Die Geschichte der Kickboxer-Filme ist komplex und verwirrend. Die ungeraden Teile der "Kickboxer"-Reihe wurden ab den späten 1980ern in die imaginäre Endlos-Serie "Karate Tiger" integriert. So wurde das 1989er Original zu "Karate Tiger 3 - Der Kickboxer", während die 1992 nachgeschobene zweite Fortsetzung, "The Art of War", zu "Karate Tiger 6 - Entscheidung in Rio" wurde. "Kickboxer 2" (1991) hingegen wurde in Deutschland unter seinem ursprünglichen Titel herausgebracht.
Eric Sloane ist in Amerika der ungeschlagene Weltmeister im Kickboxen und findet in der westlichen Welt keine richtigen Gegner mehr. Aus diesem Grund reist er zusammen mit seinem Bruder Kurt Sloane nach Thailand, um dort den hiesigen Meister Tong Po herauszufordern.
Der Kampf stellt sich als Katastrophe heraus, da Eric Sloane deutlich den Kampf verliert und querschnittsgelähmt bleiben wird. Winston Taylor bringt ihn schließlich ins Krankenhaus und Kurt sucht nach Kampflehrer, der ihm die Kampftechnik Muay Thai beibringen soll.
Der Unterricht ist für Kurt ziemlich hart und bringt ihn an seine Grenzen. Allerdings lernt er hierdurch auch Mylee die Nichte seines Meisters besser kennen und lieben. Schließlich wird Kurt immer besser und beginnt damit selbstständig zu trainieren.
Eric und Kurt Sloane sind zwei begeisterte Martial-Arts-Kämpfer. Nachdem Erich einen Wettbewerb gewonnen hat, möchte er seine Fähigkeiten noch erweitern und reist dafür nach Bangkok. Dort will er in einem Kampf gegen Master Tong Po unsterblich werden (und nebenbei 400.000 Dollar kassieren). Da die dortigen Kämpfe ohne Limit ausgefochten werden, der Tod also einkalkuliert wird, ist Kurt, der Bruder Eric trainiert, dagegen. Zu Recht, wie sich herausstellen soll. Denn im Ring verliert Eric und Tong Po bricht ihm das Genick. Kurt macht sich deshalb auf nach Fernost, um den Tod des Bruders zu rächen.
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Schließlich tritt Kurt gegen einen guten Kickboxkämpfer von der Verbrecherorganisation zu der auch Tong Po gehört an und gewinnt den Kampf. Eric besucht schließlich seinen Bruder und Kurt erklärt ihm, dass er gegen Tong Po kämpfen möchte.
Einige Zeit später erhält Kurt eine Kriegserklärung von Tong Po, der ihm zu einem klassischen Muay Thai-Kampf herausfordert, bei sich die Kämpfer Hanfseile um die Hände binden und diese Hartz und Glasscheiben bestücken. Kurz vor dem Kampf wird Mylee von Tong Po vergewaltigt und Eric entführt.
Die Verbrecherorganisation informiert Kurt von der Entführung und fordert das er den Kampf verlieren muss. Xian und Winston machen sich auf um Eric zu befreien und können ihn retten. Währenddessen wurde Kurt im Kampf schwer verletzt und droht zu verlieren. Allerdings macht Tong Po einen Fehler und erzählt von der Vergewaltigung.
Der Film wurde mit einem Produktionsbudget von 1,5 Mio. US-Dollar produziert und am 8. September 1989 veröffentlicht. Weltweit konnte der Film Einnahmen von 39,3 Mio. US-Dollar verzeichnen. Gedreht wurde der Film in Thailand wobei Teile des Films im Geschichtspark Ayutthaya entstanden sind. Die meisten Darsteller sind Hongkong-Chinesen und keine Thailänder. Daneben wird der Unterschied zwischen Muay Thai und Kickboxen überhaupt nicht thematisiert. Der Film konnte relativ einen großen Kultstatus erreichen und fand vier Fortsetungen.
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Der Aufstieg von Jean-Claude Van Damme
1988 hatte unser aller Lieblingsbelgier mit Bloodsport seinen Durchbruch gefeiert (und Bloodsport ist ja auch sicher einer der besseren modernen Martial-Arts-Klopper) und der Golan-Globus-Schmiede Cannon einen der wenigen veritablen Hits beschert.
Die Journalistenmeute erkundigt sich nach dem nächsten Gegner - viel gibt es nicht mehr, da Eric schon alles umgehauen hat, was sich ihm vor die Fäuste gestellt hat. Einer der Pressevertreter wirft „Thailand“ in den Ring und Eric outet sich als typischer ignoranter Yankee - „Boxen die da auch?“ Brüderlein muss ihm verklickern, dass die Thailänder das Kickboxen buchstäblich erfunden haben.
Eric schnappt sich eine hübsche kleine Nutte zum Zeitvertreib, entgegen Kurts Warnung, dass er eine Woche vor dem Fight sich lieber um Training kümmern sollte, aber Eric ist der Ansicht, dass er seinen Gegner eh den Ringstaub überprüfen lassen werde. Kurts Mahnung, den Opponenten nicht zu unterschätzen, bläst Eric leichthin in den Wind. Strafe folgt auf dem Fusse mit sexuellem Versagen beim Beischlafversuch.
Fight Night - Eric soll sich dem amtierenden thailändischen Meister Tong Po stellen. Die Halle gleicht einem Hexenkessel und Kurt bemerkt beim Vorkampf, den sich Eric, zugunsten seiner diplomierten professionellen Vorbereitung, schenkt, dass die Thailänder ein wenig anders boxen als die sauberen US-Boys.
Kurt, der von Eric zum Eisholen geschickt wird, entdeckt Tong Po bei seinen Vorbereitungen - und der drischt mit seinem nackten Schienbein auf eine Säule ein, dass der Putz von der Decke rieselt - yep, that´s power, my friend.
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Im Ring stellen sich die zu erwartenden Konsequenzen ein. Eric ist mit dem schmutzigen Kampfmethoden seines Kontrahenten heftigst überfordert und findet sich innerhalb von zehn Sekunden erstmals auf der Matte wieder. Die Menge ist begeistert, Tong Po tritt Eric mächtig in den Arsch.
Tong Po kickt Eric gen Lala-Land und schubst schändlicherweise das von Kurt kurzerhand geworfene Handtuch aus dem Ring, um dem hilflosen Gegner mit einem gezielten Powerschlag das Rückgrat zu brechen. In Rage stürzt sich Kurt in den Ring, fliegt postwendend ins Publikum, wo er auf einem sarcastic black guyTM landet.
Tong Po zerreisst im Ring zur Ekstase seiner Fans Erics kostbaren Weltmeistergürtel und Eric wird per Trage aus der Arena gekarrt und dort vor der Tür, auf Geheiss des örtlichen Chefmafioso, einfach stehengelassen. Zum Glück für die Sloanes entpuppt sich sarcastic black guy als Freund und Helfer Winston Taylor, der mit seinem Van den vor sich hin leidenden Eric in ein Hospital schafft, wo der Doc nach ewig langer OP das drakonische Urteil „Querschnittslähmung, irreperable Rückenmarkdurchtrennung, wird nie wieder laufen können“ verkündet.
Taylor hält die Rachepläne für Blödsinn und macht klar, dass er unter gar keinen Umständen niemals nicht Kurt dabei helfen wird, simply weil Kurt seines Erachtens nicht gut genug ist, um gegen Tong Po anzutreten. „Dann werde ich gut genug,“ knurrt Kurt entschlossen und wandert dann erstmal zu noch mehr schrecklicher 80er-Jahre-Pop-Balladen-Mucke durch Bangkok, bis er schliesslich ein Muay-Thai-Trainingshalle findet, hereinspaziert, verkündet Muay Thai lernen und Tong Po schlagen zu wollen.
Solch demotivierende Erlebnisse wiederholen sich solange, bis der heimlich folgende Taylor mitleidig genug ist, Kurt aufzugabeln und ihm vom einzigen Kerl, der blöde genug sein könnte, Kurt zu trainieren, bereichtet, einem gewissen Meister Xian.
Als tumber Amerikaner stolpert Kurt natürlich in die erstbeste Falle, die Xian für ungebetene Besucher installiert hat und kann so die Begrüssungsprozedur kopfüber an einer Schlinge von einem Baum hängend bestreiten.
Kurt tischt ihr seine Ich-muss-mich-an-Tong-Po-rächen-Story auf, die Mylee entsetzt aufnimmt. „Tong Po führt diese Provinz für Freddy Li!“ Dem begriffsstutzigen Kurt muss man natürlich erstmal auseinanderlegen, was damit gemeint ist, und wie auf Kommando erscheinen die bereits gesichteten Goons, um die fällige Schutzgeldzahlung zu kassieren.
Am Abend schaut Taylor vorbei und fragt an, ob er Kurt wieder mitnehmen soll. „Er bleibt eine Weile,“ antwortet Xian und die ach-so-spannende Frage, ob Xian den Recken nun trainieren wird, ist damit endlich beantwortet. Okay, Kurt being an american slob Xian has to start with the basics. Tai Chi zur Konzentrationsförderung, Atemtechnik, schwere Gewichte aus steiler Höh auf den Bauch schmeissen lassen, that stuff…
Während Kurt also versucht, den gierigen Lefzen des Köters zu entkommen, berichtet Mylee über seine schändliche Vertrimmung der Freddy-Li-Schergen. Zu Mylees Überraschung nimmt Onkelchen das sehr positiv mit einem „das war lange fällig“ und „sie werden dir nix tun, sie werden den Ami nur für verrückt halten“ auf.
Xian schlägt vor, Mylee ins Trainingsprogramm zu integrieren, was Kurt, der längst mehr als nur ein Auge auf seine designierte love interest geworfen hat, mehr als nur recht ist. Zu einem romantic music cue darf Mylee kurz ihren uninteressanten Character Background loswerden, dann schmatzt Kurt sie auch schon ab.
Hier soll Kurt auf die Stimmen derselben hören. More training stuff, so wird Kurt auf schmerzhafte Methode der Spagat beigebracht. Kurt wird langsam ein wenig besser, so dass Taylor ihn kurz entführen kann, um Eric im Krankenhaus zu beobachten. More Training.
Eric macht sich mit seinem zukünftigen Fortbewegungsmittel Rollstuhl vertraut und Xian hat einen gnaz speziellen Trainingsort aufgetan - eine lokale Bar mit dem üblichen Assortment an lokalen Tunichtguten. Dort füllt Xian seinen Schützling erst mal mit einer schlappen Palette des örtlichen Rachenputzers „Kuss des Todes“ ab und will dann vom verblüfften und angesoffenen Kurt wissen, ob er „amerikanisch tanzen“ könne.
Die örtlichen Machismo-Vertreter sind nicht amused, dass der weisse Teufel ihnen die Pussies ausspannt und greifen an. Und der findet prompt statt. Kurt plättet seinen Gegner ohne grossere Mühe und Xian erfindet den griffigen „Nok Su Kow“-Schlachtruf (was angeblich „Weisser Krieger“ bedeutet), den die begeisterte Menge sofort aufgreift, nachdem Mylee sich als Einpeitscherin betätigt.
Tags darauf besucht Eric (by courtesy of Taylor) Kurt in seinem Trainingscamp in der Pampa und ist stolz wie Oskar. Und mehr Training. Kurt zerdeppert diverse Tonkrüge. Eric will nicht mehr, dass Kurt gegen Tong Po antritt - „er wird dich nicht lebend aus dem Ring lassen“. Ja, unser Eric hat tatsächlich eine Lektion gelernt.
Kickboxer - Die Vergeltung
Nun also kommt mit Kickboxer - Die Vergeltung ein Remake des ersten Teils, der hierzulande Karate Tiger 3 - Der Kickboxer hieß. Glücklicherweise sind auch die 80er endlich vorbei und man lädt Martial-Arts-Filme nicht mit plakativ-rassistischer Ideologie auf. Nichts anderes war Karate Tiger 3 - Der Kickboxer seinerzeit, indem er den guten Weißen gegen den bösen Asiaten auftreten ließ und ihn zum Übermenschen stilisierte. Wenngleich das Grundgerüst in Kickboxer - Die Vergeltung nicht sonderlich anders ist, so vermeidet er dennoch die gesellschaftspolitische Aussage und beschränkt sich weitgehend auf die Kampfakte und eine eingebaute Beziehungskiste.
Dass Van Damme nun den “altersweisen” Mentor und nicht den hitzigen Prügler geben darf, steht ihm besser zu Gesicht als seine damalige Rolle - zumal er immer noch gut in Form zu sein scheint. Man muss den belgischen Haudrauf-Export nicht zwingend mögen, kann ihm aber attestieren, dass er im Alter zunehmend ein bisschen Selbstironie in seine Rollen einfließen lässt - und das hat auch Stallone und Schwarzenegger nicht geschadet. An seiner Seite geben sich aktuelle und ehemalige Kampfchampions unterschiedlicher Martial-Arts-Stile die Klinke in die Hand und sorgen für ein möglichst authentisches Actiongelage.
Tatsächlich wurden die Fights sorgsam choreografiert und von den Akteuren selbst ausgeführt. Die Stuntmen sind hier ausnahmsweise die Darsteller selbst. Auch die Akkuranz bei den Kampfarten selbst ist bedeutend besser. Und so ist das Remake der bessere Film. Denn bei aller romantischen Verklärung für die Action-Heroen der Vergangenheit: Karate Tiger 3 - Der Kickboxer war inhaltlich schwach, schauspielerisch mies, nicht sonderlich gut getimt und, wie erwähnt, ideologisch höchst fragwürdig.
Alain Moussi, der sowohl im Kickboxing als auch im Jiu-Jitsu erfahren ist, war bisher hauptsächlich als Stuntdouble für Hugh Jackman, Travis Fimmel oder Jay Courtney unterwegs und schlägt sich als Protagonist wacker. Ganz im Gegensatz zu Darren Shahlavi, dessen kurze Rolle von Bruder Eric ziemlich unsympathisch rüberkommt. Traurig indes, dass der ausgebildete Kämpfer und frühere Bodyguard von Patrick Stewart oder Bruce Willis Anfang 2015 an einer Herzattacke verstarb.
Dave Bautista, der zuletzt gezeigt hat, dass er tatsächlich schauspielern kann, bleibt etwas reduziert als Tong Po und Van Damme selbst scheint seine Einstellung von 1989 mittlerweile peinlich zu sein, wenn er weder Eric noch Kurt in den Kampf schicken möchte, sondern “nur” den ehrenvollen Trainer gibt. Diese Ideologie steht ihm weitaus besser - ganz im Gegensatz zur peinlichen Heino-Gedächtnis-Sonnenbrille.
Während die ersten 30 Minuten nur vereinzelte Kampfszenen zu bieten haben, darf man bei Minute 29 einer durchaus eindrucksvollen und groß angelegten Sequenz auf den Straßen Thailands beiwohnen. Die ist bisweilen balettartig choreografiert und kunstvoll inszeniert - sieht man mal von den sichtbar unechten Dickhäutern ab, auf denen sich die Jungs prügeln.
Viel besser dann beispielsweise Bewegungen und Abläufe während Kurts neuerlichen Besuchs in Pos Schule. Da hier auch unterschiedliche Kampfstile gezeigt werden, ist für Abwechslung und Spaß gesorgt. Auch die Trainingssequenzen zwischen Kurt und Durand geraten unterhaltsam - vor allem, weil Van Damme mehr als einmal wirklich witzig ist (selbst wenn er sich auf der Schubkarre hat doublen lassen). Da lässt es sich auch verzeihen, dass die Liebesgeschichte völlig unterbelichtet und unerklärt bleibt.
Zeitgemäße Neuverfilmung eines 80er-Jahre-Prügelfilms, der vielleicht etwas zahm geworden ist, aber dafür ohne die fragwürdige sozialpolitische Einstellung auskommt. Die Actionszenen gehen in Ordnung, auch wenn fernöstliche Filme das meist besser machen.
Der Kult geht weiter
Jeder, der auch nur ansatzweise auf Martial-Arts-Filme und/oder Jean Claude Van Damme steht, wird diesen Streifen kennen: „Der Kickboxer“. Erzählt wird in „Kickboxer“ die simple, aber höchst effektive Geschichte der Gebrüder Sloan. Eric, Heißsporn und Karate-Weltmeister, wird zu einem Titelkampf nach Thailand eingeladen. Sein Gegner: Tong Po, ein Meister im Muay Thai, der Eric in den Rollstuhl prügelt. Erics Bruder Kurt ist nicht bereit, diese Schmach hinzunehmen.
Die Folge sind absolut ikonische Szenen, die aus heutiger Sicht vor allem trashig rüberkommen. Aber zu der Zeit, als beispielsweise ich den Film zum ersten Mal sah, waren ebenjene Momente absolut kultig und mutierten mal eben zum Schulhofgesprächsthema Nummer 1. Damals, als Action noch cool war.
So wird alles ein wenig zwingender umgesetzt. Beispielsweise segnet Eric in „Kickboxer - Die Vergeltung“ bei dem Kampf gegen Tong Po vollends das Zeitliche. Was freilich Kurts Rachegelüste überproportional ansteigen lässt. Eine Underground-Fighting-Szene wird etabliert. Eine ermittelnde Polizistin wird eingeführt. Dazu kommen Parkour-Kämpfer, ein Fight auf den Rücken von Elefanten, viel mehr Thailand-Lokalkolorit und ordentlich Fanservice.
„Kickboxer - Die Vergeltung“ ist sich sichtlich bewusst, auf was für einen Kult er hier aufbaut. Highlight ist dahingehend natürlich das Mitwirken von Jean Claude Van Damme, der die Rolle des Trainers von Kurt übernimmt und in dieser ein paar tolle Fights absolvieren darf. Doch auch als weiser Lehrer macht er viel Spaß.
Es wird unter Wasser Fahrrad gefahren. So wirklich ernst kann man das nicht nehmen, aber das Training Kurts ist enorm kurzweilig montiert und macht richtig Spaß. Dabei steuert natürlich alles auf den großen Showdown zu. Er wird sogar hoch gelevelt. Beginnt also als „simpler“ Vollkontaktsport, zollt dann dem „Glashandschuh-Finish“ des Originals Respekt und geht in einen Schwertkampf über.
In Sachen Fitness macht dem WWE-Superstar sowieso keiner etwas vor und in den Muay-Thai-Choreografien macht er eine starke Figur. Einzig die Bedrohlichkeit Tong Pos aus dem Original kann er nicht so wirklich aufbauen.
Die Damenriege wird derweil von Gina Carano und sexy Sara Malakul Lane befeuert. Schade ist, dass Regisseur John Stockwell seine „In the Blood“-Heldin Carano nicht fighten lässt. Lane ergeht es nicht viel besser, aber zumindest hat ihre Rolle der Polizistin, in der sie wieder einmal ihren prachtvollen Vorbau präsentieren darf, Sinn für den Film.
In technischer Hinsicht ist „Kickboxer - Die Vergeltung“ absolut sauber in Szene gesetzt. John Stockwell präsentiert einige tolle Landschaftsbilder des Schauplatzes Thailand und lässt seinen Film immer mal wieder ins Güldene kippen. Die gebotenen Schauplätze sind funktional, gerade die Showdown-Arena macht aber nicht so viel her. Stockwell selbst lässt seinen Film niemals zur Ruhe kommen, macht ordentlich Tempo und setzt immer wieder auf kleinere Martial-Arts-Scharmützel, die in deutlich höherer Schlagzahl aufkommen als im Van-Damme-Original.
Dieser Film ist stellenweise purer Fanservice und stimmt einen mehr als wundervoll nostalgisch. Selbst die Nok-Su-Kow-Rufe ertönen irgendwann und verursachen beim wissenden Zuschauer eine Gänsehaut. Gleichzeitig ist der Film angenehm modern und flott in Szene gesetzt, bietet tolle Schauplätze, sympathische Darsteller, sehr feine Action mit zeitgemäßen Einsprengseln und eine Story, die auch neue Generationen von Martial-Arts-Fans mitreißen sollte. Modernisierung absolut gelungen. Und das Beste: Es geht weiter!
Tong Po ist schwer zu schlagen, das hat Eric am eigenen Leib erfahren - Tong Po hat ihn im Kampf getötet. Erics Bruder Kurt will Rache und reist nach Thailand, um zu trainieren und natürlich um im Anschluss gegen Tom Po zu kämpfen. Eric ist ein erfolgreicher Kampfsportprofi. Als er gerade mit seinem Bruder Kurt seinen Champion-Titel feiert, taucht die undurchsichtige Marcia auf, winkt mit einem dicken Geldbündel und verspricht Eric den Kampf seines Lebens in Thailand. Kurt ist skeptisch, aber Eric sieht nur das Preisgeld. Sein Gegner ist der legendäre, unbesiegbare Tong Po.
Als der große Tag da ist, muss Kurt mitansehen, wie diese Kampfmaschine Eric nicht nur besiegt, sondern ihm auch auf dem Höhepunkt seines Triumphes kaltblütig das Genick bricht. Es geht um Schnelligkeit, Schmerzunempfindlichkeit und harte Schläge, es geht darum, die Angst zu besiegen und abzuschalten.
Nach Bloodsport (1988) und Kickboxer (1989) ist das hier nur ein Remake, es gibt wie immer eine Ausbildung, viel Klopperei, brutales Training und den berühmten Abschlusskampf. Aber dieses Remake ist gelungen. Jean Claude van Damme kann es immer noch und man merkt am Bild, das hier versucht wurde, die 80er nochmal etwas wieder zu beleben. Ein guter Film, den es lohnt, bis zum Ende zu schauen, vor allem, weil Hauptdarsteller Alain Moussi im Abspann den wohl berühmten Tanz von Jean Claude nachmacht.
Aber auch sonst ist Kickboxer - Die Vergeltung ein gelungener Film, der bei Kampfsport-Filmfreunden definitiv ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird. Es ist kein erzählerischer Meilenstein mit tiefgehenden Inhalten, es ist ein schöner Martial-Arts-Film, der unterhält.
Finanzielle Daten
Der Film wurde mit einem Produktionsbudget von 1,5 Mio. US-Dollar produziert und am 8. September 1989 veröffentlicht. Der Film spielte in den USA 14,7 Mio. US-Dollar ein. Weltweit konnte der Film Einnahmen von 39,3 Mio. US-Dollar verzeichnen. Insgesamt erreichte der Film in Deutschland 490.912 Kinobesucher.
