Viele Athleten haben in der DTU große Erfolge gefeiert.
Am letzten Tag der Euro ging mit Jade Jones (Damen bis 57 kg) ein Star der Taekwondo-Szene an den Start: die amtierende Weltmeisterin sowie zweifache Olympiasiegerin und dreifache Europameisterin bei den Senioren.
Nach ihrem überraschenden Olympia-Aus in Tokio verlief allerdings auch die Euro nicht nach Wunsch für die 29-jährige Ausnahmesportlerin: Sie musste sich im Halbfinale der Polin Patrycja Adamiewicz beugen.
Gold ging in dieser Kategorie an Hatich Kubra Ilgun, die mit ebenfalls 29 Jahren zeigte, dass Erfolg im Taekwondo nicht nur eine Frage des Alters ist.
Gleich zwei amtierende Weltmeister holten sich am 21. Mai ihren ersten Europameister-Titel bei den Senioren: Der Italiener Simone Alessio (Herren bis 80 kg) und der Brite Bradly Sinden (Herren bis 68 kg).
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Der 23-jährige Bradly Sinden hingegen konnte sich in Manchester weiter als Topfavorit in einem der besten europäischen Teams etablieren.
Goldmedaillen gingen außerdem an Titelverteidigerin Lena Stojkovic (Kroatien, Damen bis 46 kg) und Cecilia Castro Burgos (Spanien, Damen bis 67 kg).
Eine weitere Goldmedaille für das türkische Team steuerte Emre Kutalmis Atesli im Herren-Schwergewicht bei.
Im Para-Bereich holte sich der Mahmut Bozteke (Türkei, Herren K 4, bis 63 kg) zum dritten mal in Folge Gold.
Das mit sieben Damen und sechs Herren besetzte deutsche Euro-Team gewann zweimal Bronze durch Ela Ayidn (Damen bis 53 kg) und Imran Özkaya (Herren bis 63 kg).
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Damit konnten die Deutschen zwar besser abschneiden als im Vorjahr in Sofia, wo Ela Aydin die einzige Bronzemedaille für das Team gewonnen hatte.
Im Para-Bereich bewies der Brite Joseph Lane (Herren K 44 bis 80 kg) einmal mehr, dass die Ausrichter auch hier hervorragende Arbeit leisten und gewann Gold.
Sindens Titel war die zweite und letzte Goldmedaille im olympischen Taekwondo für die Ausrichter.
Damit blieb das britische Team hinter den Erwartungen bei dieser Heim-EM zurück - im letzten Jahr in Sofia hatte Team GB noch drei Mal Gold gewonnen.
Historische Erfolge und Persönlichkeiten
Dr. Dirk Jung, ursprünglich unter Gerd Gatzweiler mit dem Taekwondo in Nordrhein-Westfalen begonnen, errang zwischen 1976 und 1983 mehrere Deutsche- und Europameistertitel (1978 in München und 1980 in Kopenhagen).
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Nach seiner WM-Bronzemedaille 1977 in Chicago wurde er 1982 erster deutscher Schwergewichtsweltmeister in Ecuador und 1983 Vizeweltmeister in Kopenhagen.
Anfang der Achtziger Jahre trainierte er im „TC Düsseldorf“ und gründete zusammen mit dem ersten deutschen Weltmeister Rainer Müller, dem vierfachen Europameister Richard Schulz und dem zweifachen WM-Dritten Helmut Gärtner den „Top Circle“, aus dem im Laufe der Jahre mehrere Medaillen- und Titelträger bei Europa- und Weltmeisterschaften, hervorgingen.
Im Anschluss an seine aktive Wettkampfzeit betätigte er sich als Landestrainer der NWTU.
Die Tätigkeit als Bundestrainer der DTU nahm er von 1984 bis 1988 international erfolgreich wahr.
Weiterhin blieb er über mehrere Jahre als Turnierarzt dem Taekwondo verbunden, u. a. auf Weltebene beim WT-Dachverband.
Am 07.11.2019 starb Dirk Jung an den Folgen einer schweren Krebserkrankung und ging von uns.
Hall of Fame
In eine „Hall of Fame“ werden bekanntlich die besten und erfolgreichsten Personen aufgenommen.
In unserem Fall sind es die erfolgreichsten Taekwondosportler aus den bayerischen Vereinen, und zwar die Besten beim Formenlauf.
Eine zentrale Frage beim Aufbau einer „Hall of Fame“ ist natürlich: Welche sportlichen Erfolge muss jemand aufweisen, um in die „Hall of Fame“ aufgenommen zu werden.
Für die eingetragenen Turniere wurden - je nach Platzierung - die Rankingpunkte vergeben, wie sie vom Weltverband beim Zweikampf zugeordnet wurden.
Aus der kompletten Poomsae-TaekwondoData wurde eine Rankingliste für und über die Erfolge der deutschen Kadermitglieder erstellt.
Die Punkte aus dieser deutschen Rankingliste (siehe hier) wurde als Basis für die Reihung der bayerischen Kadermitglieder in der „Hall of Fame“ herangezogen.
In Klammer wurde die Platzierung des deutschen Rankings angeführt.
Für alle aufgenommenen Kadermitglieder wurde ein Medaillenspiegel erstellt.
