Die regelmäßige Wartung einer Judo Wasserenthärtungsanlage ist entscheidend für ihre optimale Leistung und Lebensdauer. Viele Hausbesitzer fragen sich, ob sie diese Wartung selbst durchführen können, um Kosten zu sparen. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Einblick in die Aufgaben, die bei der Wartung anfallen, und ob eine Selbstwartung möglich und sinnvoll ist.
Wartungsarbeiten im Überblick
Bei der regelmäßigen Wartung einer Judo Enthärtungsanlage fallen typischerweise folgende Arbeiten an:
- Reinigung des Salzbehälters
- Austausch des Leitwert-Sensors
- Austausch des Ansaugsiebs
- Überprüfung der Funktion der Anlage
Austausch von Leitwertsensor und Ansaugsieb
Der Leitwert-Sensor kann nach der Demontage des seitlichen Sicherungsstiftes herausgezogen und ausgetauscht werden.
Bei der Wartung wird das Ansaugsieb und der Leitwertsensor getauscht.
Der Sensor und das Sieb gibt es online für ca. 60 € als Verschleißteilset.
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Reinigung des Salzbehälters
Und auch der Salzbehälter wird gereinigt.
Der Austausch der Komponenten und die Behälterreinigung erfordern nicht wirklich viel handwerkliches Geschick.
Also jährlich den Behälter sauber machen und zweijährlich 60 € Material hält sich m.E. im Rahmen.
Austausch des Leitwertsensors im Detail
Hier eine genaue Anleitung zum Austausch des Leitwertsensors:
- Wasser abstellen
- Orange Abdeckung abnehmen
- Ganz oben vorne zur Wand, rechts am Wasserzu- und abfluss sitzt das Ding
- Sensorkabel Stecker trennen
- Den Metallstift am Sensor mit einem Schraubendreher ein wenig in eine Richtung schieben
- Mit einer (Spitz-) Zange den Stift vollständig raus ziehen
- Sensor raus ziehen
- O-Ring vom neuen Sensor fetten
- Sensor rein schieben
- Metallstift rein schieben
- Kabelstecker verbinden
- Wasser öffnen
- Abdeckung drauf
- Fertig
Anschließend evtl. Wasserhärte mit Messbesteck prüfen. Das exakt selbe Messbesteck wie es der Hersteller in der Bed.Anleitung aufführt, gibt es auch von anderen Lieferanten deutlich günstiger.
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Kosten einer professionellen Wartung
Die Kosten für eine professionelle Wartung durch den Judo Kundendienst können erheblich sein. Ein Beispiel zeigt folgende Kostenaufstellung:
- Kundendienst-Fahrtpauschale: 99 EUR (netto)
- Austausch Leitwertsensor + Ansaugesieb: 51 EUR (netto)
- Arbeitszeit Kundendiensttechniker (1,75 Stunden x 89 EUR): 155 EUR (netto)
Diese Kosten fallen jährlich an.
Technische Daten und Leistung der Judo Enthärtungsanlage
Viele Kunden bemängeln, dass Judo auf seiner Webseite und in Prospekten wenig konkrete technische Daten veröffentlicht. Die technischen Daten sind jedoch in der Einbau- und Betriebsanleitung enthalten, die zum Download bereitsteht.
Wichtige technische Aspekte
Bei der Auswahl und Wartung einer Enthärtungsanlage sind folgende technische Aspekte wichtig:
- Nenndurchfluss: Die Menge an entkalktem Wasser, die das Gerät pro Stunde liefert.
- Kapazität: Die Entnahmemenge zwischen zwei Regenerationen.
- Regenerationsdauer: Die Zeit, die für die Regeneration der Säulen benötigt wird.
- Härtereduktion: Die Reduktion des Kalkgehalts im Wasser.
Beispielrechnung zur Kapazität
Hier eine Beispielrechnung zur Kapazität einer Enthärtungsanlage:
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- Kapazität: 1,2 mol
- Umrechnung mol auf °dH: 5,6
- Härtereduktion: 19 °dH
Daraus ergibt sich eine Entnahmemenge zwischen zwei Regenerationen von 353 Litern.
D.H. zwischen zwei Regenerationen sind 353 l Entnahme möglich.
Nenndurchfluss und Regeneration
Prinzipiell immer der Nenndurchfluss 1,8 m3/h (/60)= 30 l/min.
Das ist die Menge unverschnittenen, also entkalkten Wassers, richtig?
Und diese Menge ist offenbar unabhängig vom Kalkgehalt vor der Entkalkung, korrekt?
Aha, der Kalkgehalt wirkt sich also nicht auf die Menge unverschnittenen Wassers pro Zeiteinheit aus sondern nur auf die Entnahmemenge zwischen zwei Regenerationen.
Die beiden Säulen werden also nacheinander regeneriert, richtig?
Dadurch bleibt immer eine Säule in Betrieb, richtig?
Verringert sich der Nenndurchfluß während der Regeneration oder wie wirkt sich die Regeneration auf den Durchfluß oder den Kalkgehalt aus?
Verbrauch und Kosten
Der Salz- und Regenerierwasserverbrauch spielt eine wichtige Rolle, insbesondere bei hohen Wasserhärten und Mehrfamilienhäusern. Es ist wichtig, die Anlage so einzustellen, dass der Natriumwert im Trinkwasser nicht überschritten wird.
Ich würde mal an Deiner Stelle berücksichtigen, dass die Anlage max. 25 °dH enthärten darf um den Natriumwert laut TrinkwV nicht zu sprengen. Der liegt bei 200 mg/l. Und je °dH Reduktion kommen zum Wert aus der Trinkwasseranlayse des Versorgers 8,2 mg/l hinzu. Damit bisste so um die 16 °dH. Unser i-soft würde dich bei der Inbetriebnahme darauf hinweisen :-)
Probleme und Kritik an Judo
Einige Kunden haben Probleme mit der Judo I-Soft Anlage und bemängeln hohe Wartungskosten und den Ausfall von Sensoren. Es gibt auch Kritik an der Informationspolitik von Judo.
Die Begründung von Judo empfinde ich als Frechheit. Allein die Tatsache dass der Sensor bereits lange vor dem regulären Austauschintervall ausgefallen ist zeigt doch wohl dass damit etwas nicht in Ordnung war. Zudem kann ein Hersteller nicht mit dem Hinweis auf ein Verschleißteil einfach die Gewährleistung ablehnen.
Es ist ja leider so, dass sich Judo auf seiner Webseite und seinem Prospektmaterial extrem mit konkreten Daten zurückhält und lieber seitenweise belangloses und allgemeines Marketinggewäsch verbreitet ("intelligentes, weiches Wasser wird Wirklichkeit"). Selbst die scheinbaren Alleinstellungsmerkmale (geringer Salz- und Wasserverbrauch) sind nicht auffindbar.
Alternativen und Vergleiche
Es gibt auch andere Hersteller von Enthärtungsanlagen. Ein Vergleich mit Grünbeck zeigt, dass auch dort relevante Daten angegeben werden, aber der Nenndurchfluss geringer sein kann.
