Anna-Maria Wagner ist eine der herausragendsten Judoka Deutschlands und zählt zu den besten Athletinnen weltweit in der Gewichtsklasse bis 78 kg. Geboren am 17. Mai 1996 in Ravensburg, begann sie bereits in ihrer Kindheit mit dem Judo und entwickelte sich schnell zu einem Ausnahmetalent.
In der 2. Klasse nahm Anna-Maria an einer Judo-AG teil. Dies sollte ihr Leben entscheidend beeinflussen. Seit 2004 macht sie also Judo. Ich bin schon immer generell Sport begeistert gewesen. Inzwischen begleitet sie ihr Sport überall hin. Judo ist schlicht ihre Leidenschaft - ihr Leben!
Mit frühen Erfolgen folgten Anreize noch besser zu werden und größere Erfolge zu feiern und seit 2011 gehört Anna-Maria mit Stolz der Deutschen Nationalmannschaft an.
Zum Judo kam Anna-Maria Wagner über eine Judo-AG. „Es hat mir so viel Spaß gemacht, da wollte ich danach direkt im Verein KJC Ravensburg weiter machen.“ Allerdings gab es durchaus auch noch andere Sportarten, die sie mit viel Freude ausgeübt hat. „Ich habe Tennis gespielt, vier Jahre Ballett und zwei Jahre Hiphop getanzt.“ Aber sie war schon relativ früh im Judo erfolgreich und wollte dann auch immer mehr. „Ich habe eine sehr gute Judo-Grundschule von meiner ersten Trainerin, Christa Hoffmann, mitgenommen. Als sie dann in die Nationalmannschaft U17 gekommen ist, war für sie klar, Judo ist mehr als ein Hobby.
Nach ihrem Realschulabschluss 2012 in Ravensburg folgte das Sportinternat in Stuttgart und der Wechsel auf das Wirtschaftsgymnasium. Damit begann auch eine sehr erfolgreiche Zeit im Nachwuchsbereich. „Das Jahr 2016 war bei den Junioren mit Abstand mein Erfolgreichstes.“ Sie hat jedes Turnier gewonnen, war ungeschlagen. Die Krönung bzw. der Abschluss war dann Europameisterschafts-Gold. „In diesem Jahr hat man mir den Spitznamen ´Gold-Marie´ gegeben“, sagt sie schmunzelnd.
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Seit 2013 kämpft Anna-Maria in der 1. Bundesliga der Frauen für die TSG Backnang. Nach ihrem Abitur 2015 trat sie in die Sportfördergruppe der Bundeswehr ein. Im Oktober 2016 wechselte sie an den BSP Köln. Ihr Verein ist aber nach wie vor der KJC Ravensburg. Jedoch entschied sie sich 2016 zusätzlich zu einem Studium: Hotel und Tourismus Management an der SRH Riedlingen.
In Stuttgart hatte sie ihr Abitur auf dem Wirtschaftsgymnasium gemacht und ist anschließend zur Bundeswehr gegangen. Im Oktober 2016 ging es dann für sie an den Stützpunkt Köln. Sie traf diese Entscheidung mit einem lachenden und einem weinenden Auge, da sie gern in Stuttgart war. „Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu Stuttgart und meinem Trainer Mirko Grosche und versuche immer mal wieder, nach Stuttgart zu fahren, um dort zu trainieren.“
Judo ist für sie immer wieder eine Faszination. „Es ist für mich immer noch eine der schönsten Sportarten, die es gibt. Es war mal ein Hobby, ich darf es aber mittlerweile als meinen Beruf bezeichnen. Dabei ist für sie das Schöne an der Sportart, dass nicht eine bestimmte Weite, Höhe oder Schnelligkeit zählt. „Es zählt jede einzelne Sekunde. Man kann gegen Jeden gewinnen aber auch gegen Jeden verlieren.“
Sie hat ein gutes Judo-Gefühl. „Ich denke beim Kämpfen nicht groß nach, sondern agiere einfach je nach Situation intuitiv. „Wenn mein Kopf am Wettkampftag optimal da ist, weiß ich, ich kann alle schlagen.“ Sportlich bezeichnet sie ihren Kopf als die größte Stärke. „Er war aber auch mein größter Gegner nach Tokio.“
Ihr emotionalster Erfolg war Olympia-Bronze im Einzel in Tokio. Nicht zuletzt deshalb, weil ich damit beide Male mein Ticket zu den Spielen gelöst habe.“
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2021 sollte ihr Kindheitstraum von den Olympischen Spielen in Erfüllung gehen. Mit dem WM Titel, doppeltem Grand Slam Gold und Bronze bei den Spielen war dies ihr bisher erfolgreichstes Jahr.
Bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio gewann sie sowohl im Einzel als auch im Mixed Team die Bronze-Medaille, im gleichen Jahr bei den Weltmeisterschaften in Budapest den Weltmeistertitel, den sie auch 2024 verteidigen konnte.
Wagners Stil zeichnet sich durch technische Präzision, enorme Kraft und mentale Stärke aus. Diese Eigenschaften haben ihr in den letzten Jahren viele bedeutende Erfolge auf nationaler und internationaler Bühne eingebracht. Der Höhepunkt ihrer Karriere kam bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio, wo sie die Bronzemedaille in ihrer Gewichtsklasse gewann sowie Bronze im Mixed Team. Ein weiteres Highlight war der Gewinn der Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften 2021 in Budapest, wo sie in einem packenden Finale ihre Gegnerin besiegte und damit den Weltmeistertitel in der Gewichtsklasse bis 78 kg gewann.
Auch in den folgenden Jahren setzte Wagner ihre Erfolgsgeschichte fort. Bei den Weltmeisterschaften 2024 in Abu Dhabi verteidigte sie ihren Titel und zeigte erneut ihre Klasse.
In der Klasse bis 78 kg setzt sich in dieser Olympiaqualifizierung wie bereits im Jahr 2021 Anna-Maria Wagner durch. Die mittlerweile zweifache Weltmeisterin liefert sich im Vorfeld ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Alina Böhm. Beide hatten in vielen Phasen der Qualifikation vordere Nachbarplätze in der Weltrangliste. Zu den Weltmeisterschaften in Abu Dhabi im Mai machte nun Anna-Maria Wagner alles klar. Mit dem Weltmeistertitel katapultiert sie sich auf den zweiten Platz in der Olympia-Rangliste und erhielt die Nominierung für Paris.
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Zu ihren Vorbildern befragt, antwortet sie diplomatisch: „Ein richtiges Vorbild hatte ich bis jetzt nie, für mich sind alle Olympiasieger Vorbilder.“ Sie ist von Kindheit an eng mit Olympischen Spielen verbunden und war schon immer von den Sportlern und deren Leistungen begeistert. Nach dem ganzen Olympiastress will sie hoffentlich erst einmal ihre Medaillen genießen. „Ansonsten möchte ich einfach viel Zeit mit meinen Liebsten und der Familie nachholen.“
Auch will sie unbedingt wieder ihr Studium aufnehmen und abschließen. „Ich habe mit dem Studium Hotel- und Tourismusmanagement begonnen und habe es nach Olympia 2021 ein wenig auf Eis gelegt, um mich 100%ig auf den Sport zu fokussieren.“ Damit möchte sie sich auch die Grundlage für die Zukunft schaffen. „Ich möchte gerne in der Hotellerie arbeiten und am liebsten wieder zurück in die Heimat und dort in unser Familienhotel einsteigen.“ Natürlich will sie nun langsam auch ihre eigene Familie gründen. „Ich habe ein sehr großes Herz für Kinder.“ Auch ist sie gern unter Leuten und mit Freunden zusammen.
Fragen an Anna-Maria Wagner:
- Was treibt Dich an? Ehrgeiz und Erfolg
- Wie schaffst Du es, Deinen inneren Schweinehund zu überlisten? An meine Ziele zu denken
- Auf welche eigene Leistung bist Du besonders stolz? Ich bin stolz darauf, dass ich aus meinem Olympia-Tief wieder rausgekommen bin und es zurück an die Spitze geschafft habe.
- Gibt es ein Ritual/Glücksbringer beim Wettkampf? Es gibt kein Ritual, aber ich brauche sehr viel Selbstgespräche, um in meinen Fokus zu gelangen.
- Wie kannst Du am besten entspannen? Im Spa/Wellness
- Was ist Deine Lieblingsspeise, die Du Dir wünschst, wenn Du nach Hause zu den Eltern kommst? Schwäbischer Wurstsalat
- Worüber kannst Du am meisten lachen? Am liebsten lache ich MIT meinen Freunden und Familie
- Als Kind/Jugendlicher wollte ich sein wie….? Ich war schon immer ich
- Wem würdest Du mit welcher Begründung einen Orden verleihen? Ich würde gerne meinem Betreuerteam der letzten Jahre einen Orden verleihen. Jeder Einzelne hat auf seine eigene Art und Weise dafür gesorgt, dass ich das Maximum aus mir herausholen kann und dort stehe wo ich jetzt bin.
- Was ist für Dich eine Versuchung? Toffifee
- Schenke uns (D)eine Lebensweisheit: No matter how hard life seems, one day all the pieces of your life will fit together. Everything will make sense, and all the pain will go away.(Egal wie hart das Leben auch sein mag, eines Tages werden alle Teile Ihres Lebens zusammenpassen. Beide kannten sich bereits von einem Training in Vorbereitung auf die Special Olympics World Games 2023 in Berlin, bei denen Andrea die Goldmedaille gewinnen konnte: „Das Training damals war super. Es war eine Ehre mit einer Weltmeisterin zusammen zu trainieren. Auch dank Anna-Maria hat es damals bei mir mit der Goldmedaille geklappt. Ich freue mich so sehr, dass sie sich nun als Botschafterin für uns engagiert.“
Die Freude war auch ganz auf der Seite Anna-Maria Wagners. „Die Special Olympics Athleten haben mich damals schon beeindruckt. Ich freue mich sehr, ab sofort auch ein Teil der Special Olympics-Familie zu sein. Ich möchte einen kleinen Teil dazu beitragen, dass noch mehr Menschen mit geistiger Beeinträchtigung den Judo-Sport kennen und lieben lernen. So wie Andrea und ich es auch tun. Jeder hat das Recht auf Sport. Sport verbindet und hält fit. Ich freue mich darauf, die Athletinnen und Athleten bei gemeinsamen Trainings und Wettkämpfen kennenzulernen und hoffe, meine Erfahrungen weitergeben zu können.“
Als Sportsoldatin entschied sie sich daher für den Weg der professionellen Sportkarriere. Zusätzlich studiert sie Hotel- und Tourismusmanagement.
Insgesamt acht olympische Medaillen, darunter vier Goldmedaillen, haben Athletinnen und Athleten aus Baden-Württemberg bei den olympischen Spielen in Tokio in die Heimat gebracht. Vier von zehn: Keine schlechte Ausbeute für Baden-Württemberg.
Mit Malaika Mihambo (Weitsprung, LG Kurpfalz, TSV 1895 Oftersheim), Aline Rotter-Focken (Ringen, KSV Germania Krefeld, Bundesstützpunkt Ringen Freiburg), Franziska Brauße (Bahnrad-Vierer, RSV Öschelbronn) und Max Lemke (Kajak-Vierer, KC Potsdam, Bundesstützpunkt Kanu Mannheim/Karlsruhe) haben vier Athletinnen und Athleten aus dem Südwesten eine der zehn Goldmedaillen für Deutschland von den Olympischen Spielen aus Tokio mit in die Heimat gebracht - ein Beleg für die Stärke des Sportlandes Baden-Württemberg.
Die Bronzemedaillen-Gewinnerinnen und Gewinner Anna Maria Wagner (Judo Einzel und Mixed-Team, KJC Ravensburg), Katharina Menz (Judo im Mixed-Team, TSG Backnang), Frank Stäbler (Ringen, Red Devils Heilbronn) und Denis Kudla (Ringen, SV Alemannia Nackenheim 1912, Bundesstützpunkt Ringen Heidelberg) komplettieren die erfreulichen Nachrichten aus Japan.
„Meinen allergrößten Respekt und Glückwünsche von Herzen für diese beeindruckenden Leistungen. Schon bei den Olympischen Spielen teilnehmen zu können, ist ein Riesenerfolg, dann auch noch eine Medaille zu gewinnen umso beachtlicher“, sagt Sportministerin Theresa Schopper und ergänzt: „Dabei gilt in diesem Jahr der olympische Leitspruch ‚Dabeisein ist alles‘ umso mehr. Denn das Corona-Virus und die damit einhergehende Verschiebung der Spiele hat den Sportlerinnen und Sportlern noch einmal mehr abverlangt. Daher möchte ich explizit auch allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Baden-Württemberg gratulieren. Seien Sie stolz auf sich, dass Sie es nach Tokio geschafft haben. Bei aller Wertschätzung für alle erbrachten Leistungen auf Weltniveau stehen die Frauen und Männer ganz oben auf dem Siegerpodest freilich zu Recht besonders im Rampenlicht.
Die in Heidelberg geborene und heute 27-jährige Malaika Mihambo hat mit ihrem Sprung über sieben Meter die Konkurrentinnen hinter sich gelassen. Nach dem Gewinn des Europa- und des Weltmeistertitels ist olympisches Gold für die zweimalige deutsche Sportlerin des Jahres und Studentin der Umweltwissenschaften nun ein weiterer Höhepunkt in ihrer Karriere.
Am Ende der Karriere ist derweil Freistilringerin Aline Rotter-Focken angelangt - und sie hat sich in Tokio mit einem Coup verabschiedet. Schon vor dem Finale gegen ihre Freundin Adeline Gray aus den USA hatte die 30-Jährige aus Triberg im Schwarzwald Geschichte geschrieben: Die erste olympische Medaille im Frauenringen für Deutschland überhaupt war ihr sicher - und wenig später stand nach einem 7:3 fest: Aline Rotter-Focken holt Gold. Die Gesundheitsmanagerin hat sich ihren Traum erkämpft - und damit gleichzeitig ihren Wunsch, Werbung für ihren Sport zu machen.
Mehr als 300 Menschen, Dauergrinsen und eine Goldmedaille: Als Franziska Brauße jüngst in ihrem Heimatort Eningen unter Achalm mit dem olympischen Edelmetall einrollte, war sie ob der Anteilnahme zu Tränen gerührt. Dabei sorgte die 22-Jährige vom RSV Öschelbronn zusammen mit ihren drei Bahnrad-Kolleginnen Lisa Brennauer, Lisa Klein und Mieke Kröger weit über die Grenzen der Gemeinde bei Reutlingen hinweg für Beachtung. Zweimal Weltrekord auf dem Weg ins Finale der Königsdisziplin des Bahnrad-Sports - und dann die 4.000 Meter in 04:04,249 Minuten. Erneut Weltrekord und der erste Olympiasieg eines deutschen Frauen-Teams im Bahnrad-Vierer.
Max Lemke ist als Letzter über die Ziellinie und mit Gold nach Hause gefahren. In Heppenheim geboren, bis 2019 am Bundesstützpunkt in Mannheim/Karlsruhe trainiert, 24 Jahre jung und im Kajak-Vierer an hinterster Position ist er in Tokio zusammen mit Max Rendschmidt, Ronald Rauhe und Tom Liebscher in 1,22 Minuten über 500 Meter auf Platz eins gepaddelt.
| Name | Sportart | Erfolge |
|---|---|---|
| Anna Maria Wagner | Judo | Olympia-Bronze, Weltmeisterin |
| Malaika Mihambo | Weitsprung | Olympiasiegerin |
| Aline Rotter-Focken | Ringen | Olympiasiegerin |
| Franziska Brauße | Bahnrad | Olympiasiegerin |
| Max Lemke | Kajak | Olympiasieger |
