziell verknotet.

Wie immer gilt bei der Größenbestimmung: Seid Ihr besonders schlank, kann auch die kürzere Stufe besser passen. Wenn Ihr Zweifel habt, könnt Ihr natürlich auch die anderen Schüler bitten, Euch bei der Längenbestimmung zu helfen. Ein kurzes „Probebinden“ später und schon habt Ihr absolute Gewissheit. Außerdem könnt Ihr Euch bei dieser Gelegenheit gleich zeigen lassen, wie der Gürtel zu binden ist.

Wie bindet man den Judogürtel richtig?

Der Judogürtel wird, wie beispielsweise eine Krawatte auch, auf eine spezielle Art und Weise gebunden.

Welchen Gürtel benötigt der Einsteiger?

Wenn Ihr Euch einen kompletten Judogi für Einsteiger leistet, müsst Ihr meist keinen separaten Judo Gürtel kaufen, da dieser oftmals mit dabei ist. Sollte das nicht der Fall sein, dann braucht Ihr nicht zu verzweifeln, denn weiße Gürtel bekommt Ihr für unter 10€.