Alex Pereira: Eine beeindruckende Karriere in der UFC

Alex Pereira, ein Name, der in der Welt des Mixed Martial Arts (MMA) für Furore sorgt, hat in seiner noch jungen UFC-Karriere bereits beeindruckende Erfolge gefeiert. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Stationen seiner Laufbahn, seine Kämpfe und die Herausforderungen, denen er sich stellen musste.

Der Weg in die UFC

Jahrelang spielte Alex Pereira mit dem Gedanken, seine MMA-Karriere fortzusetzen, die er 2015 mit drei Kämpfen begann. Nun macht der Brasilianer Ernst und unterschreibt beim UFC-Sprungbrett Legacy Fighting Alliance. Pereira kehrt damit nach vier Jahren Pause zum MMA zurück, wo er 2015 und 2016 insgesamt drei Kämpfe für Jungle Fight absolvierte und zwei davon durch Knockouts gewann. Der 33-Jährige wollte bereits 2018 zum MMA zurück und interessierte sich für einen Platz in der Tuesday Night Contender Series der UFC, Glory schob dem jedoch einen Riegel vor. Als er seinen Vertrag bei der Kickbox-Liga verlängerte, ließ er sich eine Klausel hineinschreiben, die ihm erlaubt, während der Vertragslaufzeit auch MMA-Kämpfe zu absolvieren.

Anfänge und Erfolge im Kickboxen

Der Brasilianer kämpfte sich in den vergangenen Jahren an die Spitze des Glory-Kaders und sicherte sich 2017 gegen Simon Marcus den Titel im Mittelgewicht, den er in der Folge fünf Mal verteidigte. Im vergangenen Jahr wechselte er zudem die Gewichtsklasse und sicherte sich mit einem Knockout gegen Donegi Abena den Interims-Titel im Halbschwergewicht von Glory.

Die UFC-Karriere von Alex Pereira

Die UFC ist der weltweit größte MMA-Veranstalter und Marktführer. Die Organisation wurde 1993 gegründet und existiert somit seit rund 30 Jahren.* Debüt und schneller Aufstieg So richtig angefangen mit Käfig-Kloppe hat der 1,93m-Mann erst 2020. Ein Jahr später hat die UFC ihn unter Vertrag genommen. Gleich in seinem ersten Kampf zeigte er allen, was er so drauf hat. Mit einem schwindelerregenden Kniestoß haute Pereira seinen Gegner auf die Matten. Erst einmal hat der Kampfsport-Star in der UFC verloren (April 2023 gegen Israel Adesanya). Die letzten vier Fights konnte er alle gewinnen. Gegen Rountree Jr. strebt er jetzt seine dritte Titelverteidigung im Halbschwergewicht an.* Titelgewinn gegen Israel Adesanya In so einem Octagon standen sich Alex Pereira und sein Gegner, Israel Adesanya am 12. November 2022 im Madison Square Garden in New York gegenüber. Bei diesem Kampf holte Pereira den UFC Champion Titel für die Mittelgewichtsklasse. Pereira ist der letzte Kämpfer, der den ungeschlagenen UFC-Mittelgewichts-Champion Israel Adesanya bezwingen konnte, indem er den Nigerianer im März 2017 bei Glory of Heroes in Brasilien mit einem linken Haken ausknockte. Drei Monate nach Kamaru Usman stolpert ein weiteres Aushängeschild der UFC: Israel Adesanya verliert bei UFC 281 seinen Titel gegen den alten Kickbox-Rivalen Alex Pereira. Der Kampf gegen den 35 Jahre alten Brasilianer war heiß erwartet worden, denn Pereira hatte Adesanya schon zweimal geschlagen - im Kickboxen, aus dem beide entstammen, besiegte er ihn 2016 nach Punkten und 2017 durch K.o. Adesanya willigte überraschend schnell in ein Titelmatch gegen den alten Rivalen ein, Experten mutmaßten, dass er seinen Erfahrungsvorsprung im MMA-Bereich nutzen wollte, ehe Pereira seine gefürchtete Schlag- und Trittkraft mit mehr Routine ergänzen würde. Die Rechnung ging nicht auf, Pereira drängte den bei allen Kampfrichtern mit 3:1 nach Runden vorn liegenden Adesanya in der Schlussrunde in die Käfigecke und ließ einem kraftvollen Punch eine Schlagserie folgen, nach der der Ringrichter den Kampf abbrach. Für Adesanya ist es die zweite Niederlage im 25. MMA-Kampf und die zweite in der UFC: Im März 2021 hatte er Jan Blachowicz vergeblich um den Halbschwergewichts-Titel herausgefordert.* Verlust des Titels gegen Magomed Ankalaev Magomed Ankalaev hat sich mit einem einstimmigen Punktsieg über Alex Pereira im Hauptkampf von UFC 313 in Las Vegas zum neuen Champion im Halbschwergewicht gekrönt. Die Niederlage des Brasilianers kam für viele überraschend, hatte er doch in seinen letzten vier Kämpfen die Elite seiner Gewichtsklasse vorgeführt. In der ersten Runde zeigten beide Fighter ihren Respekt vor den Fähigkeiten des jeweils anderen. Einige Legkicks streute Pereira zwischen die Jabs ein, der ehemalige Kickbox fand aber hier schon nicht in einen echten Rhythmus. Das nutzte der russische Herausforderer spätestens ab Runde zwei. Er landete ein paar solide Schläge, bevor er Pereira zum Abschluss der Runde mit einer rechten Geraden ins Wanken brachte. Insgesamt wurde viel Zeit im Clinch verbracht, wo Ankalaev seine Stärken besser ausspielen konnte. Das größte Problem war letztlich: Pereira ließ das alles mit sich machen. In Runde drei und vier wurde er auf diese Weise ganz simpel ausgepunktet, ohne dabei harte Treffer zu kassieren. In der letzten Runde ging er dann zwar aggressiver zu Werke. Ein Tritt zum Kopf schüttelte Ankalaev durch, ehe der Russe das Geschehen wieder an den Käfigzaun verlagerte und sich in seiner Komfortzone austobte. Dass es nochmal zu einem Duell der beiden kommt, ist sehr wahrscheinlich. "Wenn es um mich geht, habe ich noch nie Nein zu Rückkämpfen gesagt", sagte Ankalaev nach dem Titelgewinn. "Ich glaube, es gab in meiner Karriere bereits zwei Fälle, in denen jemand sagte, dass er einen Rückkampf verdient, und ich habe ihm diese Chance gegeben. Wenn Pereira also zu mir kommt und ich derjenige bin, der entscheidet, ob er sofort eine Chance auf einen Rückkampf bekommt, werde ich natürlich ja sagen." Auch Pereira meldete sich zu Wort. Er sei unverletzt aus dem Kampf gegangen, sagte er in einem Beitrag auf Instagram. Er wolle nun ein paar Anpassungen im Training vornehmen und dann zurückkehren.* UFC 307 gegen Khalil Rountree Bei der MMA-Veranstaltung UFC 307 in Salt Lake City hat der Brasilianer Alex Pereira seine Dominanz im Halbschwergewicht erneut unter Beweis gestellt. Im Hauptkampf gegen Khalil Rountree lieferte der 37-Jährige eine beeindruckende Performance. Mit Khalil Rountree stand ein eher überraschender Herausforderer im Titelkampf mit Urgewalt Alex Pereira. Der Amerikaner steht in den Rankings schließlich "nur" auf Platz 8. Er hatte zwar keinen Titelkampf gefordert, aber immer wieder betont, unbedingt gegen den Brasilianer kämpfen zu wollen. Der Wunsch wurde erfüllt. Pereira, der von den Fans in Utah mit "Chama"-Rufen angefeuert wurde, eröffnete den Kampf mit einem wilden Vorstoß, verfehlte mit einem Knie aber deutlich. Der Herausforderer bewies, dass er einen Plan hatte. Immer wenn der Champion zum Highkick ansetzte, schaltete er in den Vorwärtsgang und traf mit seinen Schlägen zum Körper. Pereira hatte in Runde eins sichtlich Probleme mit dem Tempo Rountrees. In Runde zwei folgten dann die bis dato besten Momente des Herausforderers. Unter einem Highkick des Brasilianers tauchte Rountree gekonnt ab und landete einen krachenden rechten Haken. Anschließend landete der Amerikaner einen Headkick. In der dritten Runde setzte Pereira auf ein Erfolgsrezept, das er in Runde zwei zumindest ansatzweise anbringen konnte. Er bearbeitete das vordere Bein des Herausforderers mit heftigen Tritten- und Roundtree wurde sichtlich langsamer. Er kam häufig zu kurz mit seinen Schwingern und wurde vom Champion mit Jabs abgefangen. Die Treffer hinterließen Wirkung und einen im Gesicht demolierten US-Amerikaner. Runde vier sollte dann komplett dem Champion gehören. Immer wieder fand der Jab sein Ziel. Durch die Legkicks war Rountree nur noch ein unbewegliches Ziel. Pereira trieb ihn minutenlang vor sich her, landete Treffer um Treffer, ehe er Rountree am Käfigzaun stellen konnte. Rountree nahm die Deckung hoch, Pereira setzte zwei heftige Körperhaken und einen Uppercut - das war zu viel für den Herausforderer. Er ging zu Boden, der Kampf war entschieden. "Das war einer meiner härtesten Kämpfe", bekannte Pereira. "Ich könnte eine Gewichtsklasse hochgehen, aber fühle mich im Light Heavyweight wohl", zerstreute der Brasilianer anschließend Spekulationen, er würde künftig in einer anderen Gewichtsklasse antreten.

Pereiras schneller Aufstieg zum Champion

Pereiras schneller Aufstieg zum Champion bei der UFC ist rekordverdächtig, getoppt hat ihn nur der frühere, mittlerweile wieder bei WWE als Wrestler aktive Brock Lesnar, der schon in seinem dritten UFC-Kampf Schwergewichts-Champion wurde.

Alex Pereira als Person

Der heute 35-jährige Brasilianer startete seine MMA-Karriere erst mit 21 und hat in den letzten 14 Jahren nicht nur sportlich enorm viel erreicht. Auch auf Instagram hat Pereira eine große Fanbase, 1,1 Millionen Follower sind eine Ansage. Viele seiner Fans kommen aus Deutschland.Pereira spricht zwar weder englisch noch deutsch, doch dafür hat er seinen besten Freund „Plinio Cruz“ in der Trainerecke. Dieser begleitet ihn zu Veranstaltungen und Seminaren, um für ihn unter anderem als Dolmetscher zu agieren.

Seminare und Wissenstransfer

Pereira bietet auch selber immer wieder Seminare für MMA-Interessierte an. Dennoch wird es wohl pro Jahr nicht mehr als ein Seminar in einem Land geben. Dieses Jahr hatte er sich in Deutschland für das NR1 Gym in Düsseldorf Pempelfort entschieden, um sein Wissen weiterzugeben.Das Seminar fand am 9. Februar statt. Die Teilnehmerbegrenzung für das Seminar wurde von dem UFC-Champion auf 28 Teilnehmer festgesetzt, da seine Techniken „zwar auf den ersten Blick einfach wirken, aber doch sehr komplex seien". Für den Kurs wurden die Teilnehmer gebeten Bandagen, Handschuhe und Schienbeinschoner mitzunehmen, da es sich um ein „Striking“ Seminar handelte. Um die einzelnen Techniken zu erklären, stellte sich Pereira mit einem der Teilnehmer in die Mitte des Octagons und wurde von den anderen Teilnehmern umkreist. Pereira zeigte die Techniken und erklärte sie auf Portugiesisch, Plinio Cruz übersetzte das Gesagte ins Englische.„Osu!" Um zu bestätigen, dass sie das Gesagte verstanden haben, antworteten die Teilnehmer mit einem lauten „Osu“ (ausgesprochen „Us“), was so viel wie „ich habe es verstanden“ oder „Ja“ bedeuten soll. Außerdem wird "Osu" innerhalb des Kampfsports genutzt, um die Anerkennung gegenüber dem Trainer auszudrücken.Während die Teilnehmer versuchten, die Techniken anzuwenden, unterstützten Pereira und sein Team diese mit konkretem Feedback. Es wurde deutlich, dass es dem UFC-Champion wichtig ist, dass die Teilnehmer möglichst viel aus dem Seminar mitnehmen können. Die Anwesenden „schlugen" sich bestens und schienen auch viel Spaß an dem Seminar zu haben. Besonders aufgeregt wirkten sie, als sie ihrem Idol Fragen stellen durften. „Wie oft trainierst du am Tag?“ Wird Pereira unter anderem gefragt.

Persönliche Herausforderungen

Alex Pereira (36) hat in seiner Kampfsport-Karriere schon viele Schläge kassieren müssen, aber dieser war wohl der härteste für den Mixed-Martial-Arts-Star und aktuellen UFC-Champion (Halbschwergewicht). Wie der Brasilianer im YouTube-Channel „FullSend MMA“ verriet, hat er sich von seiner Verlobten Merle Christine getrennt. Der Grund ist pikant: Pereira will herausgefunden haben, dass sie mit einem anderen Mann verheiratet ist!„Nun, es ist ein bisschen schwierig, darüber zu sprechen, weil ich diese Person bereits aus meinem Leben gelöscht habe. Ich möchte auch meine Fans bitten, sie ebenfalls aus Ihrem Leben zu löschen“, sagte der Käfig-Kämpfer. Pereira weiter: „Sie war eine Person, an die ich geglaubt habe. Ich habe sie in meinem Zuhause aufgenommen, bei meiner Familie. Schließlich habe ich herausgefunden, dass sie verheiratet ist.“Seine nun Ex-Verlobte ging in einem Statement auf Social Media nicht auf die Vorwürfe ein, bestätigte aber zumindest die Trennung. „Es scheint, als ob all diese Kommentare und Gerüchte kein Ende nehmen. Deshalb denke ich, dass es wichtig ist, mich dazu zu äußern. Manchmal im Leben funktioniert eine Beziehung nicht und die Menschen entscheiden sich für zwei verschiedene Wege.“ Christine weiter: „Und ich denke, das ist etwas, das jeder respektieren muss, und das bedeutet nicht, dass zwischen diesen beiden Menschen böses Blut herrscht.Zuvor hatte sich der UFC-Star von seiner Ex-Frau, mit der er zwei Söhne hat, scheiden lassen. Mit seiner neuen Partnerin schien er wieder glücklich zu sein. Regelmäßig posteten Pereira und Christine gemeinsame Fotos auf ihren Social-Media-Accounts, auf denen sie total verliebt wirkten. Mittlerweile sind diese Fotos jedoch alle gelöscht.

Der Kampfstil von Alex Pereira

Pereiras Stil ist sehr einzigartig und speziell. Beispielsweise seine Leg Kick-Technik ist nicht ganz korrekt, da er seine Hüfte kaum eindreht, wie man es klassischerweise macht. Für ihn funktioniert es aber so am besten und er ist damit erfolgreicher als mit der „korrekten“ Technik. Er kämpft mit niedriger Deckung, was für die meisten böse ausgehen würde, aber durch sein hervorragendes Distanzgefühl und Reaktionsvermögen nimmt er trotzdem nur wenig Schaden. Pereira ist groß, hat sehr lange Gliedmaßen und einen sehr speziellen Körperbau und als erfahrener Kickboxer hat er seinen eigenen Stil über viele Jahre so etabliert, dass er damit erfolgreich ist.

Ratschläge für Anfänger

Als Anfänger solltest du dich zunächst auf die Grundlagen konzentrieren und lernen, die Techniken korrekt auszuführen. Nicht jeder Stil passt zu jedem. Sobald du die Grundlagen erlernt hast, kannst du hier und da immer mal verschiedene Elemente von Vorbildern einbauen und im Sparring schauen, wie sie für dich funktionieren. Wenn es funktioniert, integriere es, wenn nicht, probiere etwas anderes aus. Manches wird gut passen, anderes nicht. Mit der Zeit wirst du deinen eigenen Stil entwickeln, einen Stil 1:1 zu versuchen zu kopieren wird aber selten erfolgreich sein.

UFC 307 Hauptkarte

GewichtsklasseKämpfer 1Kämpfer 2Kampfart
HalbschwergewichtAlex PereiraKhalil Rountree Jr.Titelkampf
Frauen-BantamgewichtRaquel PenningtonJulianna PenaTitelkampf
BantamgewichtJosé AldoMario Bautista-
Frauen-BantamgewichtKetlen VieiraKayla Harrison-
MittelgewichtRoman DolidzeKevin Holland-

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