Ein anstrengendes langes Osterwochenende beim internationalen U21-Randori liegt hinter unseren Kämpfern. Das diesjährige Osterwochenende stand für unsere Kämpfer ganz im Zeichen des Kumite. Zum inzwischen neunten Mal lud der Bundesjugendtrainer zum internationalen U21-Randori nach Wald-Michelbach / Odenwald.
Knapp 600 Sportler aus 15 Nationen, darunter Teile der Nationalteams der Schweiz, Österreichs, Dänemarks, Ungarns und Deutschlands und sogar Karatekas aus Russland und Island folgten dieser Einladung, um gemeinsam mit anderen europäischen Sportlern zu trainieren und anschließend um die begehrten Medaillen zu kämpfen.
Willen und Durchhaltevermögen waren gefragt, fanden doch die ersten Trainingseinheiten an den Osterfeiertagen bereits 7 Uhr statt. Das beste Ergebnis aus Rochlitzer Sicht erreichte der 17-jährige Hieu Bui Tien. Bei den Junioren U18 konnte er im Modus Jeder gegen Jeden alle Vorrundenkämpfe für sich entscheiden und verwies dabei unter anderem den mehrfachen Schweizer Meister Brunner mit 4:0 auf die hinteren Plätze.
Bei den Jungen U14 überraschte Dustin Striesche. Mit schnellen Fausttechniken setzte er sich gegen Landeskadersportler aus Sachsen-Anhalt und dem Saarland durch. Spannend wurde es in der Begegnung gegen einen Kämpfer des ungarischen Teams: Dustin erzielte den ersten Punkt und konnte seinen Vorsprung auf einen Stand von 5:3 ausbauen.
Kurz vor Ende des Kampfes platzierte der Ungar jedoch einen Fußtritt zum Kopf des Mutzscherodaers, welcher ihm drei Punkte bescherte. Hier zeigte Dustin starke Nerven, mit dem Schlussgong erhielt er für eine blitzschnelle Fausttechnik zum Kopf seines Gegners einen Punkt und ging aufgrund der ersten erzielten Wertung bei einem Endstand von 6:6 als Sieger von der Kampffläche. Einzig dem früheren deutschen Meister und späteren Sieger aus Gotha, der die übrigen Kämpfe teilweise vorzeitig beenden konnte, unterlag er knapp mit 0:1.
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Sein Bruder Marvin ging bei den Jungen U10 an den Start. Der Neunjährige konnte sich gegen Starter aus Thüringen und Niedersachsen durchsetzen und unterlag lediglich dem späteren Sieger aus Ungarn. Das starke Rochlitzer Ergebnis rundete Giang Nguyen ab, er landete hinter dem mehrfachen Deutschen Meister aus Bremen und dem früheren Europameister aus der Schweiz auf Rang drei.
Auch Selina Fabian und Mahdi Akbari zeigten starke Leistungen, beide erzielten zahlreiche Punkte und entschieden Kämpfe für sich. Mit insgesamt vier Medaillen konnten alle Erwartungen und auch die Ergebnisse des Vorjahres deutlich übertroffen werden. So konnten unsere Sportler am Ostermontag Abend in ihre verdienten Osterferien starten. Natürlich werden auch diese Ferien genutzt, sich auf die nächsten Höhepunkte wie den Deutschen Goju-Ryu-Cup am 4. Mai vorzubereiten.
Ein interessantes und lehrreiches Seminar für ältere Karatekas (Jukuren) fand Ende August im Walldürner Yuishinkan Dojo der Sportkarate Walldürn e.V. statt. Hanshi Fritz Nöpel, 10. Dan, Martin Nienhaus, 5. Dan, DKV-Karatelehrer und Sport-Heilpraktiker sowie Wolfgang Bundschuh, 6. Dan Vorsitzender der Sportkarate Walldürn e.V. luden in die nordbadische Wallfahrtsstadt ein.
Der Begriff „Jukuren“ ist japanisch und bedeutet „die Erfahrenen“- oder „die mit dem Karate alt geworden sind“. Inhalte des Seminars waren u.a. das Gespräch (Mondo) zwischen Schüler und Meister zum Verständnis zur Kampfkunstentwicklung in China und Japan. Weiterhin wurden Besonderheiten der Kampfkunst, Geschichten hinter einer Kata, wie man eine Kata „liest“ und versteht, Verhaltensregeln in einem Dojo (Dojo Kun) sowie die Suche zu sich selbst dargelegt und erklärt.
Ergänzend zu den theoretischen und praktischen Ausführungen von Fritz Nöpel wurden durch Martin Nienhaus und Wolfgang Bundschuh weitere Aspekte der Kampfkunst u.a. Ebenfalls gut besucht war der vom Goju-Ryu Karatebund Deutschland e.V. Im Anschluss an den Dansha Lehrgang fand eine DAN Prüfung statt.
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Die Prüfungskommission setzte sich aus Hanshi Fritz Nöpel 10. DAN, Manfred Lustig 7. DAN und Wolfgang Bundschuh 6. zum 1. zum 2. zum 4. Dan zusammen:
- Markus Metz, Sportkarate Walldürn e.V.
- Martina Schweizer, Bushido Schozachtal e.V.
- Nadine Talkner, Sportkarate Walldürn e.V.
Deutsche Meisterschaften in der Masterklasse am 27. September in Verden: Ü55-Kata-Wettbewerb der Herren mit 34 Teilnehmern. Deutsche U21-Meisterschaften am 28. September in Verden: Kata-Einzel der Damen sehr stark besetzt.
Die Stilrichtung Shorin Ryu Siu Sin Kan trauert um Großmeister Neo Ho Tong (8. Unser geschätzter Meister und Stilrichtungsgründer ist von uns gegangen. Er ist im April 2022 in seiner Heimat Malaysia verstorben. Neo Ho Tong wurde 1946 in Seramban in Malaysia geboren.
1963 begann er dort mit dem Karate-Training, seit 1968 war er Danträger. Bei Trainern aus verschiedenen Stilen wie Shito Ryu, Shotokan, Goju Ryu und vor allem Keishinkan bei Sensei Masanao Takazawa erlernte er die Grundlagen des Karate. Über seinen langjährigen Freund Chin Mok Sung bekamen sie auch Kontakt zum Shorin Ryu Seibukan aus Okinawa und Sensei Zenryo Shimabukuro. In Okinawa erlernten sie auch das Kobudo von Sensei Matayoshi Shinpo.
So wie die japanischen Trainer nach dem 2. Weltkrieg ins asiatische Ausland gingen, um die Kampfkunst zu unterrichten, kamen die Trainer aus Asien in den 70er Jahren nach Europa. Neo Ho Tong begann 1978 in der Schweiz Karatetraining anzubieten. 1979 kam er nach Regensburg und begeisterte als Karatemeister alle, die das Glück hatten, sein Training zu erleben. Karateschulen aufzubauen, um die Kampfkunst zu unterrichten, das war seine Mission.
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Seine Kompetenz in den Kampfkünsten führte dazu, dass sich sehr viele Kampfkunstbegeisterte aus den verschiedensten Nationen seinem Training unterzogen. Es entstanden Karateschulen in Obertraubling, Kelheim, Regenstauf, Straubing, Ihrlerstein, Beratzhausen, Deggendorf und Weiden. 1982 verließ Neo Ho Tong Deutschland für einige Jahre und kam dann 1987 wieder zurück. Ab diesem Zeitpunkt unterrichtete Neo Ho Tong hauptsächlich in seinen Dojo Regenstauf und Deggendorf.
Die Dojo seiner Stilrichtung waren weiterhin in der Oberpfalz und in Niederbayern vertreten. Viele seiner Schüler waren fasziniert von der exakten und perfekten Ausführung seiner Karate-Techniken und für nicht wenige war dies der Grund, mit dem Karate-Training zu beginnen. Viele wertvolle Kata aus Karate und Kobudo gab er an seine Schüler weiter und er förderte seine Karate-ka auch charakterlich.
Eine besondere Beziehung zum Kung Fu und dem Stil Nam Wah Pai bestand bereits in Malaysia durch die Freundschaft zum leider ebenfalls schon verstorbenen Dashifu Yap Voon Kheong. Seit dieser Zeit besteht auch ein guter Kontakt zwischen einigen Schülern beider Stilrichtungen, welche durch die zwei Großmeister begründet wurden. Ab 1998 wurden sowohl Nam Wah Pai Kung Fu als auch Shorin-Ryu Siu Sin Kan Karate in Vereinen in Regensburg und Umgebung unterrichtet.
Für den Versuch, ein großes Kampfkunst-Zentrum in Regensburg aufzubauen, brachte Meister Neo sogar Mönche aus dem Shaolin-Kloster nach Deutschland. Ein großer Meister ist von uns gegangen. Wir werden seine Strenge und Anforderungen an die Genauigkeit im Training ebenso vermissen wie seine Wärme und Herzlichkeit außerhalb des Trainings.
Die Bedeutung Siu Sin Kan = „Ort, an dem Herz und Charakter gebildet werden“ wird uns für die Zukunft weiter ein Ansporn für unser Training sein. Seinen Schülern vermittelte er nicht nur Karatetechniken in Perfektion, sondern auch die dazugehörige friedfertige Grundeinstellung. Streng nach dem Grundsatz, dem alle asiatischen Kampfkünste folgen: Kampfkunst als Weg zur Stärkung des Charakters.
Die Tugenden, die er an seine Schüler weitergab, lebte er selbst vor: Friedfertigkeit, Bescheidenheit, Großzügigkeit, Loyalität, Freundlichkeit. Seine ausgewogenen Trainingseinheiten waren äußert geschätzt und brachten nach jahrelangem Training zahlreiche begeisterte Karate-ka hervor. Seine präzisen Techniken, seine Schnelligkeit, sein breites Wissen und Können in den Kampfkünsten war immer äußerst beeindruckend.
Besonders diejenigen Schüler, die es unter seinen strengen Augen bis zum Schwarzgurt gebracht haben, schätzten sein hartes, diszipliniertes Training sowie seinen ungezwungen und freundlichen Umgang mit seinen Schülern nach dem Training. Dabei sind einige lebenslange Freundschaften entstanden. Auch wenn viele der heutigen Schüler den verstorbenen Großmeister leider nicht mehr persönlich kennen lernen durften, so bekommen sie durch sein Vermächtnis nicht nur eine technisch sehr präzise und traditionelle Kampfkunst vermittelt, sondern auch, wie gleichermaßen erfüllend und inspirierend es ist, den Weg des Karate zu beschreiten.
Wir wissen, dass es für ihn immer sehr wichtig war, dass wir alles, was wir von ihm erlernen durften, an unsere Schüler weitergeben. Oft verglich er das Training der Kampfkünste mit kochendem Wasser, wenn das Feuer fehlt, hört es auf zu kochen.
Stefan Schneider ist acht Jahre alt, als er den Film zum ersten Mal sieht - und von der Story begeistert ist. Aber er ist unzufrieden - weil im Training Chaos herrscht und ihm die Struktur fehlt. Kampfsport ist aber "sein Ding". Also schaut er sich zu der Zeit alle möglichen Filme über Karate und Kung Fu an. Mit seinem Bruder, heimlich - "weil meine Eltern die Filme zu brutal fanden".
Der erste Film, den er schließlich "offiziell" sehen durfte, war "Karate Kid" - auf VHS-Kassette, zuhause, mit seiner Mutter. Eine paar Tage später stehen Mutter und Sohn in einem Dojo. "Ich war begeistert. Diese Ordnung und Disziplin existierte tatsächlich - und war besser als in meiner Vorstellung", erinnert sich Schneider. Ohne es einmal ausprobiert zu haben, wird er Vereins-Mitglied beim SV Frankonia Nürnberg. Und er legt sich das Buch "Karate 1 - Einführung & Grundtechniken" von Albrecht Pflüger zu.
Der Film "Karate Kid" und die Anmeldung in einem Verein helfen Stefan Schneider auch im Schul-Alltag: Schließlich werden er und sein bester Freund von vier Sechstklässlern ab und zu in die Mangel genommen. Nicht schön - und manchmal mitunter schmerzhaft. "Mit Karate konnte ich mich endlich wehren, wie Daniel - dachte ich zumindest." Indes: Zwischen Theorie und Praxis klafft eine Lücke.
Aber der junge Schneider bleibt positiv: "Eines Tages kann ich Karate so gut, dann gibt's alles zurück!" Allerdings muss er das Gelernte gar nicht anwenden, "weil die 'Troublemaker' nach der sechsten Klasse die Schule gewechselt haben". Er habe aber dennoch fleißig weiter trainiert. Heute betrachtet er Karate als "meine Lebens-Philosophie". Sein Handeln und Denken, beruflich wie privat, orientiere sich an der Kampfkunst. "Karate Kid" hat ihm den Weg dazu geebnet.
Die Karatestilrichtung Andyoko-Ryu Kempo Karate wurde von Renshi (Großmeister) Andreas Busche gegründet. Heute betreibt er die Kampfkunst professionell und ist Leiter der Kinderschutzorganisation KidsPro. Aus sportlicher Sicht gehört der in Deutschland betriebene Stil zu einem der vielseitigsten und kompaktesten der Karatekünste.
Zu den Schwerpunkten in der Ausbildung zählen Konditionstraining, Stellungen und Ausweichformen, Block-, Stoß-, Schlag- und Fußtechniken, Fallschule, Würfe, Katas (Formen), Kumite (Kampf) und Kobudo (traditionelle japanische Waffen) wie z. B. Historie Der japanische Begriff “Kempo” ist abgeleitet von der ursprünglichen chinesischen Kampfkunst “Quanfa” (Kempo und Quanfa werden mit den gleichen Schriftzeichen dargestellt) und bedeutet übersetzt “Weg der Faust” oder “Wissenschaft vom Faustkampf”.
Quanfa/Kempo ist jedoch nicht nur die Lehre des Nahkampfes mit und ohne Waffen, sondern lehrt auch geistige und körperliche Kultur, die sich aus Jahrhunderten alten Traditionen entwickelt hat. Die Bezeichnung “Kempo” wurde bereits vor langer Zeit für das okinawanische Karate gebraucht. Bei “Kempo-Karate” handelt es sich um verschiedene Systeme, die aus dem okinawanischen Karate mit erweiterten chinesischen Elementen aus dem Kung-Fu entstanden sind. In den letzten Jahrzehnten hat sich Kempo-Karate auch in den westlichen Ländern verbreitet und weiterentwickelt. Es sind verschiedene Stilrichtungen entstanden.
Die Entstehung des Andyoko-Ryu Kempo hat im Verhältnis mit anderen Kampfkünsten eine sehr junge Geschichte und hat sich zu seiner heutigen Form aus dem Andyko-Do Karate in den achtziger und neunziger Jahren entwickelt. Der Hauptbestandteil des Trainings in den Schülergraden ist das Erlernen der traditionellen Karatetechniken. Durch den zusätzlichen Einsatz von Kobudo-Waffen und Würfen wird schon sehr früh eine hohe Komplexität geschult. In den Meisterstufen wird diese Vielfalt in die realistische Selbstverteidigung umgesetzt.
Der geistige Aspekt Kempo-Karate ist nicht nur körperliche Ertüchtigung, sondern vor allem eine Lebenseinstellung. Dies spiegelt sich nicht nur in dem Weg zu einem perfekten Kampfkünstler wieder, sondern auch im täglichen Verhalten. Ein Kempo-Karate-Praktizierender (Kempoka) übt sich nicht nur in Körper und Geist, sondern vor allem auch in Seele und Verstand, was ihn letztendlich zu einem Meister des Lebens selbst macht.
Bescheidenheit, Friedlichkeit und Harmonie stehen im Vordergrund einer jeden Auseinandersetzung, sei es nun mit einem Gegenüber oder einem anderen Problem. Schwarzgurte (DAN-Träger), die die Lehre letztendlich auch weitergeben sollen, werden unter vielen Gesichtspunkten ausgewählt. Ein DAN-Träger muss viele Aspekte des Karate abbilden können. Deshalb kann nicht jeder, wenn auch sportlich dazu in der Lage, im Kempo seinen Meistergrad ablegen.
Tobias SchweizerReferent Goju-RyuKybergstr. Eine der 4 großen japanischen Karate-Stilrichtungen. Ihr scheinbar paradoxer Name (Go = stark, männlich; Ju = weich, sanft, weiblich) weist auf ihre Ursprünge hin, dem sanften chinesischen Chuan Fa (Kung Fu) und dem harten, starken Okinawa-Te. Begründer des Stils war Higaonna Kanryo aus Okinawa, der "Heilige des Fausschlags". Miyagi Chojun (Kyoto), der bei Higaonna lernte, entwickelte die Schule weiter und benannte sie Goju-Ryu, als er sie 1935 in Japan vorstellte. Yamaguchi, die "Katze", verbreitete den Stil außerhalb Japans. Die Stellungen haben eine Zentrierung der Körpermitte zum Schwerpunkt, die Wege sind kurz.
Historie: Kanryo Higaonna (1853 - 1916) unterrichtete in Okinawa die Kampfkunst Naha-Te. Er lernte Nampa Shorinken in China (Fuzhou) bei Ryu Ryu Ko. Chojun Miyagi (1888 - 1953) war einer seiner Schüler. Er ging nach dem Tod Kanryo Higaonnas ebenfalls nach China um dort die Kampfkünste zu studieren.
Nach seiner Rückkehr nach Okinawa wurde Chojun Miyagi in Japan sehr berühmt und er gab Unterricht an Universitäten und Demonstrationen seiner Kampfkunst. Sein damaliger Schüler Shinzato führte 1928 vor dem Prinzen des Japanischen Kaisers das Naha-Te vor und wurde dort nach dem Namen der Kampfkunst gefragt. Zum damaligen Zeitpunkt gab es aber noch keinen Stilrichtungsnamen. Chojun Miyagi dachte, dass seine Kampfkunst einen Namen benötigt und er zog das Buch Shorinken Hakutsurumon BUBISHI heran und gab 1930 seiner Kampfkunst den Namen GO JU RYU.
Stilrichtung: Goju-Ryu Karate-Do (zu deutsch: die hart-weiche Schule der leeren Hand, go = hart, ju = weich, Kara = leer, te = Hand) ist ein typischer Stil der Naha-Schule, welche vor der eigentlichen Verbreitung des Karate zu den drei klassischen Richtungen (Naha-te, Shuri-te und Tomari-te) des Ryukyu Kempo auf der Insel Okinawa zählte. "Schule für den Weg des Friedens, Harmonie".
Eine der 4 großen Karatestile in Japan. Wurde 1939 von Otsuka, einem Schüler Funakoshis, gegründet. Zeichnet sich durch kurze Schritte, geringerer Endspannung und schnelle Bewegungsfolgen aus. Viele Kata gleichen denen des Shotokan, jedoch wurden ihre ursprünglichen, z.T. Wado-Ryu-Karate, das von Sensei Hironori Ohtsuka (1892 - 1982) entwickelt wurde, stellt eine Kombination japanischer Kampfkünste (Yagyu Kenjutsu, Yoshinryu Jiu-Jitsu Kempo) mit dem aus Okinawa stammenden Karate dar, das Othsuka Sensei von Funakoshi Sensei, Mabuni Sensei und Motobu Sensei lernte.
Das technische Repertoire der Stilrichtung umfaßt daher aus dem Jiu-Jitsu Techniken wie Hebel und Würfe und aus dem Karate Tritte, Blocks, Schläge und Stöße. Der Name Wado-Ryu (Wa = Frieden; Do = Weg; Ryu = Schule) zeigt an, daß sich diese Kampfkunst als Teil der japanischen Do-Künste versteht, deren Übungsziel der innere Frieden für den einzelnen und damit letztendlich für die Gesellschaft ist.
Die dem Wado-Ryu zugrundeliegenden Bewegungsprinzipien, wie z.B. Ausweichen und Mitführen der gegnerischen Technik bei einem Angriff, Eindringen in den Angreifer und Kontrolle des Gegners sowie fließende Übergänge zwischen den einzelnen Techniken, sind denen der anderen japanischen Budokünste wie Kendo, Jodo oder Aikido verwandt.
- Es wird größtmögliche Mobilität angestrebt, was sich unter anderem darin zeigt, daß man versucht, den Körperschwerpunkt dauernd zu kontrollieren, wobei die Stellungen im Vergleich zu anderen Stilen relativ hoch und kurz sind, um auf Angriffe aus allen Richtungen reagieren zu können.
- Abwehr bzw. Im Wado-Ryu wurden ursprünglich folgende Kata gelehrt: Pinan 1 -5, Kushanku, Naihanchi, Seishan und Chinto. Heute werden daneben noch weitere Kata wie z.B. Bassai oder Wanshu geübt.
Durch das Engagement vieler japanischer Lehrer ist Wado-Ryu heute eine der verbreitetsten Stilrichtungen auf der Welt. Stellvertretend für die zahlreichen japanischen Wado-Ryu-Karateka, die in den letzten dreißig Jahren in Europa Wado-Ryu unterrichteten bzw. unterrichten, sei kurz die Arbeit einiger Lehrer geschildert:
Herr Suzuki (8. Dan; Hanshi) ließ sich 1965 in London nieder, um Karate zu unterrichten. Seitdem erteilt er Karateunterricht in ganz Europa und hat maßgeblich die Arbeit in der Federation of European Wado-Kai (= Dachorganisation der europaischen Wado-Ryu-Karate-Verbände) beeinflußt. Herr Kono (8. Dan Hanshi) blieb 1965 zunächst einige Monate in Großbritannien und ging dann in die Niederlande, wo er im selben Jahr die Dutch Wado-Kai Federation gründete.
Seit 1970 lebt er in Deutschland und hat hier die Entwicklung des Wado-Ryu zusammen mit Imai Sensei (6. Dan Kyoshi) entscheidend vorangebracht. Außerdem wurde durch ihn die Verbreitung des Wado-Ryu in Osteuropa insbesondere im ehemaligen Jugoslawien gefördert. Herr Shiomitsu (8. Dan Hanshi) wurde 1965 persönlicher Assistent von Herrn Suzuki und unterrichtete Wado-Ryu weltweit. Auch er bekleidete jahrelang eine führende Position im europäischen Wado-Kai und lebt in England.
Seit einigen Jahren ist er Cheftrainer einer eigenen Organisation der Wado-Ryu Karate-Do Academy. Shiomitsu Sensei arbeitet mit Hironori Othsuka II, dem Sohn des Stilgründers eng zusammen und unterrichtet Wado-Ryu-Karate in vielen Ländern der Welt, u.a. Auf der Basis der Unterrichtstätigkeit der japanischen Lehrer hat sich das Wado-Ryu-Karate in Europa hervorragend entwickelt, was sich zum einen in den zahlreichen Wettkampferfolgen auf europäischer und Weltebene widerspiegelt, zum anderen aber auch in der wachsenden Anzahl guter europäischer Wado-Ryu-Lehrer. Als Beispiel sei hier Herr Zwartjes (7. Dan) genannt.
Karl-Heinz Stief, ehem. Erich BilskaReferent KoshinkanSterzinger Str. KO = alte (traditionelle)SHIN = neue (zeitgemäße)KAN = SchuleDO = WegWAS IST Koshinkan Karate ? Koshinkan Karate ist eine konsequente Fortführung der traditionellen Karate-Stilrichtungen hin zu einem zeitgemäßen, praxis - & zukunftsorientierten Karate. Wir trainieren, unterrichten und prüfen das gesamte Spektrum (die vier Säulen) des Karate: Grundschule (Kihon), Kampf (Kumite), Selbstverteidigung und Kata (mit Bunkai).
Dabei legen wir schon von Beginn an Wert auf ein flexibles, praxisorientiertes Partnertraining. Die Basis des Koshinkan kann jede traditionelle Stilrichtung sein - es werden grundsätzlich alle im DKV erworbenen Graduierungen anerkannt. Die traditionellen Stilrichtungen enden unseres Erachtens leider häufig als reine Karatestilart - hierbei werden Jahre lang Stellungen, Techniken und Bewegungsabläufe trainiert, die nur das eine Ziel haben, die nächste Gürtelprüfung zu bestehen.
Koshinkan bietet hingegen ein vielseitiges Ausbildungs- und Rahmenprüfungssystem, das von jedem Trainer mit individuellen methodischen Wegen umgesetzt werden kann. KIHON- (Grundschul-) Training ist zur Förderung von Kraft, Schnelligkeit und Dynamik unzweifelhaft erforderlich - der Koshinkan-Karateka bewegt sich schon im Grundschultraining, nicht wie in den traditionellen Stilrichtungen, nur vor- und rückwärts, sondern flexibel in alle Richtungen.
Angriffstechniken werden hierbei überwiegend vorwärts, Abwehrtechniken rück- und seitwärts trainiert. Die Abwehr wird fast ausnahmslos mit nachfolgenden Konter- und Angriffstechniken kombiniert. Koshinkan- Karate ist eine Kampfkunst zur Selbstverteidigung und ein vielseitiges Wettkampf - und Breitensporttraining. Dieser Verpflichtung werden wir auch mit dem Prüfungsprogramm gerecht.
Fritz OblingerStilrichtungsreferent ShotokanSchönblickstr. (Shoto = Kiefernrauschen; Kan = Halle, Haus). Gehört zu den 4 großen Schulen in Japan (neben Goju-Ryu, Shito-Ryu und Wado-Ryu). Ihr Begründer war Gichin Funakoshi, dessen Schüler sein Schriftstellerpseudonym "Shoto" für die Bezeichnung seines Dojo wählten. Er selbst wehrte sich gegen eine spezielle Bezeichnung seines Stils, da er Karate stets stilumfassend sah.
Bereits sein Lehrer Itosu begann damit, das traditionelle Karate auf Okinawa (Okinawa-Te) zu reformieren. Funakoshi setzte diese Arbeit bis zu seinem Tod fort. Er trug aus den verschiedenen Stilrichtungen (vorwiegend Shorin- und Shorei-Ryu) Techniken und Kata zusammen, um sie zu modernisieren und in sein neues System zu integrieren. Shotokan zeichnet sich durch hohe Dynamik mit starken und harten Techniken aus.
In Japan ist Shotokan nicht so verbreitet wie Goju-Ryu oder Shito-Ryu. Es spielt aber auf sportlichem Gebiet eine wesentliche Rolle: die überragende Zahl von Gewinnern der All Japanischen Meisterschaften kamen aus dem Shotokan. Dem Gründer Gichin Funakoshi ist es zu verdanken, daß das Karate und im Besonderen die Stilrichtung Shotokan nach den Jahren des zweiten Weltkrieges eine große weltweite Popularität erreichte.
