Mattenflucht des Dauermeisters: TSV Abensberg verlässt Judo-Bundesliga

Nach 20 Titeln in 22 Jahren meldet Judo-Rekordmeister TSV Abensberg sein Team aus der Bundesliga ab. Auf dem Weg seiner Sportler nach Rio meldet der deutsche Judo-Rekordmeister TSV Abensberg überraschend sein Team aus der Bundesliga ab. Die Belastung der Judoka durch zahlreiche Qualifikationsturniere für Olympia sei zu groß. Nach 20 Meistertiteln in 22 Jahren und 13 nationalen Championaten nacheinander müssen die Niederbayern zumindest in der Liga erst einmal auf die nächsten Kapitel der großen Erfolgsgeschichte warten.

„Wir stellen unsere Interessen hinter die Wichtigkeit der Olympischen Spiele im Interesse der Sportler, des Deutschen Judobundes sowie des Judosports im Allgemeinen“, sagte Abteilungsleiter Otto Kneitinger.

Olympia-Qualifikation als Hauptgrund

Rund zwei Drittel der insgesamt 30 Sportler aus dem Bundesliga-Kader der Abensberger haben die Sommerspiele in Brasilien ins Visier genommen. Durch zahlreiche Qualifikationsturniere ist die Belastung für die Judoka groß. „Wir machen die Jungs mit dieser Beanspruchung kaputt“, sagte der 60 Jahre alte Kneitinger in der „Mittelbayerischen Zeitung“.

Zwei Saisons mit Wettkämpfen ohne Olympiakandidaten kam für den TSV auch nicht in Frage, denn Niederlagen gehören nicht zum Selbstverständnis des siebenmaligen Europapokalsiegers. „Wir hätten unsere Ausnahmestellung im deutschen und europäischen Judosport durch Auftritte ohne unsere Top-Sportler in Frage gestellt“, betonte Kneitinger.

Reaktionen und Ausblick

Nach Olympia soll in der 13.000-Einwohner-Stadt aber wieder in der Bundesliga gekämpft werden. „Wir werden sehen, dass sie 2017 wieder da sind“, sagte Peter Frese, Präsident des Deutschen Judo-Bundes. Er war von der Entscheidung überrascht. „Das ist eine Abensberger Entscheidung und aus Abensberger Sicht nachvollziehbar.“ Er sehe den Schritt mit einem „traurigen Auge“, weil der Liga-Dominator jetzt fehle. Aber er habe auch ein „lachendes Auge“, weil nun andere Teams Aussichten auf den Titel hätten und sich die Liga anders aufstellen könne.

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Ergebnisse anderer Teams

Am 7. Kampftag setzte sich im Süden die TSG Backnang nach einem 8:6-Heimsieg gegen den JC Leipzig noch an die Tabellenspitze. Die Württemberger verdrängten damit den punktgleichen TSV Abensberg auf Platz zwei. Dahinter Leipzig mit zwei Punkten Rückstand.

Im Norden blieb der Remscheider TV ungeschlagen und besiegte zum Abschluss auch den KSC Asahi Spremberg mit 8:6. Das Hamburger Judo-Team gewann auswärts mit 9:5 bei Verfolger UJKC Potsdam, die in der Abschlusstabelle auf Platz drei landeten.

Die Finalrunde der Bundesliga findet am 5. Oktober in Wiesbaden statt. Dort kommt es zu den Halbfinalbegegnungen Remscheid gegen Abensberg und Backnang gegen Hamburg.

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