Ähnlich wie beim Judo setzt auch der Karatesport auf eine Kenntlichmachung des erworbenen Grades durch das Tragen eines entsprechend farbigen Gürtels. Da Karate etwas jünger als die Kampfsportart Judo ist, wird heute angenommen, dass man das Gürtelsystem zur äußerlichen Kenntlichmachung der Graduierung davon zumindest in den Grundzügen übernommen hat.
Dies wird z. B. daran deutlich, dass auch im Karate grundsätzlich zwischen Schülergraden, genannt Kyü, und Meistergraden, genannt Dan, unterschieden wird. Im ursprünglichen Karate gab es noch keine Gürtelfarben zur Erkennung der Graduierung. Diese sind eine Erfindung des modernen Budō (Oberbegriff aller asiatischen Kampfkünste) und wurden zunächst zur Motivation der Sportler bzw. Schüler eingeführt.
Die einzelnen Gürtel bieten einen großen Anreiz gerade für Einsteiger in diesem Sport, möglichst schnell Erfahrungen in Praxis und Theorie zu sammeln, um die jeweils nächste Prüfung bestehen zu können. Die Gürtel sind dabei nur das nach außen sichtbare Symbol der bestandenen Prüfung, für die jeweils genaue Bestimmungen seitens der einzelnen Verbände festgeschrieben wurden.
Es gibt 10 Dan-Grade, die aufsteigend numeriert sind. Die Programme der Prüfungen unterscheiden sich von Verband zu Verband, gelegentlich gibt es sogar Unterschiede in einzelnen Do-jo-. Das Ablegen der Prüfungen dient als Ansporn und Bestätigung des Erreichten, ähnlich wie in unserem Schulsystem. Der Gesamteindruck entscheidet.
Die farbigen Gürtel werden als Anerkennung für die Anstrengungen im Training verliehen und ermutigen den Schüler, sich auch in Zukunft weiter zu bemühen. Sie sind nicht dazu da, dem Ego zu schmeicheln. Farbige Gürtel dienen auch weiterhin dem Zweck, andere Schüler zum harten Training anzuspornen, um einen bestimmten Grad zu erreichen. Man sei sich jedoch immer bewusst, dass Gürtel nur Symbole sind.
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Das Prüfungssystem verankert auch das wichtige Sempai- / Kohaiverhältnis (Senioren- / Juniorenverhältnis), jene Rangordnung, die den reibungslosen Ablauf der jeweiligen Aufgaben und Funktionen im Dojo gewährleistet. Je länger du trainierst, desto besser wird es dir gelingen, neues aufzunehmen. Denk daran, dass der Gürtel ebenso als Symbol für das vom Training zu Erwartende steht, wie er eine Belohnung für den geleisteten Einsatz ist. Er dient der Inspiration und Führungshilfe.
Die Geduld ist eine der wichtigsten Anforderungen für das Karatetraining. Im Kyokushin-Karate werden die Weiss-, Rot-, Blau- und Gelbgurte als die Anfängerfarben bezeichnet. Bei den Grün- und Braungurten spricht man von den höheren Farben. Lasst uns nun die einzelnen Gürtel vom Weissen bis zum Schwarzen im Detail anschauen.
Der Gürtel umfasst seinen Träger in der Form eines Kreises. Um diesen Weg, den „Do“, des Kreislaufs zu vervollkommnen, sollte man einen symmetrisch gebundenen Gürtel tragen. Dies ermöglicht, dass der Anfang dem Ende entgegenkommt und umgekehrt. Das korrekte binden vom Gürtel ist gerade bei neuen Karatekas oft eine kleine oder erste Herausforderung!?!
Das Gürtelrangsystem (Kyudan) im Fudokan-Shotokan Karate-Do wird in zwei grosse Bereiche eingeteilt. Um das Voranschreiten in dieser Stufe zu symbolisieren, wurde das Kyu-System eingeführt, das an den verschiedenen Gürtelfarben erkennbar ist. Je weiter der Karateka im Kyu-System voranschreitet, desto mehr Hindernisse stellen sich ihm in den Weg, die er anfangs als solche gar nicht erkennt.
Er begegnet verschiedenen Gefühlen wie z.B. Zweifel oder Unlust mit denen er sich auseinander setzen muss und die es zu bekämpfen gilt. Alle diese Hürden und viele weitere begegnen dem Karateka immer wieder aufs neue, aber um aus der Shu-Stufe herausbrechen zu können, muss er sich mit diesen Hürden auseinander setzen und sie meistern.
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Erreicht ein Karateka die Stufe des ersten Dan (Schwarzgurt - Kuro-Obi), so wird oft angenommen, dass er nun die Kampfkunst gemeistert hat. Dies ist aber grundlegend falsch, da der erste Dan nur anzeigt, dass der Schüler die technischen Grundlagen gemeistert hat. Er ist nun bereit die Shu-Stufe zu verlassen und sich mit dem Geist des Budo zu befassen.
Das Dan-System ist deshalb noch einmal in verschiedene Stufen unterteilt worden, um auch hier ein voranschreiten symbolisieren zu können. Im Gegensatz zum Kyu-System gibt es aber hier keine Unterscheidungen durch eine Gürtelfarbe, sondern sie bleibt hier durchgehend schwarz. Zum Beispiel tragen einige höhere Dan-Träger, einen rot-weissen Gürtel, oder binden sich sogar wieder einen weissen Gürtel um, um anzuzeigen, das ein Meister auch weiterhin ein Schüler ist und immer wieder alles aufs neue erlernt.
Ofter verbreitet hingegen sind die schwarzen Gürtel, die durch vielfaches Tragen langsam ihre innere, weisse Naht preisgeben. Der scheinbar endlose Weg des Karateka bis zum Erreichen des Dan erscheint nun im Verhältnis zu dem, was noch vor ihm liegt, gar nicht mehr so gross. Denn erst jetzt erkennt er, dass der wahre Weg noch zu meistern ist.
Ein Blick in die jeweilige Prüfungsordnung offenbart uns Zeiten von einigen Monaten bzw. Jahren für höhere Gürtelstufen. Im Grunde genommen wird aber erwartet, das der Schüler sein Wissen und Können durch regelmässiges Training steigert und bei seiner nächsten Prüfung dieses auch zeigen kann.
Vernünftigerweise wurden die Zeiten als Mindestzeiten festgelegt, denn die verschiedenen Budoformen insbesondere Karate-Do sind nicht auf einen speziellen Typ von Mensch beschränkt. Mit Wettkampf sind allerdings nicht die Kumitedisziplinen im Budo gemeint sind, sondern alle Arten von Vergleichs-"Kämpfen", die man im Fernsehen sehen kann, und bei denen es nur um das Gewinnen oder Verlieren geht. Im Gegensatz hierzu geht es bei der Gürtelprüfung nicht darum, der beste, schnellste oder stärkste im Vergleich zu anderen zu sein, einen Pokal oder eine Trophäe zu erhalten.
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Wir trainieren nicht für den Trainer, den Prüfer, die Eltern oder Freunde. Es geht nicht darum jemandem zu beweisen wie "viel" man gelernt hat, auch wenn es für die Prüfung erst mal so scheint. Karate-Do ist ein Lebensweg, der sich mit der Zeit immer wieder wandelt. Deshalb muss sich auch das eigene Karate mit der Zeit verändern.
Als nächstes soll etwas Licht in das Prinzip der Rangordnung im Karate-Do gebracht werden. Hierzu sind zwei wichtige Begriffe zu erwähnen, nämlich Sempai und Kohai. Der Sensei oder Shihan ist damit für einen Kyu-Grad ein Sempai, nämlich jemand der mehr Erfahrung im Karate gesammelt hat als er selbst. Wir lernen einfach von jemandem etwas, der den Weg des Karate-Do schon länger geht als wir selbst.
Der Sensei ist nicht ein allwissender Karateka, der die perfekten Karatetechniken erreicht hat und somit am Ende seiner Entwicklung steht; sondern er ist jemand, der den schweren Weg den wir gerade gehen auch schon gegangen ist. Er kennt die verschiedenen Tücken und hat diese schon gemeistert. Aber er hat auch weiterhin den Weg des Karate-Do vor sich und lernt wie jeder andere Schüler auch weiter.
Anfangs scheint im Training alles so festgesetzt zu sein, und wir haben das Gefühl, das wir den "richtigen" Techniken hinterher laufen. Je nach Stilrichtung unterscheiden sich die Gurtfarben der Schülergrade sowie deren Abfolge erheblich - wir basieren auf den offiziellen Grundlagen des SSKF. Wie im Judo werden auch bei uns im Karate die weissen Karate-Gi (Trainingsanzüge) mit einem farbigen Gurt geschmückt.
Selbstverständlich sind diese Farben nicht nur zur Zierde, sondern dokumentieren den Grad des Karateka. Vereinfacht gilt: je dunkler die Farbe des Gurtes ist, desto höher der Rang der Person im Karate. Den ‘’Grad’’ nennen wir bis zum schwarzen Gurt Kyu und er bezeichnet den Countdown bis zum schwarzen Gurt, d.h. ein 3. Kyu benötigt noch 3 Prüfungen bis er einen schwarzen Gürtel tragen darf.
Es gibt 9 Kyu-Grade, also zählt man retour von 9, 8 7, ... bis zum 1. Kyu. Hat man diesen einmal erreicht, so ändert bei der nächsten Prüfung die Bezeichnung in Dan und es geht wieder aufwärts mit dem Zählen. Hier gibt es dann 10 Dan-Grade vom 1, 2, 3 .... bis zum 10. Dan, wobei sich die Gurtfarbe nicht mehr ändert sondern immer schwarz bleibt.
Die Kyu-Grade im Detail
Hier eine Übersicht über die einzelnen Kyu-Grade und ihre symbolische Bedeutung:
- 9. Kyu Weissgurt: Der Schnee liegt auf der Landschaft. Der Lehrer sieht den Schüler nicht. Der Schüler sieht die Lehre nicht.
- 8. Kyu Gelbgurt: Der Schnee schmilzt, die harte gefrorene Erde leuchtet gelb. Der Lehrer sieht nicht, ob der Schüler fruchtbar ist. Der Schüler sieht nicht, ob aus dieser Lehre für ihn Frucht wachsen wird.
- 7. Kyu Orangegurt: Die fruchtbare Erde leuchtet in der Abendsonne. Der Lehrer sieht noch keine Frucht. Der Schüler keimt, kann aber noch nichts.
- 6. Kyu Grüngurt: Ein Pflänzchen kommt? Der Lehrer sieht, der Schüler versteht. Der Schüler erkennt die Wirkung der Lehre.
- 5. Kyu / 4. Kyu Blaugurt - Violettgurt: Die Baumkrone reicht in den Himmel. Der Lehrer sieht das Leben seines Samens. Der Schüler sieht die Tiefe der Lehre.
- 3. Kyu / 2. Kyu / 1. Kyu Braungurt: Der Baum hat feste Borke. Der Lehrer sieht den Beginn selbständigen Lebens. Der Schüler sieht, fest gewachsen, den ersten Gipfel in der Ferne.
- 1. Dan bis 10. Dan Schwarzgurt: Das Wandeln der Stille.
Folgende Tabelle zeigt die typische Abfolge der Gürtelfarben im Karate:
| Kyu-Grad | Gürtelfarbe |
|---|---|
| 9. Kyu | Weiß |
| 8. Kyu | Gelb |
| 7. Kyu | Orange |
| 6. Kyu | Grün |
| 5. Kyu | Blau oder Violett (je nach Verband) |
| 4. Kyu | Blau oder Violett (je nach Verband) |
| 3. Kyu | Braun |
| 2. Kyu | Braun |
| 1. Kyu | Braun |
| 1. - 9. Dan | Schwarz |
Wichtig zu wissen: In Deutschland gab es bis 1981 lediglich fünf Schülergrade (5. - 1. Kyü). Generell gilt: Die einzelnen Prüfungen zum Erreichen des jeweils nächsten Schüler- bzw. Meistergrades können im Karatesport nur in zeitlich genau vorgeschriebenen Abständen absolviert werden.
Grundsätzlich werden in den Schülergraden und den damit verbundenen Prüfungen mehr praktische Kenntnisse - also Kampfkunstübungen - abgefragt, in den Meistergraden dagegen mehr und mehr auch theoretisches Wissen. Besonderer Wert wird in den Prüfungen auf folgende Fähigkeiten gelegt: Ausführung der Techniken, Haltung, Aufmerksamkeit, Kampfgeist, Konzentration und der Kampfwille.
Ab dem 5. Dan werden die einzelnen Grade bei den meisten Verbänden nicht mehr infolge einer bestandenen theoretischen und/oder praktischen Prüfung vergeben, sondern nur noch verliehen. Jede bestandene Prüfung soll dem Schüler ein Erfolgserlebnis vermitteln, so dass er den neuen Grad als weitere Station auf seinem Weg zur Kampfkunst ansehen kann.
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