Millionen Fernsehzuschauer kennen Wrestling als spektakuläre Unterhaltung. Wer zum ersten Mal Wrestling schaut, könnte sich an einen Bud-Spencer-Film erinnert fühlen. Die Guten kämpfen gegen die Bösen, es gibt ordentlich einen auf die Mütze, aber in Wirklichkeit tut sich niemand weh. Doch das Bild vom Wrestling als reine Unterhaltungsshow trügt: Hier sind die Schmerzen echt. Die Männer und Frauen im Ring sind Extremsportler. Wie Stuntmen, nur ohne jede Absicherung - eine falsche Bewegung kann tödlich sein.
Doch aus Show kann tödlicher Ernst werden, wie im Fall von Perro Ramirez, der in Mexiko bei einem Kampf starb. Vor einigen Tagen starb der mexikanische Star Pedro Aguayo Ramirez, er brach sich nach einem Tritt seines Gegners das Genick. Laut mexikanischen Medien deutet alles auf einen tragischen Unfall hin: Nicht der Dropkick von Gegner Rey Misterio sei tödlich gewesen, sondern der unglückliche Aufprall des Kopfes an den Stahlseilen.
Der Wrestling-Europameister Karsten Kretschmer erklärt, warum sein Sport immer auch mit Risiko verbunden ist. Er glaubt, dass viele Menschen ein ganz falsches Bild vom Wrestling haben. "Viele Leute denken ja, wir spielen Theater", sagt Kretschmer. "Die sind sich nicht im Klaren, was für eine komplexe Sache das ist. Wrestling ist Hochleistungssport."
Das Verletzungsrisiko im Wrestling
Ein Hochleistungssport, in dem es immer wieder zu tödlichen Unfällen kommt - selten zwar, aber die Gefahr besteht. "Da gehen hochtrainierte Athleten in den Ring - und jeder von denen setzt sein Leben auf's Spiel", sagt Karsten Kretschmer. Es gibt keine genauen Statistiken darüber, wie viele Wrestler im Ring gestorben sind, wohl aber prominente Fälle: Owen Hart etwa, der Bruder des legendären Bret "Hitman" Hart, starb 1999 bei einem verunglückten Stunt. Er sollte von der Hallendecke in den Ring schweben, doch das Seil löste sich zu früh, Hart fiel aus 24 Metern Höhe in den Ring und starb.
Auch wenn die grobe "Storyline" der Kämpfe meist abgesprochen ist - die Tritte und Schläge sind echt. Deswegen lernen die Sportler, wie man richtig fällt und die Treffer abfängt. Nicht immer hilft das. In Österreich fiel vor drei Wochen ein 23-jähriger Kämpfer zwischenzeitlich ins Koma. Er war bei einem Wurf mit dem Kopf auf dem wohl zu harten Ringboden aufgeschlagen, erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und Verletzungen der Lunge. Zu den typischen Schäden zählen ähnlich wie im Boxen vor allem Gehirnerschütterungen, laut Studien betreffen ein Drittel der Verletzungen den Kopf und den Nacken.
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Zur Verletzungsgeschichte des Wrestling gehört auch der weit verbreitete Medikamentenmissbrauch: Gegen die Schmerzen helfen oft nur Drogen. Steroide zum Muskelaufbau, Amphetamine zum Fitwerden, Koks zum Kämpfen - liest man die Biografien von Legenden der WWF, finden sich häufig diese Zutaten. Auch im Tod ähneln sich viele Wrestler. Meist sind es Herzinfarkte im recht frühen Alter, so wie bei "Macho Man" Randy Savage, der mit 58 Jahren starb, oder dem "Ultimate Warrior", dessen Herz schon mit 54 Jahren versagte.
Das Restrisiko im Kampf
"Perro" Aguayo war 35 Jahre alt, als er im Ring starb. Er war ein Profi, genau wie sein Gegner Rey Mysterio. Er verfügte über jahrzehntelange Erfahrung, er hat alle Bewegungen hundertfach geübt, hat gelernt, Tritte selbst setzen und auch abzufangen. Doch es bleibt immer ein Restrisiko, erklärt Europameister Karsten Kretschmer: "Man kann einen Kampf nicht durchchoreografieren. Da wird immer auch improvisiert." Besonders in Mexiko gehe es mitunter recht chaotisch zu. Am tödlichen Match waren vier Sportler beteiligt, in Sekundenbruchteilen müssen die Kämpfer reagieren. Das mexikanische Wrestling sei außerdem viel akrobatischer als in Deutschland, erklärt Kretschmer. "Da nehmen sich die Kämpfer auch gern mal eine Atempause in den Seilen."
Deswegen sei den anderen Kämpfern zunächst gar nicht aufgefallen, wie schlimm es um "Perro" Aguayo stand, der leblos in den Seilen hing. Karsten Kretschmer hat bislang immer Glück gehabt. Zweimal, erzählt er, sei er schon auf den Nacken gefallen, aber mit Schleudertraumata davongekommen. Das A und O auch in diesem Fall: Hartes Training. "Ohne austrainierte Muskulatur hast du im Ring nichts zu suchen." Einen Knockout hat Kretschmer auch schon erlebt: "Bei einem Dropkick hat sich mein Fuß im Seil verheddert und ich bin seitlich auf die Schläfe gefallen."
Wenn etwas schief geht, schwebt ein Kämpfer in Deutschland in größerer Gefahr als in den großen Ligen in Mexiko und den USA. Während dort in aller Regel ein Ringarzt und ein medizinisches Team bereit steht, ist das hierzulande unbezahlbar. Aber auch wenn ein Kampf wie geplant verläuft - es gebe keinen einzigen, aus dem er ganz ohne Blessuren herausgehe, sagt Kretschmer. Mit seinen 40 Jahren merke er die Schmerzen jeden Morgen. "Aber das ist bei allen Leistungssportlern so. Im Handball, im Basketball, auch im Fußball. Es klingt martialisch, aber: Man gibt seinen Körper zum Ergötzen des Publikums."
Kritik von Wrestling-Legenden
Bret Hart warnt WWE vor Todesfall. Die Wrestling-Legende kritisiert WWE-Star Seth Rollins wegen dessen erneuter Verwicklung in einen Verletzungsfall. Er warnt, dass es noch Tote geben könnte. Seine Matches begeistern die WWE-Fans - aber sind sie zu gefährlich für ihn und seine Gegner? Wrestler Seth Rollins ist einmal mehr die Zielscheibe scharfer Kritik des legendären Bret Hart. Aktueller Anlass ist die Verletzung von Finn Balor, die sich dieser beim SummerSlam-Kampf gegen Rollins zuzog.
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Für den "Hitman" ein weiterer Anlass, Rollins scharf zu kritisieren. Und sogar vor einem möglichen Todesfall zu warnen. "Ich freue mich nicht darüber festzuhalten, dass ich es gleich gesagt habe - aber als Wrestler macht man etwas falsch wenn man nicht aufhört, seine Gegner oder sich selbst zu verletzen", teilte der "Hitman" dem Portal WrestleZone mit. Rollins müsse "seine Technik verbessern und der sicherste Wrestler im Geschäft werden. Ich habe großen Respekt vor Seth. Ich glaube, er wird sich verbessern und damit aufhören Verletzungen zu verursachen, ehe noch jemand umgebracht wird."
Am Sonntag beim SummerSlam wurde Balor bei einer sogenannten Powerbomb von Rollins in die Ringabsperrung verletzt, der missglückte Aufprall mit dem Rücken voran verursachte eine Schulterblessur, die den Iren zu einer monatelangen Pause zwingt. Es war nicht der einzige Verletzungsfall, in den Rollins in der jüngeren Vergangenheit verwickelt war: Im vergangenen Jahr brach sich John Cena bei einem Kampf gegen Rollins die Nase, Sting zog sich eine schwere Wirbelsäulenverletzung zu, wegen der er letztlich seine Karriere beendete. Im Alter von 57 Jahren, wie man dazusagen muss. Sting gab Rollins auch keine Schuld.
Hart sah das anders, er kritisierte Rollins auch für seine eigene Verletzung im vergangenen Jahr, einen Kreuzbandriss, der ihm bei einer Aktion gegen Kane passierte. Dem "Hitman" - der selbst stets betonte, nie einen Gegner verletzt zu haben - geht es aber nicht nur um Rollins, sondern auch darum, dass diesem aus seiner Sicht kein Verantwortlicher in den Arm fällt.
Hart warnt WWE, solche riskanten Aktionen weiter zuzulassen: "Wrestling ist nicht real, es soll nur so aussehen."
Wrestling als Showkampf und Extremsport
Wrestling ist ein Showkampf - und trotzdem Extremsport. Das Training ist beinhart! Was angehende Wrestler:innen drauf haben müssen: von Kampftechniken bis Schauspiel - und warum Schmerzen nicht nur gespielt sind. Außerdem: Zu Besuch bei Schlamm-Ringern in Indien.
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Wrestling heißt übersetzt Ringen. Es ist ein Schaukampf nach Drehbuch. Wer gewinnt, steht vorher fest. Aber: Sich etwa aus drei Metern mit einem Salto auf Gegner:innen werfen - solche Show-Einlagen erfordern ein hohes Maß an Körperbeherrschung.
Beim Wrestling gibt es spektakuläre Choreografien: Teils werfen sich Wrestler:innen aus mehreren Metern auf die Gegner:innen. Im Deutschen heißt es auch Catchen. Während Ringen eine anerkannte und olympische Sportart mit Wettkampfgedanken ist, geht es beim Wrestling um Sport und Show zugleich. Beim Wrestling steht also Entertainment im Vordergrund. Unterhaltsam zu sein, heißt aber für Wrestler:innen: hartes Training. Denn der Kampf verläuft zwar nach Skript, doch die Profis müssen trotzdem vollen Körpereinsatz leisten. Es soll ja spektakulär aussehen.
Wrestling-Profis verbringen viele Stunden damit, Muskeln beim Body-Building aufzubauen. Sie üben verschiedene Moves ein, trainieren Kampftechniken und Sprünge. Außerdem verfügen sie über eine außergewöhnliche Körperbeherrschung, etwa um auf den Seilen im Ring zu balancieren und sich abzurollen. Schauspiel-Talent ist ebenso gefragt. Es dauert meistens viele Jahre, bis Leute Wrestling-Profi sind.
Einige Profis überlebten ihren Show-Einsatz nicht: Owen Hart etwa stürzte bei einer Einlauf-Performance tödlich. Auffällig ist zudem, dass viele Wrestling-Stars schon früh an Herzinfarkten sterben. Mutmaßlich steckt dahinter Drogen- und Schmerzmittel Missbrauch in der Szene. Es besteht auch ein Risiko für Langzeitschäden durch zahlreiche Verletzungen wie Gehirnerschütterungen.
Daniel Bryan über Verletzungen und Risiken
Daniel Bryan ist einer der größten Stars in der WWE, muss derzeit aber eine Zwangspause einlegen. Im Interview verrät er, dass er sich bereits mehrfach eine Gehirnerschütterung zugezogen hat - und dass er trotzdem keine Angst hat, sich schlimmer zu verletzen.
Im April habe ich mir in einem Match eine Gehirnerschütterung zugezogen. Und weil ich schon mehrere hatte, ist die WWE sehr vorsichtig, bevor sie mich zurückkehren lässt - obwohl ich meine Tests mit Bravour bestanden habe. Die Sache ist, dass diese Verletzung nicht unbedingt weh tut. Ich wusste nicht einmal, dass ich eine hatte. Es gibt viele Wrestler, die relativ jung sterben - auch wegen der Nachwirkungen von Kopfverletzungen. Bist du nicht froh, dass man dir eine Pause gönnt?
Ich verstehe ja auch, dass uns die WWE nur schützen will. Das machen sie bei Gehirnerschütterungen derzeit in allen Sportarten in den USA. Es gibt heutzutage mehr Informationen über deren Auswirkungen. Aber deswegen herrscht auch mehr Angst davor. Die Begründung, mich vom Ring fernzuhalten, ist nicht objektiv. Laut meinen Testberichten ist mein Gehirn gesünder als das von Menschen meines Alters, die nie eine Gehirnerschütterung hatten.
Seit ich in der WWE bin, hatte ich vielleicht drei oder vier Gehirnerschütterungen. Davor aber mehr. Aber hast du keine Angst, dass du dich mal so schwer verletzt, dass du dich nicht mehr bewegen kannst? Nein, darüber mache ich mir keine Gedanken. Man geht ein Risiko ein, egal was man macht. Wrestling ist ein Risiko. Wenn du Fußball oder Rugby spielst oder Fahrrad fährst, besteht das Risiko, sich zu verletzen. Ich fühle mich sicher, wenn ich wrestle. Ich habe schon eine lange Karriere hinter mir ohne schwerwiegender verletzt zu sein.
Als er sich den Trizeps gerissen hat, sollte er eigentlich drei oder vier Monate ausfallen. Aber er war innerhalb von sechs Wochen wieder zurück. Ich war in Matches, in denen sich Leute verletzt haben. Zum Beispiel Nigel McGuinness hat sich mal eine Gehirnerschütterung zugezogen. In einem anderen Match hat mal einer einen Dropkick vom obersten Ringpfosten ausgeführt, er traf mich und brach sich dann das Handgelenk, als er auf der Matte landete. Verletzungen passieren aber. Und deswegen erzählen wir den Leuten dauernd, dass sie die Wrestling-Moves nicht zu Hause ausprobieren sollen.
Die Realität hinter der Show
Auch wenn Kampfsport aufgrund seiner martialischen öffentlichen Außenwirkung durch die Presse (aber auch durch unser Werbeauftreten a la UFC / ONE / etc.) von Außenstehenden als gefährlich eingestuft wird, sind schwere Verletzungen selten.
Zu allererst sollten wir alle aus den Fehler der „alten Schule“ lernen. Selbst als ich um 2008 mit dem Erwachsenen-Training begonnen hatte, war gerade im Vollkontakt wie Grappling bzw. Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) oder Mixed Martial Arts (MMA) noch Wildwest-Holzhammerablauf angesagt. Sprich immer Vollgas - auch mit Beginnern. Das hatte seinen Untergrund-Charme, resultierte aber auch in hohen Ausfallquoten. Viele kamen entweder nach dem ersten Training nie wieder oder nach längeren oder mehrfachen Verletzungsphasen. Wer möchte sowas auch?
Meine Ansicht war hier schon immer, dass sich etwas an der Methodik und dem Aufbau des Trainings ändern musste. Nur so konnte ich 2 Jahrzehnte ohne gravierende Verletzungen überstehen. Dennoch hat die Einsicht für manche Gegebenheiten auch bei mir seine Zeit gebraucht - die Weisheit kommt halt meist mit den Jahren und dem Alter.
Gerade im Grappling (BJJ, Luta-Livre, Catch-Wrestling, usw.) musste bzw. sollte man zuerst in Kontrollpositionen kommen, bevor Aufgabegriffe gesetzt werden. Das bringt uns, im Gegensatz zu schlagenden und tretenden Kampfkünsten, hier in eine spezielle Situation - man kann so theoretisch alles geben, ohne sich zu verletzen. Das Verführt aber tendenziell auch dazu, dass wirklich immer 100% gegeben werden.
Euer Trainer sollte gerade in den Anfangsmonaten viel Wert darauf legen, dass ihr grundsätzliche Konzepte versteht. Vor allem Verteidigung, richtiges Fallen - und ganz wichtig, frühzeitiges Aufgeben! Der Tap schützt vor Schmerzen - rechtzeitig auch vor Verletzungen. In einem Zweikampf muss jeder seine Grenzen kennen lernen und die des anderen. Unkontrolliertes Anreißen, abrupte Bewegungen oder Halbwissen-Takedowns bergen das höchste Verletzungsrisiko.
Es gibt viele Faktoren, die bestimmen, wie du ein gutes Fighter-Leben führen kannst. Für viele ist eine Kampfkunst schnell auch nicht nur Sport, sondern Lebenseinstellung. Denn auch gesunde Ernährung, Verzicht auf Schädliches wie harte Drogen und die ganzheitliche Philosophie dahinter sind wichtig.
Als ich selbst noch jung, wild und erfahrungslos war und in einer Zeit, wo hierzulande niemand sich Gedanken machte, wie man überhaupt mehr als 10 Jahre in so einem Umgebung übersteht, gab es nur einen Gang, nämlich Augen zu und durch. Besonders als Leichtgewicht rückblickend vielleicht keine so gute Idee. Somit arbeiteten sich die meisten schon während ihrer Weißgurtphase auf oder verschwanden mit dem Blaugurt im Nirvana und waren nie wieder sehen.
Der Körper merkt sich deine Fehler und die holen dich spätestens ab Ende 30 ein. Auch deshalb gibt es nur wenige aktive Leistungssportler über 40 Jahren. Selbst ohne große Knochenbrüche werden zumindest Gelenke und Muskeln leicht überbeansprucht, wenn jemand versucht sie in die falsche Richtung zu biegen.
Training ist Training, kein echter Kampf! Kampfsport ist ein Marathon, kein Sprint! Ruckartige Bewegung sind Gift! Wenn du mit Leuten kämpfst, die viel schwerer sind als du, geh sicher, dass sie wissen, wie man sich bewegt. Lerne auf deinen Körper zu hören. Er wird dir Warnsignale geben, wenn etwas nicht stimmt.
Wrestling - Mehr als nur Show
Wrestling zählt in den USA zu den beliebtesten Sportarten und Unterhaltungsprogrammen. Auch in Deutschland gibt es die Möglichkeit, Wrestlingshows aus den USA im Fernsehen zu verfolgen. Die Frage aller Fragen hierbei: Ist Wrestling einfach nur Show oder steckt hinter der Fassade doch eine Sportart, die mit anderen Kampfsportarten vergleichbar ist?
„Wrestling“ bedeutet aus dem Englischen übersetzt nichts anderes als „Ringen“ und zählt zur Rubrik der Schaukampfsportarten. Besonders in Japan, USA und Mexiko zählt Wrestling zu den beliebten Sportarten.World Wrestling Entertainment - Die größte Wrestling-Liga der Welt Wrestling charakterisiert sich unter anderem durch seinen Showcharakter, weswegen oft die Frage aufkommt: Wie viel Echtheit steckt wirklich dahinter?
Verglichen mit anderen Kampfsportarten wird hier der Sieger eines Kampfs bereits im Vorfeld festgelegt. Demnach gewinnt nicht der beste Kämpfer, sondern der beste athletische Entertainer. Rund um die Bestimmung des Siegers ist zusätzlich ein sogenanntes Kreativteam für das Storytelling zuständig. Das bedeutet, dass im und um den Ring Storylines im Vordergrund stehen, die Charaktereigenschaften des Wrestlers hervorheben oder auch zwischenmenschliche Beziehungen zum Vorschein bringen.
Für jede große WWE-Show wird ein Skript verfasst, in dem der Ablauf der Show detailliert festgelegt wird. Dazu zählen die Kämpfe, die Sieger der Kämpfe, Verlauf der Interviews, Promo-Segmente sowie abseits des Rings stattfindende Prügeleien. Sie sind Requisiten, die nach der Show wieder abgegeben werden müssen. Zusätzlich ist auch eine Kostümschneiderin vor Ort, die zur Stelle ist, falls Storylines umgeschrieben werden oder ein Wrestler kurzfristig noch ein Outfit benötigt.
Wie viel Choreografie und wie viel Improvisation in einem Kampf steckt, hängt von der Wichtigkeit des Kampfs sowie der Erfahrung der beteiligten Wrestler ab. Je routinierter ein Wrestler, desto mehr Improvisation findet statt. Demnach sind auch Kreativität und Spontanität gefragt. Trotz einstudierter Choreografie kann es zu Verletzungen kommen. Um ihnen vorzubeugen, ist absolute Top-Form gefragt. Das heißt: Zusätzlich zum Training sind Fitnessstudiobesuche ein Muss, auch vor einem Kampf. Die körperliche Belastung ist also genauso echt, wie sie aussieht.
Im Training wird neben Kampftechniken auch intensiv das „Fallen“ geübt. Im Kampf später besteht die Kunst darin, die Moves brutal aussehen zu lassen, während im besten Fall keine ernsthaften Verletzungen zustande kommen - dennoch ist die Verletzungsgefahr nicht ausgeschlossen. Zusätzliches Risiko für Verletzungen ist der harte Ringboden, der gefährlich werden kann. Was im Fernsehen aussieht, wie weiche Landematten, ist in Wirklichkeit ein harter Boden, der lediglich ein bisschen mitschwingt.
Um die Storylines glaubhaft rüber zu bringen, sind gute Schauspielkünste gefragt. Auch die Beliebtheit eines Wrestlers ist enorm wichtig. Egal ob Jubel oder Buhen, beide Reaktionen des Publikums sind essenzielle Träger der Shows. Zwar sind beim Wrestling die Bewegungen gescriptet, der körperliche Einsatz ist aber echt. Ziel ist die beste Unterhaltung für die Zuschauer.
Wrestling ist ganz und gar nicht ungefährlich. An sich ist dieser Move nicht wirklich gefährlich. Aber was hier gefragt ist, ist extrem gutes Timing. Der Gegner muss genau in diesem Moment auf den Boden fallen, wenn der Gegner sein Bein hoch genug gehoben hat und der ausführende darf nicht zu viel Schwung in die Bewegung mitnehmen, damit er den Gegner nicht versehentlich trifft. Läuft hier etwas schief, kann ein Wrestler schnell bewusstlos werden.
Der Chokeslam ist kein normaler Bump auf den Boden, wie ihn jeder Wrestling-Schüler in seinen Anfangstagen lernt. Beim Chokeslam muss meistens das ganze Körpergewicht abgefangen werden - und das nach einem Fall aus bis zu einem Meter Höhe bei wenig Vorbereitungszeit. Über die Jahre gab es unzählige Variationen der Powerbomb durch unzählig viele Locations. Durch Tische, durch Stühle, auf den Hallenboden oder durch Leitern wurden Gegner schon geschleudert. Dabei ist das Verletzungsrisiko immens hoch. Bei der Powerbomb hat derjenige, der den Move nimmt, keinerlei Kontrolle und kann nur auf eine seichte Landung hoffen. Sollte die Powerbomb mit zu viel Schwung oder ungenau ausgeführt werden, können schlimme Verletzungen für Nacken, Schultern oder Wirbelsäule die Folge sein.
John Cena ist ein echter Ringveteran in der WWE. Seit 2002 ist er regelmäßig im WWE-TV zu sehen und hat deshalb auch eine Menge an Erfahrung. Doch einer seiner Moves bereitet m bis heute noch große Schmerzen: Der Attitude Adjustment. Viele Wrestler mussten diesen Move schon einstecken, darunter nicht nur Leichtgewichte. Der Druck auf Cenas Schultern ist bei diesem Move enorm und kann schlimmste Nackenverspannungen und Faserrisse der Muskeln auslösen.
Der Gegner fliegt dabei auf den Schultern seines Gegners ungebremst auf den Boden. Aber auch für den Ausführenden ist das Risiko groß. Der „Speer“, wie man den den Move auf Deutsch übersetzen kann, hat schon viele Gegner im Ring das Fürchten gelehrt. Goldberg, Roman Reigns, Edge und viele weitere haben diesen Move ihrem Repertoire. Dabei ist seine Ausführung gar nicht so leicht wie man denkt.
CM Punk hat in der WWE Legendenstatus. Nicht nur seine große Klappe hat ihm zu dieser Popularität im Ring geholfen. Auch sein Feingfühl im Ring war einzigartig. Das sah man auch an seinem Finisher, der „Go-to-Sleep“. So spektakulär er war, so gefährlich war er auch in seiner Ausführung.
Brock Lesnar ist vielleicht ein schwieriger Mensch, doch dafür ein umso besserer In-Ring-Kämpfer. Sein Finisher, der „F-5“ , sieht brutal aus und kann es auch wirklich werden wenn nicht beide Wrestler absolute Disziplin bei der Ausführung zeigen. Kann Lesnar seinen Gegner nicht richtig halten, kann dieser den Bump nicht richtig nehmen und fällt ungebremst zu Boden.
