Die Bundeswehr plant Änderungen bei den Sonderabzeichen für das erfolgreiche Bestehen der Einzelkämpferlehrgänge 1 und 2. Bisherige Träger des Abzeichens „Führer einer auf sich gestellten Gruppe“ erhalten mit Anpassung des Einzelkämpferlehrganges und Überführung des Verfahrens durch das Zentrum Innere Führung in die Vorschrift (Anzugsarten) ohne gesonderten Antrag die Trageberechtigung für das neue Sonderabzeichen „Einzelkämpfer“.
Das Abzeichen ist im Aussehen identisch zum derzeitigen Abzeichen „Führer eines Jagdkommandos“. Um diesen Schritt auch äußerlich zu unterstreichen, wird das Abzeichen geändert. So fällt das bisherige „kleine“ Einzelkämpfer-Lehrgangs-Abzeichen (Eichenblatt ohne Eichel) weg und das bisherige „große“ Abzeichen (zwei Eichenblätter mit Eichel) wird zum Sonderabzeichen Einzelkämpfer erhoben. Das bisherige „Führer eines Jagdkommandos“ erhält als Zusatz den Schriftzug „Jagdkommando“.
Die Änderung des Einzelkämpferabzeichens ist ein Schritt zurück zur alten Praxis. Absolventen des seit 1965 eingeführten vierwöchigen Einzelkämpferlehrganges haben ebenfalls das Sonderabzeichen mit zwei Eichenlaubblättern erhalten.
Aussehen des Sonderabzeichens
Sonderabzeichen „Einzelkämpfer“ - Ausführung Heer bzw. Die Heeres-/Luftwaffenvariante des Abzeichens zeigt zwei silberfarbene Eichenlaubblätter mit Eichel auf grüner Unterlage mit silberfarbener Eichenlaubumrandung auf grauem/blauem, ovalem Grundtuch. Die Version für Marineuniformträger zwei goldfarbene Eichenlaubblätter mit Eichel auf grüner Unterlage mit goldfarbener Eichenlaubumrandung auf dunkelblauem, ovalem Grundtuch bzw.
Bedeutung der Einzelkämpfer-Qualifikation
Ab 2022 wird die Qualifikation „Einzelkämpfer“ bei personellen Auswahlverfahren und Entscheidungen über den Einsatz der Offiziere im Truppendienst (Werdegang Kampf, teilweise Unterstützung und Militärisches Nachrichtenwesen), sowie für Feldwebel des Truppendienstes, wieder Bedarfsträgerforderung. Bei den Dienstposten bezieht sich das vor allem auf die Bereiche Zug- und Einheitsführer.
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Früher wurde angestrebt, dass kein Soldat der Kampftruppe zum Feldwebel aufsteigt, wenn er nicht den Einzelkämpferlehrgang abgeschlossen hat. Jeder Offizier des Heeres nahm im Rahmen der Offizierausbildung am Einzelkämpferlehrgang 1 (Führer einer auf sich gestellten Gruppe) teil, die Offiziere der Kampftruppen auch am Einzelkämpferlehrgang 2 (Jagdkommandoführer). Generalleutnant Alfons Mais, Inspekteur Heer, sagt rückblickend: „Die Ausbildung stärkte die körperliche Leistungsfähigkeit sowie das grundlegende infanteristische Können und hatte spürbare persönlichkeitsbildende Wirkung auf das Führerkorps im Heer.
Auch die Einzelkämpfer-Vorausbildung kehrt in die Truppe zurück. Die Kommandierung zum Lehrgang erfolgt ebenfalls aus dem Stammtruppenteil heraus.
Jagdkommando Abzeichen
Trageberichtigte des Sonderabzeichens „Jagdkommando“ sind Lehrgangsteilnehmer, die den Jagdkampflehrgang (Einzelkämpferlehrgang Teil 2) mit Erfolg abgeschlossen haben. Das heißt in den zwei nicht ausgleichbaren Fächern „Führer bzw. Führerin eines Jagdkommandos/einer Teileinheit im Jagdkommando“, „Ausbilder bzw.
Das Sonderabzeichen „Jagdkommando“ zeigt zwei silberfarbene Eichenlaubblätter mit Eichel auf grüner Unterlage mit silberfarbener Eichenlaubumrandung auf grauem/blauem, ovalem Grundtuch und dem Schriftzug „Jagdkommando“.
Abzeichen für spezialisierte Kräfte (EGB)
Neben dem Einzelkämpferlehrgang 2 gibt es als nächst höhere Stufe das ähnlich zum neuen Sonderabzeichen „Einzelkämpfer“ (ehemals Einzelkämpfer Teil 2) aussehende Abzeichen mit goldener Umrandung für die spezialisierten Kräfte des Heeres mit erweiterter Grundbefähigung (EGB). Auch dieses Abzeichen wurde bereits in der Vergangenheit verliehen.
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Absolventen des Lehrganges „Führer im Fallschirmjägerspezialeinsatz“ - von 1990 bis 1994 ein Lehrgang für die Kommandoführer der Kommandokompanien der drei Luftlandebrigaden der 1. Heutige Trageberechtige sind Soldaten, die das Abzeichen nach erfolgreichem Absolvieren der EGB-Ausbildung durch den Leiter des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen bzw. seinen Stellvertreter verliehen bekommen haben. Soldaten die die EGB-Ausbildung vor 2017 absolviert haben, können die nachträgliche Verleihung durch den Kommandeur der Luftlandebrigade 1 bzw. beim Kommandeur Division Schnelle Kräfte, wenn sie keine Angehörige der Luftlandebrigade 1 sind, beantragen.
„Voraussetzung für die Aushändigung ist die erfolgreiche Teilnahme an der Basisausbildung Teil II zum Kommando- bzw. Fernspähkommandosoldaten bzw. zur Kommando- bzw. Fernspähkommandosoldatin und Versetzung in das Kommando Spezialkräfte. Das Abzeichen für Kommandosoldaten wird als Anerkennung der erbrachten höchsten physischen und psychischen Kräfteeinsatz erfordernden Leistungen und der damit verbundenen besonderen Befähigung als Kommandosoldat bzw.
Tätigkeitsabzeichen für Scharfschützen
Nach Abschluss des aktuellen Scharfschützenlehrgangs wurde jetzt am Ausbildungszentrum Infanterie in Hammelburg erstmals das neu eingeführte Tätigkeitsabzeichen für Scharfschützen verliehen. Es soll - so eine Mitteilung des Kommandos Heer - die herausgehobene Leistung dieser Kräfte würdigen. Zum aktuellen Durchgang waren 16 Soldaten angetreten, von denen 14 die Ausbildung erfolgreich beenden konnten.
Der erstmaligen Verleihung des neu geschaffenen Tätigkeitsabzeichens für Scharfschützen ging ein langer Prozess voraus. „Dieser Tag krönt eine siebenjährige Vorarbeit, bevor wir nun erstmals das Abzeichen verleihen können“, beschreibt Oberstleutnant Andreas Wiechert, Kommandeur der Lehrgruppe B den Weg zum Abzeichen. Die Soldaten bereitet er auf die nun vor ihnen liegenden Aufgaben vor: „Scharfschützen sind Chefsache. Nach diesem Lehrgang sind Sie direkter Berater Ihres Kompaniechefs zum richtigen Einsatz von Scharfschützen in seiner Gefechtsführung.
„Durch die Zusammenfassung besonders qualifizierter Ausbilder erreichen wir ein Niveau, das für die einzelnen Verbände kaum leistbar ist“, betont Wiechert die Vorteile einer zentralen Ausbildung. Ebenso trage die Vernetzung zwischen den Scharfschützen der Bundeswehr zu einer stetigen Weiterentwicklung bei. Der Hauptanteil der nun erfolgreichen Scharfschützen kommt aus dem Bereich der Fallschirmjäger. Weiter waren auch die Panzergrenadier- und Gebirgsjägertruppe vertreten.
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Das Tätigkeitsabzeichen, wie alle in der Bundeswehr, gibt es in den drei Stufen Gold, Silber und Bronze. Voraussetzung ist eine Tätigkeit auf dem Dienstposten „Scharfschütze“ bzw. „Präzisionsschütze Feldjägerwesen Bundeswehr“ sowie die entsprechende Ausbildungs- bzw. Erfahrungsstufe. Demnach wird Bronze (Stufe I) nach dem erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs Scharfschütze G22 verliehen. Silber (Stufe II) nach drei Jahren fachbezogenem Einsatz als Scharfschütze und erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs Scharfschützentruppführer G22.
Einzelkämpferlehrgang im Wandel
Nicht neu eingeführt, aber geändert wird auch das Abzeichen für den Einzelkämpfer. Diese Maßnahme geht einher mit der ganzheitlichen Prüfung und Neuordnung der Ausbildung in der Bundeswehr, vor allem im Heer. Die bedeutendsten Schritte sind sicherlich die Rückkehr der Offizier- und Unteroffizierausbildung in die Truppe. In diesem Zusammenhang werden auch der Einzelkämpferlehrgang (EKL) sowie die Einzelkämpfer-Vorausbildung (EKV) überarbeitet.
Früher wurde angestrebt, dass kein Soldat der Kampftruppe zum Feldwebel aufsteigt, wenn er nicht den Einzelkämpferlehrgang abgeschlossen hat. Jeder Offizier des Heeres nahm im Rahmen der Offizierausbildung am Einzelkämpferlehrgang 1 (Führer einer auf sich gestellten Gruppe) teil, die Offiziere der Kampftruppen auch am Einzelkämpferlehrgang 2 (Jagdkommandoführer).
Die Einzelkämpfer-Vorausbildung kehrt in die Truppe zurück. Die Kommandierung zum Lehrgang erfolgt ebenfalls aus dem Stammtruppenteil heraus.
So fällt das bisherige „kleine“ Einzelkämpfer-Lehrgangs-Abzeichen (Eichenblatt ohne Eichel) weg und das bisherige „große“ Abzeichen (zwei Eichenblätter mit Eichel) wird zum Sonderabzeichen Einzelkämpfer erhoben. Das bisherige „Führer eines Jagdkommandos“ erhält als Zusatz den Schriftzug „Jagdkommando“. Der Billigungsprozess dauert noch an.
Die Bedeutung des Einzelkämpferlehrgangs
Einzelkämpfer ist keine Truppengattung, sondern ein Lehrgang, bei dem es nicht darum geht - wie man zunächst vielleicht vermuten könnten - alleine irgendwo zu überleben und Rambo zu spielen, sondern darum, zu erlernen, wie man eine auf sich selbst gestellte Gruppe führt, und zurück zu seinen eigenen Truppenteilen findet. "Die Einzelkämpfer" als Spezialeinheit oder separate Truppengattung gibt es nicht. Es gibt einen Einzelkämpferlehrgang, wenn man diesen besteht bekommt man eine Auszeichnung und ist somit Einzelkämpfer. Die Auszeichnung zeigt, dass der Soldat in der Lage ist, alleine seine Grenzen zu überschreiten und bereit ist alles zu geben um sein Ziel zu erreichen.
Mit dem absolvierten EKL1 erhält man sozusagen die Qualifikation "Führer einer auf sich gestellten Gruppe". Was bedeutet das? Stell dir ein Szenario vor, bei dem in einem Gefecht ein kleiner Truppenteil, z.B. eine Gruppe, vom Rest ihres Zuges und der Kompanie abgeschnitten wird. Der Gruppenführer hat nun die Aufgabe, seine Gruppe selbstständig und ohne weitere Unterstützung wieder zu seinem übergeordneten Truppenteil zurück zu führen. Auf eine solche Situation bereitet ihn der EKL1 vor. Es geht also nicht um Kampfaufträge ("getarnte Annäherung an ein feindliches Objekt und dieses mit Sprengsätzen vernichten"), sondern ausschließlich darum, eine auf sich gestellte Gruppe zu führen.
Wer den EKL1 besonders gut absolviert hat, darf dann noch den EKL2 besuchen. Dieser baut natürlich stark auf dem EKL1 auf, erweitert die Qualifikation des Lehrgangsteilnehmers aber zum "Führer eines Jagdkommandos". Bitte beachten: Das hat nichts mit der gleichnamigen österreichischen Spezialeinheit zu tun!! Ein solches Jagdkommando wird bei der deutschen Bundeswehr anlassbezogen gebildet. Beispiel: Ein Fallschirmjägerbataillon sichert ein Objekt, ein kleines Dorf oder was auch immer. Es wird eine feindliche Kommandooperation im Umfeld des Objekts aufgeklärt, d.h. irgendjemand bemerkt irgendwie, dass feindliche Spezialkräfte in der Umgebung operieren, womöglich mit dem Ziel, das Objekt aufzuklären oder es zu vernichten. Auf Befehl des Bataillonskommandeurs bildet eine seiner Kompanien ein Jagdkommando. Dazu gibt der Kompaniechef einem seiner Zugführer, der eben diese Qualifikation hat, einen entsprechenden Befehl. Der Zug bekommt den Auftrag, das umliegende Gelände nach feindlichen Kräften zu durchsuchen und sie ggf. zu vernichten. Ist dieser Auftrag erfüllt, gliedert der Kompaniechef das Jagdkommando wieder in die Sicherung des Objekts ein.
