Die besten Kampfsportarten der Welt: Ein Überblick

Kampfsport erfreut sich weltweit wachsender Beliebtheit. Er ist nicht nur ein Weg zur Selbstverteidigung, sondern auch eine hervorragende Möglichkeit, die körperliche und geistige Gesundheit zu verbessern. Hier ist ein Überblick über einige der besten Kampfsportarten der Welt.

Muay Thai

Muay Thai, auch bekannt als die «Kunst der acht Gliedmassen», ist ein traditioneller Kampfsport aus Thailand, der weltweit immer mehr an Beliebtheit gewinnt. Diese dynamische und fesselnde Kampfkunst hat einige bemerkenswerte Kämpfer hervorgebracht, die zu wahren Legenden geworden sind.

Berühmte Muay Thai Kämpfer und ihre Erfolge

  • Buakaw Banchamek: Als einer der bekanntesten Muay Thai Kämpfer weltweit hat Buakaw zahlreiche Titel und Auszeichnungen gewonnen. Seine explosive Kraft, sein technisches Können und sein unbändiger Wille haben ihn zu einem unvergesslichen Athleten gemacht.
  • Samart Payakaroon: Samart gilt als einer der besten Muay Thai Kämpfer aller Zeiten. Neben seinen unzähligen Titeln im Muay Thai hat er sogar erfolgreich im Boxen gekämpft und den WBC-Titel errungen.
  • Yodsanklai Fairtex: Yodsanklai ist für seinen kraftvollen und präzisen Kampfstil bekannt. Er hat zahlreiche Meisterschaftstitel gewonnen und gilt als einer der dominantesten Kämpfer in der Geschichte des Muay Thai.
  • Saenchai: Saenchai ist für seine aussergewöhnliche Technik, Schnelligkeit und Flexibilität bekannt. Er hat in verschiedenen Gewichtsklassen gekämpft und gilt als einer der vielseitigsten Kämpfer im Muay Thai.
  • Dieselnoi Chor Thanasukarn: Dieselnoi wurde als «Unbesiegbarer Champion» bekannt, da er über vier Jahre lang keinen einzigen Kampf verloren hat. Sein aggressiver und dominanter Stil machte ihn zu einer Legende im Muay Thai.

Boxen

Boxen ist wohl die bekannteste Form der Kampfkünste mit umfangreichem Training. Besonders hervorzuheben sind hierbei die Verbesserung von Ausdauer und Koordination sowie der Aufbau von Muskelmasse.

Muhammad Ali galt als bester Boxer aller Zeiten. «Thrilla in Manila» oder «Rumble in the Jungle» - seine Kämpfe gegen Joe Frazier und George Foreman sind längst legendär. Doch der Olympiasieger von 1960 boxte während seiner Blütezeit sogar einmal in Zürich.

Unvergessene Box-Geschichten

  • 05.09.1960: Muhammad Ali vs. Zbigniew Pietrzykowski: Der Teenager zermürbt den wackeren Polen, weicht ständig aus, trifft nicht hart aber oft. Pietrzykowskis Schläge gehen ins Leere, Clay ist viel zu schnell für ihn. In der 3. Runde ist der Pole nah an einem K.o. Er verliert seinen Mundschutz und wird von Ali, der schliesslich nach Punkten gewinnt, blutig geschlagen.
  • 25.05.1965: Muhammad Ali vs. Sonny Liston: Er knockt seinen Gegner bereits in der ersten Runde aus. Viele Zuschauern glauben jedoch an ein abgekartetes Spiel - Alis Linke scheint den Gegner nämlich verfehlt zu haben. Erst die Zeitlupe zeigt, dass Liston hart an der Schläfe und am Kiefer getroffen wird. Als «Phantom Punch» geht der Schlag in die Geschichte ein.
  • 08.03.1971: Muhammad Ali vs. Joe Frazier («Kampf des Jahrhunderts»): In der 15. Runde muss Ali nach einem knallharten Punch zum dritten Mal in seiner Karriere auf die Bretter. Zwar kann sich «The Greatest» noch einmal aufrappeln, am Ende wird jedoch Frazier zum Sieger nach Punkten erklärt. Trotzdem gewinnt Ali: Dank seines Kampfgeistes erobert er sich die verlorene Gunst des Publikums zurück.
  • 16.12.1971: Muhammad Ali vs. Jürgen Blin: Im Zürcher Hallenstadion schlägt der Weltmeister den Hamburger Jürgen Blin in der siebten Runde K.o. Ali gibt sich in Zürich volksnah, logiert im Hotel Atlantis Sheraton, trainiert im Hotel Limmathaus und schlendert unkompliziert durch die Stadt.
  • 30.10.1974: Muhammad Ali vs. George Foreman («Rumble in the Jungle»): Immer wieder lässt er sich in die Seile fallen («Rope-a-Dope») und provoziert seinen Gegner verbal. Erst als Foreman immer müder wird, kommt Ali aus der Deckung und schlägt seinen Gegner in der 8. Runde k.o..
  • 01.10.1975: Muhammad Ali vs. Joe Frazier («Thrilla in Manila»): Während 132 Minuten bekriegen sich die beiden Erzrivalen bis aufs Blut, teilen aus und stecken ein. Frazier kann kaum noch aus seinem aufgeschwollenen Gesicht sehen, weshalb sein Betreuer Eddie Futch nach 14 Runden das Handtuch wirft und damit den Kampf aufgibt. Wie Frazier muss auch Ali ins Krankenhaus eingeliefert werden, beide tragen vom «Thrilla in Manila» bleibende Schäden davon.

Karate

Karate gehört zu den weltweit beliebtesten Kampfkünsten.

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Andy Hug schaffte es im Karate bis zum Weltmeister, doch das grosse Geld gibt es nicht im Karate, sondern im Thai-Boxen zu gewinnen. Er ist fasziniert vom Land sowie von den Überlieferungen und Werten der Samurai. Deshalb fliegt er immer wieder hin.

Mit Rang 5 und Rang 9 gehören mit Elena Quirici und Yuki Ujihara aktuell zwei SKF-Karatekas zu den Top-Ten des WKF World Ranking. Während Quirici seit Jahren (und auch mehrfach die Nr. 1) zur absoluten Weltspitze gehört klassiert sich Ujihara erstmals unter den zehn Besten der Welt.

Andy Hug setzte alles daran, die asiatische Kampfkunst in Europa beliebt zu machen und zu verbreiten. Er zog alle Register, damit auch Nicht-Asiaten in asiatischen Kampfsportarten erfolgreich sein können. Er schaffte damit neue Möglichkeiten für Menschen verschiedenster Herkunft, die den asiatischen Kampfsport betreiben möchten.

Weitere Kampfsportarten

  • Kickboxen: Bietet ein intensives Training für Ausdauer und Kraft. Mit zahlreichen Wiederholungen von Schlägen und Tritten werden hier ordentlich Kalorien verbrannt - ideale Bedingungen also zum Abnehmen oder Muskelaufbau.
  • Capoeira: Diese brasilianische Kunstform vereint Elemente aus Tanz, Akrobatik und Musik mit traditionellen Techniken des Nahkampfs.
  • Taekwondo: Fördert neben körperlicher Fitness auch geistige Werte wie Disziplin, Geduld und Konzentration.
  • Brasilianisches Jiu-Jitsu: Hier steht der Bodenkampf im Vordergrund - ideal für alle, die ihre Ausdauer verbessern wollen.
  • Judo: Folgt der Devise «Siegen durch Nachgeben». Dieser Ansatz macht Judo zu einer ausgezeichneten Wahl für all jene, die Fairplay mögen, ihren Geist schärfen und ihre Kraft steigern möchten.

Andy Hug: Der «Blue-eyed Samurai»

Andreas Hug wird am 7. September 1964 in der Schweiz geboren. Vor allem beim Karate, dieser japanischen Kampfsportart, startet Andy durch. Mit 13 gewinnt er erste Turniere, mit 15 ist er bereits in der Nationalmannschaft. Nach der Schulzeit absolviert er eine Metzgerlehre, kann aber diesen Beruf nicht ausstehen.

1987 wird er mit 23 Jahren Vizeweltmeister im Karate in der Sumo-Halle in Tokyo. Fünf Jahre später wechselt er von «Kyokushin Kaikan», einer Form des Vollkontakt-Karate, zur weiterentwickelten Form «Seido Kaikan». Danach wird er in Japan endgültig zum Star.

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Im modernen Japan lebt er wie die alten Samurai gemäss ihren jahrhundertelangen Traditionen. Als einer der wenigen Nicht-Japaner trägt er auch offiziell den Titel eines Samurai und nimmt als Akteur an den traditionellen Zeremonien teil.

Nachdem er 1993 zum neugegründeten K-1 wechselt, feiert er weitere grosse Erfolge. 1994 wird er Weltmeister und 1996 gewinnt er den Grand-Prix in Tokyo. Um im eigenen Land etwas zu gelten, muss er den Umweg über Japan nehmen.

Am 17. August erhält er die Diagnose akute myeloische Leukämie: Blutkrebs. Dann geht es schnell: Andy Hug fällt ins Koma und stirbt am 24. August 2000 in Tokyo 36-jährig. An der Trauerfeier im Tokyoter Stadtteil Gotanda nehmen 12‘000 Japaner teil.

Die Rolle des Cutman im Kampfsport

Cutman Markus Schwer hilft bei Kampfvorbereitungen und macht die Notfallversorgung: «Ich liebe den Geruch von frischem Blut, den eisernen Geschmack», sagt er. Er sorgt dafür, dass die Kampfsportler trotz Verletzung nicht aufgeben müssen.

Schwer sitzt an diesem Samstagabend in einem stickigen Räumchen der Stadthalle Dietikon ZH. Er bandagiert gerade Fäuste von Männern. Auch das ist Teil seines Jobs. An 42 Wochenenden im Jahr steht Markus Schwer (58) am Boxring, überall auf der Welt: «Vegas, Polen, Russland, England, Kanada, Südamerika, nur Australien fehlt mir noch.» Mehr als 1700 Profiboxkämpfe hat der Deutsche aus Überlingen am Bodensee in den vergangenen 14 Jahren betreut.

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Schwellungen, Nasenbluten oder Platzwunden, sogenannte Cuts, sind die häufigsten Blessuren, die ein Cutman behandeln muss. «Brutal gefährlich» seien Verletzungen des Auges, wenn das Sichtfeld eingeschränkt werde, weil Blut ins Auge fliesse. 55 Sekunden hat der Cutman in der Pause Zeit, um den Athleten wieder herzurichten, immer mit dem Ziel, «den Fighter so lange im Rennen zu halten, bis der Ringarzt, der Ringrichter oder der Trainer den Kampf abbricht».

Top-10 Platzierungen im Kampfsport
Rang Disziplin Punkte (Beispiel)
1 Karate (Elena Quirici) Beispiel: 296
5 Karate (Elena Quirici) Variabel
9 Karate (Yuki Ujihara) Variabel
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