Mit WrestleMania 32 fand am 3. April 2016 der Super Bowl des Wrestlings statt. Die WWE lockte mit großen Ankündigungen: „The King. The Empire. The Revolution. The Legacy.
Es war ein neuer Besucherrekord der WWE: 101.763 Menschen kamen in das AT&T Stadium im texanischen Arlington und Millionen weitere schauten auf dem WWE Network zu, um zu erfahren, ob Dean Ambrose im Krankenwagen nach Hause gebracht werden muss, Raw einen neuen General Manager bekommt und Roman Reigns als unbeliebtester Face aller Zeiten in die Geschichte eingehen wird.
Die Ratings sind am Boden und der Wunsch nach einer neuen (nicht jugendfreien) Ära ist unter den verbliebenen Fans groß. Wird diese womöglich mit WrestleMania 32 eingeleitet?
Es ging gut los an diesem Sonntagabend, denn beeindruckend - ach was, atemberaubend war das Bild, das die gigantische und bis zum letzten Platz gefüllte Halle, in der sonst die Dallas Cowboys zuhause sind, abgab.
Doch auch bei WrestleMania 32 wurden die Wünsche der Zuschauer ein weiteres Mal gekonnt ignoriert und an dubiosen Entscheidungen festgehalten.
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Weshalb Roman Reigns‘ Face-Push fortgeführt wird, obwohl er offensichtlich mehr Buhrufe einstecken muss, als Stephanie McMahon bei der „overacteten“ Einmarschansage für ihren Ehemann Triple H, ist nur noch kopfschüttelerzeugend.
Auch die Wyatt Family verkommt endgültig zum nächsten großen Witz à la Jack Swagger. Die Tage, in denen die Wyatts der personifizierte Horror waren, sind längst vorüber.
Bei WM32 durfte sich Erick Rowan innerhalb von sechs Sekunden eine Niederlage gegen The Rock abholen. Bray Wyatt und Braun Strowman mussten ebenfalls ohne jegliche Gegenwehr Finisher von Rocky und dem zurückgekehrten John Cena einstecken.
Die gescholtenen Herren sind mittlerweile völlig verbrannt und können - wenn es mit diesen Demontagen von PPV zu PPV nicht aufhört - gleich mit einer Fehde gegen Social Outcast weitermachen.
Von Hall Of Famerin Lita bereits in der Kickoff-Show vorgestellt, wurde in der Hauptshow zum ersten Mal der neue WWE Women’s Championship-Gürtel zwischen Charlotte, Becky Lynch und Sasha Banks ausgefochten.
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Überraschend gewann jedoch Charlotte und wurde damit nach einer 196-tägigen Regentschaft als WWE Divas Championesse nun auch erste WWE Women’s Championesse.
Die wirklichen Highlights fanden sich bei WrestleMania 32 an ganz überraschenden Stellen: Zack Ryder gewann den Intercontinental-Gürtel und schuf sich damit seinen persönlichen WrestleMania-Moment - wobei er diesen im Laufe des Abends mit einem Snickers-Werbespot noch einmal toppte.
Y2J bekam verdiente Genugtuung mit seinem Sieg gegen AJ Styles. NXT-Liebling Baron Corbin setzte bei der André-the-Giant-Battle-Royal ein erstes Ausrufezeichen im Haupt-Roster und gewann gegen skurrile Teilnehmer wie Shaq O’Neil, Tatanka oder DDP.
Noch größer als die Booty-O-Verpackung war der Flugweg, den Shane McMahon vom Käfigdach durch den Kommentatorentisch beim Hell-In-A-Cell-Match gegen den Undertaker zurücklegte.
Genauso enttäuschend fühlte sich der Street Fight zwischen Brock Lesnar und Dean Ambrose an.
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Inklusive der Kickoff-Show bot WrestleMania 32 sieben durchaus kurzweilige Stunden.
Groß aufgebaute Auseinandersetzungen, von denen man sich bei WrestleMania mindestens ein aufsehenerregendes Ende erwartet hatte, verpufften regelrecht.
Ernüchtert ließ man die Zuschauer zurück und lieferte keinen triftigen Grund, am nächsten Abend bei Raw einzuschalten.
Reigns hat Triple H schlussendlich besiegt, Lesnar ohne große Überraschung Ambrose zerstört und der Undertaker gegen einen Nicht-Wrestler gewonnen.
Die Ergebnisse und der Weg dorthin wirkten so egal und damit einfach nur enttäuschend.
Als würden sie dem vorangegangen Hype nicht einmal im Ansatz gerecht werden.
Vor der (offiziell verkündeten) Rekordkulisse legte die WWE mit WrestleMania eine furiose Schaukampf-Show hin.
Diverse herausragende Matches, Bombast-Einzüge, Shaquille O'Neal als Wrestler und ein Irrsinnssturz aus über sechs Metern - SPORT1 fasst zusammen:
Match-Highlights
Furioses Leitermatch um den Intercontinental Title
Kevin Owens setzt seinen Titel gegen sechs Herausforderer aufs Spiel. Alle überbieten sich gegenseitig mit spektakulären Demolition-Derby-Manövern.
Highlight: Sin Cara wird von der Leiter geschubst, stützt sich im Fallen mit den Füßen auf das oberste Ringseil und federt von dort mit einem Vorwärtssalto auf die draußen stehenden Gegner.
Owens und sein ewiger Rivale Sami Zayn sind die Stars des Matches, der überraschende Sieger aber: Zack Ryder, indem er den siegessicheren The Miz wegstößt, als er den Gürtel greifen will. Ein WrestleMania-Moment für einen verdienten Veteranen.
Styles brilliert und verliert
AJ Styles tritt zum ersten Mal auf die WrestleMania-Bühne und liefert sich den erwarteten Leckerbissen mit Chris Jericho.
Viel Technik, viele Konter, der letzte: Styles schart das Publikum für ein letztes großes Flugmanöver hinter sich - und springt in den Codebreaker seines Gegners.
Prügelspaß mit drei Legenden
Die böse League of Nations besiegt unfair die Kultlieblinge The New Day - was schnell sehr egal ist, denn unter dem Jubel der Massen kommen die Hall of Famer Shawn Michaels, Mick Foley und Stone Cold Steve Austin zum Ring und verprügeln die Schurken mit ihren Standardmanövern.
New Day fordert die Legenden dann auf etwas Party zu machen. Austin, nicht direkt ein Tanzbär reagiert kühl, schwoft dann doch etwas mit Xavier Woods - und verpasst ihm den Stunner.
Lesnar regiert in Suplex City
Undertaker-Bezwinger Brock Lesnar und der aufstrebende Dean Ambrose lassen es in ihrem Street Fight krachen: Ex-Ringer Lesnar reiht Suplex an Suplex - die Videoleinwand zählt mit -, Ambrose arbeitet sich durch die Kampfwaffen, die ihm die Hardcore-Legenden Mick Foley und Terry Funk zuvor geschenkt haben.
Gegen Ende wirft er wie einst Funk eine Ladung Stühle in den Ring, Lesnar aber lässt ihn mit dem F-5 selbst hineinkrachen. Der Sieg - etwas zu schnell und eindeutig.
Sensationsshow der drei Damen
Das größte Frauenmatch der WWE-Geschichte sollte es werden, das größte Frauenmatch der WWE wurde es. Charlotte, Becky Lynch, Sasha Banks: Das Match um den neuen, von Hall-of-Famerin Lita vorgestellten Women's Title (statt dem alten Divas Title) hält alles, was es verspricht. Ein Spektakel schon der Einzug: Banks zum Live-Rap von Cousin Snoop Dogg, Charlotte mit einer umgeschneiderten Version der Robe, mit der Papa Ric Flair in den Ruhestand ging.
Im Ring dann: Ein Feuerwerk der zwei- und dreifach gewendeten Aktionen. Charlotte siegt, als sie am Ende Lynch mit dem Figure Eight zur Aufgabe zwingt. Beigeschmack: Papa Flair greift unfair ein und verhindert, dass Banks den Griff löst - womit die Saat für Banks' Revanche gelegt ist. Und weitere große Matches.
Der Wahnsinns-Stunt
Shane McMahon gegen den Undertaker im Hell-in-a-Cell-Käfig. Gewinnt Shane, bekommt er gemäß Story die Kontrolle über die TV-Show RAW - und das Denkmal Taker ist von der WrestleMania-Bühne gestoßen.
Shane, eigentlich kein Wrestler, gleicht fehlendes Handwerk mit Stunts aus, zum Schluss mit dem Ultimativen: Mit einem Bolzenschneider öffnet Shane die Zellentür, klettert auf das über sechs Meter hoch gelegene Dach - und springt!
Der Undertaker weicht aus, Shane kracht durch den Kommentatorentisch. Einen Tombstone später: Schluss. Der Taker hat noch mindestens eine WrestleMania vor sich, Shane wird mit der Trage abtransportiert. Show oder wirklich verletzt? Ein erhobener Daumen signalisiert: Der Stunt ist einigermaßen gut überstanden.
Shaq Attack!
Zum Runterkommen nach dem Höllenkäfig-Drama: Leichte Unterhaltung bei der Andre The Giant Memorial Battle Royal. Es gibt diverse Überraschungsteilnehmer - die Altstars Diamond Dallas Page und Tatanka sowie Shaquille O'Neal (!).
Die NBA-Ikone verpasst Kraftpaket Kane zusammen mit Hüne Big Show einen doppelten Chokeslam, beide werden dann vom Rest der Akteure gemeinsam elimiert. Sieger scheint am Ende Kane, aber ein Neuling schleicht sich noch rein: Nachwuchstalent Baron Corbin triumphiert.
Doch noch ein "Match" mit The Rock
Dwayne Johnson alias The Rock durfte wegen seiner Hollywood-Verpflichtungen eigentlich kein Match beim alten Arbeitgeber bestreiten, tat es dann aber doch - wenn man es so nennen will.
In sechs Sekunden besiegte er Erick Rowan von der Wyatt Family, die gemeinsam seine Ansprache unterbrach. Eine Aktion, der Rock Bottom, Schluss. Der verletzte Superstar John Cena machte bei der weiteren Abreibung dann auch noch mit.
Roman Empire übertrumpft King of Kings
Triple H, der World-Champion-Veteran, gegen Roman Reigns, den angehenden Star mit den gewaltigen Akzeptanzproblemen beim Publikum. Der Hauptkampf beginnt mit einem denkwürdigen Fantasy-Einmarsch von Triple H: Totenschädel-Armee, Ehefrau Stephanie mit Skelettmaske, Lack und Leder, Motörhead.
Reigns dann bei seinem Auftritt ausgebuht - aus geschätzt fast 101.763 Mündern.
Das Match dann: Blitzsauberes Old-School-Wrestling mit wohldosierten Einlagen - ein Spear-Tackle für die eingreifende Stephanie zum Beispiel. Mit letzter Kraft reicht sie Triple H Noch seinen Vorschlaghammer - nützt nichts mehr. Reigns weicht aus, Spear für Triple H. Der Ungeliebte hat gewonnen, trotz weiterer Buhrufe: solides Ende einer gewaltigen Show.
Zuschauerzahlen und Ort
WWE WrestleMania 32 Ort: AT&T Stadium in Dallas, Texas, USA
Datum: 03. April 2016
Zuschauer: 101.763 (die reale Zahl lag wohl bei ca. 94.000)
Pre-Show Matches
Die größte Show des Jahres wird von der Expertenrunde - bestehend aus Renee Young, Booker T und Lita - eröffnet. Zunächst werden die verschiedenen Reporter vorgestellt, Corey Graves befindet sich außerhalb des Stadions und Tom Phillips & Cathy Kelly befinden sich in der Social Media Lounge, dort wird später Paul Heyman zu Gast sein.
Nach einigen Vorhersagen und Besprechungen wird der Intercontinental Champion Kevin Owens von JoJo interviewt. Er spricht über sein bevorstehendes Match und in seiner bekannten amüsanten Art, rechnet er die Chancen seiner jeweiligen Kontrahenten aus.
Nun steht die Fehde zwischen Chris Jericho und AJ Styles im Fokus. Ein Video wird eingespielt, welches nochmal die Ereignisse Revue passieren lässt.
Nach weiteren Analysen, unter anderem zum Divas Match und dem Match zwischen New Day und The League of Nations, wird erneut in die Social Media Lounge geschaltet, dort wird Paul Heyman empfangen.
