Die Jahre 1997 bis 1999 sind gekennzeichnet durch die "Konsolidierung des Verbands", der BKB entwuchs seinen "Kinderschuhen". Innerhalb des BKB kam es zu keinen echten Problemen, die den Verband hätten "erschüttern" können. Anstehende Herausforderungen wurden mit Engagement und emotionaler Begeisterung angenommen und gelöst.
Aufgrund der zunehmend facettenreichen Arbeit innerhalb des BKB war es unumgänglich, eine engagierte und harmonisch zusammenarbeitende Führungsmannschaft zu haben. Diese Ansprüche waren innerhalb des BKB-Präsidiums mit Eva Silhavy, Fritz Oblinger und Peter Förster zu 100 % erfüllt.
Mit der Breitensportarbeit von Uwe Chszaniecki konnten echte "Höhepunkte" erzielt werden. Die einzelnen Stilrichtungsreferenten gewährleisteten, dass die verschiedenen Ausprägungen des Karate-Do erhalten und gefestigt wurden.
Nach dem Auslaufen der Zusammenarbeit mit der Fa. D.C. Sport Ende 1999 konnte erreicht werden, dass die Firma "Budoland / TOP TEN" als Sponsor des BKB tätig wird. Diese Firma stellte für die gesamten Meisterschaften ab 01.01.2000 alle Pokale kostenlos zur Verfügung. Weiterhin konnte der bestehende Sponsorvertrag mit der Fa. SPORTIMEX vorzeitig bis zum 31.12.2003 (!) verlängert werden. Somit war sichergestellt, dass unsere Meisterschaften auch künftig auf den Wettkampfmatten der Fa. stattfinden konnten.
Damit das "Rad nicht ständig neu erfunden" werden muss, wurden die bestehenden Checklisten zur Ausrichtung von Meisterschaften durch Dojos überarbeitet und verteilt. Allen Mitgliedsvereinen steht somit ein "roter Faden" für die Veranstaltung von Turnieren und Meisterschaften zur Verfügung. Auch die BAVARIAN OPEN (Senioren und Jugend) in Ingolstadt bzw. Nürnberg wurden nach diesen Vorgaben organisiert. Bei diesen Veranstaltungen nahmen bis zu 1.000 Teilnehmer aus rd. 25 Nationen teil.
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Ebenso kann die Ausrichtung des KOI-World Cups Mitte 1999 zweifellos als Erfolg bezeichnet werden, da der Chefkampfrichter der World Karate Federation -Mr. Tommy Morris / Schottland- ebenso wie viele internationale Kampfrichter, Betreuer und Kämpfer von der perfekten Organisation in Erding unter der Leitung von Walter Sosniok, der Wettkampfkommission, Fritz Oblinger und Irmgard Borgs vollkommen überzeugt waren.
Innerhalb des BKB kam es am 06.06.99 zu einem wichtigen Amtswechsel. Der langjährig erfolgreich arbeitender Jugendreferent Reiner Hager trat aus beruflichen Gründen von seinem Amt zurück. Die "neue" Jugendreferentin Irmi Borgs trat an, die Arbeit erfolgreich und ebenso engagiert weiterzuführen. Ihr stand -und auch dies war ein Zeichen für die Konsolidierung des BKB- mit der Jugendvorstandschaft der BKJ ein hochmotiviertes und eingespieltes Team zur Seite.
Bei der Sitzung des BLSV-Sportbeirates am 20.11.98 wurde einstimmig beschlossen, "Kickboxen" als Sportdisziplin in den BLSV aufzunehmen. Gleichzeitig sollte der BKB mit den Vertretern der B.A.K.U. (Bayer. Die BAKU vertrat zu diesem Zeitpunkt 55 Vereine mit rd. 2.500 - 3.000 Mitglieder. Die BAKU führte einen geregelten Sport- und Wettkampfbetrieb (wie der BKB) durch. Auch verfügte die BAKU über ein -mit dem BKB/DKV- vergleichbares Prüfungssystem. Weiterhin führte die BAKU eine "geregelte" Trainerausbildung durch, die im wesentlichen unserer Übungsleiterausbildung entsprach. Damit behielten die Kickboxer ihre eigene Struktur, ihre eigene Geschäftsstelle, ihre eigenen Pässe, Prüfungsordnungen, Wettkampfregeln etc. Der Unterschied war, dass sie nun im BLSV integriert waren und die gesamten Vorteile genießen konnten. Der TA hatte sich bei seiner Sitzung am 17.04.99 mit der skizzierten Lösung mehrheitlich einverstanden erklärt.
Ein zentraler und zeitlich immenser Arbeitsschwerpunkt war die Vorbereitung des Jahrhundertereignisses "WM 2000". Es bleibt hervorzuheben, dass die Mitglieder des WM-Organisationskomitees hier z u s ä t z l i c h für den Verband, für alle Dojos und für die Sportler eine große Arbeitsbelastung auf sich nahmen, um die WM 2000 zu einem Erfolg werden zu lassen.
Die zweite Hälfte der Amtsperiode 1997/2001 war dominiert von der Karate WM 2000. Zentraler Arbeitsschwerpunkt war die Vorbereitung und Durchführung der Karate Weltmeisterschaft 2000 in der Olympiahalle München. Zu Einzelheiten sei auf den ausführlichen Bericht verweisen, in dem die WM 2000 umfangreich dargestellt ist. Da die gesamte WM ausschließlich in ehrenamtlicher Arbeit geplant, vorbereitet, durchgeführt und auch nachbereitet wurde, können wir darauf stolz sein.
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Im Zusammenhang mit der Karate Weltmeisterschaft 2000 stellte Ingo Averdunk dem WM Organisationskomitee sehr frühzeitig eine mögliche Homepage für den BKB und die WM 2000 vor. Die Präsentation von Ingo Averdunk war so überzeugend, dass der BKB als einer der ersten Landessportfachverbände überhaupt mit einer eigenen Homepage im Internet vertreten war. Zur damaligen Zeit war dieses Medium in der breiten Masse noch nicht so bekannt wie es heute der Fall ist. Dennoch waren wir gemeinsam von der Wichtigkeit und vom großen Nutzen der BKB Homepage überzeugt. Aufgrund dessen forderte Schindler in vielen BLSV Sitzungen, dass auch der BLSV "online" gehen sollte. Als eine der ersten Aufgaben errichtete der Ausschuss "PR und Öffentlichkeitsarbeit im Sport" eine BLSV Homepage. Mittlerweile wird der Internetauftritt des BLSV nicht nur "nebenbei" betreut, sondern der BLSV stellte einen hauptamtlicher Webmaster ein.
Während der WM 1998 in Rio de Janeiro (Brasilien) war der DKV erfolgreich wie noch nie, und warb auch auf sportlicher Ebene für die WM 2000 in München. Marc Haubold wurde als erster Deutscher Weltmeister im Schwergewicht (Kumite +80 kg). Das "Unterfränkische" Katateam des DKV, Michael Mack, Claus Arnold und David Terbeck, schrammte auch in Rio knapp an Edelmetall vorbei.
Bei der WM 2000 waren auch Karateka aus dem BKB am Start. Senol Yildirim (Shogun Memmingen) erkämpfte sich Silber im Kumiteteam des DKV. Claudia Völk und Claus Arnold (beide DJK Rimpar) starteten in den Katateams für den DKV und scheiterten knapp an einer Medaille.
Nurhan Firat holte in diesen Jahren Einzelerfolge (Gold EM 1997) und Siege im Kumite - Frauenteam der Türkei: Weltmeisterin 1998 und Europameister 1999. 1998 bei der EM in Belgrad war Nurhan Dritte in der Offenen Klasse geworden. Anja Schweikardt (Durach-Weidach) gewann 1998 das Kata Einzel der 2. Bavaria Open gegen starke internationale Konkurrenz. Die ehemalige Dritte bei den Jugendeuropameisterschaften war da schon viele Jahre sportliches Aushängeschild des BKB und wurde mehrfach Deutsche Meisterin u. A.
Wolfgang Weigert wurde Endes des Jahres 2000 zum Vizepräsidenten des Deutschen Karate Verbandes gewählt. Zwar geschah dies in seiner Funktion als Landesvorsitzender des Sächsischen Karate Bundes, jedoch war Wolfgang Weigert innerhalb des Bayerischen Karate Bundes schon jahrelang als Bezirksvorsitzender Oberpfalz aktiv. Durch seine Wahl in das höchste Führungsgremium des Deutschen Karate Verbandes ergaben sich für den BKB viele positive Synergieeffekte.
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Innerhalb des DKV meldete der BKB insgesamt knapp 20.000 Mitglieder. Dieser Mitgliederstand ist der höchste Stand seit dem Bestehen des BKB. Während viele andere Landesverbände eine Mitgliederstagnation oder zum Teil auch einen Mitgliederrückgang zu verzeichnen haben, konnte der BKB in den letzten 10 Jahren seinen Mitgliederstand kontinuierlich bis zu dieser Höchstmarke steigern. Auch innerhalb des Bayerischen Landessportverbandes konnten wir einen Mitgliederhöchststand verzeichnen (Stand: 02.10.2001): 35.215 Mitglieder in 436 Vereinen. Dieses für den BKB positive Ergebnis ist zurückzuführen auf die gemeinsame Arbeit in den Gremien, Bezirken, Stilrichtungen und vor allem natürlich in den Vereinen bzw. Dojos. Sicher spielt auch die enorme Wirkung der Karate Weltmeisterschaft 2000 eine gewisse Rolle für diesen deutlichen Mitgliederanstieg.
Dass es gelang, die Sportart Karate endlich von dem ihr oftmals noch anhaftenden negativen Image ein großes Stück wegzubewegen, konnten wir während der Vorbereitungs- und Nachbereitungsarbeiten im Zusammenhang mit der WM 2000 erleben. Innerhalb vieler gesellschaftlicher und politischer Gruppen in München, Bayern und Deutschland ist Karate jetzt "positiv" belegt. Durch die große Medien- und Zuschauerresonanz der WM 2000 haben erstmals viele Personen und Entscheidungsträger direkt und unmittelbar gesehen, was Karate überhaupt ist. Die von uns Insidern vielfach in allen Gesprächen erwähnten positiven Aspekte, wie z.B. Höflichkeit, Anstand, Ehre etc. ("Karate Do") wurden einem breiten Publikum mit der WM 2000 präsentiert. Von den vielen Großveranstaltungen in der Olympiahalle München war die WM 2000 die "harmonischste". Der Geschäftsführer der Olympiapark GmbH -Hr. Genau dieselben Erfahrungen konnten wir bei all unseren externen Ansprechpartnern erleben.
Regensburg - Gewählt von den Delegierten ging der Teublitzer Albert Schindler in seine fünfte Amtsperiode an der Spitze der über 35.000 beim BLSV gemeldeten Bayerischen Karateka. Bestätigt wurde für vier Jahre auch mit breitester Mehrheit die gesamte Führungsmannschaft des Kampfsportverbands. Neuer Vizepräsident wurde Erich Bilska, der der zurückgetretenen Evi Silhavy nachfolgte. Peter Schuster, Schatzmeister des Bayerischen Landessportverbands (BLSV) und Präsident des Bayerischen Schiverbandes überbrachte die Grüße von BLSV-Präsidenten Peter Kapustin. Der Vorsitzende des Landesleistungsausschusses lobte die großartige Leistung bei der WM 2000, vor allem weil sie ehrenamtlich durchgeführt wurde.
Wie sehr die bayerischen Karateka hinter ihrer Verbandsführung stehen, wurde deutlich bei der Wiederwahl der gesamten Führungsspitze. Wahlleiter Wolfgang Weigert konnte bei öffentlicher Stimmabgabe oft Einstimmigkeit melden, es gab nur wenige Enthaltungen oder Gegenstimmen. Als erster BKB-Präsident in eine fünfte Amtsperiode wurde Albert Schindler gewählt. Eine überwältigende Mehrheit von 201 Stimmen war ein weiterer Vertrauensbeweis für den erfolgreichen Sportfunktionär, der auch nach der WM-Organisation mit Volldampf für den Bayerischen (Karate)Sport weiterarbeitet.
Nach dem Rücktritt von Vizepräsidentin Evi Silhavy gab es drei Bewerber für zwei Ämter: neben Fritz Oblinger und dem Mittelfränkischen Bezirksvorsitzenden Erich Bilska trat als Vertreter einer jüngeren Generation Landestrainer Dr. Frank-Dieter Hörner an. Nach drei Amtsperioden wollte Oblinger "weiter für den Leistungssport arbeiten in einer Hand". Bilska nannte die "Dojoleiterausbildung" als Arbeitsschwerpunkt. Hörner machte sich stark für eine Zusammenführung von Breitensport und Leistungssport und die Errichtung eines "Bundesleistungsstützpunkt" in Bayern.
Zum neunten Mal mit den Aufgaben des Geschäftsführers und Kassiers betraut wurde Peter Förster. Bestätigt wurden weiterhin Landeskampfrichterreferent Klaus Sterba, Schulsportreferent Claus-Peter Lippert, der Prüferreferent Alfred Heubeck und Breitensportreferent Uwe Chszaniecki. Das Schiedsgericht setzt sich zusammen aus dem Vorsitzenden Wolfgang Muth, Hans Walter Blum, Stefan Retzer und Manfred Gell. Als Stellvertreter setzte sich in der Wahl Dietmar Dorn gegen Werner Beck durch. Nachdem der Technische Ausschuss am Tag zuvor noch die letzten Vorarbeiten abgeschlossen hatte, wurden den Vertretern der 401 bayerischen Karatevereine zahlreiche Anträge zur Entscheidung vorgelegt.
Victor Groß aus Straubing wollte mit seinen Dojos als Bayerischer Vertreter der Stilrichtung "Shotokai" aufgenommen werden in den BKB. Mit dem neuen DKV-Konzept des "Stilrichtungsfreien Karate" konnte man ihm eine goldene Brücke bauen. "Shotokai" wird einstimmig bei 15 Enthaltungen aufgenommen, ist aber im Verbandssinn keine "echte Stilrichtung".
Geehrt wurden die "Karate-Urgesteine" Alfred Heubeck und Andreas Möhring. Daneben nutzte den würdigen Rahmen des Verbandstags das BKB-Präsidium, um verdiente Sportler und Funktionäre auszuzeichnen. Dr. Thomas Bäuml wurde im Namen des Deutschen Karateverbands für sein Engagement bei der WM 2000 geehrt. Der nach acht Jahren aus dem Amt scheidenden BKB-Vizepräsidentin Evi Silhavy wurde die "Ehrennadel in Gold" überreicht. Die Trägerin des 3. Dan Shotokan war Mitte der 80er und in den 90ern "Aushängeschild des weiblichen Bayerische Karate Bund". Brigitte Spieleder wurde geehrt als "gute Seele des Verbands" "Dort laufen alle Fäden zusammen, denn sie ist seit 1984 die gute Seele des Verbands" lobte Präsident Albert Schindler die hauptamtliche Mitarbeiterin des BKB im Münchner "Haus des Sports". Andreas Möhring: für seine herausragenden Leistungen bei der Präsentation der Karate WM 2000 bedankte sich WKF-Präsident Espinos mit einer Urkunde.
Bezirksvorsitzende waren Ende 2001 neu Stefan Borgs (Oberbayern), Helmut Müller (Niederbayern), Wolfgang Weigert (Oberpfalz), Walter Sosniok (Oberfranken), Erich Bilska (Mittelfranken), Helmut Cornielje (Unterfranken) und Roland Lowinger (Schwaben). Als Stilrichtungsreferenten fungierten unverändert Roland Lowinger (Shotokan), J.D. Eisheuer (Kyokushinkai), Karl-Heinz Stief (Wado-Ryu), Heinrich Büttner (Goju-Kai), Wolfgang Spielvogel (Goju-Kan), Hermann Leski (Goju-Ryu), Horst Donhauser (Shorin-Ryu Seibukan), Thomas Müller (Shorin-Ryu Siu Sin Kan), Norbert Kraus (Tang Soo Do) und Andreas Busche (Kempo-Karate).
Helmut Cornielje - stellv. Der Vorsitzender des Ausschusses "Sportstätten und Raumordnung" ist mit den vielfältigsten Themen der gesamten Sportanlagen im Freistaat Bayern befasst. Fragen der Bedarfsprüfung für einzelne Sportanlagen sind genauso zu beantworten wie die Entwicklung eines Formblattes für die Kreisvorsitzenden mit denen sie zu den einzelnen Bauvorhaben Stellung nehmen müssen.
Zweiter Schwerpunkt der Arbeit in diesem Ausschuss war die Umstellung des "Bayernsports". Die Zeitschrift des BLSV (zugleich auch amtliches Organ) hatte sich die letzten Jahre nur unwesentlich verändert. Nach Diskussionen innerhalb des BLSV Präsidiums und des Ausschusses entwickelte man ein Konzept für ein neues Fachorgan, das Layout wurde vom Erscheinungsbild einer Zeitung zum Zeitschriftenlayout hin verändert. Der "Bayernsport/Neu" konnte termingerecht Mitte des Jahres 2002 erscheinen.
München - Überschattet war die Sitzung vom überraschenden Tod des langjährigen BKB-Präsidenten Andreas Schölz am 15.09.1999, die Mitglieder des TA besuchten vor dem Verbandstag gemeinsam das Grab. Doch musste bei aller Trauer die Arbeit weitergehen. 21 Tagesordnungspunkte, aber keine Wahlen hatten die Vertreter der Bayerischen Karatedojos beim 9. Verbandstag im Hotel Arabella Sheraton abzuarbeiten. Zukunftsweisend war der Tagesordnungspunkt "Betreuung der Sportart Kickboxen durch den BKB", der einstimmig (121 Ja-Stimmen, 16 Enthaltungen) befürwortet wurde. Damit gelang die Integration des Amateurkickboxens in den Bayerischen Landessportverband (BLSV) und für BAKU- Geschäftsführer Werner Soßna, seine 55 Vereine und 2500 Sportler ging ein neunzehnjähriger "Leidensweg" zu Ende.
In seinem Grußwort würdigte Peter Schuster, Schatzmeister des BLSV, die Entwicklung des Karate, das inzwischen mehr Dojos habe als die "frühere Mutter Judo". 614 Übungsleiter betreuen 33.000 Karateka, davon 18.000 Jugendliche, wegen des vorbildlichen Nachwuchsleistungssports und des Freizeitbreitensports stehe der BKB auch finanziell sehr gut da.
