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Steve Borden: Vom Blade Runner zum Icon
Steve James Borden, besser bekannt unter seinem Ringnamen Sting, wurde am 20. März 1959 in Omaha, Nebraska geboren.
Er gilt als das Gesicht von World Championship Wrestling und Total Nonstop Action Wrestling, steht allerdings seit 2014 bei World Wrestling Entertainment unter Vertrag. Nichtsdestotrotz verbrachte er 14 Jahre seiner Karriere bei WCW und feierte dort einige Erfolge.
Nachdem WCW von WWF aufgekauft wurde, wrestlete er gegen Ric Flair den letzten Main Event von Nitro und damit das letzte Match in der Geschichte der Company. Nach dem Aufkauf wechselten viele seiner Kollegen zu WWF doch Sting entschied sich gegen den Wechsel und wrestlete stattdessen ab 2003 für die immer bekannter werdende TNA.
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Die neue Nummer 2 führte er als Main Eventer an und zementierte so seinen Status als der größte Wrestler, der nie bei World Wrestling Entertainment unter Vertrag stand.
2012 wurde Sting in die TNA Hall of Fame eingeführt und verließ die Promotion nach insgesamt 11 Jahren im Jahr 2014. Er verhandelte über die Jahre immer wieder mit WWE, doch die beiden Parteien konnten sich erst 2014 auf eine Zusammenarbeit einigen.
Die Verpflichtung wurde zuerst durch das WWE 2K15 Spiel bekannt, ehe er bei der Survivor Series sein offizielles Debüt gab. Bei WrestleMania 31 stieg er das erste mal für World Wrestling Entertainment in den Ring, verlor aber gegen Triple H.
Am 11. Januar 2016 wurde bekannt gegeben, dass Sting in die WWE Hall of Fame des Jahres 2016 eingeführt wird, womit er der erste Wrestler sein wird, der Teil der WWE und TNA Hall of Fame ist.
In seiner langen Karriere hielt Sting insgesamt 21 Championships. Davon 15 bei Jim Crockett Promotions beziehungsweise World Championship Wrestling. Unter anderem ist er 6-facher WCW World Heavyweight Champion und 4-facher TNA World Heavyweight Champion.
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Als vermeintlich größter Star von World Championship Wrestling und Total Nonstop Action Wrestling headlinete Sting WCW Starrcade in den Jahren 1989, 1990 und 1997 sowie TNA Bound for Glory von 2006 bis 2009.
Über seine 30-jährige Karriere hat Sting sich den Status als einer der größten Wrestler aller Zeiten erarbeitet. So sagte unter anderem Hulk Hogan, dass man, wenn man von den 10 größten Wrestlern aller Zeiten redet, Sting definitiv genannt werden muss.
Sting bezeichnet sich seit dem Jahre 1998 als „erneut geborener Christ“, mit seiner ehemaligen Ehefrau hat er drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Sein ältester Sohn Garrett Lee ist als Footballer aktiv und feierte bereits einige bemerkenswerte Erfolge.
In den 80ern verwendete er wie viele seiner Kollegen anabole Mittel, doch ab 1990 entschied er sich dazu naturell Muskeln aufzubauen und fit zu bleiben. Zwischenzeitlich betrieb er außerdem mit Lex Luger ein Fitnessstudio.
Anfänge in der Continental Wrestling Association
Zu Beginn seiner Karriere nutzte Steve Borden verschiedene Ringnamen. Zunächst den Namen „Flash“, unter dem er gemeinsam mit Jim „Justice“ Hellwig als Tag Team „Power Team USA“ für die Continental Wrestling Association, welche in und um Memphis agierte, an.
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Ursprünglich Faces turnte das Team bereits nach einiger Zeit Heel, da als Publikumslieblinge die positiven Reaktionen der Fans ausblieben. Ihren Namen änderten sie zudem in „The Blade Runners“ um und Borden änderte seinen Ringnamen in „Sting“.
Nach einer recht ereignislosen Karriere bei CWA verließ das Team diese schließlich 1986 wieder.
Universal Wrestling Federation
Als nächste Station für die Blade Runners bot sich die Universal Wrestling Federation an, die von Promoter-Legende Bill Watts geleitet wurde und in Louisiana ansässig war.
Schon kurz nach ihrer Ankunft dort verließ Hellwig die Promotion bereits wieder, um stattdessen in der aufsteigenden World Wrestling Federation eine Karriere als der später legendäre The Ultimate Warrior zu machen.
Dies ließ Sting ohne Partner zurückbleiben und so trat dieser dem Heelstable Hotstuff & Hyatt International bei, welches des Weiteren aus Eddie Gilbert und Missy Wyatt bestand. Mit Gilbert gelang ihm auch der zweimalige Gewinn der UWF World Tag Team Championship, 1987 konnte er sie zudem ein drittes Mal mit Rick Steiner gewinnen.
Mitte 1987 turnte Gilbert während eines Matches von Sting gegen Terry Taylor zu Gunsten seines Gegners ein und kostete seinem eigentlichen Partner damit den Sieg.
Es folgte ein Beatdown von Sting, den er jedoch mithilfe des zum Save eilenden Chris Adams abwehren konnte. Mit diesem verbündete er sich nach dem Match in einer Ansprache, womit er wieder zum Face turnte.
Bereits zu dieser Zeit munkelte man Backstage über eine mögliche große Karriere des jungen Stings, der als zukünftiger Superstar des Business gesehen wurde. Dies erzählte damals auch Stings ehemaliger Tag Team Partner Eddie Gilbert einem Wrestling Dirt Sheet und Stings Aufstieg nahm seinen Lauf.
So konnte er sich schon bald die UWF Television Championship durch einen Sieg über Eddie Gilbert sichern, sie jedoch nie wirklich verteidigen, da Promoter Jim Crockett, seines Zeichens Präsident der NWA, die Promotion von Bill Watts kaufte.
Dessen Booker Dusty Rhodes entzog Sting den Titel wieder und gab ihn weiter an Terry Taylor, um eine Fehde mit ihm und dem NWA Television Champion Nikita Koloff anzusetzen, die beide Titel vereinigen sollte.
Rhodes tat dies jedoch nicht ohne Hintergedanken: Er hielt Stings wachsende Popularität bereits für zu immens, um sie mit einem kurzen Midcard-Titelrun wieder zunichte zu machen.
World Championship Wrestling (1987-2001)
Kometenhafter Aufstieg (1987-1989)
Kurz nach Stings Eintritt in die NWA im Juli 1987 wurde Sting Teil des ersten Vorstoßes einer Wrestling-Promotion hin zum PPV-Format.
Crocketts erster PPV wurde Starrcade 87, bei welchem Booker Dusty Rhodes Sting bereits einen Auftritt verschaffte und ihn gemeinsam mit Michael P.S. Hayes und Jimmy Garvin in ein Six Man Tag Team Match gegen Eddie Gilbert, Rick Steiner und Larry Zbyszko steckte, welches in einem 15 Minute Time Limit Draw endete.
Da er auch in der NWA schnell bei den Fans over kam, wurde Sting zu einem der wenigen UWF Almuni, die auch in der neuen Heimatpromotion einen Push erhielten.
Bei Sting zeigte sich dieser spätestens bei Clash of the Champions im März 1988, als er Ric Flair um die NWA World Heavyweight Championship herausforderte und den Champion zu einem Time Limit Draw nach 45 Minuten treiben konnte.
In nachfolgenden Rematches, die jedoch nicht übertragen wurden, konnte Ric Flair sich allerdings gegen ihn durchsetzen und so fehdete Sting im Laufe des Jahres stattdessen mit den anderen Mitgliedern von Flairs Stable, den Four Horsemen.
Gemeinsam mit Nikita Koloff trat er gegen die Mitglieder und Tag Team Champions Tully Blanchard und Arn Anderson um die Titel an, war jedoch nicht erfolgreich, da das Match erneut in einem Time Limit Draw endete.
Unter Booker Dusty Rhodes nahm Sting auch weiter an Titelmatches teil, unter anderem gegen Barry Windham und Mike Rotundo um diverse Midcardtitel, die Sting jedoch alle nicht für sich entscheiden konnte, oft auch indirekt durch Time Limit Draw oder Disqualifikation des Gegners.
Einen großen Sieg konnte Sting schließlich bei Starrcade 88 erlangen, als er mit Dusty Rhodes persönlich in einem Tag Team Match gegen die Road Warriors gewann.
In der Folgezeit bestritt er jedoch wieder Singles Matches und widmete sich auch wieder seinem Dauerrivalen Ric Flair, den er erneut durch Time Limit Draw nach einer ganzen Stunde nicht besiegen konnte.
Kurz darauf wurde sein langer Push aber doch belohnt und Sting konnte sich nach langer Durststrecke endlich von Mike Rotundo die Television Championship sichern.
In den nächsten Monaten verteidigte er diese erfolgreich gegen diverse Gegner, ehe er Mitte 1989 seinen Titel gegen The Great Muta aufs Spiel setzte.
Nach einem klassischen Dusty-Finish schien zwar zuerst auch Sting gewonnen zu haben, jedoch zeigte eine Wiederholung, dass sein japanischer Gegner beim Cover bei zwei gerade noch so ausgekickt hatte. Stings Titel wurde daraufhin für vakant erklärt.
Es folgte eine lange Zeit, in der Sting gegen The Great Muta in Rematches um den immer noch vakanten Titel antrat, jedoch nie clean gewinnen konnte, da sich sein Gegner stets disqualifizieren ließ oder die Matches im No Contest endeten. In einem No DQ-Match bei einem Live Event im September gelang es dem Japaner schließlich endgültig, Sting zu besiegen und den Titel zu gewinnen.
Bei The Great American Bash eilte Sting seinem alten Rivalen Ric Flair zur Hilfe, der seine NWA World Championship gerade gegen Terry Funk, ein Mitglied des Stables J-Tex Corporation, verteidigt hatte. Diese attackierten Flair nach dem Match und machten Stings Hilfe erforderlich, gleichzeitig wurde die Attacke der Anlass für eine Fehde zwischen dem Team Sting und Flair gegen The Great Muta und Terry Funk.
Ihren Höhepunkt fand sie schließlich bei Halloween Havoc, wo sich beide Teams in einem Thunderdome Cage Match begegneten und die Faces den Sieg davontragen konnten. Der Sieg führte auch zu Stings Beitritt in die gerade neugegründeten Four Horsemen, welche noch Arn und Ole Anderson umfassten.
Als Sting jedoch ein Iron Man-Turnier bei Starrcade gewann, indem er als letztes Stable-Partner Ric Flair besiegen konnte, bauten sich Spannungen im Stable auf, da Sting somit auch gleichzeitig Nr. 1 Contender auf Flairs NWA Heavyweight Championship wurde.
Fehde mit den Four Horsemen (1990-1991)
Am 6. Februar 1990 wurde Sting schließlich offiziell aus den Four Horsemen ausgeschlossen, da er sich geweigert hatte, seinen Titelshot gegen Flair zu verwerfen. Am selben Abend zog sich Sting eine reale Verletzung am Knie zu und musste somit aus der aufkommenden Fehde herausgeschrieben werden.
Dies zwang die Booker von World Championship Wrestling, der dominantesten aller NWA-Promotionen, Sting durch einen neuen Herausforderer zu ersetzen. Sie entschieden sich für den ebenfalls charismatischen Lex Luger, welcher gegen Ric Flair um seinen Titel beim PPV WrestleWar antrat.
Während des Matches erschien der immer noch verletzte Sting am Ring und motivierte Luger weiter gegen seinen Rivalen anzukämpfen und nicht aufzugeben. Tatsächlich war Lex Luger dem Titelgewinn mehr als nahe, scheiterte jedoch am Eingriff von Ole Anderson, der den ohnehin bereits verletzten Sting attackierte.
Von den Bookern war eigentlich geplant, den Titel an Luger weiterzugeben, doch Champion Ric Flair weigerte sich und bestand stattdessen darauf, ihn Sting bei dessen Rückkehr gewinnen zu lassen.
Gesagt, getan - am 7. Juli 1990 konnte Sting endlich zum ersten Mal die NWA World Heavyweight Championship von Flair gewinnen, als er ihn bei The Great American Bash erfolgreich pinnen konnte. Es folgte eine Fehde mit dem Ex-Champion, sowie dem neuen Herausforderer Sid Vicious.
Letzterer konnte Sting bei Halloween Havoc auch tatsächlich pinnen - musste dann jedoch feststellen, dass es sich nicht um den echten Sting, sondern Four Horsemen-Mitglied Barry Windham unter einer Maske gehandelt hatte. Daraufhin betrat der echte Sting die Bühne, das Match wurde neu gestartet und Sting konnte seinen Titel verteidigen.
Während Stings Titelrun erschien immer wieder ein mysteriöser maskierter Mann unter einer Maske in der Halle und provozierte und/oder attackierte Sting ein ums andere Mal. Nach einiger Zeit fand die Fehde schließlich ihren Höhepunkt bei Starrcade im Dezember, wo Sting in einem Cage Match gegen den mysteriösen Maskenmann antrat.
Sting ging als Sieger aus dem Match hervor und enthüllte den Mann unter der Maske schließlich. Der geheimnisvolle Mann war Ric Flair, Stings ewiger Rivale.
Das Gesicht der WCW (1991-1995)
Stings erster Titelrun endete am 11. Januar 1991 in einem Rematch gegen Flair, welches aus dem Starrcade-Main Event hervorgegangen war.
