Mixed Martial Arts (MMA) hat in Deutschland in den letzten Jahren stetig an Popularität gewonnen. Besonders die Ultimate Fighting Championship (UFC) - als größte und prestigeträchtigste MMA-Organisation der Welt - bietet Athleten aus allen Ländern die Möglichkeit, sich auf höchstem Niveau zu messen.
Obwohl Deutschland bislang keinen UFC-Champion hervorgebracht hat, haben Kämpfer bewiesen, dass deutsches MMA-Potenzial auf der größten Bühne des Sports existiert. Dennis Siver ebnete als Pionier den Weg für viele andere, während aufstrebende Talente zeigen, dass der Traum vom UFC-Gold für deutsche Athleten längst nicht unerreichbar ist.
Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die Ranglisten in verschiedenen Gewichtsklassen und stellen einige der erfolgreichsten deutschen Kämpfer vor.
Top 3 der deutschen MMA Kämpfer nach Gewichtsklasse
Das Fighting MMA Ranking ist eine maschinell erstellte Rangliste, die durch einen Algorithmus automatisch berechnet wird. Grundlage der Berechnung sind eine Vielzahl von Daten, wie Bilanz, Bilanz der Gegner, Aktivität, Art der Siege und Niederlagen, Aktualität der Kämpfe, Größe der Organisation u. v. m., die in verschiedener Gewichtung in die Berechnung eingehen und eine Gesamtpunktzahl ergeben, aus der sich der Ranglistenplatz ergibt.
Flyweight (56.7 kg / 125 lbs)
- Ala Al Ali (German Top Team Herrenberg) - 20 Punkte
- Salar Mirzaie (Hammers Team Nürnberg) - 20 Punkte
- Idris Ghafori (Nicks Fight & Fitness Academy) - 10 Punkte
- Tim Strysak (Pantarei Luta Livre) - 10 Punkte
Bantamweight (61.2 kg / 135 lbs)
- Milad Fuladi (Roots MMA) - 253 Punkte
- Martin Horsch (Fight Fusion) - 80 Punkte
- Lars Hummel (Fuchsbau MMA Potsdam) - 47 Punkte
Featherweight (65.8 kg / 145 lbs)
- Martin Horsch (Fight Fusion) - 337 Punkte
- Mert Basbudak (Pound for Pound Isarvorstadt) - 128 Punkte
- Min-Soo Song (Gorilla Gym Hamburg) - 104 Punkte
Lightweight (70.3 kg / 155 lbs)
- Lewis Ndzana (Hammers Team Nürnberg) - 593 Punkte
- Yannick Riebe (Carabao Bremen) - 104 Punkte
- Alexander Dudko (La Onda Sportakademie) - 44,5 Punkte
- Edvard Kiseljov (UFD Gym Düsseldorf) - 44,5 Punkte
Super Lightweight (74.8 kg / 165 lbs)
- Alexander Dudko (La Onda Sportakademie) - 100 Punkte
- Thommy Tran (Spitfire Gym) - 84 Punkte
- Ibrahim Jusupov (Elevate Gym) - 44 Punkte
Super Welterweight (79.4 kg / 175 lbs)
- Sedat Demir (Roots MMA) - 515 Punkte
- Kharim El Wehiby (Planet Eater) - 174 Punkte
- Oskar Sennewald (Kampfsportschule Leipzig) - 116,5 Punkte
Middleweight (83.9 kg / 185 lbs)
- Iwan Tagner (UFD Gym Düsseldorf) - 990 Punkte
- Oskar Sennewald (Kampfsportschule Leipzig) - 340 Punkte
- Devid Bondarenko (Hammers Team Nürnberg) - 73 Punkte
Super Middleweight (88.5 kg / 195 lbs)
- Edonit Tahiraj (ExitAsia) - 24 Punkte
- Luis Wienand (Roots MMA) - 20 Punkte
- Manuel Knappstein (Roots MMA) - 20 Punkte
- Islam Yakhyaev - 20 Punkte
Light Heavyweight (93.0 kg / 205 lbs)
- Kadir Bayaral (UFD Gym Düsseldorf) - 80 Punkte
- Vincent Brasch (Pound for Pound Isarvorstadt) - 37 Punkte
- Lukas Bögeholz (Rudelsport MMA Team Wolfsburg) - 28,5 Punkte
Super Heavyweight (+97.5 kg / +215 lbs)
- Josyp El Sawy (Hammers Team Nürnberg) - 1.280 Punkte
- Joshua Karlo Homberg (UFD Gym Düsseldorf) - 78 Punkte
- Beriz Tucic (Spitfire Gym) - 60 Punkte
Fünf erfolgreiche deutsche UFC-Kämpfer
- Dennis Siver ist zweifellos der bekannteste Name unter den deutschen UFC-Kämpfern. Geboren in Russland, wuchs er in Deutschland auf und trat ab 2007 in der UFC an. Siver fiel durch sein vielseitiges Striking und seine spektakulären Spinning-Kicks auf. Er erzielte mehrere Siege, die ihn zeitweise in die Top-10 der Federgewichtsdivision katapultierten. Trotz eines hochkarätigen Kampfes gegen Conor McGregor blieb ihm ein Titelkampf verwehrt.
- Der in Köln aufgewachsene Ottman Azaitar machte zunächst in regionalen Ligen auf sich aufmerksam, bevor er 2019 in der UFC debütierte. Sein explosiver Kampfstil und seine Knockout-Power verschafften ihm rasch einen Ruf als gefährlicher Finisher. Gleich in seinem ersten UFC-Kampf gegen Teemu Packalén gewann Azaitar mit einem krachenden K.o. und wiederholte das Kunststück im zweiten Kampf gegen Khama Worthy.
- Nasrat Haqparast, in Afghanistan geboren und in Hamburg aufgewachsen, ist ein weiterer aufstrebender Name im Leichtgewicht. Mit seinem aggressiven Boxstil und soliden Bodenkampf hat er sich in der UFC schnell einen Ruf als harter Gegner erarbeitet. Nachdem er anfangs einige spektakuläre Siege - darunter gegen Marc Diakiese - feiern konnte, wurde er auch als potenzieller Kandidat für einen Platz in den oberen Regionen des Rankings gehandelt.
- Abusupiyan “Abus” Magomedov wurde in Dagestan geboren, besitzt aber die deutsche Staatsbürgerschaft und kämpfte lange Zeit in Deutschland. Nach Erfolgen in verschiedenen europäischen Promotionen gab er 2022 sein UFC-Debüt und sorgte direkt für Aufsehen: Mit einem spektakulären K.o. in der ersten Runde machte er auf seine Ambitionen in der Mittelgewichtsklasse aufmerksam.
- Nick Hein, ein ehemaliger Polizeibeamter aus Köln, ging 2014 in der UFC an den Start und machte sich einen Namen als zäher und disziplinierter Kämpfer. Mit einem starken Judo-Hintergrund und guten Boxfähigkeiten konnte Hein mehrere Siege einfahren und begeisterte mit seinem Entertainer-Charakter sowohl die deutschen als auch die internationalen Fans.
Wie funktioniert das MMA-Ranking?
Das Ranking wird anhand eines komplexen mathematischen Algorithmus automatisch berechnet. Der Berechnung liegt eine Vielzahl von Variablen zugrunde, die unterschiedlich Gewichtet werden. Das Ranking soll keine Abbildung der Lebensleistung sein, sondern eine möglichst präzise Momentaufnahme. Aktuelle Leistungen zählen daher mehr als alte. Aktivität wird belohnt.
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Sieg ist nicht gleich Sieg. Der Algorithmus berücksichtigt nicht nur die Bilanzen der gerankten Kämpfer, sondern auch die Bilanzen von deren Gegnern, die Art und Weise der Siege und Niederlagen sowie die Organisationen, in denen die Kämpfe bestritten wurden. Siege zählen mehr als Niederlagen. Klingt logisch, spielt aber vor allem dann eine Rolle, wenn ein Kämpfer zwar in großen Organisationen gekämpft, dort aber häufig verloren hat. Drei Siege in einer kleineren Organisation sind z. B.
Die besten MMA-Kämpfer findet man in der UFC. Deren Rankings definieren generell die Weltspitze, basieren aber auf der Einschätzung von Experten.
Fight Matrix
Die Weltrangliste der Mixed Martial Arts lässt die letzten beiden Faktoren außen vor, bezieht dafür viele andere mit ein - Fight Matrix legt anhand Berechnungen fest, wer derzeit wirklich der beste Kämpfer auf dem Planeten ist. Das Grundmodell funktioniert wie im Tennis. Wer gewinnt, sammelt Punkte und klettert die Rangliste nach oben. Was beim Tennis die großen Turniere wie Grand Slams oder die Masters-Serie sind, sind in Mixed Martial Arts die großen Organisationen wie UFC, PFL oder KSW. In diesen "Big Leagues" gibt es mehr Punkte zu holen als auf regionalen Veranstaltungen.
Dazu werden auf Fight Matrix relevante Faktoren einbezogen, wie die Gewichtsklassen und die sportliche Vita. Es spielt eine gewisse Rolle, ob Kämpfer aus einer Siegesserie kommen oder gegen welche Gegner sie vorher gekämpft haben.
"Die Berechnungen sind nicht sehr komplex, aber es gibt eine große Anzahl von Berechnungen", erklärt Jason, einer der Gründer von Fight Matrix gegenüber ntv/RTL. "Außerdem ist das System nicht auf Mathematik beschränkt. Es besteht zum Teil aus Mathematik und zum Teil aus bedingter Logik (wenn, dann, sonst)." Für ihn sei es daher mehr eine Software statt einer Ansammlung von Formeln.
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